von | 07.03.2026 | DPA
Stavanger (dpa) – Mit einer weiteren Machtdemonstration im Klassiker gegen Norwegen haben die deutschen Fußballerinnen den Traumstart in die WM-Qualifikation perfekt gemacht. Wenige Tage nach dem 5:0 gegen Slowenien siegte das Team von Bundestrainer Christian Wück im 43. Duell mit den Norwegerinnen 4:0 (3:0) in Stavanger.
Elisa Senß (18. Minute), Carlotta Wamser (45.+1), Vivien Endemann (45.+4) und Jule Brand (58.) trafen für die höchst effiziente DFB-Elf vor 8.500 Zuschauern. Das Thema Chancenverwertung, oft diskutiert in den vergangenen Monaten, war dieses Mal keines. Gnadenlos bestrafte die DFB-Auswahl die Lücken in der norwegischen Abwehr.
Torhüterin Berger gibt Entwarnung
«Wir haben von Anfang alles reingeschmissen», sagte Leverkusens Wamser im ZDF, «wir haben auch mal nicht so viele Chancen gebraucht, um Tore zu machen. Das Gesamtprodukt war dann sehr, sehr gut.»
Torhüterin Ann-Katrin Berger gab nach ihrem Zusammenprall kurz vor Spielende mit Norwegens Elisabeth Terland Entwarnung: «Mir geht’s gut. Wir haben zu null gespielt, da muss es einem immer gutgehen. Natürlich habe ich ein paar Mal was abbekommen, aber das gehört – glaube ich – zum Fußballspielen dazu.»
Wück nimmt drei Änderungen vor
Im Vergleich zum Slowenien-Spiel in Dresden setzte Wück in der Innenverteidigung auf Vizekapitänin Janina Minge statt Camilla Küver. Im Sturmzentrum durfte Nicole Anyomi anstelle von Shekiera Martinez ran, und EM-Entdeckung Wamser begann für Linda Dallmann. In der offensiven Dreier-Mittelfeldreihe übernahm Wamser die rechte Seite, Jule Brand rückte auf die Dallmann-Position im Zentrum.
Die Scheu vor dem ungewohnten Kunstrasen legte die DFB-Elf schnell ab. Nach einem Ballgewinn von Kapitänin Giulia Gwinn, die ihr 70. Länderspiel absolvierte, bediente Anyomi mustergültig die mitgelaufene Endemann. Doch die Wolfsburgerin setzte den Ball aus 15 Metern an den rechten Außenpfosten.
Senß machte es wenig später aus fast identischer Position besser: Knaak schickte Linksverteidigerin Franziska Kett die Außenbahn entlang, deren abgefälschte Hereingabe genau bei Senß landete. Die Leverkusenerin schloss direkt und unhaltbar zum 1:0 ab.
Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Gäste die Partie weitgehend, auch wenn Berger bei einer Doppelchance gegen Signe Gaupset und Ex-Weltfußballerin Ada Hegerberg in höchster Not retten musste.
Furiose Phase vor der Pause
Kurz vor der Pause nahm der Klassiker dann mächtig Fahrt auf: Die erneut auffällige Endemann entblößte mit einem feinen Steckpass die norwegische Abwehr, so dass Wamser im Zentrum den Ball nur noch an Cecilie Fiskerstrand vorbeispitzeln musste.
120 mitgereiste Fans sahen Sekunden später dieselbe Kombination, dieses Mal landete Wamsers Ball in den Händen von Norwegens Torhüterin Cecilie Fiskerstrand. Die Deutschen durften trotzdem noch ein drittes Mal vor dem Seitenwechsel jubeln. Anyomi, die von Frida Maanums bösem Fehlpass profitierte, sah Endemann, die den Ball frei vor Fiskerstrand unter die Latte setzte.
Wück applaudierte lächelnd angesichts der klaren Pausenführung. Nach dem Wechsel sah er, wie Berger stark gegen Maanum rettete, ehe der folgende Konter über Endemann im 4:0 mündete. Brand schob den Ball durch die Beine der bemitleidenswerten norwegischen Keeperin.
Frankfurterin Veit kommt zu Länderspieldebüt
In der Folge verhalf Wück der Frankfurterin Jella Veit zu ihrem Länderspieldebüt. Die 20-Jährige rückte für Minge in die Abwehr. Auch Dallmann, Lea Schüller, Sarai Linder und Laura Freigang durften noch Spielpraxis sammeln, während die deutschen Fans mit «Oh, wie ist das schön»-Gesängen ihrer Freude Ausdruck verliehen. Endemann vergab in der Nachspielzeit gar das 5:0.
Weiter geht es für das DFB-Team in der WM-Qualifikation gegen Österreich, erst am 14. April in Nürnberg, dann am 18. April in Ried.
von | 07.03.2026 | DPA
Leipzig (dpa) – Nach dem äußerst glücklichen Sieg gegen den FC Augsburg hat Oliver Mintzlaff den Spielern von RB Leipzig in der Kabine einen nicht alltäglichen Besuch abgestattet. Der Aufsichtsratsvorsitzende hielt in Anwesenheit von Clubchefin Tatjana Haenni eine lange und dem Vernehmen nach emotionale Rede auf Englisch. Der 50-Jährige wollte das Team damit auf die verbleibenden neun Spiele in der Fußball-Bundesliga einschwören, an deren Ende die Qualifikation zur Champions League stehen soll.
«Ich glaube, es war noch einmal gut für die Mannschaft, für die letzte Phase noch einmal Aufmerksamkeit zu schaffen», sagte Mittelfeldspieler Nicolas Seiwald. «Er hat gesagt, was wichtig ist, was wir besser machen können und was wir schon richtig gut machen. Und das wir international spielen wollen und da gilt es, die nächsten Spiele zu gewinnen.»
Werner nur mit Ergebnis zufrieden
Das von Mintzlaff ausgegebene Ziel heißt Platz vier. Davon trennt die fünftplatzierten Leipziger nach dem 2:1 gegen Augsburg aktuell nur die schlechtere Tordifferenz. Vor der Länderspielpause bekommt es Leipzig mit den direkt vor ihnen platzierten Stuttgartern und den auf dem dritten Rang liegenden Hoffenheimern zu tun.
Dann bedarf es einer besseren Darbietung als gegen Augsburg, wo man erst durch ein Eigentor in der Nachspielzeit gewann. «Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, mit der Leistung nicht», sagte Trainer Ole Werner. «Die Punkte, die man am Ende braucht, holt man an nicht so guten Tagen. Wenn man einen schmutzigen Sieg einfährt, das Glück am Ende erzwingt.»
Deshalb bündeln die Clubs laut Werner vor der entscheidenden Saisonphase alle Kräfte, wozu in Leipzig auch der Kabinenbesuch Mintzlaffs gehörte. «Er hat die Mannschaft eingeschworen, auf die Phase die kommt», sagte Werner. «Man sieht, wie eng dieses Rennen ist. Ich habe es als sehr positiv wahrgenommen.»
von | 07.03.2026 | DPA
Wolfsburg (dpa) – Tumulte, Pyrotechnik und Trainerdiskussion: Unmittelbar nach dem verlorenen Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV (1:2) hat sich beim VfL Wolfsburg eine hochbrisante Abstiegsstimmung verbreitet. Chefcoach Daniel Bauer droht nach der sechsten Niederlage aus den vergangenen sieben Spielen das Aus.
«Jetzt müssen wir wirklich erst mal das alles ein bisschen sacken lassen, dann Gespräche führen und dann werden wir, wenn es was zu sagen gibt, dann auch was sagen», sagte VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler am Samstagabend bei Sky: «Das war doch ein bisschen viel heute alles. Morgen geht es dann aber weiter, und dann werden wir natürlich auch Entscheidungen treffen.»
Geht es auch um den Sport-Geschäftsführer?
Schon nach dem Spiel hatten sich die Entscheidungsträger in den Katakomben der Volkswagen Arena zu stundenlangen Beratungen zurückgezogen. Dabei ging es offenbar nicht nur um die Zukunft von Bauer, sondern auch um die von Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen.
Zunächst war ein Statement des Dänen angekündigt worden, dann wurde dieses verschoben. Später hieß es, Christiansen würde sich gar nicht mehr äußern. Ihm wird eine völlig verfehlte Kaderplanung angelastet, zudem lag er sowohl mit dem jungen niederländischen Trainer Pauli Simonis als auch dessen Nachfolger Bauer daneben.
Bauer sagt nichts über eigene Zukunft
Bauer selbst konnte oder wollte auf der Pressekonferenz keine Auskunft zu seiner Zukunft geben: «Morgen früh um 11.00 Uhr ist unser Spielersatztraining. Seht mir nach, es geht nicht um meine Person. Der Frust ist riesengroß.»
Auch bei Spielern und Fans. Nach dem Schlusspfiff kam es zu einer Rudelbildung von Spielern auf dem Rasen, der Wolfsburger Ersatztorwart Marius Müller sah die Rote Karte. Im Wolfsburger Fanblock wurde Pyrotechnik gezündet, einige Fackeln flogen auch Richtung Platz.
Der Kapitän ist frustriert
«Es war absolut kein schöner Moment. Alle, die es mit dem VfL Wolfsburg halten, sind frustriert», sagte Kapitän Maximilian Arnold bei DAZN. Es sei nicht schön in der Kabine gewesen, verriet der Mittelfeldspieler: «Ich glaube, heute schläft keiner, weil es ziemlich weh tut.» Bei seinem Sky-Interview wurde Arnold durch Zwischenrufe von den Rängen gestört.
«Da sind Dinge gefallen, die definitiv unter der Gürtellinie sind», sagte der HSV-Coach Merlin Polzin bei DAZN über die Szenen unmittelbar nach dem Spiel: «Natürlich ist das nie schön.» Der deutsche Fußball lebe von der Emotionalität, «wenn man dann unzufrieden ist mit der Leistung, die gezeigt wird, dann entlädt sich das vielleicht irgendwann», sagte Polzin: «Aber trotzdem hoffe ich natürlich, dass der VfL sich fängt.»
von | 07.03.2026 | DPA
Wolfsburg (dpa) – Die Tage von Daniel Bauer beim VfL Wolfsburg scheinen endgültig gezählt. Der Trainer verlor mit den Niedersachsen auch gegen den Hamburger SV mit 1:2 (1:1) und dürfte damit kaum noch zu halten sein. Nach dem desaströsen 0:4 beim VfB Stuttgart hatten die Bosse um den ebenfalls umstrittenen Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen dem 43 Jahre alten Trainer überraschend noch einmal das Vertrauen ausgesprochen.
Doch die sechste Niederlage in den vergangenen sieben Spielen dürfte für Bauer nun das Aus bedeuten. Nach dem Schlusspfiff gab es Tumulte zwischen den Spielern auf dem Rasen, der Wolfsburger Ersatztorwart Marius Müller sah die Rote Karte (90.+9). Im Wolfsburger Fanblock wurde Pyrotechnik gezündet.
Hecking als Nachfolger?
In der Volkswagen Arena fiel immer wieder der Name von Dieter Hecking als möglichem Nachfolger. Hecking hatte mit dem VfL 2015 den DFB-Pokal gewonnen. Zuletzt war er im September 2025 beim VfL Bochum entlassen worden.
Der HSV machte mit dem Sieg in Wolfsburg dagegen einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Luka Vuskovic (33. Minute) und Jean-Luc Dompé (58.) trafen jeweils per Foulelfmeter. Christian Eriksen hatte die Gastgeber ebenfalls per Strafstoß in Führung gebracht (22.). Der HSV liegt nun neun Punkte vor dem Tabellen-17. aus Wolfsburg.
Bauers Appell an die Fans
Bauer, der im November des vergangenen Jahres die Nachfolge von Paul Simonis angetreten hatte und kurz vor Weihnachten zum Cheftrainer befördert worden war, hatte vor seinem persönlichen Endspiel an die Anhänger des VfL appelliert. Und die Wolfsburger Fans lieferten. Schon zum Abschlusstraining am Freitag waren mehr als 2.500 Leute gekommen – für Wolfsburger Verhältnisse eine beeindruckende Anzahl.
Und auch in der Volkswagen Arena pushten die VfL-Fans ihr Team von der ersten Minute an nach vorn. Zwar hatten sich auch rund 10.000 Anhänger aus der Hansestadt auf den Weg in die VW-Stadt gemacht, doch anders als in der Vergangenheit schon häufiger hielten die Wolfsburger Fans lautstark dagegen. Von der Atmosphäre her wirkte es wie ein richtiges Abstiegsendspiel am 34. Spieltag.
Guter Wolfsburger Start
Für die Gastgeber hatte die Partie auch in der Tat eine ähnliche Bedeutung. Und das in dieser Saison oft so leblos auftretende Wolfsburger Team schien den Ernst der Lage zumindest erkannt zu haben. Die Niedersachsen begannen couragiert und bestimmten anfangs das Geschehen. Dem HSV war die Verunsicherung nach zuletzt zwei Niederlagen dagegen anzumerken. Die Führung durch einen von Eriksen verwandelten Foulelfmeter nach etwas mehr als 20 Minuten war daher verdient.
Bauer hatte sein Team gleich auf fünf Positionen verändert, unter anderem saßen Stars wie Mohammed Amoura und Lovro Majer zunächst nur auf der Bank. Stattdessen feierten Jonas Adjetey und Jesper Lindström ihr Startelf-Debüt. Zwar konnte der VfL spielerisch erneut nicht überzeugen, Einsatz und Wille stimmten aber lange Zeit.
HSV nutzt zwei Elfmeter zur Wende
Zur Pause stand es dennoch nur 1:1, weil der HSV aus dem Nichts durch einen Foulelfmeter zum Ausgleich kam. Vuskovic hatte beim Strafstoß aber viel Glück, dass VfL-Torwart Kamil Grabara den schwachen Schuss nicht parieren konnte.
Der Gegentreffer hinterließ bei den Wolfsburgern deutliche Spuren. Der HSV, der zuvor auf ganzer Linie enttäuscht hatte, übernahm nun das Kommando und ging kurz nach der Halbzeit sogar in Führung. Wieder war es ein Elfmeter, der den VfL bis ins Mark traf. Adjetey hatte bei einer Ecke so lange an Vuskovic gezogen, dass Schiedsrichter Florian Exner gar nicht anders konnte, als auf den Punkt zu zeigen. Dieses Mal war es Dompé, der sicher verwandelte.
Der Rückstand wirkte auf den VfL wie ein Schock. In der Folgezeit lief nicht mehr viel zusammen. Bauer verfolgte seine wohl letzten Minuten als VfL-Coach konsterniert an der Seitenlinie.
von | 07.03.2026 | DPA
Heidenheim (dpa) – Ohne den an einem Infekt erkrankten Chefcoach Christian Ilzer hat die TSG 1899 Hoffenheim den nächsten Schritt zur angestrebten Champions-League-Qualifikation geschafft. Mit Co-Trainer Moritz Volz an der Seitenlinie führte Doppeltorschütze Alexander Prass die TSG zum 4:2 (2:0) beim Tabellenletzten 1. FC Heidenheim. Der Ostalb-Club bewies Moral, dennoch rückt die Rückkehr in die Zweitklassigkeit wieder ein Stückchen näher.
Nach zuvor zwei sieglosen Partien in der Fußball-Bundesliga der drittplatzierten TSG traf der österreichische Mittelfeldspieler Prass in der umkämpften ersten Hälfte (26./45.+1 Minute) doppelt. Fisnik Asllani (49.) und Tim Lemperle (78.) legten in der unterhaltsamen zweiten Hälfte nach, in der der Königsklassen-Aspirant gegen das Schlusslicht Probleme hatte. Die Tore von Luca Kerber zum 1:3 und 2:4 waren aber für Heidenheim zu wenig (63./84.)
Seit nunmehr zwölf Partien ist der FCH ohne Sieg, der Rückstand auf den Relegationsrang könnte am Sonntag auf elf Punkte wachsen. «Ein Wunder reicht nicht, um noch die Klasse zu halten. Es müssen zwei sein», hatte Trainer Frank Schmidt schon zuvor gesagt.
Bebou-Trikot beim Torjubel sorgt für kurze Aufregung
Trotz des ungleichen Duells versuchte die Schmidt-Truppe die Gäste früh unter Druck zu setzen. In der Offensive blieb seine Elf in der ersten Hälfte aber zu harmlos. Mit einem sehenswerten Angriff gingen die Hoffenheimer in Führung. Nach einem gelungenen Doppelpass mit Fisnik Asllani schlenzte Prass den Ball von der Strafraumgrenze ins linke obere Eck.
Beim kollektiven Jubel hielt der Mittelfeldspieler als Geste für den fehlenden Ihlas Bebou ein Trikot des Stürmers in die Kameras. Bei den FCH-Fans kam die Aktion nicht gut an. Absicht war das aber nicht.
Videobeweis führt zum 2:0
Die Hoffenheimer bewiesen vor dem Tor Effizienz. Über den Doppelpack von Prass jubelten sie erst Minuten, nachdem der Österreicher FCH-Torwart Diant Ramaj getunnelt hatte. Erst nach dem Videobeweis stand fest, dass doch keine Abseitsposition vorgelegen hatte.
In den vergangenen beiden Spielen hatten die Kraichgauer geschwächelt und beim 1. FC Köln (2:2) und bei der überraschenden Heimniederlage gegen den FC St. Pauli (0:1) Punkte liegen gelassen.
Doppeltes Pech für Heidenheim
Auf der Ostalb konnte Asllani mit seinem Abstauber nur zur vermeintlich beruhigenden 3:0-Führung sorgen. Dennoch benötigte die TSG auch Glück, um nicht zwischenzeitlich zittern zu müssen. Erst überwand Außenseiter Heidenheim mit einem weiten Einwurf die TSG-Defensive, Kerber spitzelte den Ball an Nationaltorhüter Oliver Baumann vorbei.
Kurz nachdem der vermeintliche Anschluss von Christian Conteh (70.) zum 2:3 nach einem Videobeweis nicht zählte, fehlte nicht viel für einen weiteren FCH-Treffer. Bei einem Klärungsversuch von TSG-Verteidiger Ozan Kabak landete der Ball am Pfosten. Lemperle machte dann letztendlich doch alles klar, auch wenn Kerber die FCH-Fans noch einmal jubeln ließ.
von | 07.03.2026 | DPA
Berlin (dpa) – Der VfL Wolfsburg taumelt weiter dem Absturz in die Zweitklassigkeit entgegen und steht wohl vor dem nächsten Trainerwechsel. Der Werksclub verlor seine zum «Endspiel» ausgerufene Heimpartie gegen den Hamburger SV mit 1:2 (1:1) und droht als Tabellenvorletzter der Fußball-Bundesliga den Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze zu verlieren. Daniel Bauer, der das Team im November als Interimscoach übernommen hatte und in der Winterpause zum Cheftrainer befördert wurde, dürfte nach der sechsten Niederlage in den vergangenen sieben Spielen seinen Posten verlieren.
VfL-Sportdirektor Pirmin Schwegler kündigte bei Sky Entscheidungen am Sonntag an. «Jetzt müssen wir wirklich erst mal das alles ein bisschen sacken lassen, dann Gespräche führen und dann werden wir, wenn es was zu sagen gibt, dann auch was sagen», erklärte er. Nach dem Schlusspfiff kam es zu einer Rudelbildung von Spielern auf dem Rasen, der Wolfsburger Ersatztorwart Marius Müller sah die Rote Karte. Im Wolfsburger Fanblock wurde Pyrotechnik gezündet, einige Fackeln flogen auch Richtung Platz.
Dortmund gewinnt in Überzahl
Im Topspiel meldete sich der Tabellenzweite BVB nach den schmerzhaften Niederlagen gegen Bergamo und die Bayern zurück. Die Dortmunder gewannen beim 1. FC Köln 2:1 (1:0). Serhou Guirassy (16. Minute) und Maximilian Beier (60.) trafen für das Team von Trainer Niko Kovac, das in der zweiten Halbzeit einen Mann mehr auf dem Platz hatte. Kölns Jahmai Simpson-Pusey sah kurz vor dem Wechsel (45.+2) die Rote Karte für ein grobes Foulspiel. Jakub Kaminski gelang noch der späte Anschlusstreffer (88.). In Köln wird der Druck auf Trainer Lukas Kwasniok weiter wachsen.
Die TSG 1899 Hoffenheim festigte zuvor durch ein 4:2 (2:0) beim voraussichtlichen Absteiger 1. FC Heidenheim ihren dritten Tabellenplatz. RB Leipzig drehte das Heimspiel gegen den FC Augsburg nach einem Rückstand in ein 2:1 (0:1) und darf weiter auf die Champions-League-Qualifikation hoffen. Der VfB Stuttgart musste sich dagegen beim FSV Mainz 05 mit einem 2:2 (0:1) begnügen. Auch für Bayer Leverkusen war das 3:3 (2:2) beim SC Freiburg im Rennen um die Königsklassen-Plätze zu wenig.
Strafstöße prägen Spiel in Wolfsburg
In Wolfsburg sahen die Zuschauer, von denen viele HSV-Fans waren, eine von Foulelfmetern geprägte Partie. Zuerst brachte Christian Eriksen (22.) den VfL vom Punkt in Führung, dann glich der gefoulte Luka Vuskovic (33.) ebenfalls per Strafstoß für Hamburg aus. Nach dem Seitenwechsel wurde Vuskovic im Strafraum erneut gefoult – den fälligen Elfmeter verwandelte Jean-Luc Dompé (58.).
Die Hoffenheimer gaben sich in Heidenheim keine Blöße und beendeten ihre kleine Ergebniskrise. Als Doppel-Torschütze glänzte Alexander Prass (26., 45.+1), außerdem trafen Fisnik Asllani (49.) und Tim Lemperle (78.). Heidenheim kam nur zu zwei Treffern von Luca Kerber (63., 84.).
Die Stuttgarter taten sich in Mainz schwer und lagen durch einen Gegentreffer von Jae-Sung Lee (39.) mit 0:1 zurück. Nach dem Seitenwechsel drehte der VfB zunächst die Partie, es trafen Ermedin Demirovic (76.) und Deniz Undav (77.). In der Nachspielzeit sorgte der Mainzer Danny da Costa (90.+1) aber für das 2:2.
Rekordtor für Freiburgs Grifo
In Leipzig vergab Keven Schlotterbeck in der 23. Minute zunächst die große Chance zur Augsburger Führung, als der Abwehrspieler einen Elfmeter verschoss. Sein Teamkollege Robin Fellauer macht es später mit dem Tor zum 1:0 (39.) besser. Leipzig gelang dank des starken Yan Diomande (76.) und eines Eigentors von Arthur Chaves (90.+2) doch noch der Sieg.
Den Torreigen in Freiburg eröffnete SC-Profi Vincenzo Grifo (34.), der mit seinem 105. Pflichtspieltor zu Ex-Profi Nils Petersen in der ewigen SC-Torjägerliste aufschloss. Außerdem trafen für die Gastgeber Yuito Suzuki (43.) und Mathias Ginter (86.). Für Leverkusen waren Christian Kofane (37.), Alejandro Grimaldo (45.+3) und Martin Terrier (52.) erfolgreich.
von | 07.03.2026 | DPA
Mainz (dpa) – In einem wilden Schlagabtausch haben sich der FSV Mainz 05 und der VfB Stuttgart 2:2 (1:0) getrennt. Jae-sung Lee brachte die Hausherren in der 39. Minute in Führung, die Ermedin Demirovic (76. Minute) und Deniz Undav (77.) mit einem Doppelschlag innerhalb von 60 Sekunden konterten. Vor 33.305 Zuschauern rettete Danny da Costa (90.+1) den Rheinhessen in der Nachspielzeit zumindest noch einen Punkt.
Das Remis brachte beide Teams ihren Zielen aber nicht näher. Stuttgart bleibt im Rennen um die Champions-League-Teilnahme mit 47 Zählern Tabellenvierter der Fußball-Bundesliga. Die Mainzer hängen mit 24 Punkten auf Rang 14 weiter tief im Tabellenkeller und können am Sonntag sogar auf den Abstiegsrelegationsplatz zurückfallen.
Stuttgart mit dem besseren Start
Die Gäste begannen forsch und kamen früh zu einer guten Chance. Undav legte den Ball im Strafraum auf Maximilian Mittelstädt ab, dessen platzierten Schuss FSV-Torwart Daniel Batz mit einer Glanzparade entschärfte. Wenige Minuten später hatten die Mainzer erneut Glück, als Undav eine Hereingabe von Jamie Leweling knapp verpasste und der Ball danach haarscharf am langen Pfosten vorbei ins Aus rauschte.
Von den Hausherren kam offensiv zunächst gar nichts – bis zur 20. Minute. Da tauchte Paul Nebel nach einer schönen Kombination über drei Stationen plötzlich frei vor dem Stuttgarter Tor auf, doch VfB-Verteidiger Luca Jaquez rettete in höchster Not.
Mainz berappelt sich
Die 05er waren fortan besser im Spiel und bejubelten nach einer knappen halben Stunde das vermeintliche 1:0 durch Philipp Tietz. Wegen eines vorhergehenden Fouls an VfB-Torwart Alexander Nübel fand der Treffer aber keine Anerkennung. Kurz darauf scheiterte Tietz mit einem Kopfball aus Nahdistanz an Nübel.
Von der anfänglichen Stuttgarter Dominanz war nun nichts mehr zu sehen. Mainz diktierte den Rhythmus des Spiels und verzeichnete durch Phillipp Mwene die nächste gute Gelegenheit, die aber erneut ungenutzt blieb. Sechs Minuten vor der Pause jubelten die Gastgeber dann aber doch. Lee traf im Anschluss an eine Ecke per Kopf, nachdem er kurz zuvor noch eine weitere Großchance vergeben hatte.
VfB bestraft Mainzer Chancenwucher
Nach dem Wechsel agierte der VfB wieder etwas schwungvoller – doch Gefahr strahlten vorerst weiter nur die 05er aus. Kaishu Sano scheiterte mit einem Schuss aus der Distanz ebenso an Nübel wie Sheraldo Becker aus kurzer Entfernung.
Nach 65 Minuten hatte Stuttgart dann doppeltes Glück: Erst zögerte Tietz allein vor dem leeren Tor zu lange, sodass Jaquez noch retten konnte, den Nachschuss setzte Nebel an den Pfosten.
Dieser Chancenwucher wurde den Hausherren zum Verhängnis, denn innerhalb von 60 Sekunden kippte die Partie komplett. Erst traf Demirovic mit einem trockenen Schuss ins kurze Eck zum Ausgleich, dann lief Undav nach starkem Zuspiel von Tiago Tomas plötzlich allein auf das Mainzer Tor zu und behielt frei vor Batz die Nerven. In der Nachspielzeit schlugen die Hausherren durch da Costa dann aber doch noch zurück.
von | 07.03.2026 | DPA
Freiburg (dpa) – Bayer Leverkusen hat wichtige Punkte im Kampf um die Königsklasse liegen gelassen, der SC Freiburg seine starke Heimserie gerade noch aufrechterhalten. Die Werkself musste sich bei den Badenern in einem sehenswerten Spiel mit einem 3:3 (2:2) begnügen und liegt in der Fußball-Bundesliga weiter drei Zähler hinter den Champions-League-Plätzen. Freiburg verhinderte durch ein spätes Tor die erste Niederlage im eigenen Stadion seit dem 1:3 gegen den FC Augsburg am ersten Spieltag und bleibt Achter.
Vincenzo Grifo (34. Minute), der zum Freiburger Rekordtorschützen Nils Petersen aufschloss, und Yuito Suzuki (43.) brachten den SC zweimal in Führung. Bayer glich durch Christian Kofane (37.) und Alejandro Grimaldo (45.+3) jeweils aus, ehe Martin Terrier (52.) die Partie vor 34.100 Zuschauern vollends drehte. Freiburg schlug durch Matthias Ginter (86.) aber noch mal zurück und hätte in der Schlussphase sogar fast noch das 4:3 erzielt.
Grifo holt Petersen ein – Grimaldo trifft sehenswert
Die Leverkusener hatten zunächst etwas mehr vom Spiel. Wenn die Freiburger nach vorn kamen, waren sie aber brandgefährlich. Die zuletzt gesperrten Niklas Beste und Johan Manzambi waren wieder Aktivposten im Mittelfeld des SC.
Manzambi war auch am 1:0 beteiligt. Der junge Schweizer trieb den Ball mit großen Schritten Richtung Gäste-Tor, Kapitän Christian Günter servierte flach von der linken Seite – und Grifo erlöste sich mit seinem Rekord-Treffer. Der 32-Jährige schoss den Ball kurioserweise gegen seinen eigenen rechten Fuß, von wo er in hohem Bogen ins Netz flog. Seit Mitte Januar hatte Grifo auf diesen Treffer gewartet. Nun steht er bei 105 Pflichtspieltoren für Freiburg – und teilt sich mit Ex-Profi Petersen die Spitze der ewigen SC-Torjägerliste.
Die Freiburger Führung eröffnete eine heiße Phase, in der die Leverkusener gleich zweimal eiskalt zurückschlugen. Zunächst traf Kofane mit einem platzierten Flachschuss von der Strafraumgrenze zum 1:1. Kaum hatte Suzuki die Gastgeber nach einer guten Hereingabe von Philipp Treu und starker Übersicht von Igor Matanovic wieder nach vorn gebracht, versenkte Grimaldo einen seiner gefürchteten Freistöße im linken Winkel zum erneuten Ausgleich.
Ginter in der Schlussphase im Mittelpunkt
So munter die erste Halbzeit war, so flott begann auch die zweite. Bayer ging per Konter erstmals in Führung. Kofane bediente Terrier und der ließ SC-Keeper Noah Atubolu mit einem strammen Schuss keine Chance. Nur zwei Minuten später hätte der umtriebige Kofane sogar erhöhen können, sein Kopfball aus wenigen Metern war aber viel zu unplatziert.
Die Freiburger bemühten sich darum, zumindest noch einen Zähler im Breisgau zu behalten. Ein Schuss von Manzambi flog knapp am linken Pfosten vorbei (62.), ansonsten war das Team von Trainer Julian Schuster oft nicht zwingend genug. Kurz vor dem Ende köpfte Ginter nach einer Flanke von Derry Scherhant dann doch noch zum 3:3 ein. Ein weiteres Tor des Verteidigers in der wilden Schlussphase wurde wegen Abseits nicht gegeben.