von | 20.01.2026 | DPA
Frankfurt/Main (dpa) – Der Knall im Dezember war gewaltig, das gegenseitige Vertrauen schwer zerrüttet. Nach dem öffentlich eskalierten Streit zwischen Clubs und Deutschem Fußball-Bund (DFB) um die Professionalisierung des Frauenfußballs kehren beide Seiten am Montag in Frankfurt zurück an den Verhandlungstisch. Im Ringen um Macht und Millionen soll doch noch ein gemeinsames Joint Venture entstehen.
Der Deutschen Presse-Agentur liegen Entwürfe vor, die veranschaulichen, wie die Zukunft der Bundesliga-Fußballerinnen ausschauen könnte. Oder zu platzen droht, falls die Einigung ausbleibt. Die wichtigsten Fragen vorab:
Wer sitzt am Verhandlungstisch?
Der im Dezember gegründete Ligaverband – er vertritt die Interessen der 14 Erstligisten – schickt eine neunköpfige Gruppe. Neben den bisher aus dem Männerfußball prominenten Chefverhandlern um Axel Hellmann (Vorstandsprecher Eintracht Frankfurt), Jan-Christian Dreesen (Vorstandschef FC Bayern München), Oliver Leki (Finanzvorstand SC Freiburg) und Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry zählen auch Katharina Kiel (Eintracht Frankfurt), Florian Zeutschler (SGS Essen) und Veronica Saß (FC Bayern) dazu.
Kiel als Präsidentin, Saß (1. Vizepräsidentin) und Zeutschler (2. Vizepräsident) bilden die Spitze des Ligaverbandes. Zwei weitere Club-Vertreter runden das Aufgebot ab. Für den DFB verhandeln federführend Generalsekretär Holger Blask und Schatzmeister Stephan Grunwald.
Was steckt hinter der Idee des Joint Ventures?
Einigen sich DFB und Ligaverband trotz verfahrener Lage, entstünde als Joint Venture die Frauen-Bundesliga GmbH, kurz: FBL GmbH. Die wäre schon vom 1. Juli an dafür verantwortlich, Kernthemen der Liga wie Vermarktung oder Nachwuchsförderung kräftig anzukurbeln. In der FBL GmbH hätten Ligaverband und DFB je drei Sitze, eine zentrale Aufgabe des Sechser-Gremiums wäre es, die Geschäftsführung zu berufen.
Finanzier ist der DFB: Knapp über 100 Millionen Euro sagte der Verband für die nächsten acht Jahre zu. Etwa die Hälfte flösse direkt an die Clubs, die andere in das Gemeinschaftsunternehmen. Weitere rund 25 Millionen Euro über denselben Zeitraum soll die 2. Liga erhalten, die der DFB in vier bis fünf Jahren in die FBL integrieren will.
Worüber wird gestritten?
Vor allem ist offen, wer in der angedachten Partnerschaft was zu bestimmen hat. Nach dpa-Informationen geht es um eine Liste von 20 Punkten und die Frage, bei welchen der DFB mitbestimmt und bei welchen die Liga praktisch durchregieren dürfte. Beim Verband herrscht die Meinung vor, dass es angesichts der 100-prozentigen Joint-Venture-Finanzierung nur logisch sei, auf Mitspracherechte zu bestehen.
Club-Verantwortliche argumentieren, insbesondere die Vereine müssten die konkreten Maßnahmen vor Ort finanzieren – und gehen für die gesamte Liga von Ausgaben über mehrere hundert Millionen Euro aus. «Wenn die Vereine so viel investieren, dann ist es auch klar, dass sie am Ende die Stimmenmehrheit haben sollten. Das ist einer der ausschlaggebenden Punkte in den Verhandlungen mit dem DFB», sagt etwa Jennifer Zietz, Geschäftsführerin von Union Berlin.
Auch inhaltlich ist trotz detailreicher Professionalisierungspläne längst nicht alles ausverhandelt. Nicht umsonst wird so hart um die Macht gerungen. Die große DFB-Sorge: Ohne Vetorecht könnten die neuen Standards wieder geschliffen werden.
Was ist beim Mindestgrundgehalt geplant?
Nahezu unstrittig: Kommt das Joint Venture, wird ein Mindestgrundgehalt von 3.000 Euro (brutto) eingeführt. Die Maßnahme sei «ein entscheidender Schritt hin zum Berufsbild ‚Profifußballerin’», heißt es in dem – auch Zweitligisten vorliegenden – Entwurf für die dann neu zu erfüllenden Richtlinien des Bundesliga-Lizenzierungsverfahrens. Aktuell verdient eine Bundesliga-Fußballerin durchschnittlich zwar rund 4.500 Euro, einige Spielerinnen liegen aber noch deutlich darunter.
Wie würde sich der Trainer- und Betreuerstab verändern?
Profibedingungen, sprich Vollzeitstellen, müssten die Clubs schrittweise auch für Co- und Torwarttrainerinnen sowie Spielanalysten und Sportpsychologen schaffen. Die Betreuung durch Ärztinnen und Physiotherapeuten soll den Plänen zufolge ebenso ausgebaut werden wie der Club-Apparat insgesamt. Jeder Erstligist bräuchte jeweils in Vollzeit einen Sportlichen Leiter, Teammanager, Social-Media-Manager und «Fan-Gewinnungs»-Manager. Auch müssten Ernährungsberater und Scouts angemeldet werden.
Welche Vorgaben gäbe es bei der Stadioninfrastruktur?
Die Anforderungen an ein bundesligataugliches Stadion würden gewaltig steigen, statt 2.000 wären künftig über 5.000 Plätze nötig – davon mindestens 300 Sitzplätze, wovon die Hälfte überdacht sein müsste. Es sollen aber Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen gelten, zumindest bis zur Saison 2031/32. Ab dann wäre für jeden Bundesligisten ein Fassungsvermögen von über 5.000 unumgänglich (bei mindestens 2.000 Sitzplätzen). Drainage und Rasenheizung, möglichst klimafreundlich, würden zur Saison 2027/28 Pflicht, Aufsteiger müssten gegebenenfalls Ausweichstadien benennen.
Wie soll die Nachwuchsarbeit besser werden?
«Wir müssen schauen, dass wir diese Talentförderung auf das nächste Level heben», hatte Bundestrainer Christian Wück nach dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Spanien gefordert, «der Verband plus die Vereine». Ihn dürfte also freuen, dass die Bundesligisten von der kommenden Saison an sogenannte DFB-Talentförderzentren für Juniorinnen führen müssen. Zur Spielzeit 2027/2028 dann sogar Leistungszentren mit strengeren Vorgaben für Personal oder Infrastruktur. Für Aufsteiger gilt in beiden Fällen eine Schonfrist von einem Jahr. Erst mal aber muss sich die FBL GmbH gründen – sonst könnten viele Vorgaben mangels Finanzierung auf der Strecke bleiben.
von | 20.01.2026 | DPA
Barcelona (dpa) – Der Wechsel von Fußball-Nationaltorwart Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona zum FC Girona ist offenbar perfekt. Barças deutscher Trainer Hansi Flick bestätigte am Dienstagabend bei seiner Pressekonferenz zum Champions-League-Spiel bei Slavia Prag: «Heute Morgen hat Marc uns gesagt, dass er nach Girona gehen wird.»
Mit dem Transfer vom spanischen Meister zum Tabellenzehnten der spanischen Liga hofft der lange verletzte Ex-Gladbacher auf mehr Spielpraxis, um bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada als Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft stehen zu können.
Flick drückt ter Stegen für WM die Daumen: «Er hat gute Chancen»
«Marc ist ein fantastischer Torwart. Wir haben uns für die Zukunft anders entschieden und ich denke, es war die richtige Entscheidung. Aber ich wünsche ihm alles Gute», sagte der frühere Bundestrainer Flick. «Vielleicht sehen wir ihn im deutschen Nationalteam bei der WM. Die Daumen sind gedrückt dafür. Ich denke, er hat gute Chancen.»
Der 33 Jahre alte ter Stegen soll zunächst auf Leihbasis bis Saisonende nach Girona wechseln. Seit 2014 steht er in Barcelona unter Vertrag und war dort lange Zeit Stammtorwart und sogar Kapitän. Nach einer Rückenoperation stand er aber erst im Dezember beim Pokalspiel gegen den Drittligisten CD Guadalajara zum ersten Mal seit rund sieben Monaten wieder im Barça-Tor. Flick stellte danach klar, dass der im Sommer für 25 Millionen Euro verpflichtete Joan Garcia die Nummer eins im Tor bleibt.
von | 20.01.2026 | DPA
München (dpa) – Die Fußballerinnen des FC Bayern haben ihren Gesamtumsatz in der vergangenen Saison auf 7,2 Millionen Euro verdoppelt und zählen damit zu den zehn finanzstärksten Clubs der Welt. Das geht aus den Zahlen der «Football Money League 2026» hervor, die die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte am Montag veröffentlichte.
Spitzenreiter ist demnach Champions-League-Sieger FC Arsenal (25,6 Millionen Euro) vor Stadtrivale FC Chelsea (25,4) und dem Vorjahres-Ersten FC Barcelona (22,0). Die Münchnerinnen kletterten vom 13. auf den 9. Platz. Einziger weiterer deutscher Club unter den aufgeführten Top 15 ist Eintracht Frankfurt mit einem Umsatz von 4,7 Millionen. Die Hessinnen lagen im Vorjahr noch bei 6 Millionen.
Top 15 knacken 150-Millionen-Marke
Deloitte listete zum vierten Mal die 15 umsatzstärksten Frauenfußballclubs weltweit auf, wobei aufgrund fehlender Daten wichtige Märkte wie die USA oder Australien nicht berücksichtigt wurden. Der Gesamtumsatz (158 Millionen) lag trotzdem erstmals über der 150-Millionen-Marke – ein Plus von 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der FC Bayern profitierte in der Bewertung stark von seinem Turniersieg bei der neu geschaffenen Kleinfeldserie World Sevens Football (W7F). Bei dem in Portugal ausgespielten Mini-Wettbewerb im vergangenen Mai kassierten die Münchnerinnen rund 2,3 Millionen Euro – und damit etwa eine Million mehr als es 2025 für den Gewinn der Champions League gab.
von | 20.01.2026 | DPA
Dortmund (dpa) – Mit einem Lächeln hat Felix Nmecha auf eine Frage zur englischen Liga als mögliches zukünftiges Karriereziel reagiert. «Ob ich in der Premier League spielen will oder nicht, werde ich jetzt nicht sagen», sagte der deutsche Fußball-Nationalspieler vor dem Champions-League-Spiel mit Borussia Dortmund bei Tottenham Hotspur. «Ich glaube, für mich ist es einfach wichtig, dass wir dieses Spiel gewinnen und ich diesen besonderen Tag hoffentlich genieße.»
Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler ist in England aufgewachsen und wurde bei Manchester City ausgebildet. Sein Bruder Lukas Nmecha spielt bei Leeds United.
von | 19.01.2026 | DPA
Piräus (dpa) – Bayer Leverkusen will nach den jüngsten Rückschlägen in der Fußball-Bundesliga in der Champions League wieder in die Erfolgsspur finden. «Wir wollen morgen die Wut über die Niederlage gegen Hoffenheim rauslassen», sagte Offensivspieler Ibrahim Maza vor dem Duell bei Olympiakos Piräus am Dienstag (21.00 Uhr/DAZN). Mit einem Sieg könnte sich Leverkusen schon einen Spieltag vor dem Ende der Ligaphase für die Playoffs qualifizieren.
«Es ist ein sehr emotionales Stadion mit einer super Atmosphäre. Aber wir haben unseren Fokus. Unser Ziel ist, in diesem Turnier in die nächste Runde zu kommen. Mit einem Sieg morgen haben wir dazu die Möglichkeit», sagte Trainer Kasper Hjulmand und betonte mit Blick auf die beiden vergangenen Liga-Pleiten: «Wir müssen uns im Vergleich zu den letzten Spielen verbessern, aber wir sind hier, um das zu schaffen.»
Piräus, das mit bislang fünf Punkten vier Zähler weniger gesammelt hat als die Werkself, steht im Wettbewerb stärker unter Zugzwang und kann seine Chance aufs Weiterkommen nur mit einem Sieg wahren. «Beide Mannschaften haben ihre vergangenen Spiele verloren und kommen daher mit negativen Ergebnissen im Rücken», sagte Piräus-Trainer José Luis Mendilibar und ergänzte: «Beide Teams beginnen bei null. Die vorherigen Spiele zählen nicht.»
von | 19.01.2026 | DPA
Zürich (dpa) – Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geht als Zehnter der Weltrangliste ins WM-Jahr. Das Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann verschlechterte sich im Ranking des Weltverbandes FIFA im Vergleich zum Dezember 2025 um einen Platz.
Der Grund ist Marokkos Sprung vom elften auf den achten Rang. Der WM-Halbfinalist von 2022 profitierte vom jüngsten Einzug ins Endspiel des Afrika Cups, das der Gastgeber mit 0:1 nach Verlängerung gegen den Senegal verlor. Für Marokko ist es die beste Platzierung überhaupt. Auch Senegal machte einen großen Sprung nach vorne und ist nun Zwölfter.
Spitzenreiter bleibt Europameister Spanien vor Weltmeister Argentinien und Frankreich.
von | 19.01.2026 | DPA
Dortmund (dpa) – Ein möglicher Leih-Transfer von Borussia Dortmunds Offensivspieler Julien Duranville rückt näher. Man sei in Gesprächen, sagte BVB-Geschäftsführer Lars Ricken, der auf ein Interesse des FC Basel am Belgier angesprochen worden war.
Der 19-Jährige sei jetzt «in einem Alter, wo er spielen muss. Er ist keine 16, 17 mehr. Aber wir sind noch nicht so weit fortgeschritten, dass er heute nicht dabei wäre», erklärte Ricken am Dortmunder Flughafen. Von dort reiste der Bundesligist mit Duranville zum Champions-League-Spiel bei Tottenham Hotspur.
Ricken sprach zudem über den 17 Jahre alten Brasilianer Kauã Prates, der vor einem Sommerwechsel zum BVB stehen soll. «Wir kennen den Spieler. Wir kennen ihn ganz gut», sagte der 49-Jährige über den Verteidiger. Ricken verwies aber auch darauf, dass es sich erst einmal nur um ein Gerücht handele und man sich vorgenommen habe, nicht zu jedem Gerücht «Wasserstandsmeldungen» abzugeben.
von | 19.01.2026 | DPA
London (dpa) – Tottenham Hotspur geht mit großen Personalsorgen in die Champions-League-Partie gegen Borussia Dortmund. «Wir haben im Grunde genommen elf unserer Feldspieler aus der ersten Mannschaft für das Spiel zur Verfügung», sagte Trainer Thomas Frank am Tag vor der Begegnung gegen den BVB (Dienstag, 21.00 Uhr/Amazon Prime). Unter anderem der vom FC Bayern München ausgeliehene Mittelfeldspieler João Palhinha fällt aus.
Kovac über Spurs-Probleme: «Lassen uns davon auch nicht leiten»
«Wir müssen das ignorieren», sagte Dortmund-Coach Niko Kovac zu den Verletzungen. «Wir kommen hierher und wollen morgen ein Spiel gewinnen. Das ist unabhängig davon, wer auf dem Platz steht beim Gegner.» Kovac ergänzte: «Wir lassen uns davon auch nicht leiten, dass da irgendwelche Probleme vielleicht sind.»
Nach zuletzt fünf Pflichtpartien ohne Sieg steht sein dänischer Kollege bei den Londonern enorm unter Druck. Medienberichten zufolge droht Frank das Aus beim Europa-League-Sieger.
«Wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst, kämpfst du», sagte der 52-Jährige. «Das ist es, was ich tue. Ich bin voller Energie, ich kämpfe.» Es gehe nicht um ihn. «Wir müssen Fußballspiele gewinnen, und wir müssen Fußballspiele gemeinsam gewinnen, darum geht es», sagte Frank.
Fauxpas mit Kaffeebecher
Der Coach hat bei einigen Fans der Spurs auch abseits des sportlichen Abschneidens einen schweren Stand. Weil er vor dem verlorenen Spiel beim AFC Bournemouth am 7. Januar einen Kaffee aus einem Becher mit dem Logo des verhassten Stadtrivalen FC Arsenal getrunken hatte, hagelte es in den sozialen Medien Kritik.
«Ich habe es definitiv nicht bemerkt. Es wäre total dumm von mir, den Becher zu nehmen, wenn ich es gewusst hätte», sagte Frank dazu. «Es ist schon etwas traurig im Fußball, dass man mich danach fragen muss. Ich würde niemals so etwas Dummes tun.» Der Becher war Frank in Bournemouth von einem Mitarbeiter der Gastgeber gereicht worden.
Vor dem vorletzten Spieltag der Ligaphase in der Königsklasse haben sowohl der BVB als auch Tottenham elf Punkte. Beide wollen noch den direkten Achtelfinaleinzug schaffen und den Umweg über die Playoffs vermeiden.