Gladbach leiht Leverkusen-Stürmer Sarco aus

Gladbach leiht Leverkusen-Stürmer Sarco aus

Leverkusen (dpa) – Bayer Leverkusen leiht den argentinischen Stürmer Alejo Sarco bis zum Ende dieser Saison an den Bundesliga-Rivalen Borussia Mönchengladbach aus. Das gaben beide Clubs kurz vor dem Leverkusener Champions-League-Spiel bei Olympiakos Piräus bekannt.

Der 20 Jahre alte Sarco nahm für sein Land im vergangenen September und Oktober an der U20-Weltmeisterschaft teil. Auch deshalb kam er in dieser Saison bislang nur auf drei Bundesliga-Einsätze für Bayer 04.

«Alejo ist ein talentierter, robuster und schneller Angreifer mit gutem Torriecher, der die direkten Duelle sucht und einen starken linken Fuß besitzt», sagte Gladbachs Sportchef Rouven Schröder.

«Wir wertschätzen Alejos Fähigkeiten sehr. Aktuell geht es für ihn darum, Spielpraxis zu bekommen, um sein großes Potenzial weiterzuentwickeln. In Mönchengladbach ist das auf Bundesliga-Niveau möglich», sagte Simon Rolfes, Geschäftsführer bei Bayer 04.

Kompany warnt: Saint-Gilloise kennt die «Underdog-Rolle»

Kompany warnt: Saint-Gilloise kennt die «Underdog-Rolle»

München (dpa) – Vincent Kompany hat eine ganz eigene Geschichte mit Royale Union Saint-Gilloise. Als Trainer von Belgiens Rekordmeister RSC Anderlecht verlor er in seiner Heimat vier von fünf Partien gegen den aktuellen belgischen Fußball-Champion. Nun kommt es am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) in der Champions League zum Wiedersehen – aber unter anderen Vorzeichen. 

«Es waren andere Zeiten, jetzt ist es eine andere Situation», sagte Kompany vor dem Premierenduell des FC Bayern München mit dem Team von Saint-Gilloise. Die Favoritenrolle liegt eindeutig beim deutschen Rekordmeister, der noch dazu daheim möglichst den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale klarmachen möchte. 

«Das ist kein leichter Gegner»

Kompany äußerte großen Respekt für die konstant gute Arbeit, die bei Union geleistet werde. «Und es ist ein Verein, der die Underdog-Rolle kennt», sagte der 39 Jahre alte Belgier: «Das ist kein leichter Gegner. Die machen sehr gute Arbeit und haben super talentierte Spieler.» In der laufenden Saison spielten die Bayern bereits gegen einen Gegner aus Kompanys Heimatland: Gegen Club Brügge gewannen die Münchner dabei in der Allianz Arena im vergangenen Oktober mit 4:0.

Schmitt soll’s richten: Eintracht hofft auf Wende in Baku

Schmitt soll’s richten: Eintracht hofft auf Wende in Baku

Frankfurt/Main (dpa) – Von der Hessenliga gleich auf die Champions-League-Bühne – Dennis Schmitt hat als Interimscoach von Eintracht Frankfurt allerdings keine Zeit, das groß zu genießen. «Es ist ein Traum so ein Spiel begleiten dürfen, ich habe da riesig Bock drauf. Wir werden da viel positive Energie mit rein geben», sagte der 32-Jährige. Vor lauter Trainingsarbeit kam der bisherige U21-Trainer des Bundesligisten eine halbe Stunde zu spät zu seiner ersten Pressekonferenz vor dem Abflug nach Baku.

Schmitt gab sich überaus optimistisch, dass seine ersten Trainingseinheiten fruchten. «Weil wir morgen eine Riesen-Riesen-Chance haben, uns ein Endspiel nächste Woche zu Hause zu erarbeiten. Und da brennen die Jungs drauf», sagte der gebürtige Aschaffenburger vor der Partie am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) bei Karabach Agdam in Aserbaidschan. 

Nach bisher nur vier Punkten aus sechs Spielen muss die Eintracht unbedingt auswärts und die letzte Partie der Ligaphase gegen Tottenham Hotspur am 28. Januar gewinnen, um noch eine Chance aufs Weiterkommen zu haben.

Rose als möglicher Toppmöller-Nachfolger

Währenddessen läuft in Frankfurt im Hintergrund weiter die Suche nach einem Nachfolger von Dino Toppmöller, von dem sich die Hessen am Sonntag getrennt hatten. Immer mehr in den Fokus gerät dabei Marco Rose. Der frühere Bundesliga-Trainer von Mönchengladbach, Dortmund und Leipzig müsste allerdings seinen Vertrag bei RB (bis Saisonende) auflösen – das heißt: Leipzig würde für den 49-Jährigen, der vergangenen März gehen musste, eine Ablöse verlangen. Die könnte bei etwa einer Million Euro liegen.

Schmitt gilt nur als Übergangslösung. «Er ist ein sehr talentierter Trainer», lobte Markus Krösche den gebürtigen Aschaffenburger. «Alle sind in der Pflicht», sagte der Sportvorstand nach turbulenten Tagen am Main und macht klar, dass er gerade die Spieler meint: «Sie wissen, um was es geht.»

Die Frankfurter setzen in der so wichtigen Woche – am Samstag geht es in der Bundesliga gegen die TSG 1899 Hoffenheim – auch auf Alexander Meier. Die Club-Legende ist ebenso wie Jan Fießer Schmitts Assistent. 

Meier mit guten Erinnerungen

Der frühere Torjäger soll auch so etwas wie ein Glücksbringer für den Tabellen-30. der Königsklasse sein: Meier erzielte 2013 in den Play-offs der Europa League beide Tore zum 2:0 bei Karabach Agdam und einen Treffer beim 2:1 im Rückspiel, als die Frankfurter in die Gruppenphase einzogen.

Die zuletzt vor allem in der Defensive schwächelnden Frankfurter haben vor der Königsklassen-Partie kaum Optionen in der Offensive: Die Winter-Neuzugänge Arnaud Kalimuendo und Ayoube Amaimouni-Echghouyab kann Schmitt nicht einsetzen, da sie erst bei einem Weiterkommen international spielberechtigt wären. Das gilt auch für den ohnehin verletzten Younes Ebnoutalib. Die Angreifer Jonathan Burkardt und Michy Batshuayi fehlen wegen ihrer langwierigen Blessuren weiterhin.

Nach nur einem Sieg in den letzten neun Pflichtspielen (1:0 gegen Augsburg) und einem turbulenten Wochenende sieht Schmitt im Training schon «große Fortschritte» und «viel Qualität» bei den Eintracht-Profis: «Sie haben gelächelt, sie haben Überzeugung gezeigt.» 

«Ein bisschen zu verkopft»

Kapitän Robin Koch, der wie viele Stammspieler zuletzt in einem Formtief steckte, erklärte: «Natürlich wird sich von heute auf morgen nicht alles um 180 Grad drehen. Für uns gilt’s nach vorn zu schauen, wir haben nicht viel Zeit nachzudenken.» Einen Blick warf der Nationalspieler dann doch noch zurück, als er sich bei der Pressekonferenz im Namen der Mannschaft bei Toppmöller bedankte, aber auch sagte: «Ein bisschen zu verkopft» sei die Eintracht zuletzt unterwegs gewesen. «Auf dem Platz hat es sich so angefühlt, dass wir zu viel alleine unterwegs sind und zu wenig als Team.»

Eintracht in Baku mit «Riesen-Riesen-Chance»

Eintracht in Baku mit «Riesen-Riesen-Chance»

Frankfurt/Main (dpa) – Interimscoach Dennis Schmitt will bei seinem Debüt ausgerechnet in der Champions League für die Wende bei Eintracht Frankfurt sorgen. Der 32-Jährige gab sich bei seiner ersten Pressekonferenz überaus optimistisch, dass seine ersten Trainingseinheiten fruchten. «Weil wir morgen eine Riesen-Riesen-Chance haben, uns ein Endspiel nächste Woche zu Hause zu erarbeiten. Und da brennen die Jungs drauf», sagte der 32-Jährige vor der Partie am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) bei Karabach Agdam in Aserbaidschan. 

Nach bisher nur vier Punkten aus sechs Spielen muss der Bundesligist unbedingt die Partie in Baku und die letzte der Ligaphase gegen Tottenham Hotspur am 28. Januar gewinnen, um noch eine Chance aufs Weiterkommen zu haben. 

«Ich sehr, sehr zufrieden mit den ersten beiden Tagen. Wir fahren mit einem guten Gefühl, wir haben bislang einen großen Schritt nach vorn gemacht», sagte Schmitt. Nach der Trennung von Chefcoach Dino Toppmöller am Sonntag gilt der U21-Trainer nur als Übergangslösung bei der Eintracht, die wegen der UEFA-Sanktionen auf eigene Fans in Baku verzichten muss. Unterstützt wird Schmitt unter anderem von Club-Legende und Ex-Torjäger Alexander Meier.

Kaum noch Stürmer 

Die zuletzt vor allem in der Defensive schwächelnden Frankfurter haben vor der Königsklassen-Partie nur wenige Optionen in der Offensive: Die Winter-Neuzugänge Arnaud Kalimuendo und Ayoube Amaimouni-Echghouyab kann Schmitt nicht einsetzen, da sie erst bei einem Weiterkommen international spielberechtigt wären. Das gilt auch für den derzeit ohnehin verletzten Younes Ebnoutalib. Die Angreifer Jonathan Burkardt und Michy Batshuayi fehlen wegen ihrer langwierigen Blessuren weiterhin.

Kompanys Musiala-Plan und die Lust auf «positive Probleme»

Kompanys Musiala-Plan und die Lust auf «positive Probleme»

München (dpa) – Das Dauergrinsen vom Kurz-Comeback in Leipzig hatte Jamal Musiala auch beim Abschlusstraining vor seiner Champions-League-Rückkehr im Gesicht. Der Fußball-Nationalspieler ist nach fast 200 Tagen Leidenszeit «dankbar für jede Sekunde», die er nach seinem komplizierten Beinbruch wieder auf dem Platz stehen darf. Die nächsten Einsatzminuten sollen am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) gegen Royal Union Saint-Gilloise dazukommen. 

«Es gibt einen Plan, aber wir sind auch flexibel. Sind es zehn Minuten? 20 Minuten? Hat er Schmerzen?», sagte Kompany nach dem Abschlusstraining und betonte: «Wir werden das ganz ruhig angehen.»

Musiala möchte gegen Belgiens Meister möglichst dazu beitragen, dass die torhungrigen Münchner mit dem sechsten Sieg im siebten Spiel der Ligaphase international das erste Etappenziel erreichen. «Wir wollen die Punkte machen, die hoffentlich reichen fürs Achtelfinale», sagte Sportvorstand Max Eberl.

Pyro-Strafe: Keine Fans in der Südkurve

Ein fixer Platz in den Top 8 ist das Ziel in der Allianz Arena, in der Musiala bei seiner Rückkehr allerdings eine ungewöhnliche Atmosphäre erleben wird. Wegen einer Pyro-Strafe der UEFA wird der komplette Unterrang der Südkurve leer sein. Über 9.000 Bayern-Anhänger werden fehlen. «Das ist schade», sagte Nationalspieler Aleksandar Pavlovic zur Stimmungseinbuße. 

Musiala dürfte den Abend trotzdem genießen. Beim 5:1 in Leipzig kam sein Moment in der 87. Minute. Der Offensivkünstler betrat den Platz – und die kurze Einsatzzeit genügte Bayerns Zehner noch, um am letzten Tor von Michael Olise beteiligt zu sein. «Super geil», schwärmte Kapitän Manuel Neuer danach: «Ich weiß, was dahintersteckt, gerade wenn man eine lange Verletzung hatte. Was alles dazu gehört, mental und auch an physischer Arbeit.» 

«Trauma für gesamte Mannschaft» 

Kompany erinnerte danach noch einmal an die Dramatik des 5. Juli 2025, als sich Musiala bei der Club-WM in den USA gegen Paris Saint-Germain so schwer am linken Bein verletzte. «Es war eine bittere Geschichte, ein Trauma für die gesamte Mannschaft. Der Junge hat lange gekämpft», sagte der Coach.

Der Kampf ist auch noch nicht endgültig gewonnen. Eberl skizzierte den Plan mit Musiala: «Im Januar Spaß haben, Minuten sammeln, Fitness sammeln, um dann in der wichtigen Phase da zu sein.» Im März, April und Mai, wenn die national übermächtigen Bayern mit einem starken Musiala auch in Europa ganz oben stehen wollen. «Die Hoffnung ist groß, dass es bis ins Finale geht», sagte der ehemalige Bayern-Trainer und Bayern-Profi Jürgen Klinsmann.

Robben: «Lasst dem Jungen Zeit»

Beim Legends Cup in München war am Wochenende auch Musiala ein großes Thema unter den Fußballstars früherer Zeiten. «Lasst dem Jungen Zeit. Es war eine schwere Verletzung», bat Arjen Robben. Bayerns Wembley-Held vom gewonnenen Champions-League-Finale 2013 musste in seiner Karriere etliche Verletzungen überstehen: «Hart arbeiten war immer mein Motto und noch stärker zurückzukommen nach der Verletzung.»

Dieses Ziel trieb auch Musiala in den vergangenen Monaten an. Mats Hummels, einst Musialas Teamkollege in der Nationalelf, sieht optimale Voraussetzungen. «Jamal kommt in eine super funktionierende Mannschaft, da wird er keine Probleme haben, wieder reinzufinden», sagte der 37-Jährige. 

Nicht nur die Bayern, auch Bundestrainer Julian Nagelsmann hofft im WM-Jahr auf einen Musiala in Bestform. «Er ist einer der wenigen Unterschiedsspieler auf höchstem Niveau, die wir in Deutschland haben», sagte Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus: «Nicht nur der FC Bayern freut sich, dass er zurück ist.» 

Lahm: Das wird jetzt interessant

Mit Musiala und dem ebenfalls zurückgekehrten Alphonso Davies erhöht sich zugleich der Konkurrenzkampf. «Das wird jetzt interessant, auch für Vincent Kompany, wie er sie integriert», meinte Ex-Bayern-Kapitän Philipp Lahm. 

Wie reagiert der Bayern-Trainer? Er freut sich auf den Luxus, nun auf Sicht in der Offensive aus einem hochkarätigen Kreis mit Harry Kane, Olise, Luis Díaz, Serge Gnabry, Lennart Karl, Nicholas Jackson und Musiala auswählen zu können: «Wenn Jamal wieder auf seinem Niveau ist, dann hoffe ich, dass wir ein positives Problem haben in Zukunft. Ich habe von Anfang an gesagt, ich will diese Situation genießen, ich möchte es haben – so schnell wie möglich.» 

Vor der K.o-Phase geht es Kompany aber erst einmal darum, nach dem 4:0 gegen Club Brügge auch den zweiten Gegner aus seiner Heimat zu schlagen. Der 1897 gegründete Verein Royale Union Saint-Gilloise erlebt seit einigen Jahren eine Renaissance. Vorläufige Krönung: der zwölfte Meistertitel 2025.

Übrigens: Als Kompany in seiner Heimat Belgien Trainer des RSC Anderlecht war, verlor er vier von fünf Partien gegen den Brüsseler Lokalrivalen Saint-Gilloise. «Das waren andere Zeiten», meinte Kompany. Beim Wiedersehen mit «dem Underdog» tritt er ja mit Bayerns Starensemble um Musiala an.

Berichte: Schalke 04 mit Edin Dzeko einig

Berichte: Schalke 04 mit Edin Dzeko einig

Gelsenkirchen (dpa) – Alt-Star Edin Dzeko soll laut übereinstimmenden Medienberichten dem Fußball-Zweitligisten FC Schalke 04 zugesagt haben. Nach einer demnach grundsätzlichen Einigung mit dem 39 Jahre alten Stürmer muss sich der Revierclub nun aber noch mit der AC Florenz über einen Wechsel einigen. Unmittelbar bevor steht ein möglicher Transfer damit noch nicht. Schalke kommentierte die Personalie auf Anfrage nicht. 

Der frühere Bundesliga-Torschützenkönig, der mit dem VfL Wolfsburg 2009 deutscher Meister geworden war, hat in Florenz noch einen Vertrag bis zum Saisonende. In der Serie A kommt Dzeko, der im März 40 Jahre alt wird, nur noch sporadisch zum Einsatz. Bei 236 Einsatzminuten blieb der Bosnier dabei in Italiens Topliga noch torlos. 

Dzeko und Schalke-Coach Muslic stammen beide aus Bosnien

Auch Schalkes bosnisch-stämmiger Chefcoach Miron Muslic wollte sich nach dem 0:0 des Tabellenführers der zweiten Liga bei Hertha BSC zuletzt nicht zu einem möglichen Transfer äußern. «Ich kommentiere keine Gerüchte. Das habe ich in den letzten sieben Monaten nicht gemacht. Das werde ich heute auch nicht machen», sagte Muslic, der mit seiner Familie als Kind aus Bosnien-Herzegowina vor dem Krieg nach Österreich geflohen war. 

Dzeko war nach seiner Zeit in Wolfsburg bis 2010 bei Manchester City, der AS Rom, Inter Mailand und Fenerbahce Istanbul aktiv, ehe er im vergangenen Sommer nach Florenz gewechselt war.

Torhüter Heekeren geht, Müller kommt

Derweil verkündeten die Schalker noch einen Abgang und einen Ersatz dafür. Torhüter Justin Heekeren wechselt zu RSC Anderlecht. Der Vertrag des 25-Jährigen wäre im Sommer ausgelaufen. Heekeren war 2022 aus Oberhausen nach Gelsenkirchen gekommen und seitdem in der zweiten Liga 31 Mal für die Königsblauen zum Einsatz gekommen. 2024 war der Keeper bereits nach Belgien zum dortigen Zweitligisten Patro Eisden Maasmechelen verliehen. Für Heekeren kommt nun Kevin Müller vom 1. FC Heidenheim. Der 34-Jährige wird bis zum 30. Juni 2026 ausgeliehen.

Machtkampf um Profistrukturen im Frauenfußball geht weiter

Machtkampf um Profistrukturen im Frauenfußball geht weiter

Frankfurt/Main (dpa) – Der Knall im Dezember war gewaltig, das gegenseitige Vertrauen schwer zerrüttet. Nach dem öffentlich eskalierten Streit zwischen Clubs und Deutschem Fußball-Bund (DFB) um die Professionalisierung des Frauenfußballs kehren beide Seiten am Montag in Frankfurt zurück an den Verhandlungstisch. Im Ringen um Macht und Millionen soll doch noch ein gemeinsames Joint Venture entstehen. 

Der Deutschen Presse-Agentur liegen Entwürfe vor, die veranschaulichen, wie die Zukunft der Bundesliga-Fußballerinnen ausschauen könnte. Oder zu platzen droht, falls die Einigung ausbleibt. Die wichtigsten Fragen vorab:

Wer sitzt am Verhandlungstisch?

Der im Dezember gegründete Ligaverband – er vertritt die Interessen der 14 Erstligisten – schickt eine neunköpfige Gruppe. Neben den bisher aus dem Männerfußball prominenten Chefverhandlern um Axel Hellmann (Vorstandsprecher Eintracht Frankfurt), Jan-Christian Dreesen (Vorstandschef FC Bayern München), Oliver Leki (Finanzvorstand SC Freiburg) und Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry zählen auch Katharina Kiel (Eintracht Frankfurt), Florian Zeutschler (SGS Essen) und Veronica Saß (FC Bayern) dazu. 

Kiel als Präsidentin, Saß (1. Vizepräsidentin) und Zeutschler (2. Vizepräsident) bilden die Spitze des Ligaverbandes. Zwei weitere Club-Vertreter runden das Aufgebot ab. Für den DFB verhandeln federführend Generalsekretär Holger Blask und Schatzmeister Stephan Grunwald.

Was steckt hinter der Idee des Joint Ventures?

Einigen sich DFB und Ligaverband trotz verfahrener Lage, entstünde als Joint Venture die Frauen-Bundesliga GmbH, kurz: FBL GmbH. Die wäre schon vom 1. Juli an dafür verantwortlich, Kernthemen der Liga wie Vermarktung oder Nachwuchsförderung kräftig anzukurbeln. In der FBL GmbH hätten Ligaverband und DFB je drei Sitze, eine zentrale Aufgabe des Sechser-Gremiums wäre es, die Geschäftsführung zu berufen. 

Finanzier ist der DFB: Knapp über 100 Millionen Euro sagte der Verband für die nächsten acht Jahre zu. Etwa die Hälfte flösse direkt an die Clubs, die andere in das Gemeinschaftsunternehmen. Weitere rund 25 Millionen Euro über denselben Zeitraum soll die 2. Liga erhalten, die der DFB in vier bis fünf Jahren in die FBL integrieren will.

Worüber wird gestritten?

Vor allem ist offen, wer in der angedachten Partnerschaft was zu bestimmen hat. Nach dpa-Informationen geht es um eine Liste von 20 Punkten und die Frage, bei welchen der DFB mitbestimmt und bei welchen die Liga praktisch durchregieren dürfte. Beim Verband herrscht die Meinung vor, dass es angesichts der 100-prozentigen Joint-Venture-Finanzierung nur logisch sei, auf Mitspracherechte zu bestehen.

Club-Verantwortliche argumentieren, insbesondere die Vereine müssten die konkreten Maßnahmen vor Ort finanzieren – und gehen für die gesamte Liga von Ausgaben über mehrere hundert Millionen Euro aus. «Wenn die Vereine so viel investieren, dann ist es auch klar, dass sie am Ende die Stimmenmehrheit haben sollten. Das ist einer der ausschlaggebenden Punkte in den Verhandlungen mit dem DFB», sagt etwa Jennifer Zietz, Geschäftsführerin von Union Berlin. 

Auch inhaltlich ist trotz detailreicher Professionalisierungspläne längst nicht alles ausverhandelt. Nicht umsonst wird so hart um die Macht gerungen. Die große DFB-Sorge: Ohne Vetorecht könnten die neuen Standards wieder geschliffen werden.

Was ist beim Mindestgrundgehalt geplant?

Nahezu unstrittig: Kommt das Joint Venture, wird ein Mindestgrundgehalt von 3.000 Euro (brutto) eingeführt. Die Maßnahme sei «ein entscheidender Schritt hin zum Berufsbild ‚Profifußballerin’», heißt es in dem – auch Zweitligisten vorliegenden – Entwurf für die dann neu zu erfüllenden Richtlinien des Bundesliga-Lizenzierungsverfahrens. Aktuell verdient eine Bundesliga-Fußballerin durchschnittlich zwar rund 4.500 Euro, einige Spielerinnen liegen aber noch deutlich darunter.

Wie würde sich der Trainer- und Betreuerstab verändern?

Profibedingungen, sprich Vollzeitstellen, müssten die Clubs schrittweise auch für Co- und Torwarttrainerinnen sowie Spielanalysten und Sportpsychologen schaffen. Die Betreuung durch Ärztinnen und Physiotherapeuten soll den Plänen zufolge ebenso ausgebaut werden wie der Club-Apparat insgesamt. Jeder Erstligist bräuchte jeweils in Vollzeit einen Sportlichen Leiter, Teammanager, Social-Media-Manager und «Fan-Gewinnungs»-Manager. Auch müssten Ernährungsberater und Scouts angemeldet werden.

Welche Vorgaben gäbe es bei der Stadioninfrastruktur?

Die Anforderungen an ein bundesligataugliches Stadion würden gewaltig steigen, statt 2.000 wären künftig über 5.000 Plätze nötig – davon mindestens 300 Sitzplätze, wovon die Hälfte überdacht sein müsste. Es sollen aber Übergangsfristen und Ausnahmeregelungen gelten, zumindest bis zur Saison 2031/32. Ab dann wäre für jeden Bundesligisten ein Fassungsvermögen von über 5.000 unumgänglich (bei mindestens 2.000 Sitzplätzen). Drainage und Rasenheizung, möglichst klimafreundlich, würden zur Saison 2027/28 Pflicht, Aufsteiger müssten gegebenenfalls Ausweichstadien benennen.

Wie soll die Nachwuchsarbeit besser werden?

«Wir müssen schauen, dass wir diese Talentförderung auf das nächste Level heben», hatte Bundestrainer Christian Wück nach dem verlorenen EM-Halbfinale gegen Spanien gefordert, «der Verband plus die Vereine». Ihn dürfte also freuen, dass die Bundesligisten von der kommenden Saison an sogenannte DFB-Talentförderzentren für Juniorinnen führen müssen. Zur Spielzeit 2027/2028 dann sogar Leistungszentren mit strengeren Vorgaben für Personal oder Infrastruktur. Für Aufsteiger gilt in beiden Fällen eine Schonfrist von einem Jahr. Erst mal aber muss sich die FBL GmbH gründen – sonst könnten viele Vorgaben mangels Finanzierung auf der Strecke bleiben.

Girona-Wechsel steht bevor: Flick verabschiedet ter Stegen

Girona-Wechsel steht bevor: Flick verabschiedet ter Stegen

Barcelona (dpa) – Der Wechsel von Fußball-Nationaltorwart Marc-André ter Stegen vom FC Barcelona zum FC Girona ist offenbar perfekt. Barças deutscher Trainer Hansi Flick bestätigte am Dienstagabend bei seiner Pressekonferenz zum Champions-League-Spiel bei Slavia Prag: «Heute Morgen hat Marc uns gesagt, dass er nach Girona gehen wird.»

Mit dem Transfer vom spanischen Meister zum Tabellenzehnten der spanischen Liga hofft der lange verletzte Ex-Gladbacher auf mehr Spielpraxis, um bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada als Nummer eins im Tor der deutschen Nationalmannschaft stehen zu können.

Flick drückt ter Stegen für WM die Daumen: «Er hat gute Chancen»

«Marc ist ein fantastischer Torwart. Wir haben uns für die Zukunft anders entschieden und ich denke, es war die richtige Entscheidung. Aber ich wünsche ihm alles Gute», sagte der frühere Bundestrainer Flick. «Vielleicht sehen wir ihn im deutschen Nationalteam bei der WM. Die Daumen sind gedrückt dafür. Ich denke, er hat gute Chancen.»

Der 33 Jahre alte ter Stegen soll zunächst auf Leihbasis bis Saisonende nach Girona wechseln. Seit 2014 steht er in Barcelona unter Vertrag und war dort lange Zeit Stammtorwart und sogar Kapitän. Nach einer Rückenoperation stand er aber erst im Dezember beim Pokalspiel gegen den Drittligisten CD Guadalajara zum ersten Mal seit rund sieben Monaten wieder im Barça-Tor. Flick stellte danach klar, dass der im Sommer für 25 Millionen Euro verpflichtete Joan Garcia die Nummer eins im Tor bleibt.