von | 08.03.2026 | DPA
Köln (dpa) – Bei Borussia Dortmund versuchen sie alles, um die Spannung irgendwie hochzuhalten. Wie schwierig das bei elf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Bayern München und angesichts des vorzeitigen Scheiterns in der Champions League und im DFB-Pokal ist, wurde beim 2:1-Zittersieg beim eine Halbzeit lang in Unterzahl spielenden 1. FC Köln allzu deutlich. «Wir werden das sicherlich aufarbeiten müssen», schimpfte Trainer Niko Kovac. «Das kann nicht unser Anspruch sein.»
Kovac ist kein Trainer, der öffentlich hart mit seinen Spielern ins Gericht geht. Im extrem kritischen BVB-Umfeld stellte sich der 54-Jährige in den vergangenen Monaten nach Rückschlägen immer wieder vor seine Mannschaft und versuchte, aufkommende Kritik als unsachlich zurückzuweisen. Am Samstagabend aber hatte auch er genug. Zusammen mit Sportdirektor Sebastian Kehl faltete er seine Spieler noch in der Kabine zusammen.
Kabinen-Standpauke für die BVB-Profis
«Wir haben sehr intensiv diskutiert mit der Mannschaft», berichtete Kehl. Gegen zehn abstiegsbedrohte Kölner hätte der BVB eine 2:0-Führung beinahe noch verspielt. Nach dem späten Anschlusstreffer von Jakub Kaminski (88. Minute) übersah Schiedsrichter Daniel Siebert in der Nachspielzeit ein klares Handspiel von Dortmunds Yan Couto. Auch der Videoschiedsrichter griff nicht ein, was zu wütenden Reaktionen des FC führte.
«Ich kann die Reaktionen durchaus verstehen», bekannte Sportchef Lars Ricken bei Sky und Kehl meinte: «Ich kann nicht verhehlen, dass wir uns auch aufgeregt hätten.» Viel hätte nicht gefehlt, und der Vorsprung von aktuell acht Zählern auf Rang fünf wäre geschmolzen. Die Nicht-Qualifikation für die Champions League wäre für den börsennotierten Club eine finanzielle Katastrophe. Durch das nicht eingeplante Scheitern in den Achtelfinal-Playoffs steuern die Dortmunder bereits auf einen Fehlbetrag im laufenden Geschäftsjahr in Höhe von bis zu 22 Millionen Euro zu.
Kovac konnte sich zuletzt immer auf die deutlich stabilere Bundesligasaison im Vergleich zum Vorjahr berufen, als er den taumelnden Revierriesen nach seiner Amtsübernahme im Februar 2025 noch irgendwie in die Champions League gehievt hatte. Das Scheitern dort bei Atalanta Bergamo veränderte aber auch seine Position. In der Geschäftsführung herrscht trotz der guten Bundesliga-Saison mit nur zwei Niederlagen bislang – beide gegen den FC Bayern – Frust.
Ricken-Ankündigung weckt Erinnerungen
«Eine ausführliche und intensive Analyse folgt nach dem letzten Spieltag», kündigte Sportchef Ricken in der vergangenen Wochen in einem Interview der Funke-Mediengruppe an. Damit weckte er Erinnerungen an die Saison-Nachlese 2022, als der damalige Trainer Marco Rose trotz Platz zwei in der Liga für viele überraschend gehen musste. Auch damals war der BVB unter ihm in der Champions League und im DFB-Pokal zu früh gescheitert.
Auch Sportdirektor Kehl wird unangenehme Fragen beantworten müssen. Der finanzielle Aufwand und der Ertrag der Sommer-Zugänge im vergangenen Jahr für immerhin rund 100 Millionen Euro steht in keinem Verhältnis. Zuletzt gab es zudem Berichte, dass auch die Verlängerung von Rickens 2027 auslaufenden Vertrag kein Selbstläufer wird. Angesprochen darauf reagierte der frühere BVB-Kapitän am Samstagabend kurz angebunden. Das sei jetzt kein Thema, «wir sind jetzt im Arbeitsmodus.»
Brandt-Aus nach sieben Jahren
Die Kader-Umgestaltung ist im vollen Gange. Dies bekam als Erster der langjährige Dortmunder Profi Julian Brandt zu spüren. Dessen auslaufender Vertrag wird – durchaus etwas überraschend – nicht verlängert. «Das kann eine Chance sein für beide», befand Kehl dazu.
Die größte Herausforderung bleibt aber der Kampf gegen die Gleichgültigkeit in den letzten neun Saisonspielen. «Das ist die Hauptaufgabe auch aller Verantwortlichen, genau das nicht zuzulassen», gestand Kehl unter dem Eindruck des Zittersieges in Köln.
von | 08.03.2026 | DPA
München (dpa) – Für Manuel Neuer begann der Monat, in dem er 40 wird, mit großem Frust. Der Bayern-Kapitän fällt nach dem dritten Muskelfaserriss seit Mitte Dezember ein weiteres Mal aus. Kein Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag in der Champions League bei Atalanta Bergamo. Und ziemlich sicher auch kein Rückspiel eine Woche später in der Allianz Arena. Und womöglich sogar gar kein Neuer-Einsatz mehr vor der Länderspielpause und seinem runden Geburtstag am 27. März.
«Dass Manuel nicht glücklich ist, das kann ich mir vorstellen», sagte Sportvorstand Max Eberl schon vor der Diagnose des erneuten Faserrisses in der Wade, die am Tag nach dem 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach kam. «Er wird 40 im März. Und deswegen sind wir froh, dass wir mit Jonas (Urbig) und mit Ulle (Sven Ulreich) so gute Torhüter dahinter haben, dass du in der Halbzeit wechseln kannst und nichts verändert sich im Spiel», sagte Eberl.
Wie im Vorjahr: Achtelfinale mit Urbig im Tor
Wie beim 3:0 in Bremen im Februar musste Vertreter Jonas Urbig auch gegen Gladbach zur Pause einspringen. Und wie im Vorjahr ist der Neuer-Ersatz auch in dieser Saison im Achtelfinale von Europas Fußball-Königsklasse gefordert. 2025 musste Neuer im Hinspiel gegen Leverkusen nach knapp einer Stunde raus; übrigens auch mit einem Muskelfaserriss. Urbig präsentierte sich danach beim 3:0 und im Rückspiel in Leverkusen (2:0) als sicherer Rückhalt.
«Ich hatte jetzt erstmal nur das Spiel gegen Gladbach im Kopf. Ich habe mich noch gar nicht mit Bergamo befasst», sagte Urbig vor dem persönlich nächsten Champions-League-Nervenkitzel. Der 22-Jährige, der im Winter 2025 vom damaligen Zweitligisten 1. FC Köln nach München kam, wirbt durch die reichlichen Einsätze im Tor für eine tragende Rolle in der Ära nach Neuer.
Das ist der Zeitplan für die Neuer-Zukunft
Der offizielle Zeitplan ist, dass der FC Bayern und Neuer nach dessen 40. Geburtstag eine Entscheidung über die Zukunft treffen wollen. Man werde «in aller Gelassenheit» miteinander sprechen, sagte Vorstandschef Jan-Christian Dreesen dieser Tage, und schauen, «was rauskommt».
Neben dem fortgeschrittenen Alter werden die wiederholten Blessuren das Kalkül beeinflussen. Nach seinen wiederholten Absagen für ein DFB-Comeback im WM-Jahr sind Neuer die Spiele auf Europas Top-Bühne besonders wichtig. In einem möglichen Viertelfinale gegen Real Madrid oder Manchester City möchte der Weltmeister von 2014 unbedingt im Tor stehen. Aber erstmal muss das Team mit Stellvertreter Urbig den BVB-Schrecken Atalanta meistern.
Während Neuer am Montag nicht als Edelfan mit nach Norditalien fliegen dürfte, soll Torjäger Harry Kane nach seiner Wadenprellung wieder an Bord sein. Der Engländer wird in Bergamo wieder in der Startelf erwartet. Beim Bundesliga-Klassiker gegen Gladbach freute sich Kane in einer Arena-Loge, dass Jamal Musiala ihn cool als Elfmeter-Torschütze vertreten konnte. Es war Musialas erstes Liga-Tor seit fast einem Jahr. Den ersten Treffer nach der schweren Beinverletzung hatte Musiala im Januar beim Sieg in Eindhoven erzielt.
Das nervt Musiala noch
«Mit solchen Spielen komme ich wieder in den Rhythmus, deshalb bin ich sehr glücklich», sagte Musiala, der sich im vergangenen Sommer bei der Club-WM einen Bruch des Wadenbeins und eine Verrenkung des Sprunggelenks zugezogen hatte. «Es ist ein bisschen nervig, aber ich brauche Geduld, kann jetzt noch nicht auf 100 Prozent gehen», berichtete Musiala.
Bundestrainer Julian Nagelsmann, der Bayerns Offensiv-Ass fest für die Länderspiele Ende März in der Schweiz und gegen Ghana eingeplant hat, dürfte sich nicht nur über den weiteren Formanstieg des Edeltechnikers gefreut haben. Leon Goretzka schien die Interview-Botschaft des Bundestrainers, dass er auf eine wichtige WM-Rolle hoffen kann, zu beflügeln.
Goretzka: «Motivation» statt «Freifahrtschein»
Die Worte von Nagelsmann seien für ihn vielmehr «eine Motivation» und kein «Freifahrtschein» für das Turnier im Sommer, sagte der 31-Jährige, der das Führungstor von Luis Díaz stark vorbereitete. Konrad Laimer und Nicolas Jackson erzielten die weiteren Münchner Tore beim nächsten klaren Sieg.
Angesichts von 92 Toren nach 25 Spieltagen reicht den Münchnern im Saison-Finale pro Partie im Schnitt ein Treffer, um einen uralten Bundesliga-Rekord einzustellen. In der Saison 1971/72 trafen die Bayern 101 Mal ins Schwarz. Über 50 Jahre danach soll die Bestmarke nach oben geschraubt werden.
von | 08.03.2026 | DPA
Wolfsburg (dpa) – Im Kampf gegen die vorherrschende Untergangsstimmung und den ersten Bundesliga-Abstieg überhaupt setzt der VfL Wolfsburg auf eine Club-Legende aus der erfolgreichen Vergangenheit. Dieter Hecking tritt bei den taumelnden Niedersachsen die Nachfolge von Trainer Daniel Bauer an, von dem sich der Tabellenvorletzte nach dem 1:2 gegen den Hamburger SV getrennt hatte. Neben Bauer stellte der VW-Club auch den schon lange umstrittenen Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen frei.
«Dieter Hecking bringt genau die Erfahrung mit, die wir in der aktuellen Situation brauchen. Er kennt den Verein, das Umfeld und auch die Anforderungen der Bundesliga sehr genau», sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler zur Verpflichtung von Hecking, der nach zehn Jahren nach Wolfsburg zurückkehrt. «Wir sind überzeugt, dass er der Mannschaft mit seiner Ruhe, seiner Expertise und seiner klaren Linie die nötige Stabilität geben wird, um unser gemeinsames Ziel, den Klassenerhalt, zu erreichen.»
Mit den personellen Radikalmaßnahmen holen die Verantwortlichen um den zuletzt zaudernd wirkenden Aufsichtsratsboss Sebastian Rudolph das nach, was eigentlich bereits im Anschluss an das desaströse 0:4 beim VfB Stuttgart eine Woche zuvor erwartet worden war. Doch danach hatte sich Christiansen ein letztes Mal durchsetzen und Bauer noch ein persönliches Endspiel gegen den HSV verschaffen können.
Chaos nach Niederlage gegen den HSV
Doch auch im brisanten Nordduell gelang dem 43 Jahre alten Coach nicht die Wende. Stattdessen herrschten nach Schlusspfiff in der Volkswagen Arena zum Teil chaotische Zustände. Vor der Fankurve des VfL stiegen schwarze Rauchschwaden auf, auf dem Boden lagen brennende Pyrofackeln und Fanutensilien. Und eine Ordnerkette schützte das VfL-Team vor den wütenden Ultras. Es wirkte so, als sei der VW-Club bereits abgestiegen.
Dass es dazu nicht wirklich kommt, soll nun Hecking verhindern. Der 61-Jährige führte die Wolfsburger 2015 zum DFB-Pokalsieg und in die Champions League. Jetzt soll er verhindern, dass die Grün-Weißen mit einem der teuersten Kader der Liga in die Zweitklassigkeit abstürzen.
«Zum VfL Wolfsburg zurückzukehren, bedeutet mir viel. Ich habe hier eine intensive und erfolgreiche Zeit erlebt und weiß, welche Qualität und Energie in diesem Verein steckt», sagte Hecking, der an diesem Montag offiziell vorgestellt werden soll. Über die Vertragslaufzeit machte der Club noch keine Angaben. «Jetzt gilt es, den Fokus voll auf die kommenden Aufgaben zu richten und gemeinsam alle Kräfte zu bündeln, um in der Bundesliga zu bleiben.» Am Samstag geht es für den VfL nach Hoffenheim.
Christiansen schon lange in der Kritik
Dass die Situation in der VW-Stadt so brenzlig ist und der VfL neun Spieltage vor dem Saisonende den vorletzten Tabellenplatz belegt, hat viel mit dem nun freigestellten Geschäftsführer Christiansen zu tun. Der 51 Jahre alte Däne ist für den völlig falsch zusammengestellten Kader verantwortlich und lag zudem in der Trainerfrage zweimal falsch. Der junge Niederländer Paul Simonis war bei seiner ersten Auslandsstation ebenso überfordert wie dessen Nachfolger Bauer, der zuvor erfolgreich die U19 des Clubs trainiert hatte.
Wolfsburgs Aufsichtsratsvorsitzender Rudolph lobte zwar Christiansens Arbeit für die Fußballerinnen des VfL. «Bei den Männern fehlten leider die sportlichen Ergebnisse. Deswegen haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden», sagte Rudolph. Über eine Nachfolge soll zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.
Zunächst übernimmt der erst im Dezember verpflichtete Sportdirektor Schwegler mehr Verantwortung. Auch der im Aufsichtsrat sitzende frühere Torwart Diego Benaglio könnte sich mehr einbringen. Beide waren es auch, die nach der Niederlage gegen den HSV im Dialog mit den frustrierten Fans versuchten, die Wogen zu glätten.
Bauer schafft Wende nicht
Bauer hatte im November des vergangenen Jahres die Nachfolge von Simonis angetreten und war kurz vor Weihnachten zum Cheftrainer befördert worden. Zuletzt gab es in den vergangenen sieben Spielen aber sechs Niederlagen.
«Diese Entscheidung ist uns alles andere als leichtgefallen. Wir haben gehofft, die Wende gemeinsam hinzubekommen. In der Analyse der Gesamtsituation sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir der Mannschaft einen neuen Impuls geben müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen», sagte Schwegler. Bauer verließ am Samstag um 19.14 Uhr die Arena und wusste da wohl schon, dass seine Zeit abgelaufen war.
Hecking dagegen kennt sich seit Jahren mit allen sportlichen Lagen aus. Vor und nach seiner ersten Wolfsburger Zeit trainierte er unter anderem Hannover 96, den 1. FC Nürnberg, Borussia Mönchengladbach und auch den Hamburger SV. Zuletzt musste er am 15. September jedoch beim VfL Bochum gehen, weil es nach dem Bundesliga-Abstieg auch beim Neuaufbau der Mannschaft hakte.
Dass der Neuaufbau in Wolfsburg krachend scheiterte, liegt vor allem an Christiansen. Als der Däne im Sommer 2024 vom FC Kopenhagen nach Wolfsburg kam, versprach er eine neue Club-Identität und Powerfußball. Doch die dafür nötigen Spieler holte er nicht. Die großen Schwachstellen in Angriff und Abwehr wurden auch in diesem Winter nicht behoben.
Radikalmaßnahme wie 2011
Nach dem ersten Trainerwechsel im November war erst einmal nur der Sportdirektor auf der Ebene unter Christiansen ausgetauscht worden: Der Schweizer Schwegler kam für Sebastian Schindzielorz.
Jetzt aber greift der vom Mutterkonzern Volkswagen dominierte Aufsichtsrat beim VfL so stark durch wie seit dem Frühjahr 2011 nicht mehr. Damals verloren der Geschäftsführer Dieter Hoeneß sowie Interimstrainer Pierre Littbarski auf einen Schlag ihre bisherigen Jobs. Für sie kehrte mitten im Abstiegskampf der Wolfsburger Meistertrainer Felix Magath noch einmal zurück.
von | 08.03.2026 | DPA
Stavanger (dpa) – «Super Trainer», skandierten die mitgereisten deutschen Fans im Viking-Stadion von Stavanger nach der Machtdemonstration gegen Norwegen. Doch so super fand Christian Wück das 4:0 (3:0) der deutschen Fußballerinnen gar nicht. «Ich trete als Trainer immer mal so ein bisschen auf die Euphoriebremse», sagte der Chefcoach im ZDF zunächst und führte aus, dass es auch schwächere Phasen in beiden Hälften gegeben habe – um seiner Elf dann doch «ein großes Kompliment» für den fulminanten Start in die WM-Qualifikation zu machen.
Sechs Punkte, 9:0 Tore, natürlich Gruppenerster. «Das haben wir uns alle so gewünscht», sagte DFB-Sportdirektorin Nia Künzer. Nach den überzeugenden Leistungen in den Duellen mit Slowenien (5:0) und Norwegen kann der Verband fast schon für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Brasilien planen. Gegen den punktlosen Gruppenletzten Österreich sollen am 14. April in Nürnberg und am 18. April im Rückspiel in Ried die nächsten Siege folgen.
Wamser: «Gesamtprodukt war dann sehr, sehr gut»
Der Klassiker auf dem ungewohnten Kunstrasen in Norwegen stimmte jedenfalls zuversichtlich. «Wir haben auch mal nicht so viele Chancen gebraucht, um Tore zu machen. Das Gesamtprodukt war dann sehr, sehr gut», sagte Carlotta Wamser, Torschützin zum 2:0.
Neben Wamser (45.+1 Minute) trafen vor 8.500 Zuschauern gegen fehleranfällige Norwegerinnen auch Elisa Senß (18.), Vivien Endemann (45.+4) und Jule Brand (58.). «Man sieht einfach teilweise im Spiel heute auch, dass wir auch gegen größere Mannschaften einfach richtig gut Fußball spielen können», lobte Torhüterin Ann-Katrin Berger, die mit einigen starken Paraden ein Gegentor verhinderte.
Die in der Vergangenheit so oft schon bemängelte Chancenverwertung war auf einmal kein Thema mehr, extrem effizient und geradlinig präsentierte sich die DFB-Elf. «Es ist natürlich immer schön, wenn wir viele Leute haben, die treffen. Wir haben es die Woche jetzt auch echt geübt, immer mit Flanken und Schüssen», erklärte Wamser.
Kett und Endemann überzeugen auf der linken Seite
Die in der offensiven Dreier-Mittelfeldreihe über rechts kommende Leverkusenerin war ein Aktivposten im deutschen Spiel, über links preschten immer wieder Verteidigerin Franziska Kett und die erneut stark aufspielende Vivien Endemann vor. Dass Bayern-Star Klara Bühl auf dem linken Flügel fehlte, blieb dank der Wolfsburgerin eine Randnotiz. Endemanns Bälle in die Lücken der norwegischen Abwehr fanden zuverlässig deutsche Abnehmerinnen.
«Wir konnten unser Passspiel gut aufziehen teilweise und hatten auch ein gutes Einlaufverhalten», lobte Wück. «Wenn ich an das Tor von Jule Brand denke, das 4:0. Das war ein sehr gut gespielter Pass von Vivien und Jule läuft perfekt ein, und genau das trainieren wir im Moment. Das ist das Timing, was wir reinbringen wollen.»
Jella Veit ist die nächste Neue unter Wück
Wie schon gegen Slowenien, als Larissa Mühlhaus (23) von Werder Bremen debütierte, setzte Wück auch gegen Norwegen auf einen Neuling: Frankfurts Jella Veit (20) durfte wenige Minuten nach dem 4:0 in der Innenverteidigung ran. «Wir wollen unseren Pool erweitern mit Spielerinnen, denen wir zutrauen, es international auch gut zu machen», erklärte der Coach.
«Das ist einfach wichtig, weil nicht nur elf Leute spielen, sondern 23 und wenn mal da ein, zwei ausfallen, haben wir dann trotzdem noch welche in Deutschland, die nachziehen können», meinte Berger. Das gelte auch mit Blick auf die WM, wenn das DFB-Team endlich den ersten Titel seit Olympiagold 2016 holen will.
von | 08.03.2026 | DPA
Freiburg (dpa) – Vincenzo Grifo war die Erleichterung anzusehen. Bei seinem Jubel mit weit ausgebreiteten Armen, aber auch später in den Interviews. «Ein schönes Rekord-Tor», sagte der Offensivmann des SC Freiburg nach dem 3:3 (2:2) gegen Bayer Leverkusen in der Fußball-Bundesliga scherzhaft. «Nur so kann der reingehen», kommentierte er seinen kuriosen Treffer zum 1:0.
Grifo schießt sich bei Rekord-Tor selbst an
105 Pflichtspieltreffer hat Grifo für den Sport-Club nun erzielt. In der ewigen Torjägerliste der Badener schloss er damit zu Spitzenreiter Nils Petersen auf. Es war ein krummes Ding am Samstag: Grifo hatte sich den Ball an den eigenen rechten Fuß geschossen, von wo aus er in hohem Bogen ins Netz geflogen war.
Und es war ein Tor mit Vorgeschichte: Elf Pflichtspiele lang hatte der 32-Jährige nicht mehr getroffen. Wieder und wieder war er darauf angesprochen worden. Nun ist ein Haken dran an dem Thema, wie auch SC-Trainer Julian Schuster erleichtert feststellte. «Es freut mich wahnsinnig für ihn», sagte Kapitän Christian Günter. Grifo habe «viel getan für diesen Verein», sei ein «toller Typ, und ein ganz, ganz toller Teamplayer. Wenn ich es einem gönne, dann ihm.»
Treffen mit Löw – und Frotzeleien mit Petersen
Warme Worte hatte es für Grifo auch schon vor dem Spiel gegeben. Kürzlich habe er den früheren SC-Profi und Ex-Bundestrainer Joachim Löw in der Stadt getroffen, berichtete er. «Er hat mir gesagt, dass er unglaublich stolz auf mich ist», sagte der neunmalige italienische Nationalspieler. Löw habe ihm mit Blick auf seine Statistik gesagt, dass ihm das erst mal einer nachmachen müsse und er das verdient habe. «Diese tollen Worte habe ich mir zu Herzen genommen.»
Auch bei Petersen war der Rekord erst unlängst ein Thema. In einem Podcast hatte er etwas gefrotzelt. Grifo nahm’s sportlich – und schlug nun zurück. «Dem Nils hat es sicher nicht geschmeckt, aber so ist es halt», sagte er schmunzelnd über seinen früheren Teamkollegen: «“Catch me if you can“ habe ich nur gehört. Jetzt habe ich ihn – und er muss damit leben, dass etwas zurückkommt.»
von | 08.03.2026 | DPA
Köln (dpa) – Borussia Dortmunds Trainer Niko Kovac hat seinen Spielern trotz des 2:1-Sieges beim 1. FC Köln mit Konsequenzen für eine zu lasche Einstellung gedroht. Laut Sportchef Sebastian Kehl kam es nach dem Spiel noch in der Kabine zu einer Standpauke. «Wir haben sehr intensiv diskutiert mit der Mannschaft. Da gab es gerade auch ein paar kritische Töne», sagte Kehl nach dem knappen Sieg in der Fußball-Bundesliga gegen die abstiegsbedrohten Kölner, die eine Halbzeit in Unterzahl spielten.
«Das werden wir sicherlich aufarbeiten müssen», kündigte Kovac mit leicht heiserer Stimme an. Der Tabellenzweite war trotz einer 2:0-Führung und nach einer Roten Karte gegen Kölns Jahmai Simpson-Pusey (45.+2) in der Schlussphase noch arg unter Druck geraten. «Ich kann nicht zufrieden sein. Denn wir haben in der letzten Wochen gegen Bayern München ein richtig gutes Spiel gemacht. Und ich erwarte von meinen Spielern, dass sie gegen egal welchen Gegner auf demselben Niveau sind», schimpfte Kovac.
Spieler setzen Kovacs Anweisungen nicht um
«Wir haben all das, was wir in der Halbzeit besprochen haben, nicht umgesetzt. Das kann nicht sein. Das kann nicht unser Anspruch sein. Wenn jeder irgendwo einen Meter weniger macht, sieht es so aus, wie es eben auch aussieht», befand Kovac weiter.
Durch das 2:3 in der Vorwoche gegen die Bayern hat sein Team mit nun elf Zählern Rückstand wohl die Minimalchance auf den Titel verspielt. Da der BVB auch in der Champions League und im DFB-Pokal ausgeschieden ist, droht ein zähes Saisonende für die Dortmunder.
von | 07.03.2026 | DPA
Istanbul (dpa) – Nationalspieler Leroy Sané stand in einem hitzigen Istanbuler Derby im Mittelpunkt. Der 30-Jährige bereitete beim 1:0 (1:0) seines Clubs Galatasaray bei Stadtrivale Besiktas in der 39. Minute den Siegtreffer von Victor Osimhen mit einer punktgenauen Flanke vor. Das Ende des Spiels erlebte der Ex-Bayern-Profi aber nicht auf dem Feld. In der 60. Minute trat Sané bei einem eigenen Dribbling seinem Gegenspieler Ridvan Yilmaz unglücklich in die Achillessehne und sah die Rote Karte.
Schon in der ersten Halbzeit war der 30-Jährige bei einem Tackling viel zu spät dran und traf einen Besiktas-Spieler am Knöchel. Dafür sah er aber nur eine Gelbe Karte – sehr zum Ärger des Rivalen. Titelverteidiger Galatasaray führt die Tabelle nach dem Sieg weiter souverän an.
von | 07.03.2026 | DPA
Bochum (dpa) – Durch eine Auswärtsniederlage beim VfL Bochum haben sich die letzten Hoffnungen des 1. FC Kaiserslautern auf eine Bundesliga-Rückkehr im Sommer zerschlagen. Die Pfälzer haben nach dem 2:3 (1:1) am Samstagabend in der Tabelle der 2. Fußball-Bundesliga nun schon elf Punkte Rückstand zu Relegationsplatz drei. Die Bochumer dagegen verschafften sich Luft im Abstiegskampf und haben sieben Zähler Abstand nach unten.
Die Tore für die Bochumer erzielten vor 26.000 Zuschauern Philipp Hofmann (10. Minute), Callum Marshall (66.) und Mats Pannewig (69.). Lauterns Norman Basset (30.) und Marlon Ritter (50.), die zwischenzeitlich einen 0:1-Rückstand in eine 2:1-Führung umwandelten, ließen FCK-Coach Torsten Lieberknecht auf der Tribüne nur kurzzeitig jubeln.
Lieberknecht auf der Tribüne
Der 52-Jährige durfte die Partie nicht wie gewohnt an der Seitenlinie verfolgen, weil er nach einer Gelb-Roten Karte gegen Paderborn gesperrt war. Stattdessen betreute am Spielfeldrand Co-Trainer Carsten Rump die Mannschaft, während Lieberknecht auf der Tribüne neben FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen saß.
Was Lieberknecht von dort aus sah, dürfte ihm nur wenig Freude bereitet haben. Denn in einem temporeichen Spiel waren die Bochumer die spielerisch bessere Mannschaft, jedoch fehlte es den Hausherren im Abschluss zunächst an Effizienz. Anders bei den Gästen.
Gleich mit der ersten Torchance gelang Basset nach Vorlage von Paul Joly der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1. Und nur wenige Minuten nach Wiederanpfiff war Kapitän Ritter zur Stelle und bescherte Kaiserslautern die Führung. Doch die Bochumer antworteten mit einem Doppelschlag.
Zunächst traf der eingewechselte Marshall zum Ausgleich in der 66. Minute und nur drei Minuten später sorgte Pannewig nach einer Ecke für den Bochumer Siegtreffer.