von | 06.03.2026 | DPA
Leverkusen (dpa/lnw) – Bayer Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand will sich von den bevorstehenden Champions-League-K.o.-Spielen gegen den FC Arsenal nicht ablenken lassen. «Wir sehen die Bundesliga jetzt als das Wichtigste», sagte der 53 Jahre alte Däne vor dem Auswärtsspiel am Samstag beim SC Freiburg (15.30 Uhr/Sky). Die Leverkusener haben in der Tabelle drei Punkte Rückstand auf die Champions-League-Plätze. Sie wollen den Anschluss nicht verlieren. «Unser Fokus ist 100 Prozent auf Freiburg», sagt Hjulmand.
Die drei größeren Spielen folgen anschließend: am Mittwoch das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen den FC Arsenal, am Samstag darauf der Bundesliga-Knaller gegen den FC Bayern und am übernächsten Dienstag das Rückspiel gegen Arsenal in London.
Torjäger Schick ist fraglich
Eine Herausforderung ist in dieser Saisonphase auch das Personalmanagement. Beim Spiel in Freiburg fehlen mit Mark Flekken, Nathan Tella, Eliesse Ben Seghir, Loic Badé, Lucas Vazquez und Arthur sechs verletzte Spieler. Ob der angeschlagene Torjäger Patrik Schick mitspielen kann, muss sich noch zeigen. Einspringen könnte für Schick wieder der erst 19 Jahre alte Christian Kofane, der am Mittwoch beim 1:0-Sieg in Hamburg das goldene Tor erzielt hat.
Weil die Leverkusener Spieler Aleix Garcia, Alejandro Grimaldo und Edmond Tapsoba mit jeweils vier gelben Karten in die Partie im Breisgau gehen, droht ihnen für den Fall einer weiteren gelben Karte eine Sperre für das nächste Bundesligaspiel gegen den FC Bayern. Schonen soll sich nach Ansicht des Trainers deswegen aber niemand. «Das wichtigste Spiel ist jetzt Freiburg», sagt Hjulmand und betont: «Wir wollen diesen Sieg.»
von | 06.03.2026 | DPA
London (dpa) – Der österreichische Fußballtrainer Oliver Glasner vom englischen Premier-League-Club Crystal Palace muss seinen Führerschein für ein halbes Jahr abgeben, nachdem er in London zu schnell gefahren ist. Der 51-Jährige, der mit Palace im vergangenen Sommer erstmals den FA Cup gewann, war im Juli vergangenen Jahres morgens um 7:30 Uhr im Stadtteil Bermondsey geblitzt worden.
Nicht das erste Verkehrsvergehen
Laut Gerichtsunterlagen hatte Glasner, der Crystal Palace nach der laufenden Saison verlassen wird, schon vorher gegen die Verkehrsregeln verstoßen, deshalb wurde er jetzt mit einem Fahrverbot belegt. Zusätzlich muss der ehemalige Frankfurt-Coach, der mit der Eintracht die Europa League gewann, eine Geldstrafe von umgerechnet rund 1.200 Euro bezahlen.
Glasner räumte sein Fehlverhalten ein und gelobte Besserung. «Ich übernehme die volle Verantwortung für mein Handeln und verstehe die Ernsthaftigkeit dieser Angelegenheit», sagte er laut der Nachrichtenagentur PA in einer schriftlichen Erklärung. «Ich habe Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass so etwas nicht wieder passiert. Aufgrund der Art meiner Tätigkeit werde ich die notwendigen Schritte unternehmen, um dieses Problem anzugehen.»
von | 06.03.2026 | DPA
Zuzenhausen (dpa) – Die TSG 1899 Hoffenheim muss im Bundesliga-Spiel beim 1. FC Heidenheim möglicherweise ohne Trainer Christian Ilzer auskommen. Der 48 Jahre alte Österreich plagt sich mit einem Infekt herum, wie Geschäftsführer Andreas Schicker bei der Pressekonferenz des nordbadischen Bundesligisten mitteilte.
«Ob Chris morgen dabei sein wird, ist noch offen», sagte Schicker. Es sei bisher nicht klar, wer ihn am Samstag (15.30 Uhr/Sky) vertreten würde: «Es ist so, dass wir ein gutes, großes Trainerteam haben. Wir haben absolutes Vertrauen in unsere Co-Trainer und Analysten. Wir werden die Aufgaben dann final verteilen.» Es bestehe aber auch die Chance, dass Ilzer in der Partie beim Tabellenschlusslicht dabei sei.
«Eine großartige Saison»
Die Kraichgauer hatten zuletzt geschwächelt, beim 1. FC Köln 2:2 gespielt und sich eine überraschende 0:1-Heimniederlage gegen den FC St. Pauli erlaubt. Dennoch steht die TSG weiter auf dem dritten Tabellenplatz und hat die Champions-League-Teilnahme fest im Blick.
«So wie wir heute dastehen, das hätten wir vorher alle unterschrieben. Das ist eine großartige Saison», sagte Schicker. Er würde der bisherigen Spielzeit nach Schulnoten «eine Eins minus, Zwei plus» geben. Es sei aber im Verlauf einer Saison nie so, dass es ständig bergauf gehe. «Die letzten Spiele waren von der Leistung her absolut in Ordnung», betonte der Manager.
von | 06.03.2026 | DPA
Köln (dpa) – Zur Veranschaulichung seiner Situation wählt der Trainer des wieder stark abstiegsbedrohten 1. FC Köln einen schräg anmutenden Vergleich. Vor dem auch für ihn extrem wichtigen Spiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Borussia Dortmund zog Lukas Kwasniok einen Vergleich mit dem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Kohl. «Ich bin wie so ein Hahn auf dem Kirchturm», befand Kwasniok. «Das hat, glaube ich, Helmut Kohl mal gesagt.»
Nun, der frühere Langzeit-Bundeskanzler meinte damit einst, «wer an der Spitze der Politik steht, ist wie der Hahn auf dem Kirchturm». Davon ist Kwasniok selbst beim stets aufgeregten und emotionalen FC weit entfernt. Dennoch empfindet der 44-Jährige offenbar, gerade viel aushalten zu müssen.
Große Aufregung am Geißbockheim: Punkte müssen her
Nach zuletzt vier sieglosen Spielen am Stück ist die Aufregung rund ums Geißbockheim gerade mal wieder groß. Die Angst geht um. Der FC steht nur noch zwei Punkte über dem Relegationsrang 16. Die anfängliche Euphorie um Kwasniok nach dem guten Saisonstart ist längst futsch.
Nach dem enttäuschenden 0:2 gegen den FC Augsburg am vergangenen Wochenende soll es ordentlich gescheppert haben. Anfang der Woche beobachteten die FC-Bosse aus Präsidium und Geschäftsführung die von Kwasniok geleitete Übungseinheit genau. Der Kölner Coach reagiert darauf äußerlich gelassen. «Wenn du längere Zeit keine Spiele gewinnst, kommen andere Themen auf. Das ist nichts Außergewöhnliches», sagte er.
Offiziell gibt es Rückendeckung für ihn. Noch. «Lukas Kwasniok kennt Drucksituationen und hat in seiner Laufbahn mehrfach bewiesen, dass er Mannschaften stabilisieren und entwickeln kann», sagte Vize-Präsident Ulf Sobek nach dem Augsburg-Spiel der «Bild». Das Spiel gegen den Tabellenzweiten am Samstag ist kein Endspiel für Kwasniok.
Gleichwohl soll es eine interne Ansage gegeben haben, dass aus den drei bis zur Länderspielpause anstehenden Partien gegen den BVB und die direkten Konkurrenten Hamburger SV und Borussia Mönchengladbach gepunktet werden müsse. «Wir reden nichts schön, weil am Ende Ergebnisse zählen. Entsprechend konsequent analysieren wir unsere Spiele und leiten daraus unsere Entscheidungen ab», sagte Sportchef Thomas Kessler dem «Kicker».
Kwasniok würde freiwillig gehen
Kwasniok dementiert ein Ultimatum. «Wir haben noch nie über die nächsten drei Spiele gesprochen. Wir sprechen immer nur über das nächste», sagte der selbstbewusste Coach, für den der FC die erste Bundesliga-Station seiner Karriere ist. Bei anhaltendem Misserfolg vor allem beim HSV und im Derby gegen Gladbach dürfte die aber beendet sein. Das weiß auch Kwasniok. Er deutete gar an, dann auch freiwillig gehen zu wollen: «Ich weiß schon, wo die Büros der Verantwortlichen sind.»
Noch aber hat er die Überzeugung, selbst gegen den BVB gewinnen zu können. «Wir können das», meinte Kwasniok und bemühte wieder ein Bild, um zu überzeugen: «Wir haben halt diese Saison noch kein Samstagabendspiel gewonnen. Dann wird es halt mal Zeit. Im Leben ist irgendwann immer das erste Mal. Irgendwann sprichst du das erste Wort. Irgendwann fährst du das erste Mal mit dem Fahrrad zur Schule.»
von | 06.03.2026 | DPA
London (dpa) – Der deutsche Fußball-Trainer Daniel Farke vom englischen Premier-League-Club Leeds United ist nach seiner Konfrontation mit einem Schiedsrichter für ein Spiel gesperrt worden. Das teilte der englische Fußballverband FA mit.
Farke war am vergangenen Wochenende nach der 0:1-Niederlage seines Teams gegen Manchester City wütend auf den Platz gerannt, um den Offiziellen Peter Bankes zur Rede zu stellen. Daraufhin zeigte ihm der Schiedsrichter eine Rote Karte.
Farke akzeptiert Sperre und Geldstrafe
Farke betonte, er habe den Schiedsrichter weder beleidigt noch aggressiv behandelt. Dennoch akzeptierte er die Sperre und eine Geldstrafe von umgerechnet rund 9.200 Euro (8.000 Pfund). Der ehemalige Gladbach-Trainer wird damit das FA-Cup-Spiel gegen seinen Ex-Club Norwich am Sonntag verpassen und erst am 15. März im Premier-League-Match gegen Crystal Palace wieder an der Seitenlinie stehen.
Seine Rote Karte hatte Farke nach dem Spiel scherzhaft auf die Art zurückgeführt, wie er auf den Platz gelaufen war. «Ich sehe nicht aus wie ein Schmetterling oder besonders niedlich, wenn ich laufe», scherzte er. «Ich habe meine Lektion gelernt – ich werde nie wieder joggen.»
von | 06.03.2026 | DPA
Köln (dpa) – Sportökonom Christoph Breuer sieht durch die neue Gehaltsregel im deutschen Profifußball die Gefahr, dass die aktuellen Kräfteverhältnisse in den Ligen zementiert werden. «Die finanziellen Unterschiede zwischen den Clubs sind so groß, dass es kleineren und Nicht-Bundesligaclubs kurz- und mittelfristig kaum möglich sein wird, in der Kaderqualität mit den international spielenden Großclubs mithalten zu können», sagte Breuer der Deutschen Presse-Agentur. «Denn auch die stark gewachsenen Prämien, insbesondere aus der Champions League, zählen zu den relevanten Einnahmen.»
Breuer: Hilft in Werksclub-Debatte
Die Kaderkosten der 36 Vereine im deutschen Profifußball werden künftig gedeckelt. Dann dürfen die Clubs maximal 70 Prozent ihrer relevanten Einnahmen für Personalausgaben aufwenden. «Dies ist grundsätzlich zu begrüßen und ein richtiger Schritt», sagte Breuer.
Die neue Regelung ist laut dem Wissenschaftler «in dreierlei Hinsicht konsequent». Sie führe zu mehr finanzieller Nachhaltigkeit, da Gehaltskosten nicht über Schulden, Immobilienverkäufe oder andere Ausweichmöglichkeiten finanziert werden könnten. Zudem würden «zumindest in der Theorie vorhandenen Finanzierungsvorteile der beiden Werksclubs eingeschränkt» werden. Das helfe der Bundesliga in dieser wichtigen Debatte. Insgesamt passe die Bundesliga ihre Lizenzierungsregeln den UEFA-Regeln an.
«Anwälte der Clubs dürften zur Höchstform auflaufen»
«Für die Clubs, die an europäischen Wettbewerben teilnehmen, ändert sich ohnehin eigentlich nichts. Die anderen haben in den allermeisten Fällen auch ohne diese Regel entsprechend gehandelt», sagte Breuer. «Es sichert jedoch ab, dass danach gehandelt werden muss. Man muss nicht mehr auf wirtschaftliche Vernunft vertrauen, ersetzt aber Freiheit durch Pflicht.»
Die Kaderkosten-Regel wird von der kommenden Saison schrittweise eingeführt und von der Spielzeit 2028/29 an vollständig umgesetzt. Breuer hat «großes Vertrauen», dass die Regelung tatsächlich umgesetzt wird, «wenngleich Anwälte der Clubs zur Höchstform auflaufen dürften».
von | 05.03.2026 | DPA
Rabat (dpa) – Fußball-WM-Teilnehmer Marokko verliert nur wenige Monate vor dem Turnier in diesem Sommer seinen Erfolgstrainer Walid Regragui. «Die Mannschaft braucht ein neues Gesicht, neue Energie und eine neue Perspektive mit einem neuen Trainer», begründete Regragui auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt. «Ich denke, die Mannschaft braucht vor der Weltmeisterschaft neuen Schwung, eine neue Vision, um weiter voranzukommen.» Sein Abgang hatte sich schon in den vergangenen Wochen angedeutet.
Ein Nachfolger wurde direkt präsentiert: Mohamed Ouahbi wird neuer Coach der Mannschaft um den Ex-Dortmunder Achraf Hakimi. Ouahbi war zuletzt U23-Trainer des Landes. 2025 hatte er die U20 erstmals zum Weltmeistertitel geführt.
Der Verband dankte Regragui für seine Arbeit. Marokko stand beim Afrika-Cup im eigenen Land Anfang des Jahres im Endspiel, unterlag dem Senegal in einem umstrittenen Finale aber 0:1 nach Verlängerung. Danach gab es viel Kritik, auch an Regragui. Bei der WM 2022 hatte er mit dem Team sensationell das Halbfinale erreicht.
von | 05.03.2026 | DPA
Paris (dpa) – Der haitianische Fußball-Nationalspieler Duckens Nazon ist nach eigenen Worten auf dramatische Art und Weise vor den Angriffen auf den Iran geflohen. Der 31-Jährige, der für den iranischen Club Esteghlal FC spielt, habe am vergangenen Wochenende schon in einem Flugzeug nach Istanbul gesessen, erzählte er dem französischen Sender RMC. «Wir mussten das Flugzeug notfallmäßig verlassen und uns wurde gesagt, dass der Luftraum gesperrt sei, weil die Bombardierungen begonnen hatten», sagte er.
Mit einem Taxi fuhr er gemeinsam mit seinem Teamkollegen, dem ehemaligen Barça-Star Munir El Haddadi, ins Zentrum von Teheran. «Und dann sahen wir auf der Straße einen Bombenangriff direkt neben uns», sagte Nazon, der in Frankreich geboren wurde. «Die Rakete war gerade nicht weit entfernt explodiert, aber ich dachte mir, dass es in der nächsten Minute vielleicht keine weitere geben würde.»
Nazon: Sehr müde und erschöpft
Mit einem Minibus kam der Stürmer schließlich am frühen Sonntagmorgen an die Grenze zu Aserbaidschan, wo er noch länger ausharren musste, aber ausreisen konnte. Nach mehreren Tagen schaffte er es nach Frankreich. «Mir geht es gut, aber ich bin sehr müde und erschöpft von dieser turbulenten Reise», sagte Nazon. «Ich weiß momentan gar nicht, was ich denken soll. Ich bin einfach nur froh, dass ich gesund und munter bin.»
Nazon hat in 74 Länderspielen für Haiti 44 Tore erzielt. Er will mit dem Team bei der WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko antreten.