«Wut rauslassen»: FC Bayern kämpft um Vorteile auf Final-Weg

«Wut rauslassen»: FC Bayern kämpft um Vorteile auf Final-Weg

Eindhoven/München (dpa) – Die wegweisende Champions-League-Mission soll dem FC Bayern beim Frustabbau nach der Bundesliga-Pleite helfen. «Die Wut, die dadurch in uns steckt, lassen wir im nächsten Spiel heraus», kündigte Nationalspieler Jonathan Tah für die finale Prüfung der Liga-Phase in Europas Fußball-Königsklasse an. Ein Punkt im Auswärtsspiel am Mittwoch (21.00 Uhr/Dazn) bei der PSV Eindhoven reicht, um sich den wichtigen zweiten Platz in der Tabelle hinter dem FC Arsenal zu sichern.

Platz zwei bringt gleich mehrere Vorteile

«Das ist ein großer Anreiz», sagte der beim 1:2 gegen den FC Augsburg ausnahmsweise mal leer ausgegangene Torjäger Harry Kane. Rang zwei hinter den Londonern – rein theoretisch wäre auch noch Platz eins drin – würde den Münchnern für alle K.o.-Runden auf dem Weg in das Endspiel am 30. Mai in Budapest das entscheidende Heimrecht jeweils im Rückspiel sichern.

«Dann gehst du auch Arsenal aus dem Weg», nannte Sportvorstand Max Eberl einen weiteren erfolgversprechenden Faktor. Zusammen mit dem Heimrecht sei das «ein ehrenwertes Ziel, das wir gegen PSV zu erreichen haben», forderte der 52-Jährige. Beim Abschlusstraining vor dem Abflug im sonnigen München standen die zuletzt kranken Dayot Upamecano und Serge Gnabry ebenso wieder auf dem Platz wie der länger verletzte Josip Stanisic. Das Mitwirken von Upamecano wäre vor allem mit Blick auf die Sperre von Minjae Kim wichtig.

Spannende Achtelfinal-Gedankenspiele

Der Südkoreaner hatte in der Vorwoche die Gelb-Rote Karte gesehen, als sich die Münchner für das Achtelfinale am 10./11. und 17./18. März qualifiziert hatten. Auch der FC Arsenal ist dort sicher dabei. Über den Bayern-Gegner in der Runde der besten 16 Teams kann aber nur spekuliert werden.

Galatasaray Istanbul mit Leroy Sané? Borussia Dortmund? Bayer Leverkusen? Vorjahresfinalist Inter Mailand? Freunde von Tabellenrechnern können sich vor den 18 abschließenden Spielen austoben. Der potenzielle Münchner Achtelfinalkontrahent müsste aber erst mal die Playoffs im Februar meistern.

Solche Fragen sind nach dem Ende der Bundesliga-Serie von 27 Spielen ohne Niederlage aber noch weiter weg als ohnehin. «Ein Spiel zu verlieren, ist menschlich. Wichtig wird sein, wie wir darauf reagieren», sagte Bayerns Mittelfeldchef Joshua Kimmich. Nach seiner zeitweiligen Verschnaufpause gegen den FCA soll er wieder in der Startelf das Kommando übernehmen.

Wiedersehen mit Wanner und Bosz

«Wir müssen unsere Prinzipien in jedem Spiel auf den Platz bringen, egal ob wir gegen Eindhoven, Augsburg, Paris oder Arsenal spielen», führte Kimmich aus. Nach dem Augsburger Coup liebäugelt auch Eindhoven um Ex-Münchner Paul Wanner mit einer Überraschung. «Wir wissen, dass sie zu den besten Mannschaften gehören. Aber ich kenne unsere Stärken, deshalb bin ich optimistisch», sagte Wanner.

PSV-Trainer Peter Bosz kennt die Bayern aus seiner Zeit als Leverkusener und Dortmunder Coach nur allzu gut. «Sie haben eine enorme Qualität in ihrem Team», sagte Bosz. Sein Team braucht wohl mindestens einen Zähler, um den Einzug in die Playoffs perfekt zu machen. «Wir spielen auf Sieg.»

Bosz stimmte seine PSV-Defensive gerade nach der Münchner Tor-Magerkost gegen den FCA auf viel Arbeit ein. Mit 20 Toren sind Kane, Michael Olise & Co. gemeinsam mit Paris Saint-Germain und dem FC Arsenal die treffsicherste Mannschaft der Königsklasse. «Das Wichtigste ist, dass wir am Mittwoch auf dem Platz eine Reaktion zeigen», sagte Kane. Er setzt auf den Lerneffekt aus dem Augsburg-Fauxpas. «Wir werden jetzt nicht in Panik geraten und uns zu sehr mitreißen lassen», sagte Englands Nationalmannschaftskapitän.

Kimmich: Jeder in der Kabine hat es gemerkt

Zwar sei die Tabellenkonstellation vor dem Duell bei der PSV komfortabel, dennoch müsse man «mit demselben Mindset wie in allen Spielen rangehen», mahnte Kane. Kimmich sprach die wichtigste Lektion klar an. «Ich glaube, jeder in der Kabine hat gemerkt, dass es eben harte Arbeit braucht, immer am Top-Level zu sein. Diese Arbeit, die müssen wir wieder reinstecken», sagte der Vizekapitän. Wie er wird Kapitän Manuel Neuer zurück in der Startformation erwartet.

Bosz‘ Bayern-Bilanz mit fünf Niederlagen in sieben Spielen kann dem niederländischen Champion ebenso wenig Hoffnung machen wie Eindhovens Rekordmeister-Historie. In acht Begegnungen mit der PSV mussten sich die Münchner nur einmal geschlagen geben. Ruud van Nistelrooy und Luc Nilis schossen Eindhoven im Oktober 1999 zum bis heute einzigen Sieg (2:1).

Vor Inter-Spiel: Zwei Dortmunder fallen aus

Vor Inter-Spiel: Zwei Dortmunder fallen aus

Dortmund (dpa) – Borussia Dortmund muss in der Champions League gegen Inter Mailand erneut auf Abwehrspieler Niklas Süle und Mittelfeldmann Marcel Sabitzer verzichten. Beide nahmen am Tag vor der Partie (Mittwoch 21.00 Uhr/DAZN) nicht am Abschlusstraining des Teams von Trainer Niko Kovac teil.

«Niki hat’s im Rücken», sagte Kovac über den 30-Jährigen. Sabitzer laboriert an Wadenbeschwerden. Linksverteidiger Daniel Svensson fehlt nach seinem Platzverweis beim 0:2 bei Tottenham Hotspur im vergangenen Champions-League-Spiel gesperrt.

Kovac über Anselmino: «Ein toller Bursche»

In Aarón Anselmino hat ein weiterer Abwehrspieler den BVB kurzfristig verlassen. Der FC Chelsea aktivierte eine entsprechende Klausel bei seinem Leihprofi und holte den 20-Jährigen zurück nach England. Kovac berichtete von einem emotionalen Abschied. «Das war schon für uns sehr traurig, dieser Anlass, dieser Moment», sagte er. «Ein toller Bursche. Menschlich 1a mit Sternchen. Als Spieler super gut.»

Am letzten Spieltag der Ligaphase der Königsklasse wollen die Dortmunder die Playoffs um den Einzug ins Achtelfinale endgültig klarmachen. Ein Remis würde dazu definitiv reichen. Es geht auch darum, sich für die Entscheidungsspiele in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Hält der BVB mindestens Platz 16, würden die Westfalen das Rückspiel zu Hause bestreiten.

Showdown gegen Inter: BVB will mit «Magie» in die K.o.-Phase

Showdown gegen Inter: BVB will mit «Magie» in die K.o.-Phase

Dortmund (dpa) – Mit der Kraft der Südtribüne und den jüngst gezeigten Kämpferqualitäten will Borussia Dortmund am XXL-Spieltag die K.o.-Phase der Königsklasse klarmachen. «Inter ist eine Top-Mannschaft, aber wir spielen zu Hause», sagte BVB-Coach Niko Kovac vor dem Duell zum Abschluss der Ligaphase gegen Inter Mailand. «Und wenn wir zu Hause spielen mit unseren Fans im Rücken, können wir jede Mannschaft in der Champions League schlagen.» 

Damit das an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) auch für den souveränen Tabellenführer der Serie A gilt, brauchen die Dortmunder aber eine Ausnahmeleistung. «Wir haben schon mega Spiele erlebt hier zu Hause», sagte Torwart Gregor Kobel. «Wenn sich da so ein bisschen was zusammenbraut, dann ist es schon etwas ganz Spezielles hier.» Es geht auch um eine gute Ausgangsposition in den Playoffs.

Inter ist Italiens Torfabrik

In der Champions enttäuschten die Westfalen zuletzt bei Tottenham Hotspur (0:2) und zu Hause gegen die Norweger von Bodö/Glimt (2:2). Beim überzeugenden 3:0 am Samstag beim 1. FC Union Berlin zeigten die BVB-Profis, wie es gehen kann. Mit viel Einsatz und konsequenten Zweikämpfen als Basis.

«Männerfußball» nannte Kapitän Emre Can das. «Wir haben klar dagegengehalten. Das muss unser Anspruch eigentlich immer sein.» Auch der 32-Jährige weiß aber natürlich, dass auf ihn und seine Defensivkollegen gegen die Ausnahmekönner aus Norditalien eine deutlich anspruchsvollere Aufgabe wartet. Inter wird die Abwehr – das neue Dortmunder Prunkstück – vor die größte Herausforderung der jüngeren Vergangenheit stellen.

Mit 50 Treffern in 22 Partien sind die Mailänder die Torfabrik der heimischen Liga. Weltmeister Lautaro Martínez führt die Torschützenliste an. Auch auf den ehemaligen Mönchengladbacher Marcus Thuram muss der BVB aufpassen. «Wir dürfen nicht naiv sein, weil auf der anderen Seite sind wirklich richtig, richtig klasse Fußballer unterwegs», sagte Kovac.

Playoff-Rückspiel zu Hause als Ziel

In der Serie A ist das Team von Trainer Cristian Chivu seit November unbesiegt. In der Königsklasse zeigten Atlético Madrid, Liverpool und Arsenal aber zuletzt, dass die Mailänder schlagbar sind. Im Gegensatz zum BVB hat Inter mit den früheren Dortmundern Manuel Akanji und Henrich Mchitarjan mindestens die Playoffs um den Achtelfinaleinzug auch rechnerisch schon sicher.

Dass Dortmund mit derzeit elf Zählern am entscheidenden Spieltag mit 18 zeitgleichen Partien noch von Rang 16 auf 25 fällt, ist zwar äußerst unwahrscheinlich. Um das Mindestziel Playoffs aus eigener Kraft zu schaffen, braucht das Kovac-Team aber einen Punkt. Ziel sollte zudem sein, nicht hinter Platz 16 zu rutschen.

Die Teams auf den Rängen 9 bis 16 haben in den Rückspielen der Playoffs nämlich Heimrecht und tendenziell die Chance auf schwächere Gegner. «Dieses Stadion hat eine Magie, hat eine immense Kraft, hat eine Energie, welche wir morgen nutzen möchten», betonte Kovac.

Auch der Sprung in die Top-Acht und damit das direkte Achtelfinalticket ist noch möglich. Dafür müssten allerdings sehr viele Konkurrenten patzen und Dortmund bräuchte einen Sieg.

Mit Blick auf die bisherigen Auftritte in der Königsklasse können die Fans übrigens auf ein Spektakel hoffen. In den sieben Champions-League-Spielen mit BVB-Beteiligung fielen bisher 34 Tore (19 Treffer für Dortmund, 15 Gegentore). Die BVB-Partien sind mit einem Schnitt von fast fünf Toren pro Spiel die torreichsten.

Alle vier Jahre wieder? Heikle Boykott-Frage erreicht DFB

Alle vier Jahre wieder? Heikle Boykott-Frage erreicht DFB

Berlin (dpa) – Für Deutschlands mächtigste Fußball-Bosse besteht derzeit kein Redebedarf bei einem Thema, das hohe Wellen schlägt: ein möglicher WM-Boykott. Die momentanen Nachrichten aus den USA und die zunehmend aggressive Politik von US-Präsident Donald Trump haben eine Debatte darüber ausgelöst, ob die Weltmeisterschaft tatsächlich wie geplant im kommenden Sommer in den USA stattfinden kann. Noch ist es eher eine Scheindebatte – die aber ein deutscher Top-Funktionär jüngst befeuert hat.

«Als Reaktion auf Trump droht Deutschland mit einem Boykott der Weltmeisterschaft 2026», schrieb «Pagina12» aus Argentinien. Ist das so? DFB-Chef Bernd Neuendorf ist jedenfalls bemüht, genau dieser Einschätzung entgegenzuwirken – und den verbandsinternen Konflikt mit einem seiner Vizepräsidenten zu lösen. «Der Kollege ist noch nicht so lange dabei», sagte Neuendorf über Oke Göttlich. 

St.-Pauli-Boss befeuerte Debatte

Der Präsident des FC St. Pauli, der für seine dezidierte politische Haltung bekannt ist, hatte in einem Interview der «Hamburger Morgenpost» betont: «Ich frage mich wirklich, wann der Zeitpunkt ist, darüber konkret nachzudenken und zu reden. Und für mich ist dieser Zeitpunkt definitiv gekommen.» In der Regel sei es beim DFB so, dass diese Themen zunächst in den Gremien besprochen würden. «Er ist jetzt leider vorgeprescht mit dem Thema», konterte Neuendorf daraufhin auch noch.

Einen dauerhaften Nebenschauplatz will der 64 Jahre alte DFB-Chef – auch aus sportlichen Gründen – partout verhindern. Zu präsent sind immer noch der politische Wirbel im Streit um eine Regenbogen-Spielführerbinde der deutschen Mannschaft bei der WM in Katar und die anschließenden «Mund zu»-Geste der Spieler. Am Ende eher Kategorie: Eigentor. Erst recht nach dem peinlichen Vorrunden-Aus der DFB-Auswahl wie schon 2018 in Russland.

Neuendorf und Watzke einig in Sachen WM-Boykott-Debatte

Neuendorf, einst für die SPD auf der politischen Bühne tätig, meinte nun mit Blick auf Diskussionen über einen Boykott der WM: «Ich glaube, das ist gar keine große Debatte, weil wir sind – glaube ich – sehr einmütig beim DFB, dass wir diese Debatte zum jetzigen Zeitpunkt für völlig verfehlt halten.» So äußerte sich auch Ligapräsident Hans-Joachim Watzke: «Wenn es irgendwann reif sein sollte, werden wir diskutieren, aber aus meiner Sicht ist das jetzt völlig fehl am Platze.» 

Auch DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig äußerte sich. Er denke nicht, dass es die Aufgabe der DFB-Sportgeschäftsführung sei, Ratschläge öffentlicher Art an die Politik oder an andere zu geben. «Ich habe mit Herrn Trump noch nie gesprochen, der Bundeskanzler sehr wohl. Ich denke, er wird mehr wissen als wir», sagte Rettig bei «ran.de». Man solle zunächst die Entwicklung abwarten und «nicht über jedes Stöckchen springen».

Zuvor hatte es aber rund um den Konflikt zwischen den USA und den europäischen Nato-Staaten wegen Trumps Besitzansprüchen auf Grönland auch Stimmen aus der Politik gegeben, eine WM-Teilnahme zumindest zu überprüfen.

«Beispiellose Zeiten erfordern bisher undenkbare Gespräche»

Für Trump, den mächtigsten Politiker der Welt, sind die WM in diesem Sommer und die Olympischen Spiele zwei Jahre später in Los Angeles absolute Prestigeobjekte. Der Grönland-Konflikt, Trumps Vorgehen gegen Einwanderer und erneut tödliche Schüsse der US-Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis riefen aber weitere scharfe Kritik hervor. 

«Ein Boykott der Weltmeisterschaft wegen Trump?», fragte jüngst der britische «Guardian»: «Beispiellose Zeiten erfordern bisher undenkbare Gespräche, wenn es um das von den USA verursachte Problem geht.» So sieht es wohl auch Infantinos seinerzeit kaum weniger umstrittener Vorgänger Joseph Blatter. 

Der ehemalige FIFA-Chef meldet sich auch zu Wort

Der einst mächtigste Fußball-Funktionär schaltete sich auch ein. Blatter postete auf dem Portal X ein Zitat des Strafrechtlers und ehemaligen FIFA-Kommissionspräsidenten Mark Pieth aus einem Interview des Schweizer «Tagesanzeigers» («Für die Fans gibt es nur einen Rat: Bleibt weg von den USA!»). Dazu schrieb der 89 Jahre alte Blatter, der von 1998 bis 2015 FIFA-Präsident gewesen war: «Ich denke, Mark Pieth hat Recht damit, diese WM infrage zu stellen.» 

Neben Sicherheitsbedenken angesichts mancher Bilder aus den USA machen Fans auch die Einreisebedingungen zu schaffen. Sowohl bei der WM als auch bei den Spielen 2028 bleibt Zuschauern aus knapp 40 Ländern die Einreise in die USA verwehrt. Ausnahmen gibt es nur für Athleten, Trainer und Betreuer der teilnehmenden Nationen. In den Niederlanden erreichte bereits eine Boykott-Petition den nationalen Fußball-Verband KNVB und die Regierung. In nur wenigen Tagen wurde sie mehr als 100.000 Mal unterzeichnet. 

Bundesregierung äußert sich 

Fans sind das eine, die teilnehmenden Mannschaften das andere. Und bei denen weist die Politik die Verantwortlichkeit von sich. «Entscheidungen über Teilnahme oder Boykott von Sportgroßveranstaltungen liegen ausschließlich bei den zuständigen Sportverbänden, nicht bei der Politik», betonte Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein. Die Bewertung obliege den jeweiligen Verbänden. «Diese Einschätzung wird die Bundesregierung akzeptieren», sagte die CDU-Politikerin.

«Ich lege Wert darauf, dass Sport und Politik voneinander getrennt werden», sagte jüngst auch Frankreichs Sportministerin Marina Ferrari und betonte: «Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es seitens unseres Ministeriums keine Absicht, dieses große Turnier zu boykottieren.» Die WM sei ein extrem wichtiger Moment für alle, die Sport liebten, sagte die französische Politikerin. 

Frankreichs Verbandsboss Philippe Diallo bestätigte seinerseits: «Zum jetzigen Zeitpunkt steht ein Boykott der französischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft keineswegs zur Debatte.»

Alle vier Jahre wieder?

2018 – die WM in Russland. 2022 – die WM in Katar. Beide Male Aufruhr vorher. Boykotte gab es nicht. Stattdessen gehörte die größte Fußball-Bühne der Welt vor einem Milliarden-Publikum den Machthabern. 

Im Regen von Moskau blieb nach dem Finale nur einer trocken: Wladimir Putin, der Schutz durch einen Schirm bekam. Auch Infantino wurde bei der Siegerehrung nach dem Triumph von Frankreichs Nationalmannschaft ordentlich nass. Im warmen und trockenen Katar knapp viereinhalb Jahre später inszenierte Infantino sich, die FIFA und die Siegerehrung für den neuen Weltmeister Argentinien an der Seite des Emirs von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al Thani.

Am 19. Juli dieses Jahres, knapp zehn Kilometer von New York entfernt, wird Infantino an der Seite von Trump den Weltmeister 2026 ehren. Dass Göttlichs verbaler Einwurf an der Zahl der 48 Teilnehmer der größten und längsten WM in der Fußball-Historie etwas ändert, darf stark bezweifelt werden.

«Was waren denn die Begründungen für die Olympia-Boykotte in den 1980er-Jahren? Meiner Einschätzung nach ist das Bedrohungspotenzial aktuell größer als damals. Wir müssen diese Diskussion führen», hatte Göttlich der «Hamburger Morgenpost» auch noch gesagt.

Ermittlungen wegen Verdacht des versuchten Mordes im Stadion

Ermittlungen wegen Verdacht des versuchten Mordes im Stadion

Magdeburg (dpa) – Nach dem Gewaltausbruch am Rande des Zweitligaspiels zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden am Wochenende ermittelt die Polizei in drei Fällen wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Einsatzkräfte wurden nach Angaben eines Polizeisprechers unter anderem mit Steinen, Absperrgittern, Mülltonnen, Stühlen, Toiletten, Gehwegplatten und einem Gullydeckel beworfen. Zudem erhöhte die Polizeiinspektion Magdeburg die Zahl der Verletzten von 64 auf 70 Beamte. 17 Polizisten mussten ambulant im Krankenhaus behandelt werden. 

Polizei geht von gezielter Konfrontation aus

Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass die Eskalation gezielt gesucht wurde. Am Vorabend des Fußballspiels hatten sich nach Polizeiangaben rund 90 Anhänger aus Dresden mit 50 Anhängern aus Magdeburg im benachbarten Schönebeck zu einer körperlichen Auseinandersetzung verabredet. Der Polizei sei es jedoch gelungen, das Aufeinandertreffen und auch weitere Treffen zu verhindern. Da am Spieltag dann im Heimbereich eine abgeklebte Sicherheitskamera durch die Polizei festgestellt wurde, gehen die Ermittler davon aus, dass die Konfrontation zwischen den beiden Fanlagern während oder nach dem Spiel gezielt gesucht werden sollte. 

Insgesamt waren am Spieltag rund 600 Polizisten im Einsatz. Der Großteil von ihnen stammt aus Sachsen-Anhalt, aber auch aus Brandenburg und Sachsen. Dresden hatte das Ostderby mit 2:1 gewonnen.

Spaniens Fußball-Chef prescht vor: WM-Finale 2030 bei uns

Spaniens Fußball-Chef prescht vor: WM-Finale 2030 bei uns

Madrid (dpa) – Der Chef des spanischen Fußballverbandes RFEF, Rafael Louzán, ist bei der Frage nach dem Finalort der WM 2030 vorgeprescht. Das Endspiel werde laut seiner Ankündigung in Spanien stattfinden. Dabei hat der Weltverband FIFA noch gar keine Entscheidung bekanntgegeben, in welchem der drei beteiligten Länder – neben Spanien kommen auch die Co-Gastgeber Portugal und Marokko infrage, das Finale ausgetragen wird. Die Frage des Finalorts dürfte erst nach der WM in diesem Jahr offiziell entschieden werden. 

Bei Louzáns Ankündigung handele es sich eher um einen Wunsch als um eine Tatsache, sagte der spanische Sportjournalist Antón Meana im Sender Cadena Ser. Allerdings ist Spanien das Fußball-Schwergewicht innerhalb der drei Länder. Drei besondere Eröffnungsspiele finden zudem in Uruguay, Argentinien und Paraguay statt aus Anlass des 100. Jubiläums des Turniers.

Louzán hatte sich nach dem chaotischen Finale im Afrika Cup am Sonntag vor einer Woche geäußert. Marokko hatte das Heimspiel 0:1 gegen Senegal verloren. Der marokkanische Fußball-Verband (FRMF) kündigte rechtliche Schritte beim afrikanischen Verband (Caf) und beim Weltverband an. Damit soll erzwungen werden, dass das Verlassen des Platzes der senegalesischen Mannschaft in der turbulenten Schlussphase der regulären Spielzeit untersucht wird.

Berichte: Bayern vor Verpflichtung von Nürnbergs Jugend-Chef

Berichte: Bayern vor Verpflichtung von Nürnbergs Jugend-Chef

München/Nürnberg (dpa) – Der Wechsel von Michael Wiesinger aus der Nachwuchsabteilung des 1. FC Nürnberg an den FC Bayern Campus rückt näher. Laut Medienberichten soll sich der frühere Bundesliga-Spieler mit dem deutschen Fußball-Rekordmeister einig sein. Der 53-Jährige ist aktuell Leiter des Nachwuchsleistungszentrums beim «Club».

Wiesinger soll Direktor Nachwuchsentwicklung Jochen Sauer (53) unterstützen. Dieser ist über seine vielfältige Arbeit am Nachwuchsleistungszentrum der Münchner hinaus auch in ein internationales Bayern-Projekt eingebunden. Wiesinger soll unter Sauer seine Erfahrung aus dem Nürnberger Nachwuchs nun für den FC Bayern einbringen. Fraglich wäre im Fall eines Wechsels die Zukunft von Markus Weinzierl, der aktuell die sportliche Leitung am Campus hat.

Eberl kommentierte keine Namen

Sportvorstand Max Eberl hatte sich vor wenigen Tagen, angesprochen auf Wiesinger und den Campus, grundsätzlich geäußert. «Wir haben uns intensivst in den letzten Wochen und Monaten – damit meine ich Jochen Sauer, (Sportdirektor) Christoph Freund, meine Person – Gedanken gemacht, wie wir diesen Campus ein Stück weit eben auch verändern können, was wir tun können», sagte Eberl. 

«Der Campus spielt für uns eine große Rolle. Es wurde immer sehr, sehr viel gesagt und jetzt sind wir da und wollen eben auch Dinge anpacken, wo wir denken, dass sie dem FC Bayern für die Zukunft gut zu Gesicht stehen», führte der 53-Jährige aus. Namen wolle er nicht kommentieren.

Karl als jüngstes Musterbeispiel

Weinzierl habe einen «super Job» gemacht, sagte Eberl. Wenn etwas verändert werde, heiße das nicht automatisch, dass dann Personen gehen müssten. Man müsse schauen «was sind die besten Mitarbeiter für den Campus». Man brauche die «Top-Leute» beim FC Bayern. Zudem gehe es um eine enge Verzahnung mit den Profis. 

In dieser Saison sorgt Lennart Karl (17) als Campus-Spieler für viel Aufsehen. Ziel der Münchner ist es, dass regelmäßig Talente aus dem Nachwuchs bei den Profis durchstarten.

Schalke 04 verpflichtet Ex-Bundesligaprofi Ljubicic

Schalke 04 verpflichtet Ex-Bundesligaprofi Ljubicic

Gelsenkirchen (dpa) – Der FC Schalke 04 hat den nächsten namhaften Winter-Transfer getätigt: Der frühere Bundesliga-Spieler Dejan Ljubicic wechselt zum Zweitliga-Spitzenreiter, wo er einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028 erhält. Der 28 Jahre alte Österreicher kommt von Dinamo Zagreb.

Internationale Erfahrung

«Dejan hat bei seinen bisherigen Stationen und auch schon in der österreichischen Nationalmannschaft seine vielfältigen Qualitäten auf verschiedenen Positionen gezeigt», sagte Youri Mulder, Schalkes Direktor Profifußball. «Er erkennt Räume schnell, trifft saubere Entscheidungen und strukturiert das Spiel aus dem Zentrum heraus. Zudem bringt er eine hohe Spielintelligenz mit.»

Von 2021 bis zum vergangenen Sommer spielte Ljubicic noch für den 1. FC Köln. Auch in europäischen Vereinswettbewerben war er schon aktiv.

Die Schalker haben ihre Aufstiegsambitionen bereits mit den Verpflichtungen des früheren Bundesliga-Torschützenkönigs Edin Dzeko (39/AC Florenz) untermauert. Zudem kam Schlussmann Kevin Müller (34) aus Heidenheim als Ersatzkeeper.