Dundee (dpa) – Genau drei Monate vor ihrem EM-Auftaktspiel suchen die deutschen Fußballerinnen weiter nach ihrer Topform und Stammformation. Das Team von Bundestrainer Christian Wück setzte sich in der Nations League gegen Schottland zwar mit 4:0 (2:0) durch. Die Olympia-Dritten zeigten aber in Dundee vor 6.600 Zuschauern eine schwache erste Halbzeit und konnten spielerisch lange nicht überzeugen.
Elisa Senß traf für die DFB-Frauen nach nicht einmal einer Minute. Sophie Howard erzielte dann ein Eigentor (21.) im Tannadice Park, ehe Cora Zicai (57.) und Lea Schüller (59.) in der deutlich besseren zweiten Halbzeit nachlegten.
Am Dienstag (17.45 Uhr/ARD und KiKA) kommt es in Wolfsburg zum Rückspiel. In der Nations League verteidigte die deutsche Auswahl ihre Tabellenführung in der Gruppe A1. Aber auf dem Weg zur Europameisterschaft in der Schweiz haben Wück und seine Assistentinnen Saskia Bartusiak und Maren Meinert noch viel Arbeit. Dort treffen die deutschen Frauen im ersten Gruppenspiel am 4. Juli auf Polen.
Vielversprechendes Debüt von Linksverteidigerin Kett
Nach den Ausfällen der Abwehrspielerinnen Kathrin Hendrich, Rebecca Knaak und Sara Doorsoun gab die 20 Jahre alte Münchnerin Franziska Kett auf Links ein überzeugendes DFB-Debüt. In die Viererkette rückte zudem Sophia Kleinherne neben Kapitänin Giulia Gwinn und Janina Minge. Auf der Zehner-Position spielte Linda Dallmann vom FC Bayern von Anfang an. Sie hatte zuletzt als Joker überzeugt und gab auch dieses Mal spielerische Impulse.
Die Schottinnen, die sich nicht für die EM qualifiziert haben, stimmten sich mit der Nationalhymne zu Dudelsack-Klängen ein. Die deutschen Frauen liefen mit Trauerflor für die kürzlich gestorbene Ex-Europameisterin Doris Fitschen auf – und zeigten einen Blitzstart: Nach einer Ecke von Klara Bühl zog die Frankfurterin Senß entschlossen ab und jagte den Ball unter die Latte.
Bundestrainer sichtlich verärgert an der Seitenlinie
Die von Wück geforderte dominante Spielweise litt aber zunächst unter der Zweikampfstärke der unerschrockenen Gastgeberinnen. Ausgerechnet die gebürtige Hanauerin Howard bugsierte dann den Ball nach einer Hereingabe von Jule Brand ins eigene Tor.
Dallmann und Sjoeke Nüsken taten sich im deutschen Mittelfeld zunächst schwer, die Stürmerinnen in Szene zu setzen. Die Frankfurterin Senß agierte da auffälliger und ging auch energisch dazwischen. Der Bundestrainer brüllte jedenfalls kurz vor Ende der ersten Halbzeit seine Unzufriedenheit heraus – zu wenig ging einfach nach vorn.
Nur noch drei Länderspiele bis zur EM
Mit der Freiburgerin Cora Zicai für die enttäuschende Klara Bühl brachte Wück nach der Pause eine neue Stürmerin. Die 20-Jährige nutzte dann eine Balleroberung von Brand und ein Zuspiel Dallmanns zum 3:0. Bei ihrem 49. Länderspieltor hatte Schüller dann freie Bahn. Die Leistungssteigerung im zweiten Durchgang dürfte den DFB-Coach noch etwas versöhnen.
Nach den Duellen gegen Schottland bleiben seinem Team nur noch zwei Länderspiele vor der EM: gegen die Niederlande am 20. Mai in Bremen und gegen Österreich am 3. Juni. Die vier Gruppensieger der Nations League bestreiten im Oktober das Halbfinale.
Dundee (dpa) – Drei Monate vor ihrem EM-Auftakt haben die deutschen Fußballerinnen in der Nations League gegen Schottland nach schwacher erster Halbzeit noch klar gewonnen. Das Team von Bundestrainer Christian Wück setzte sich in Dundee mit 4:0 (2:0) gegen die Gastgeberinnen durch.
Elisa Senß traf für die DFB-Frauen nach nicht einmal einer Minute. Sophie Howard erzielte dann ein Eigentor (21.) im Tannadice Park. Cora Zicai (57.) und Lea Schüller (59.) erhöhten nach einem schwungvollen Beginn zu Beginn der zweiten Hälfte.
Rückspiel am Dienstag
Am Dienstag (17.45 Uhr/ARD und KiKA) kommt es in Wolfsburg zum Rückspiel. Die Olympia-Dritten hatten zuvor in der Nations League 2:2 in den Niederlanden und 4:1 gegen Österreich gespielt und verteidigten ihre Tabellenführung in der Gruppe A1.
Für Wück und das Nationalteam ist der Wettbewerb eine wichtige Vorbereitung auf die Europameisterschaft in der Schweiz. Dort treffen die deutschen Frauen im ersten Gruppenspiel am 4. Juli auf Polen.
Augsburg (dpa) – Als die Bayern-Stars um Harry Kane auf dem Rasen noch erleichtert einen wichtigen Sieg im Titelrennen bejubelten, war der verletzte Jamal Musiala längst in der Kabine. Die Münchner müssen nach dem 3:1 (1:1) in Überzahl beim energisch Widerstand leistenden FC Augsburg wohl den nächsten Verletzungsschock verkraften. Ausgleichstorschütze Musiala musste gestützt vom medizinischen Personal in der 54. Minute den Platz verlassen und wird im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Inter Mailand voraussichtlich ausfallen.
«Es sieht nicht so brillant aus. Für Dienstag wird es nicht reichen», sagte Bayern-Sportvorstand Max Eberl und Joshua Kimmich ergänzte bei DAZN: «Es ist extrem bitter, unabhängig, ob es Jamal oder jemand anderes es ist. Es ist schon krass, was wir für Verletzungen haben momentan.» Musiala habe am hinteren Bein etwas gespürt, erklärte Trainer Vincent Kompany: «Wie groß es ist, weiß man noch nicht.»
Nach zahlreichen hochkarätigen Bayern-Ausfällen haben sich die personellen Nöte des deutschen Rekordmeisters vor den entscheidenden Spielen in dieser Saison mit der Verletzung von Musiala weiter verschärft.
Musiala leitet vor Verletzung die Wende ein
Der für Musiala eingewechselte Thomas Müller, um dessen Zukunft es heiße Debatten gibt, erlebte den Bayern-Sieg noch auf dem Spielfeld mit. Nachdem Musiala (42. Minute) vor der Pause den Rückstand von Dimitris Giannoulis (30.) gekontert hatte, erzielte Kane mit seinem 23. Saisontor per Kopf das 2:1 für die Münchner (60.). In der Nachspielzeit traf Leroy Sané zum 3:1.
«Ein absolut verdienter Sieg. Es war sehr wichtig für uns, dass wir nach dem Rückstand zurückgekommen sind. Das haben wir gut gemacht. Wir sind sehr ruhig geblieben und haben das Spiel noch einen Tick mehr kontrolliert», betonte Kimmich.
Kurz vor dem 2:1 war Kane nach einem Zweikampf mit Cédric Zesiger zu Fall gekommen, was die Gelb-Rote Karte für den Augsburger als Schlüsselszene nach sich zog (59.). Der schon verwarnte Zesiger hatte erst den Ball gespielt, aber dann Kane hart am Knöchel getroffen.
«Das ist sehr frustrierend, vor allem die Art und Weise. Aus unserer Sicht waren einige Entscheidungen des Schiedsrichters nicht gerecht. (…) Solche Entscheidungen entscheiden das Spiel. Wir haben es Bayern schwer gemacht, aber nach der Roten Karte war es schwer für uns», sagte FCA-Kapitän Jeffrey Gouweleeuw.
Für das Überraschungsteam des FCA war es vor 30.660 Zuschauern die erste Niederlage in der Rückrunde. Die Münchner zogen am Abend vor dem Spiel von Verfolger Bayer Leverkusen in Heidenheim erst einmal auf neun Punkte davon.
Münchner «Herkulesaufgabe»
«Es ist eine Herkulesaufgabe, dieses Bollwerk zu knacken», ahnte Bayern-Sportvorstand Max Eberl vor dem Anpfiff und sollte mit dieser Prognose Recht behalten. Gegen die beste Defensive des Kalenderjahres mühte sich die beste Offensive um Kane, der beim Hinspielsieg per Hattrick und mit dem Tor des Jahres traf, lange vergeblich. Die Münchner Überlegenheit blieb ohne Mehrwert. Es fehlte an Schärfe und Präzision im Angriff. In Überzahl änderte sich das dann.
Den Gastgebern war bis zum Gelb-Rot-Stimmungsdämpfer das gesteigerte Selbstvertrauen nach zuvor elf Spielen ohne Niederlage deutlich anzumerken. Die erste gute Tormöglichkeit nutzte Giannoulis fulminant. Jeffrey Gouweleeuw führte einen Freistoß zügig aus und übertölpelte damit den schläfrigen Bayern-Verteidiger Konrad Laimer. Giannoulis drosch den Ball unter die Latte.
Sané Aktivposten im Bayern-Angriff
Der FC Bayern kam aber zurück. Dass Sané entscheidenden Anteil am Ausgleich durch Musiala hatte, überraschte nicht. Der Offensivmann überzeugte als Aktivposten und stieß auch in dieser Szene mit Tempo in die Spitze. Seine Hereingabe verarbeitete Musiala versiert und traf gegen drei Augsburger Verteidiger aus der Drehung. Sein zwölftes Saisontor.
Kurz nach Beginn des zweiten Durchgangs fehlte Michael Olise nicht viel zum zweiten Gäste-Tor. Sein Schuss knallte gegen die Latte, als Musiala verletzt auf dem Boden hockte. Wenige Minuten später stellte Kane dann die Weichen nach einer Freistoßflanke von Olise auf Sieg.
Die Sorgen der Bayern vor dem Spiel gegen Inter aber bleiben: Trainer Vincent Kompany beklagt schon zahlreiche Ausfälle von Topspielern wie Kapitän Manuel Neuer, Dayot Upamecano, Alphonso Davies, Hiroki Ito und auch Kingsley Coman.
Augsburg (dpa) – Der FC Bayern München muss wohl den nächsten Verletzungsschock verkraften. Fußball-Nationalspieler Jamal Musiala musste beim 3:1 im Bundesliga-Auswärtsspiel des Tabellenführers beim FC Augsburg nach 54 Minuten verletzt ausgewechselt werden und wird voraussichtlich für das Viertelfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Inter Mailand am Dienstag ausfallen.
«Es sieht nicht so brillant aus. Für Dienstag wird es nicht reichen», sagte Bayern-Sportvorstand Max Eberl und Joshua Kimmich ergänzte bei DAZN: «Es ist extrem bitter, unabhängig, ob es Jamal oder jemand anderes es ist. Es ist schon krass, was wir für Verletzungen haben momentan.»
Der 22-jährige Musiala saß bei einem Bayern-Angriff plötzlich im Augsburger Strafraum auf dem Rasen und musste nach einer kurzen Behandlung den Platz verlassen. Dabei wurde er von Betreuern gestützt.
Für Musiala, der für die Münchner in der ausverkauften Augsburger Arena in der 42. Minute mit seinem zwölften Saisontor für den 1:1-Pausenstand gesorgt hatte, kam Routinier Thomas Müller ins Spiel.
Der Zeitpunkt der Verletzung von Musiala ist äußerst ungünstig für die Münchner vor den Höhepunkten in dieser Saison. Trainer Vincent Kompany beklagt schon zahlreiche Ausfälle von Topspielern wie Kapitän Manuel Neuer, Dayot Upamecano, Alphonso Davies, Hiroki Ito und auch Kingsley Coman.
Braunschweig (dpa/lni) – Der SC Paderborn hat im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga zweimal eine Führung verspielt und den Sprung auf den Relegationsrang verpasst. Der über weite Strecken harmlose und fehleranfällige Abstiegskandidat Eintracht Braunschweig drehte die Partie und besiegte die Ostwestfalen spektakulär mit 3:2 (1:1).
Für die Niedersachsen war der überraschende Sieg ein wichtiger Erfolg im Kampf in der Abstiegszone. Vorerst steht der Club in der Tabelle punktgleich mit dem 15. Preußen Münster, der am Samstag in Düsseldorf spielt.
Filip Bilbija (26. Minute) und Adriano Grimaldi (48.) sorgten jeweils für die Führungstreffer der Gäste. Vor 20.283 Zuschauern im Eintracht-Stadion erzielten Richmond Tachie (44.) und die eingewechselten Spieler Rayan Philippe (71.) sowie Leon Bell Bell (78.) die Tore für Braunschweig.
Paderborn über weite Strecken besser
Die Paderborner bestimmten etwa 70 Minuten das Geschehen auf dem Platz, Grimaldi streifte mit seinem Kopfball die Latte (8.). Sein nächster Kopfball landete bei Bilbija, der den Ball mit der Brust ins Tor beförderte.
Doch die Mannschaft von Eintracht-Trainer Daniel Scherning, der als gebürtiger Paderborner mehrere Jahre im Verein als Spieler und Co-Trainer verbracht hatte, kam durch einen schönen Volley-Treffer von Tachie zurück.
In der Drangphase des SCP gleich nach Beginn der zweiten Hälfte erzielte der starke Grimaldi die erneute Führung. Doch die oftmals überfordert wirkenden Gastgeber schockierten die Paderborner durch die Treffer von Philippe und Bell Bell. Grimaldi verpasste noch den Ausgleich (83.), sodass am Ende tatsächlich Braunschweig jubelte.
Karlsruhe (dpa) – Der Karlsruher SC hat Hannover 96 die erste Niederlage in der Rückrunde und einen Dämpfer im Aufstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga zugefügt. Die Badener gewannen dank des Siegtreffers von Christoph Kobald mit 1:0 (0:0). Während die Hausherren die 40-Punkte-Marke erreichten, verpassten die Niedersachsen den vorübergehenden Sprung auf den Relegationsplatz.
Vor 28.818 Zuschauern kam die Mannschaft von 96-Trainer André Breitenreiter besser ins Spiel. Zunächst verpasste Jannik Dehm in der 17. Minute die Führung. Wenig später musste KSC-Keeper Max Weiß gegen Phil Neumann retten.
Hausherren belohnen sich
Aber auch die Karlsruher fanden nach einem fehlerbehafteten Beginn immer wieder Lösungen und belohnten sich für ihren nun mutigeren Auftritt durch Kobald (54.). Der aufgerückte Abwehrspieler stand nach einem Distanzschuss an die Latte von Marvin Wanitzek richtig und schob ein.
Hannover gab nach dem Gegentor nicht auf. Die Gäste schafften es gegen die von der Führung beflügelten Karlsruher jedoch nicht, die erste Niederlage unter Breitenreiter zu verhindern. Der 51-Jährige hatte Ende Dezember die Nachfolge von Stefan Leitl angetreten und seither drei Siege und sieben Remis in zehn Spielen eingefahren.
Rom/Berlin (dpa) – Mats Hummels hat das Ende seiner erfolgreichen Karriere angekündigt, im Sommer ist Schluss für den Fußball-Weltmeister und fünfmaligen deutschen Meister. Zahlreiche Weggefährten haben den 36 Jahre alten Innenverteidiger gewürdigt. Die Stimmen:
Hummels‘ Ex-Klub Borussia Dortmund (als Kommentar bei Instagram): «Einer der größten Spieler unserer Vereinsgeschichte macht Schluss – Deine Karriere war einzigartig, Mats! Wir verneigen uns vor Deinen Leistungen, Deinen Erfolgen und Deiner Laufbahn. Für immer Borusse! Für immer eine schwarzgelbe Legende!»
Hans-Joachim Watzke, Borussia Dortmunds Vorsitzender der Geschäftsführung (bei X): «Mats Hummels ist einer der größten Spieler, die Borussia Dortmund je entwickelt hat – und das sagt angesichts der Vielzahl von Profis aus unserem Hause eine Menge aus. Wir werden immer eng mit Mats verbunden bleiben – und ich gehe ganz fest davon aus, dass Mats das ganz genauso sieht.»
Weltmeister-Trainer Jogi Löw (bei «Bild»): «Mats war für mich der stille Held der WM 2014. Über andere Spieler ist mehr berichtet worden, aber ich weiß nicht, ob wir ohne seine Leistungen – besonders im Finale – wirklich Weltmeister geworden wären. Er hat sich mit seiner Situation lange beschäftigt. Sein Rücktritt jetzt kam für mich nicht ganz überraschend.»
DFB-Präsident Bernd Neuendorf: «Mit Mats Hummels tritt ein weiterer Spieler der Weltmeister von 2014 und der U21-Europameister von 2009 zurück. Mats Hummels war auch in der Nationalmannschaft eine echte Führungsfigur. Er hat auf und abseits des Platzes immer Verantwortung übernommen. Wir sind ihm für seine großen Verdienste um den deutschen Fußball, mit der Krönung des WM-Titels von 2014, sehr dankbar.»
Bundestrainer Julian Nagelsmann: «Mats Hummels hat in seinen besten Jahren internationale Maßstäbe gesetzt und ist zu einem Vorbild für eine ganze Generation von Verteidigern geworden. Er war nicht nur in der Nationalmannschaft ein herausragender Innenverteidiger und hat seine Position modern interpretiert. Man hat ihm immer angemerkt, was es ihm bedeutet hat, für Deutschland zu spielen. Von seiner Erfahrung und seinem taktischen Verständnis haben auch nach dem WM-Titelgewinn 2014, bei dem er eine zentrale Säule des Teams war, viele Spieler profitiert. Die Nationalmannschaft hat Mats viel zu verdanken.»
DFB-Sportdirektor Rudi Völler: «Mats Hummels war eines der prägenden Gesichter in einer sehr erfolgreichen Zeit der Nationalmannschaft und des DFB. An diesen Erfolgen hatte er als Führungsspieler, aber auch als Identifikationsfigur abseits des Platzes erheblichen Anteil. In seiner erfolgreichen Karriere hat er seine Vereine geprägt – mit dem Abschluss bei einem der größten Klubs in der schönsten Stadt der Welt.»
Ex-Frau Cathy Hummels, die mit dem Fußballprofi einen Sohn hat (bei Instagram): «Der nächste Hummels steht in den Startlöchern. Es war mir eine Freude, dich so viele Jahre bei deiner Karriere begleiten zu können. Du hast so vielen Menschen eine Freude mit deiner Spielkunst und Antizipation geschenkt.»
Nationalmannschaftskollege Lukas Podolski (bei Instagram): «Danke für alles, mein Freund!»
Rom (dpa) – Er war eine der Säulen beim deutschen WM-Triumph 2014 in Brasilien und bei vielen Titelgewinnen mit Borussia Dortmund und dem FC Bayern München. Am Ende dieser Saison ist Schluss für Mats Hummels, wie der 36 Jahre alte Abwehrspieler bei Instagram bekannt gab. Diese Spielzeit bei AS Rom wird die letzte für ihn sein, wie Hummels in einem emotionalen Video ankündigte.
«Nach über 18 Jahren und so vielen Dingen, die mir der Fußball gegeben hat, beende ich diesen Sommer meine Karriere», sagte Hummels in dem Video, das mit Szenen aus seiner großen Laufbahn unterlegt war. «Wenn ich das alles sehe, weiß ich noch mehr, wie viel diese ganze Reise, dieser ganze Weg mir bedeutet hat, wie außergewöhnlich das war, das erfahren zu dürfen.»
Fünfmal deutscher Meister, Leistungsträger in der Klopp-Ära
Bundestrainer Julian Nagelsmann würdigte Hummels in höchsten Tönen. «Mats Hummels hat in seinen besten Jahren internationale Maßstäbe gesetzt und ist zu einem Vorbild für eine ganze Generation von Verteidigern geworden», sagte Nagelsmann. «Er war nicht nur in der Nationalmannschaft ein herausragender Innenverteidiger und hat seine Position modern interpretiert. Man hat ihm immer angemerkt, was es ihm bedeutet hat, für Deutschland zu spielen.»
Hummels wurde mit dem FC Bayern und Borussia Dortmund insgesamt fünfmal deutscher Meister und dreimal DFB-Pokalsieger. Der Innenverteidiger war dabei Leistungsträger der erfolgreichen BVB-Mannschaft unter Trainer Jürgen Klopp, die 2011 und 2012 die Meisterschaft gewann und 2012 auch den DFB-Pokal holte.
2016 wechselte er zurück zum FC Bayern, für den er schon vor seiner Zeit beim BVB gespielt hatte. Dort gewann er drei Meisterschaften in Folge und noch zweimal den Pokal. Im Jahr 2021 war der DFB-Pokal dann auch der letzte große Titel für Hummels, da aber wieder in Diensten des BVB, zu dem er 2019 zurückgekehrt war.
Zuletzt spielte der Innenverteidiger für die AS Rom, gehörte dort aber nicht mehr zur Stammformation. Sein Vertrag nach dem eher unglücklich verlaufenen Italien-Abstecher endet im Sommer.
Siegtorschütze im WM-Viertelfinale
Seinen größten Erfolg feierte der langjährige Nationalspieler 2014 mit dem Gewinn des Weltmeistertitels in Brasilien. Dabei köpfte er im Viertelfinale gegen Frankreich das 1:0-Siegtor, zuvor hatte er bereits beim 4:0-Auftakterfolg gegen Portugal per Kopf zum 2:0 getroffen. In 78 Länderspielen erzielte er fünf Tore.
«Mats Hummels war eines der prägenden Gesichter in einer sehr erfolgreichen Zeit der Nationalmannschaft und des DFB. An diesen Erfolgen hatte er als Führungsspieler, aber auch als Identifikationsfigur abseits des Platzes erheblichen Anteil», sagte DFB-Sportdirektor Rudi Völler. «In seiner erfolgreichen Karriere hat er seine Vereine geprägt.»
Verwehrt blieb ihm der Titel in der Champions League – trotz gleich zwei Finalteilnahmen mit dem BVB: 2013 unterlag er im Londoner Wembley-Stadion dem FC Bayern 1:2, elf Jahre später gab es am selben Ort eine 0:2-Niederlage gegen Real Madrid.
In seinem Video zeigte er sich sehr ergriffen. «Ich kämpfe gerade mit den Emotionen. Jetzt kommt der Moment, um den kein Fußballer herumkommt», leitete er die Botschaft ein. Im Anschluss blickte er dankbar auf seine große Karriere zurück. «Es gehört viel dazu einfach, die richtigen Trainer im richtigen Moment, fit sein im richtigen Moment, die richtigen Mitspieler zur richtigen Zeit.» Die großen Stadien und die Fans wie auf der Dortmunder Süd-Tribüne wird er vermissen: «Es war wunderbar, vor solchen Kulissen vor den Fans spielen zu dürfen, und das wird mir fehlen, es wird mir verflucht fehlen.»
Von Löw aussortiert und zurückgeholt
Der kopfballstarke und oft auch mit fußballerischen Qualitäten überzeugende Hummels erlebte im Verlauf der Karriere auch überaus schmerzhafte Momente. Vier Jahre nach dem WM-Triumph von Rio de Janeiro durch das 1:0 gegen Argentinien schied der Titelverteidiger 2018 in Russland in der WM-Vorrunde aus. Das war einer deutschen Nationalmannschaft nie zuvor passiert.
Mit einiger Verzögerung teilte ihm der damalige Bundestrainer Joachim Löw im März 2019 ebenso wie seinem Abwehrpartner Jérôme Boateng und Thomas Müller mit, ihn nicht mehr für die DFB-Auswahl zu nominieren. Zwei Jahre später holte Löw dann Hummels und Müller für die EM zurück, das Aus kam 2021 im Achtelfinale in England.
Auch der jetzige DFB-Trainer Nagelsmann berief Hummels zunächst in die Nationalmannschaft. Das 0:2 im November 2023 in Österreich war aber sein letztes Länderspiel. Für die Heim-Europameisterschaft im vorigen Jahr berücksichtigte Nagelsmann den Routinier nicht mehr, der BVB verlängerte seinen Vertrag nicht mehr. In Rom verabschiedet sich der spiel- und meinungsstarke Fußballer nun nach fast zwei Jahrzehnten bald aus dem Profigeschäft.