Basel (dpa) – Zu viel politische Ablenkung, zu wenig Fußball-Fokus: Die deutsche Nationalmannschaft hat sich nach Ansicht von Murat Yakin zuletzt selbst um mögliche Turniererfolge gebracht. Für die WM im Sommer in Amerika bleibt die DFB-Elf für den Schweizer Nationaltrainer aber ein Favorit.
«Sie haben eine überragende Qualität. Wenn man sie spielen lässt, dann sind das überragende Spieler», sagte der frühere Bundesliga-Profi vor dem WM-Testspiel der Eidgenossen gegen die DFB-Auswahl am Freitag (20.45 Uhr/RTL) in Basel. Bei der WM in Katar 2022 habe sich Deutschland zu sehr um «Nebenschauplätze» gekümmert.
Die Schweiz habe das zuletzt «besser gemacht», meinte Yakin bezüglich der Konzentration auf die Fußball-Belange. Unter Bundestrainer Julian Nagelsmann sei der Fokus trotz der schwierigen weltpolitischen Lage aber in Richtung des Sports gerückt. «Deswegen ist mit Deutschland immer zu rechnen», sagte der Schweizer Coach. Deutschland bleibe eine «Turniermannschaft».
Yakin will Schweizer Fußball-Geschichte schreiben
Mit der «Nati» hat der 51-Jährige im Sommer in Amerika große Ziele. «Wir wollen die beste WM aller Zeiten spielen», kündigte er an. Bisher sind Viertelfinalteilnahmen 1934, 1938 und beim Heimturnier 1954 die besten WM-Ergebnisse der Schweizer, allerdings bei damals deutlich weniger Mannschaften.
2022 kam die Schweiz mit Yakin als Coach ins Achtelfinale, schied dann gegen Portugal (1:6) krachend aus. Bei der EM 2024 war wie für Deutschland im Viertelfinale Schluss – nach einem 3:5 im Elfmeterschießen gegen England. Bei der WM sind Co-Gastgeber Kanada, Katar und der Sieger der Playoffgruppe mit Italien, Nordirland, Bosnien-Herzegowina und Wales die Gruppengegner.
Xhaka gegen Deutschland ungeschlagen
Schweiz-Kapitän Granit Xhaka will seine Serie gegen Deutschland am Freitag in seiner Heimatstadt Basel ausbauen. Seit dem 5:3 im EM-Test 2012 ebenfalls in Basel ist der frühere Profi von Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen in allen vier Spielen gegen die DFB-Elf ungeschlagen. Bei der EM 2024 gab es zum Abschluss der Gruppenphase ein 1:1. Sein Respekt vor dem deutschen Fußball ist dennoch riesig. «Die Deutschen geben dir etwas anderes, sie geben dir eine Mentalität», sagte er.