Bremen (dpa) – Werder Bremen hat im Kampf gegen den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga einen herben Rückschlag hinnehmen müssen. Im Kellerduell mit dem FSV Mainz 05 kassierten die Grün-Weißen daheim eine verdiente 0:2 (0:1)-Niederlage. Auch, weil sich eine Taube vor dem ersten Gegentreffer auf das Spielfeld verirrt hatte?
«Wir waren gedanklich zu spät dran», sagte Bremens Trainer Daniel Thioune über die Szene – dem Vogel wollte er aber nicht die Schuld geben. Trotzdem meinte der Mainzer Phillip Mwene mit einem Schmunzeln: «Dank an die Taube.»
Werder-Kapitän Friedl: «Es tut weh»
«Es tut weh, weil die Mainzer, obwohl sie unter der Woche gespielt haben, uns komplett den Schneid abgekauft haben», sagte Bremens Kapitän Marco Friedl bei DAZN und stellte fest: «Am Ende ist es verdient.» Sein Teamkollege Leonardo Bittencourt wollte nach dem Ende der Mini-Serie «nicht alles schwarzmalen. Es geht jetzt weiter. Wir wussten, dass es schwer wird, dass es bis zum letzten Tag gehen wird.»
Nach den beiden Siegen gegen Heidenheim und Union Berlin zeigten die Bremer dieses Mal eine ganz schwache Leistung und fielen auf den 15. Tabellenplatz zurück. Der Druck vor dem nächsten Abstiegsduell beim Vorletzten VfL Wolfsburg am kommenden Samstag ist damit wieder deutlich gestiegen.
Die Mainzer machten dagegen einen wichtigen Schritt in Richtung Rettung und verbesserten sich auf den 13. Tabellenplatz. Vor 41.800 Zuschauern im Bremer Weserstadion erzielten Paul Nebel (6. Minute) und Jae-Sung Lee (52.) die Treffer für die Mannschaft von Trainer Urs Fischer. «Vor allem in der zweiten Hälfte war es ganz hart», sagte Fischer.
Werder findet nie ins Spiel
Werder konnte zu keiner Zeit an die gute Leistung aus dem Union-Spiel anknüpfen. In Niklas Stark und Senne Lynen fielen zwei Spieler kurzfristig aus, sodass Trainer Thioune zu Umstellungen gezwungen war. Und die Änderungen taten dem Spiel der Gastgeber nicht gut. In der kompletten ersten Halbzeit fehlte es den Aktionen der Grün-Weißen an Tempo und Esprit. Das Mittelfeld mit Bittencourt, Jens Stage und Cameron Puerta harmonierte überhaupt nicht.
So hatten es die Mainzer leicht, die frühe Führung zu verwalten. Schon beim Gegentreffer hatte sich Werder extrem schläfrig präsentiert. Nach einem Einwurf konnte Mwene unbedrängt flanken, in der Mitte kam Nebel frei zum Kopfball und brachte die Gäste in Führung. Die Bremer Spieler waren vor dem Einwurf offenbar noch mit einer auf den Platz geflogenen Taube beschäftigt. Marco Krüll versuchte, das Tier zu vertreiben.
Tor für verletzten Silas
Danach schnappten sich die Mainzer ein Trikot des verletzt fehlenden Silas und liefen geschlossen zur Mainzer Fankurve. Der Angreifer hatte sich beim 0:0 in der Conference League in Olmütz das Schien- und Wadenbein gebrochen und wird bis zum Saisonende ausfallen.
Nach dem Seitenwechsel kamen die Bremer zunächst etwas schwungvoller aus der Kabine und hatten durch Marco Grüll eine gute Chance zum Ausgleich (48.). Doch nur wenig später präsentierte sich die Bremer Abwehr wieder im Tiefschlaf. Nach einer Hereingabe von Sheraldo Becker stocherte Lee den Ball in der Mitte über die Torlinie.
Werder fiel auch in der Folgezeit nicht viel ein. Den Mainzern reichte eine solide Leistung, um den Vorsprung in einem ganz schwachen Bundesliga-Spiel über die Zeit zu bringen.