Madrid (dpa) – Tottenham-Trainer Igor Tudor hat die Auswechslung seines unglücklichen Torwarts Antonin Kinsky nach nur 17 Minuten in der Champions League verteidigt. «Das war notwendig, um den Spieler und die Mannschaft zu schützen», sagte Tudor nach der 2:5-Pleite der Engländer bei Atlético Madrid im Achtelfinal-Hinspiel. «Eine unglaubliche Situation», sagte der 47-Jährige.
Der unter Druck stehende Tudor hatte statt auf Stammkeeper Guglielmo Vicario auf den jungen Tschechen (22) gesetzt, der zuvor in dieser Spielzeit erst zweimal im Ligapokal zum Einsatz kam. Das sei in der aktuellen Situation die richtige Entscheidung gewesen, sagte Tudor. Für Kinsky war es sein erstes Spiel in der Königsklasse.
Schon in der 15. Minute führte Madrid 3:0, auch weil der Torwart zweimal patzte. Bei Atléticos Führung rutschte er bei einem Pass weg. Wenig später spielte er den Ball relativ unbedrängt genau in die Füße von Julian Alvarez, der ohne Probleme das 3:0 machte. «Er ist ein guter Torwart. Leider sind in diesem wichtigen Spiel diese Fehler passiert», sagte der Trainer.
Ex-Torhüter Schmeichel: Tudor «hat seine Karriere komplett ruiniert»
Von früheren Torhütern gab es scharfe Kritik an Tudor. «Er ersetzt ihn, das wird Auswirkungen auf den Rest seiner Karriere haben. Er hat seine Karriere komplett ruiniert», sagte der frühere Torwart von Manchester United, Peter Schmeichel, beim US-Sender CBS. Englands Ex-Nationaltorhüter Joe Hart sagte bei TNT Sports: «Ich bin einfach nur untröstlich für den Jungen.»
Der Kroate Tudor, der zuvor Juventus Turin und Lazio Rom trainierte, ist erst seit Mitte Februar Trainer bei dem Club aus London. Nach vier Niederlagen in vier Spielen könnte er schon vor dem Aus stehen. In der Premier League kämpft Tottenham gegen den Abstieg.