Leverkusen/Piräus (dpa) – Im brodelnden Karaiskakis-Stadion brennt Bayer Leverkusen auf eine Revanche. Ausgerechnet an jenem Ort, an dem sich die Werkself vor vier Wochen jegliche Möglichkeit auf den direkten Achtelfinal-Einzug in der Champions League verbaute, will Bayer nun diesen Schritt in den Playoffs gegen Olympiakos Piräus nachholen.

«Dieser Warnschuss wird uns mit Sicherheit helfen, um hellwach zu sein. Uns erwartet wieder die gleiche Atmosphäre und die gleiche Art von Fußball. Für Piräus ist es das Spiel des Jahres», sagte Sportchef Simon Rolfes vor dem Hinspiel am Mittwochabend (21.00 Uhr/DAZN). Für die Revanche im wärmeren Südeuropa hat er einen klaren Plan: «Wir müssen das Mindset haben, als Erstes die Lösung nach vorne zu suchen. Dann haben wir dort gute Möglichkeiten.»

Schmerzhafte Erinnerungen an Piräus

Im Januar geriet Leverkusen beim griechischen Meister durch ein Blitz-Tor nach nur 92 Sekunden früh ins Hintertreffen. Darauf folgte eine katastrophale Chancenverwertung, ein starker Piräus-Keeper und kurz vor der Pause ein eiskalter Konter eines hoch pressenden Gegners zum 0:2-Endstand. Trotz dieser Niederlage zog Bayer dank eines 3:0-Erfolgs gegen den FC Villarreal am letzten Spieltag immerhin noch in die K.o.-Runde ein.

Vor der Rückkehr ans griechische Meer sind die Vorzeichen inzwischen andere: Nach dem schwächsten Jahresstart seit 2004 mir zwei Niederlagen in der Liga und dem Debakel in Piräus hat Leverkusen die Ergebniskrise überwunden und ist wieder im Soll. Die Mannschaft von Trainer Kasper Hjulmand steht im Pokal-Halbfinale, ist in der Liga seit vier Spielen unbesiegt und damit auch wieder nah an den Champions-League-Plätzen.

Allen voran der souveräne 4:0-Sieg am Samstag gegen den FC St. Pauli war mehr als nur ein Ergebnis. Der klare Heimsieg und vor allem die Art und Weise gaben Selbstvertrauen. «So eine Leistung haben wir gebraucht», befand Hjulmand. «Wir hatten zuvor vier Siege und ein Unentschieden, aber nicht diese Leistung.» Vor allem Effizienz und defensive Stabilität überzeugten den Coach. «Diese Leistung war ein guter Push für die nächsten Spiele», so der Däne. 

Routinier Hofmann vor Comeback 

Noch größer als bei vielen anderen dürfte die Vorfreude bei Jonas Hofmann sein. Für den 33-Jährigen könnte die Reise nach Griechenland eine Premiere in dieser Saison bereithalten: Nachdem der ehemalige Nationalspieler zuletzt im Champions-League-Kader keine Rolle spielte und die Ligaphase verpasste, steht Hofmann – genau wie Martin Terrier und Tim Oermann – nun auf der Liste. Entsprechend groß ist die Motivation, die neue Chance sofort zu nutzen.

«Mein Ziel ist es, noch möglichst viele Champions-League-Spiele zu bestreiten. Ich freue mich darauf, wieder die Hymne zu hören. Ich bin heiß und freue mich darauf», sagte Hofmann. Mindestens zwei Einsätze sind für den Routinier möglich, denn schon am kommenden Dienstag steht das Rückspiel vor heimischem Publikum an. Im Falle eines Weiterkommens ins Achtelfinale käme es dann zu einem Duell mit dem FC Arsenal oder dem FC Bayern München.