Athen (dpa) – Für Said El Mala hatte der Premierentreffer für die deutsche U21-Nationalmannschaft nicht nur sportlich einen großen Wert. «Meine Oma ist verstorben und das Tor war für sie», sagte der Kölner nach dem wichtigen 2:0 auf dem Weg zum EM-Ticket. Wenige Tage vor dem Spiel in Griechenland hatte er vom Verlust erfahren.
«Ich habe mich entschieden, hierzubleiben, weil ich den Jungs helfen wollte – und dass ich dann heute das Tor machen und damit helfen konnte und meine Oma oben glücklich gemacht habe, ist umso schöner», sagte der 19-Jährige bei ProSieben Maxx.
Nach der frühen Führung von El Mala (11. Minute) machte der Treffer des Augsburgers Anton Kade (73. Minute) in Athen die Tabellenführung vor dem bisherigen Spitzenreiter Griechenland endgültig perfekt. Auf dem Weg zur EM-Endrunde 2027 in Albanien und Serbien hat die Mannschaft von Trainer Antonio Di Salvo vor den drei Qualifikationsspielen im September und Oktober alles selbst in der Hand.
«Das emotionalste Tor seiner Karriere»
Auch dank El Mala, dem Di Salvo die Entscheidung über ein Mitwirken im entscheidenden Spiel um den Gruppensieg freigestellt hatte. «Ich habe ihm die Wahl gelassen, auch nach Hause zu fahren, einfach dann auch das zu machen, das zu fühlen, was er braucht», schilderte der Trainer. «Er hat sich entschieden, hier zu sein. Ich glaube, dass ihm das guttat. Er hat sich jetzt mit dem Tor belohnt.»
Auch die Teamkollegen fühlten mit dem Kölner. «Er hat mir danach gesagt, es war sein emotionalstes Tor in seiner Karriere», sagte Kapitän Tom Bischof zu «Bild» und «Kicker». «Das verstehe ich auch. Omas sind noch was ganz anderes.»
Trainer: Er konnte vielleicht etwas zurückzahlen
Insgesamt hätten alle dem Offensivspieler geholfen, sagte Di Salvo. «Ich muss ein Lob aussprechen. Zum einen an Said, aber auch an die ganze Mannschaft, die ihn super aufgefangen hat, die Spieler waren für ihn da, haben ihn abgelenkt. Aber auch wir vom Staff, auch unsere Sportpsychologin hat sich extrem viel um ihn gekümmert – und er konnte vielleicht ein bisschen was zurückzahlen.»
Die neun Gruppensieger sowie der beste Gruppenzweite qualifizieren sich direkt für die EM-Endrunde. Die acht verbleibenden Gruppenzweiten bestreiten Playoffs, um die letzten vier Endrundenteilnehmer zu ermitteln.