Antalya (dpa) – Vor den Augen von FIFA-Präsident Gianni Infantino haben iranische Fußball-Nationalspieler vor einem Testspiel Bilder gezeigt, die im Krieg getötete Kinder zeigen sollen. Bei der Nationalhymne vor der Partie im türkischen Antalya gegen Costa Rica hielten die Fußballer und Funktionäre die Bilder in den Händen. Die darauf zu sehenden Kinder sollen bei einem Angriff der USA und Israels auf den Iran ihr Leben verloren haben.

Infantino: FIFA wird Team weiter unterstützen

Infantino teilte am Abend via Instagram mehrere Fotos von sich mit Spielern und Verantwortlichen des iranischen Teams. «Fußball verbindet und schenkt Hoffnung, selbst unter schwierigsten Bedingungen, und die FIFA wird das Team weiterhin unterstützen, um ihm bestmögliche Voraussetzungen für die Vorbereitung auf die WM zu schaffen», schrieb der 56-Jährige.

Er freue sich darauf, «zu sehen, wie sie der Welt eine positive Botschaft der Menschlichkeit und des Zusammenhalts überbringen». 

Bereits am Freitag hatten die iranischen Spieler ihr Testspiel gegen Nigeria (1:2) für eine ähnliche Aktion genutzt. Sie hatten das Spielfeld mit Schulranzen in der Hand betreten. Damit spielten sie auf einen Bombenangriff auf eine Mädchenschule im Süden Irans an, bei dem Ende Februar zahlreiche Schülerinnen zwischen sieben und zwölf Jahren, viele Lehrerinnen sowie Eltern starben. Medienberichten zufolge sollen US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich sein.

Irans WM-Teilnahme weiter offen

Gegen Costa Rica siegte der Iran mit 5:0. Das Spiel war eigentlich als Test für die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada eingeplant. Ob der Iran an dem Turnier im Sommer aber tatsächlich teilnimmt, ist wegen des Krieges noch unklar.

Infantino, der das Spiel auf der Tribüne verfolgte, hatte schon vor dem Test am Dienstag auf eine Teilnahme gedrängt. «Wir wollen, dass Iran spielt, Iran wird bei der Weltmeisterschaft spielen. Es gibt keinen Plan B, C oder D – es gibt Plan A», sagte der Chef des Weltverbands in einem Interview des mexikanischen Fernsehsenders N+ Univision.

Angesichts des Krieges möchte der Iran seine drei Vorrundenpartien nicht – wie bislang geplant – in den USA austragen, sondern in Mexiko. Ob der Fußball-Weltverband diesem Wunsch nachkommen kann oder überhaupt will, ist unklar. Die Vereinigten Staaten und Israel greifen den Iran seit Ende Februar an. Das Land führt Gegenschläge aus.

Irans Verbandschef Mehdi Tadsch hatte vor rund anderthalb Wochen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen Boykott der USA, nicht aber der WM angekündigt, ohne dies näher zu erläutern. Die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni und dauert bis zum 19. Juli. In der Gruppenphase soll der Iran auf Belgien, Neuseeland und Ägypten treffen.