Basel (dpa) – Die ganz große Aktion glückte Bayern-Jungstar Lennart Karl bei seiner Länderspiel-Premiere nicht. Trotzdem wurde nach dem halbstündigen Debüt des 18-Jährigen im Baseler St. Jakob-Park viel über ihn geredet. Und das nur positiv. Und ganz besonders schwärmte der Mann, der das 4:3 der Fußball-Nationalmannschaft gegen die Schweiz entscheidend geprägt hatte: Florian Wirtz.

«Ich habe ihn diese Woche das erste Mal im Training gesehen. Er ist ein Topspieler. Es macht sehr viel Spaß, mit ihm zu spielen», sagte der an allen vier Treffern beteiligte Doppeltorschütze Wirtz über den 22. Debütanten in der Amtszeit von Bundestrainer Julian Nagelsmann. 

«Wir wollen nicht zu viel Druck auf ihn geben», sagte der 22 Jahre alte Wirtz über den Teenager vom FC Bayern München. Und dann ließ Wirtz eine große Prophezeiung folgen: «Er wird uns die nächsten Jahre so viel Spaß geben.»

Auf Anhieb mehr Aktionen als Sané 

Die Freude am Fußball war Karl nach seiner Einwechslung in jeder Aktion anzusehen. Und er hatte deutlich mehr Aktionen als der fast unsichtbare Leroy Sané, den er in der 63. Minute auf dem rechten Flügel ablöste. Auch wenn Karl auf Anhieb kein Tor glückte – oder eine Torvorlage. 

Der Youngster deutete mit seiner Dynamik und seinem Spielwitz aber an, warum er trotz seiner Jugend ein heißer WM-Kandidat ist. «Schön, das hat er sich verdient», sagte Sportdirektor Rudi Völler kurz und bündig über Karl. 

«Er versteckt sich nicht»

«Er hat Spielwitz. Er versteckt sich nicht. Er hat frischen Wind reingebracht», lobte Routinier Pascal Groß. Der 34-Jährige bescheinigte Karl, der Nationalmannschaft «einen Mehrwert» geben zu können. 

Bayern-Kollege Jonathan Tah befand: «Lennart ist sehr gut reingekommen ins Spiel, mit der richtigen Bereitschaft.» Vielleicht darf der Neuling schon am Montag (20.45 Uhr/ARD) im zweiten WM-Test in Stuttgart gegen Ghana etwas länger vorspielen. Dann gelingt ihm vielleicht auch sein Premieren-Treffer.