Zwolle (dpa) – Der ehemalige niederländische Fußball-Nationalspieler Romeo Castelen (42) ist wegen Geldwäsche zu einer Gefängnisstrafe von 18 Monaten verurteilt worden. Sechs Monate der Strafe wurden zur Bewährung ausgesetzt, teilte das Gericht in Zwolle mit. Die Anklage hatte drei Jahre Haft gefordert. Die Verteidigung des früheren Profis des Hamburger SV kündigte Berufung gegen das Urteil an.

Der frühere Stürmer muss nach dem Urteil auch zwei Millionen Euro zurückbezahlen. Im selben Verfahren wurde ebenfalls ein Partner von ihm, ein ehemaliger Fußballscout, zu einer Haftstrafe verurteilt. 

140.000 Euro im Handgepäck

Castelen war 2019 am Amsterdamer Flughafen festgenommen worden, nachdem in seinem Gepäck fast 140.000 Euro Bargeld gefunden worden waren. Er hatte angegeben, das Geld im Glücksspiel gewonnen zu haben. Doch das fanden die Richter nicht überzeugend. 

Der Niederländer soll eine zentrale Rolle in einem Geldwäschesystem über einen chinesischen Fußballverein gespielt haben, für den er seit 2017 spielte. Dabei soll er mehrfach aus den Niederlanden mit großen Geldsummen nach China oder Hongkong geflogen sein.

Castelen hatte in den Niederlanden unter anderem für Feyenoord Rotterdam gespielt und war zwischen 2004 und 2007 auch zehnmal für die Nationalmannschaft im Einsatz gewesen. Für den HSV war er von 2007 bis 2012 aktiv.