Leverkusen (dpa) – Auf dem wolkenverhangenen Trainingsplatz von Bayer Leverkusen überzeugte Patrik Schick im Abschlusstraining nicht nur mit seinen Schüssen aufs Tor, sondern zeigte beim Ballhochhalten auch sein Feingefühl. Nach seinem Doppelpack beim 2:0-Hinspielerfolg bei Olympiakos Piräus will der Tscheche mit Bayer im Rückspiel am Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime) den Sprung ins Champions-League-Achtelfinale klarmachen.
Immer wieder hat der 30-Jährige zuletzt bewiesen, wie wichtig er für den deutschen Meister und DFB-Pokalsieger von 2024 ist. Torgefährlich war der Mittelstürmer immer, aber gerade bei der Defensivarbeit, im Anlaufen und im Spiel mit dem Rücken zum Tor hat sich Schick enorm verbessert. Er reift damit zu einem Angreifer, der nicht nur vollendet, sondern auch vorbereitet und mitdenkt.
Mehr als nur ein Vollstrecker
Nach seinem Doppelpack innerhalb von 144 Sekunden in Piräus betonte Bayer-Sportgeschäftsführer Simone Rolfes: «Wichtig ist, dass Patrik vorne viel arbeitet und versucht, Bälle festzumachen – das ist nicht die Lieblingsaufgabe eines Stürmers, aber enorm wichtig.» Sein Trainer Kasper Hjulmand lobte: «Er war sehr, sehr scharf. In so einem Spiel ist seine Erfahrung zu spüren.»
Schon in der Ligaphase bewies Schick seine Bedeutung für die Werkself: Sein 1:0 bei Benfica Lissabon brachte Bayer in der Königsklasse zurück auf Kurs, beim 2:0-Sieg bei Manchester City steuerte er per Kopf das zweite Tor bei. Auch zuletzt beim 0:1 bei Union Berlin zeigte Schick nach 60 Minuten auf der Bank noch seine Gefahr, als er in der Nachspielzeit nur knapp über das Tor köpfte. Es wäre sein achter Saisontreffer gewesen.
Schick bringt nach Umbruch Erfahrung
Der 30-Jährige gehört zu den wenigen Spielern, die nach dem XXL-Umbruch in Leverkusen im Sommer geblieben sind – obwohl auch sein Name immer wieder in Transfergerüchten auftauchte. Anstatt den nächsten Schritt anderswo zu suchen, verlängerte der Mittelstürmer vorzeitig bis 2030 in Leverkusen und setzte damit ein klares Zeichen der Verbundenheit mit dem Club.
«Ich fühle mich wie zu Hause, ich werde in diese sechste Saison mit dem Verein gehen», sagte Schick vor der Saison im Trainingslager. Der seit 2020 beim Werksclub unter Vertrag stehende Angreifer ist vollends im Rheinland angekommen. Nach Spielen in der BayArena sieht man ihn regelmäßig mit seiner Tochter und seinem Sohn auf dem Rasen oder in den Katakomben.
Ruhiger Charakter abseits des Platzes
Abseits des Platzes zählt Schick zu den ruhigeren Vertretern im lauten Fußballgeschäft. Spricht er, tut er das zumeist in einem besonnenen Ton. Nicht immer lief alles glatt: 2022 und 2023 fiel er wegen wiederkehrender Verletzungen mehr als ein Jahr lang aus. Dennoch hielt Bayer unbeirrt an seinem Torjäger fest – eine Entscheidung, die sich längst ausgezahlt hat.
Als integraler Bestandteil der Mannschaft will der 1,91 Meter große Schick nun auch auf dem Weg in Achtelfinale vorausgehen und die gute Ausgangsposition vor heimischem Publikum ins Ziel bringen.