Frankfurt/Main (dpa) – Der designierte deutsche WM-Torhüter Oliver Baumann bezeichnet sich selbst noch nicht als Nationaltorwart Nummer eins. «Da die Aussage so aber noch nie vom Bundestrainer selbst kam, nehme ich sie auch nicht in den Mund», sagte der 35-Jährige in einem Interview der «Zeit». Nach der Verletzung von Marc-André ter Stegen und des von Manuel Neuer ausgeschlossenen Comebacks gilt der Hoffenheimer Baumann als Nummer 1 für die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko.
Baumann: Das ist nicht zielführend
Den Zeitpunkt für ein starkes Statement sieht der zehnmalige Nationaltorhüter noch nicht gekommen. «Ich find’s einfach nicht zielführend, wenn von außen immer wieder diese Debatte angefeuert wird: Der oder der soll’s machen! Oder: Jetzt muss eine Entscheidung her!», sagte Baumann.
«Es geht ja nicht darum, dass ich nicht spielen möchte, jeder Einsatz wäre das absolut Größte auf der Welt für mich, die Erfüllung meines Lebenstraums. Aber es hilft nichts, wenn ich mich hinstelle und sage, ich bin die Eins, solange mein Chef das nicht gesagt hat», sagte er.
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte zuletzt aber schon auf «drei Fakten» bei der Torhüter-Thematik hingewiesen, die deutlich für Baumann im WM-Tor sprechen. Fakt eins sei, dass ter Stegen nach seinem Wechsel zum FC Girona erneut lange ausfalle. Fakt zwei sei, dass Neuer seinen DFB-Rücktritt unumstößlich bekräftigt habe.
Nagelsmanns Prognose
«Und Fakt drei ist, dass Oli eine herausragend gute Saison spielt und es bei uns auch in der WM-Qualifikation herausragend gut gemacht hat und auch im März das herausragend gut machen wird. Die drei Fakten, glaube ich, sagen relativ viel aus», sagte der Bundestrainer zu seinen Planungen.
Die letzten Länderspiele vor der Benennung des vorläufigen WM-Aufgebots im Mai finden am 27. März in der Schweiz an und drei Tage später in Stuttgart gegen Ghana statt. Außer Baumann zählten zuletzt der Freiburger Noah Atubolu, Alexander Nübel vom VfB Stuttgart und der Augsburger Finn Dahmen zum Nationalmannschaftskreis.