Leipzig (dpa) – Nach dem nächsten Rückschlag hat RB Leipzigs Trainer Ole Werner von seiner Mannschaft mehr Killerinstinkt für das Ziel Champions League gefordert. «Wir sind in einem sehr engen Rennen, in dem es entscheidend ist, wie effektiv du deine Momente nutzt», sagte der Coach nach dem 2:2 gegen den VfL Wolfsburg. «Das ist uns in den letzten Wochen nicht so gelungen, wie es der Konkurrenz um uns herum gelungen ist.»
Zehnmal schoss Leipzig für zwei Tore auf das Wolfsburger Tor. Die mit Abstiegssorgen kämpfenden Niedersachsen benötigten für dieselbe Ausbeute drei Schüsse.
Leipzig ist nur noch Fünfter, bis zum Dritten Hoffenheim sind es bereits fünf Punkte Rückstand. Zudem kann Leverkusen noch vorbeiziehen, wenn das Nachholspiel beim HSV gewonnen wird. «Fakt ist, dass wir in den letzten Wochen zu wenig Punkte geholt haben», befand Werner.
Unerwartete Formschwäche
Was Leipzig fehlt, ist nicht nur Effektivität. In den vergangenen Wochen überkam die Mannschaft eine Formschwäche, die dazu führte, dass gegen die Abstiegskandidaten Mainz, St. Pauli und Wolfsburg am Ende nur zwei von möglichen neun Punkten eingefahren wurden. «Die Ergebnisse sind nicht so, wie wir uns das vorstellen», sagte Sportchef Marcel Schäfer. «Aber trotzdem haben wir alles noch in der eigenen Hand.»
Ausgerechnet in dieser zähen Phase hatte Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff das Saisonziel angehoben. Die Mannschaft soll sich für die Champions League qualifizieren, gab der frühere Clubboss nach dem Pokal-Aus in München vor. «Vielleicht ist es genau der richtige Moment», meinte Werner.
Schäfer ordnet Mintzlaff-Aussagen ein
Schaut man auf das Ergebnis gegen Wolfsburg, war es das eher nicht. Schaut man auf die Leistung, lässt sich schon eher so argumentieren. «Vom Auftreten war das wirklich ein gutes Spiel. Aber wenn du unter die ersten Vier kommen willst, musst du das in drei Punkte ummünzen», sagte der 37 Jahre alte Coach.
Die Worte von Mintzlaff hallen nach. Für Schäfer waren die Aussagen allerdings weniger bemerkenswert. «Oliver hat etwas formuliert, was seit Jahren die Ambition des Clubs ist. Er ist auch jemand, der immer nach dem Maximum strebt», sagte der 41-Jährige. Und Mintzlaff sieht es – das hat die Vergangenheit gezeigt – besonders gern, wenn dieses Maximum auch erreicht wird.