Nach Titel-Aberkennung: Senegal zieht vor Sportgerichtshof

Nach Titel-Aberkennung: Senegal zieht vor Sportgerichtshof

Lausanne (dpa) – Der senegalesische Fußball-Verband ist nach der Aberkennung des Titels beim Afrika Cup in Marokko wie angekündigt vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas gezogen. Der Cas bestätigte den Eingang einer Berufung gegen die Entscheidung des afrikanischen Fußball-Verbandes Caf. Diese zielt darauf ab, die Caf-Entscheidung aufzuheben und Senegal wieder zum Sieger des Afrika Cups zu erklären.

Das Berufungsgericht des Caf hatte zwei Monate nach dem von Tumulten geprägten Endspiel dem Einspruch von Marokko stattgegeben und das Match, das der Senegal sportlich mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen hatte, mit 3:0 für den Gastgeber gewertet.

Das Gericht begründete die Entscheidung mit einer Regelung des Afrika Cups, wonach das senegalesische Team durch das Verlassen des Platzes aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung gegen Ende der regulären Spielzeit die Partie aufgegeben habe. In erster Instanz war Senegals Verband nur zu einer Geldstrafe verurteilt worden.

Was war überhaupt passiert?

Das Finale des Afrika Cups am 18. Januar war infolge fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen komplett aus dem Ruder gelaufen. Nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff zugunsten Marokkos in der Nachspielzeit hatte Senegals Mannschaft im Januar fast geschlossen den Platz verlassen. Ex-Bayern-Profi Sadio Mané holte seine Kollegen auf das Feld zurück.

Brahim Díaz verschoss danach den Elfmeter für Marokko kläglich, in der Verlängerung erzielte Pape Gueye das Siegtor für den Senegal. Die Marokkaner legten anschließend Einspruch ein, dem in zweiter Instanz stattgegeben wurde.

Danach hatte der Senegal angekündigt, er werde «alle geeigneten Rechtsmittel ausschöpfen, einschließlich vor den zuständigen internationalen Gerichtsinstanzen», damit der Vorrang des sportlichen Ergebnisses wiederhergestellt werde.

Rassismus gegen Nationalspielerin: Mann verurteilt

Rassismus gegen Nationalspielerin: Mann verurteilt

London (dpa) – Nach seinen rassistischen Beleidigungen gegen die englische Nationalspielerin Jess Carter ist ein 60-jähriger Mann zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er darf zudem vier Jahre lang kein Fußballspiel besuchen, wie die Nachrichtenagentur PA aus dem Gerichtssaal berichtete. Der Mann hatte die spätere Europameisterin Carter während der EM 2025 in den sozialen Medien rassistisch beleidigt, der Fall hatte große Aufmerksamkeit erregt.

Er wurde zu sechs Wochen Haft verurteilt, deren Vollstreckung für zwölf Monate zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zudem muss er gemeinnützige Arbeit leisten und umgerechnet rund 275 Euro Gerichtskosten und Opferabgabe zahlen. Der 60-Jährige hatte sich zusätzlich wegen des Besitzes einer Waffe an einem privaten Ort schuldig bekannt. Bei der Durchsuchung seines Hauses war ein Schlagstock gefunden worden. Dafür wurde er zu einer gleichzeitig geltenden Haftstrafe von vier Wochen auf Bewährung verurteilt.

«Sie haben sie aus keinem anderen Grund ins Visier genommen, als dass sie eine prominente Fußballerin ist», sagte der Richter. «Das hat bei Ihrem Opfer erheblichen Stress und Angst verursacht.» Bei dem Urteil sei berücksichtigt worden, dass der Mann seine 20 Jahre alte, an Epilepsie leidende Tochter betreue.

Havertz und die Esel: «Sehr ruhige Tiere – so wie ich»

Havertz und die Esel: «Sehr ruhige Tiere – so wie ich»

Herzogenaurach (dpa) – Für Kai Havertz liegt seine eher ungewöhnliche Beziehung zu Eseln auch in einem Wesenszug der Tiere begründet. «Das sind sehr, sehr ruhige Tiere, so ein bisschen wie ich», sagte der Fußball-Nationalspieler bei einer Pressekonferenz. Er liebe Tiere generell, aber ganz besonders den Esel.

«Ich glaube, der eine oder andere lacht auch immer drüber. Die Jungs wissen auch Bescheid, dass ich ein Esel-Fan bin, und es gibt da schon den einen oder anderen, der da ein paar Witze drüber macht», berichtete der Offensivspieler des englischen Topclubs FC Arsenal.

Drei Esel zum 18. Geburtstag

Es habe bei ihm «im jungen Alter angefangen, dass ich da irgendwie so eine Liebe entwickelt habe», berichtete der 26-Jährige. In einem Interview mit dem «Guardian» hatte Havertz einmal verraten, dass es mit einem Kuschel-Esel anfing und er dann zu seinem 18. Geburtstag von seinen Eltern Patenschaften für drei echte Esel geschenkt bekam. Inzwischen setzt sich der Fußballprofi aktiv für den Schutz der Tiere ein. 

Havertz will beim Auftakt ins WM-Jahr an diesem Freitag (20.45 Uhr/RTL) mit einem Testspiel in Basel gegen die Schweiz sein Comeback in der Nationalmannschaft geben. Aufgrund einiger Verletzungsprobleme hat der Arsenal-Profi seit November 2024 kein Länderspiel mehr bestritten.

WM-Auftrag für ungleiche Stellvertreter Havertz und Rüdiger

WM-Auftrag für ungleiche Stellvertreter Havertz und Rüdiger

Herzogenaurach (dpa) – Noch bevor Kai Havertz auf dem DFB-Podium warmherzig über seine ziemlich ungewöhnliche Esel-Liebe sprach, plauderte er angeregt mit seinem Kollegen Antonio Rüdiger. Die heimische Tierwelt dürfte dabei kaum das Thema gewesen sein. Die beiden so grundverschiedenen Stellvertreter von DFB-Kapitän Joshua Kimmich radelten vor dem Geheimtraining der Fußball-Nationalmannschaft locker nebeneinander auf den Ergometern im Fitnessraum des Homegrounds in Herzogenaurach. 

Freihändig. Einträchtig. Fokussiert auf ihre lang ersehnten Comebacks rechtzeitig vor der WM. Zu bereden gibt es genug für die Schlüsselspieler von Julian Nagelsmann vor dem ersten Test-Länderspiel des Jahres am Freitag (20.45 Uhr/RTL) im Basler St. Jakob Park gegen die Schweiz. Nach einem Tag Belastungsteuerung in Franken standen der Innenverteidiger und der langjährige Torgarant zur Freude des Bundestrainers wieder auf dem Platz. 

Besondere Sympathien für Rüdiger

Den jüngsten Wirbel um das richtige Maß an Aggressivität und Einsatz von Rüdiger kann Havertz nicht nachvollziehen. Intensiv und herzlich sei der Kontakt der DFB-Troika gewesen mit dem Real-Verteidiger und mit Kimmich in der für ihn schweren Zeit, die ihn wegen verschiedener Verletzungen zu einer quälenden DFB-Pause seit November 2024 zwang. Dankbar sei er für den im Profifußball nicht selbstverständlichen Zuspruch der Kollegen. 

«Toni kenne ich sehr, sehr lang schon, habe mit ihm zusammen bei Chelsea gespielt und habe mit ihm dort auch sehr, sehr viel Zeit verbracht», erzählte Havertz. «Und da muss ich natürlich für die beiden auch irgendwie so ein bisschen meinen Respekt zollen, weil ich weiß, dass die auch ihre Karriere haben, die auch ihre Familie haben», sagte Havertz. 

Mit der Ernennung von Havertz und Rüdiger zu Co-Kapitänen hatte Nagelsmann im Spätsommer 2024 überrascht. Heute kann man einen Plan des auf Rollenprofile versessenen Bundestrainers erkennen. Im Schatten von Kapitän Kimmich kommen den Stellvertretern im WM-Konzept von Nagelsmann ganz unterschiedliche Aufgaben zu – auch wenn das erwartete Rollengespräch zumindest für Havertz noch aussteht, wie der 26-Jährige berichtete. 

Faible für Esel

Wenn Rüdiger der emotionale Anführer ist, der oft für viele Kritiker knapp an der Vertretbarkeitsgrenze agiert, der pusht und auch mal provoziert, dann ist Havertz der softe Leader. Der Nice Guy. Dessen großes Herz auch für Tiere und ganz speziell seit vielen Jahren eben für Esel schlägt. Dafür müsse er auch bei der Nationalmannschaft manchen Witz einstecken. «Das sind sehr, sehr ruhige Tiere, so ein bisschen wie ich. Und deswegen, keine Ahnung, Liebe war immer da», sagte der Arsenal-Angreifer. 

Mit der Rückkehr des international erfahrenen und mit gemeinsamen Champions-League-Meriten beim FC Chelsea (2021) ausgezeichneten Duos hält jedenfalls wieder eine andere hierarchische Qualität Einzug bei der Nationalmannschaft. Zuletzt war aus der Führungsriege nur noch Kimmich übrig, zumal auch die Mannschaftsräte Marc-André ter Stegen, Niclas Füllkrug und der nun wieder nominierte Pascal Groß fehlten.

Unterschiedliche Aufgaben in Team-Hierarchie

Rüdiger und Havertz werden bei der Entwicklung des von Kimmich vehement eingeforderten WM-Teamgeistes wichtige Aufgaben zukommen. Havertz‘ spezieller Wert abseits einer großen offensiven Flexibilität auf dem Platz ist dabei auf den ersten Blick schwerer zu erkennen. 

«Es ist klar, dass ich natürlich jetzt kein lautstarker Spieler bin, der in der Kabine die großen Ansprachen hält, das weiß, glaube ich, jeder. Aber es gibt auch Spieler, die einfach dann hoffentlich mit der Leistung vorneweg gehen, und da zähle ich mich auf jeden Fall dazu, einfach weil ich die Erfahrung habe», sagte der 55-malige Nationalspieler, der mit 20 Toren hinter Serge Gnabry (25 Tore) die zweitmeisten im aktuellen Kader für Deutschland erzielt hat. 

Nagelsmann war als Bundestrainer von Anfang an ein Havertz-Fan, setzte ihn trotz Verwunderung und Kritik im misslungenen Spätherbst 2023 gegen die Türkei (2:3) und in Österreich (0:2) sogar als eine Art Linksverteidiger ein. Kritik daran verbat er sich. Jetzt ist Havertz wieder im Offensivverbund gesetzt, wo er in der Schweiz und drei Tage später gegen Ghana auch mit den anderen England-Profis Florian Wirtz und Nick Woltemade wirbeln soll. 

Kommt das Wort auf die breit diskutierten Start- und Formschwierigkeiten der Kollegen in der Premier League, wird Havertz energisch. Beide hätten mit Leistung überzeugt. «Mich hat es persönlich überrascht, weil ich persönlich weiß, wie schwer es ist, nach England zu wechseln, auch einen Club zu wechseln, vor allem für so viel Geld», sagte Havertz, der 2020 für die damalige Rekordsumme von 100 Millionen Euro von Bayer Leverkusen zu Chelsea ging.

Kehl-Nachfolger Book startet: «Puzzlestück für neuen BVB»

Kehl-Nachfolger Book startet: «Puzzlestück für neuen BVB»

Dortmund (dpa) – Willkommen in der Champions League! Wie groß die Erwartungen bei seinem Herzensclub sind, wurde dem neuen Sportdirektor aus der saarländischen Provinz beim Start schnell deutlich gemacht. «Bei uns ist ordentlich Leben in der Bude. Das gehört ja auch zur Kern-DNA beim BVB», sagte Clubchef Carsten Cramer, der Borussia Dortmund entschlossen wieder auf Titelreife trimmen möchte, und kündigte Ole Book mit großen Worten an.

«Wir wollen nicht einfach nur den Resetknopf drücken, sondern wirklich ein Update starten», sagte Cramer und bezeichnete den Nachfolger des am Sonntag geschassten Sebastian Kehl als «fehlendes Puzzlestück für den neuen BVB». Wie der neue BVB aussehen soll, verdeutlichte Sportchef Lars Ricken: Die Dortmunder wollen wieder ein echter Widersacher von Bayern München werden und haben den Weg dorthin Kehl offensichtlich nicht mehr zugetraut. «Wenn wir etwas näher an die Bayern herankommen wollen, brauchen wir einen homogenen Kader. Dafür steht Ole», sagte Ricken. 

Die Message ist klar: Der 40 Jahre alte Book soll auf einem viel höheren Level als noch bei der SV Elversberg in der 2. Liga seine Spürnase beweisen, Spieler zu Werten machen und einen Kader entwickeln, der internationalen Ansprüchen genügt. «Perlen sind hier Spieler, die unterbewertet sind und sich bei Borussia Dortmund gut entwickeln», sagte Book und wies Vorbehalte zurück, der Sprung zum Champions-League-Dauergast könnte für ihn noch ein Schritt zu groß sein.

Book hatte Ausstiegsklausel nur für den BVB 

«Gute Fußballer sind auch Liga-übergreifend gute Fußballer. Die Vorgehensweise ist sehr ähnlich. Hier habe ich jetzt noch einmal ganz andere Möglichkeiten», sagte der frühere Zweitligaprofi, der auch explizit darauf hinwies, sich «sogar im internationalen Spitzenfußball» in den vergangenen Jahren fortgebildet zu haben.

Über das nötige Selbstbewusstsein verfügt der gebürtige Münsterländer aus dem nur rund 60 Kilometer von Dortmund entfernten Beckum jedenfalls. In seinen Vertrag beim Zweitliga-Dorfclub aus dem Saarland ließ er sich eine Ausstiegsklausel schreiben – nur für den BVB. «Das zeugt von Selbstvertrauen und Weitsicht», befand Ricken über den seiner Meinung nach «bestmöglichen Sportdirektor für Borussia Dortmund». 

An Identifikation dürfte es jedenfalls nicht mangeln. Seit Kindheitstagen ist Book BVB-Fan, verfolgte früher schon mit seinem Vater Spiele von der Südtribüne aus. «Das war natürlich ein Traum», sagte Book zu seinem neuen Job, bei dem das Rampenlicht greller ist als im beschaulichen Elversberg.

«Grundsätzlich werden mir die Herausforderungen in den nächsten Tagen und Wochen nicht ausgehen. Dessen bin ich mir bewusst», sagte der Kehl-Nachfolger, von dem sich die Bosse ein weniger zögerliches Vorgehen wünschen, das sie bei aller Wertschätzung Kehl unterschwellig vorwarfen und weshalb sie bereits Ende Januar Kontakt zu Book aufnahmen. 

Klarer Auftrag: BVB soll wieder angreifen

«Wir müssen bereit sein, auch Veränderungen anzugehen», sagte Cramer, der das Bild einer notwendigen Baustelle zeichnete: «Wir sprechen nicht von einem kompletten Neubau. Wir haben ja ein schickes Haus. Aber es bietet noch Ausbau-Reserven.»

Zumindest inhaltlich sieht Book das ähnlich. «Vielleicht gibt es ein paar Details, wo ich das Gefühl habe, dass wir den Kader noch etwas weiter entwickeln können.» Diesbezüglich wolle er sich «ganz schnell in die Arbeit schmeißen und loslegen». Was ihm dabei vorschwebt, dürfte die Herzen der anspruchsvollen BVB-Fans höher schlagen lassen. «Der neue Weg wird sicher von einer gewissen Attraktivität geprägt sein», sagte Book. «Ich stand und stehe für mutigen und offensiven Fußball.»

Eine seiner ersten Amtshandlungen beschäftigten ihn allerdings mit einem gegenwärtigen BVB-Profi. Die wieder wahrscheinlicher gewordene Vertragsverlängerung mit Nico Schlotterbeck, die Kehl noch auf den Weg gebracht hatte, gilt es nun für den Neuen, unter Dach und Fach zu bringen. «Ich bin da im Thema drin, habe Nico schon geschrieben», berichtete Book.

Comeback möglich: Rüdiger und Havertz im DFB-Training

Comeback möglich: Rüdiger und Havertz im DFB-Training

Herzogenaurach (dpa) – Kai Havertz und Antonio Rüdiger haben wieder am Teamtraining der Fußball-Nationalmannschaft teilgenommen und stehen vor einem Comeback nach langen Verletzungspausen. Das Duo gehörte zu den 24 Akteuren, die Bundestrainer Julian Nagelsmann bei einer nicht öffentlichen Einheit im Teamquartier in Herzogenaurach auf dem Platz hatte. 

Lediglich der Frankfurter Nathaniel Brown übte zum Aufbau individuell. Ein Einsatz des Linksverteidigers in den WM-Testspielen am Freitag (20.45 Uhr/RTL) in Basel gegen die Schweiz und am Montag (20.45 Uhr/ARD) in Stuttgart gegen Ghana scheint aber nicht gefährdet.

Nach Belastungsteuerung auf dem Platz

Havertz und Rüdiger hatten die Einheit am Dienstag wegen Belastungsteuerung noch versäumt, konnten nun aber laut DFB-Angaben komplett mitwirken. Die Vize-Kapitäne gehören nach Auszeiten wieder zum DFB-Aufgebot und spielen wichtige Rollen für Nagelsmann Richtung WM. 

Offensivspieler Havertz vom FC Arsenal bestritt sein bisher letztes Länderspiel im November 2024 in Ungarn (1:1). Verteidiger Rüdiger von Real Madrid stand zuletzt im September 2025 in der WM-Qualifikation gegen Nordirland (3:1) im DFB-Trikot auf dem Platz.

Medien: Mbappé in Madrid am falschen Knie untersucht

Medien: Mbappé in Madrid am falschen Knie untersucht

Madrid (dpa) – Die Ärzte des spanischen Fußball-Rekordmeisters Real Madrid sollen den an Schmerzen leidenden Starstürmer Kylian Mbappé laut Medienberichten im Dezember am falschen Knie untersucht haben. Die Zeitung «El País» und das Fachblatt «Marca» schrieben, sie hätten die Enthüllung des französischen Senders «RMC Sport» zweifelsfrei bestätigt.

«El País» schrieb, die daraus resultierende Fehldiagnose habe Mbappés Knieverletzung «verschärft und die Genesung verzögert». Der französische Nationalstürmer schäume vor Wut, hieß es unterdessen in «Marca». Beim nächsten Champions-League-Gegner des FC Bayern München habe der Fehler der medizinischen Abteilung Chaos ausgelöst, versichert das Blatt.

Der französische Journalist Daniel Riolo hatte am Dienstag in der «RMC»-Sendung «After Foot» erklärt, die Ärzte der «Königlichen» hätten sich schlichtweg am Knie geirrt und deshalb eine falsche Diagnose erstellt. «Eine Kernspintomographie wurde an seinem rechten Bein durchgeführt, obwohl er am linken Bein Schmerzen hatte», hieß es. Das habe den Kapitän der Équipe de France «gehörig auf die Palme gebracht», als er davon erfahren habe.

In Paris fand Mbappé «die richtige Lösung»

Eine Stellungnahme zu diesen Aussagen gaben die verschiedenen Beteiligten zunächst nicht ab. Mbappé, der sich am 7. Dezember bei der Heimpleite Reals gegen Celta de Vigo (0:2) verletzt hatte, sagte am Montag auf eine Frage nach seiner Verletzung: «Ich hatte das Glück, in Paris die richtige Lösung zu finden.» Er sei in dieser Zeit «nicht der glücklichste Spieler der Welt» gewesen.

«El País» schrieb, man habe den Fehler der Real-Ärzte «über direkt beteiligte Quellen» bestätigt. Die renommierte Zeitung betonte: «Die von uns im Verein konsultierten Quellen haben dies nicht dementiert.»

Mbappé wurde in Paris vom Arzt Bertrand Sonnery-Cottet behandelt und sei nun zu «100 Prozent fit», sagte Riolo. Der 27-Jährige war nach längerer Pause bei Real bei den Siegen bei Manchester City (2:1) am 17. März sowie am Sonntag gegen Atlético Madrid (3:2) eingewechselt worden und spürte keine Probleme. Es wird daher erwartet, dass er bei den WM-Testspielen der französischen Nationalmannschaft am Donnerstag in Boston gegen Brasilien sowie am Sonntag in Landover bei Washington gegen Kolumbien zum Einsatz kommt.

Kabinett fasst Beschluss zu Public Viewing bei Fußball-WM

Kabinett fasst Beschluss zu Public Viewing bei Fußball-WM

Berlin (dpa) – Fußball-Fans können sich auch während der diesjährigen Weltmeisterschaft auf Public-Viewing-Veranstaltungen freuen. Das Bundeskabinett hat in Berlin die nötigen Ausnahmen von den normalerweise geltenden Lärmschutzregeln beschlossen. Damit werden öffentliche Übertragungen von Spielen auch nach 22.00 Uhr möglich – falls die Länder im Bundesrat auch noch zustimmen. Davon ist aber auszugehen.

Entscheidung liegt vor Ort

«Städte und Gemeinden haben damit die Möglichkeit, dass Public-Viewing-Veranstaltungen trotz Zeitverschiebung genehmigt werden können – hoffentlich sogar bei einem Finale am 19. Juli mit deutscher Beteiligung», erklärte der für Lärmschutz zuständige Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). 

Die Fußball-Weltmeisterschaft findet vom 11. Juni bis 19. Juli in den USA, Kanada und Mexiko statt. Die Behörden vor Ort müssen bei ihren Entscheidungen zum Public Viewing zwischen dem öffentlichen Interesse an der Übertragung der Spiele und dem Schutzbedürfnis der Nachbarschaft in Bezug auf Lärm abwägen. Vergleichbare Verordnungen gab es den Angaben zufolge seit der Fußball-WM 2006.

Besonders viele Spiele in der deutschen Nachtzeit

Anders als bei früheren Events sei der Anteil der Spiele, die während der Nachtzeit stattfinden, besonders hoch, erklärte das Umweltministerium. Als Nachtzeit gelte in Deutschland der Zeitraum von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr. Die vier häufigsten Anstoßzeiten seien 21.00 Uhr (19 Spiele), 3.00 Uhr (12 Spiele), 22.00 Uhr (10 Spiele) und Mitternacht (9 Spiele).

Das erste Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Curaçao beginnt um 19.00 Uhr, die beiden Spiele gegen die Elfenbeinküste und Ecuador jeweils um 22.00 Uhr. Das Finale und die Halbfinals starten um 21.00 Uhr, das Spiel um Platz 3 um 23.00 Uhr.