Verletztem BVB-Kapitän Can droht langer Ausfall

Verletztem BVB-Kapitän Can droht langer Ausfall

Dortmund (dpa) – Borussia Dortmunds Kapitän Emre Can droht nach seiner Verletzung im Bundesliga-Topspiel gegen den FC Bayern München (2:3) ein langer Ausfall. Der Arzt habe nach der ersten Untersuchung «kein gutes Gefühl» gehabt, sagte Trainer Niko Kovac bei Sky. Auf die Nachfrage, ob es sich um eine Verletzung am Kreuzband handele, antwortete Kovac: «Es sieht ein bisschen danach aus. Es ist schon so, und er hat auch was gehört.» Sollten sich die Kreuzbandverletzung und der lange Ausfall bestätigen, «dann ist es für uns wieder ein richtig harter Schlag», sagte Kovac.

Can hatte sich gegen Ende der ersten Halbzeit am linken Knie verletzt. Der Fußball-Nationalspieler wollte sich zunächst aber nicht auswechseln lassen und kam aufs Feld zurück. «Er hat dann nochmal weitergemacht und die zweite Aktion hat ihm dann, glaube ich, noch den Rest gegeben, leider», sagte Kovac, der seinen Abwehrspieler in der Nachspielzeit der ersten Hälfte auswechselte. 

Kovac: Kein Vorwurf an die Ärzte

«Ich habe ihn ja gefragt, und die Ärzte wussten auch nicht, was jetzt los ist. Die wollten ihn untersuchen, er sagte: Ich mach‘ jetzt weiter. Dann kannst du als Arzt auch nichts sagen», verteidigte Kovac die medizinische Abteilung des BVB. 

Ob Can der Nationalmannschaft für die ersten Länderspiele des Jahres Ende März in der Schweiz und gegen Ghana zur Verfügung steht, ist sehr fraglich. Im Falle eines Kreuzbandrisses wäre die WM-Teilnahme im Sommer unmöglich.

Meisterschaft scheint entschieden: Bayern enteilt dem BVB

Meisterschaft scheint entschieden: Bayern enteilt dem BVB

Dortmund (dpa) – Der einmal mehr überragende Harry Kane tanzte mit ausgebreiteten Armen vor den mitgereisten Fans, für die der Titelkampf nach dem Prestigesieg bei Borussia Dortmund bereits entschieden ist. «Deutscher Meister FCB», sangen die Bayern-Fans. Angesichts des 3:2 (0:1)-Siegs beim Tabellenzweiten und nun elf Punkten Vorsprung zweifelt am 35. Meistertitel der Münchner kaum noch jemand. 

«Wir wollen weiter unsere Spiele gewinnen. Wir wussten aber, dass das ein bedeutendes Spiel für uns war», sagte Bayerns Nationalspieler Jonathan Tah bei Sky. Der an vielen wichtigen Szenen beteiligte BVB-Verteidiger Nico Schlotterbeck meinte: «Das war ein All-in-Spiel für uns. Ich glaube, man kann uns nicht vorwerfen, dass wir zu wenig gemacht haben.» Am Ende habe es aber leider nicht gereicht. «Es ist sau ärgerlich, hier zu verlieren.»

Schlotterbeck bringt BVB in Führung

Schlotterbeck (26.) hatte den BVB in Führung gebracht, allerdings gleich zweimal Glück, nicht vom Platz gestellt zu werden. Super-Torjäger Kane mit einem Doppelpack (54. Minute/70., Foulelfmeter) und Joshua Kimmich (87.) entschieden das Prestigeduell nach der Pause. Daniel Svensson (83.) hatte zum zwischenzeitlichen 2:2 getroffen.

Neben der schmerzhaften Niederlage beklagte Dortmund auch den Ausfall von Kapitän Emre Can, der vor der Pause anscheinend ernsthaft verletzt ausgewechselt werden musste.

Trotz einer klaren Leistungssteigerung zum 1:4-Desaster bei Atalanta Bergamo in der Champions League verloren die Dortmunder damit auch das zweite Saisonspiel gegen die Bayern. Der bislang letzte Heimsieg gegen den Rekordmeister liegt bereist mehr als sieben Jahre zurück. Für das Team von Trainer Niko Kovac war es zudem die erste Heimniederlage überhaupt in dieser Saison.

Dortmund verbessert nach Königsklassen-Klatsche

Von Beginn an war Feuer im Prestigeduell, das zum 114. Mal ausgetragen wurde. In der Bundesliga gab es nur die Duelle der Bayern mit Werder Bremen (118) und Borussia Mönchengladbach (115) öfter. Die Dortmunder waren sichtlich bemüht, die Schmach von Bergamo und das blamable Ausscheiden in der Champions League unter der Woche wettzumachen. Die Intensität gegen mental und physisch frischere Bayern war deutlich höher.

Den Ball ließ aber erstmal der Tabellenführer laufen. Der BVB verteidigte leidenschaftlich, kam aber kaum aus der eigenen Hälfte raus. Die Führung fiel wie aus dem Nichts und nicht aus dem Spiel heraus. Eine Freistoßflanke von Daniel Svensson köpfte Schlotterbeck vorbei an Jonas Urbig ins Netz. Manuel Neuer hatte den Wettlauf mit der Zeit nach seinem Faserriss verloren und es nicht in den Kader geschafft. Schlotterbeck hatte bei seinem vierten Saisontreffer Glück, überhaupt noch auf dem Platz zu stehen.

Nach gut einer Viertelstunde hatte der Nationalverteidiger Josip Stanisic übel und stumpf umgetreten und die Gelbe Karte gesehen. Damit war der 26-Jährige gut bedient. Nach dem 1:0 des BVB änderte sich das Spiel. Die Dortmunder bekamen nun etwas mehr Zugriff, es entwickelte sich bis zur Pause ein intensiver Schlagabtausch, den die Bayern-Fans weitestgehend still verfolgten.

Darum schwiegen die Bayern-Fans 

Vor dem Bundesliga-Gipfel hatte es eine Auseinandersetzung der Polizei mit Teilen der organisierten Fanszene des Rekordmeisters gegeben. Laut Sky-Informationen hätten Gäste-Fans aus Protest und aus Solidarität mit den betroffenen Anhängern entschieden, sich mit Gesängen und Anfeuerungen zurückzuhalten.

Keine zehn Minuten nach Wiederanpfiff war es kurzzeitig vorbei mit der guten Abwehrarbeit der Dortmunder. Beim Ausgleich durch Goalgetter Kane rückte der für Can eingewechselte Ramy Bensebaini etwas zu ungestüm aus dem Abwehrzentrum raus, weshalb Serge Gnabry und Torschütze Kane bei einem Chipball von Joshua Kimmich komplett frei vor dem BVB-Tor auftauchten. Der Kapitän der englischen Nationalmannschaft ließ sich diese Einladung nicht nehmen und vollstreckte zum 29. Mal in dieser Saison. 

Bensebaini und Guirassy wegen Ramadan zunächst auf der Bank

Bensebaini hatte schon in Bergamo schwerwiegend mehrfach gepatzt und war wie Serhou Guirassy zu Spielbeginn zunächst auf der Bank geblieben. Dortmunds Trainer Kovac hatte dies vor dem Spiel mit dem muslimischen Fastenmonat Ramadan begründet. «Wir sind seit zwei Wochen in der Fastenzeit und wir haben schon vier Spiele gespielt. Es kostet viel Energie, wenn du den ganzen Tag nicht essen und nicht trinken kannst und deswegen konnte ich die Jungs heute einfach auch nicht bringen», sagte Kovac bei Sky. 

Guirassy-Ersatz Fábio Silva erwischte allerdings einen rabenschwarzen Tag und war im Angriff ein Totalausfall. Der Portugiese gewann kaum einen Zweikampf und verlor viele Bälle. Erst nach über eine Stunde hatte Kovac ein Einsehen und tauschte die beiden Angreifer gegeneinander aus. 

Schlotterbeck im Glück

Eine Wirkung hatte dies zunächst nicht. Ein Schlotterbeck-Tritt gegen Stanisic im Strafraum brachte die Bayern in Führung. Der sichere Elfmeterschütze Kane verwandelte den fälligen Strafstoß. Auch bei der Szene hatte Schlotterbeck Glück. Die eigentlich fällige zweite Gelbe Karte gegen ihn ließ Schiedsrichter Sven Jablonski diesmal stecken. 

Nach dem 2:2-Ausgleich durch Svensson witterte Dortmund wieder Morgenluft, doch das Traumtor von Kimmich kurz vor dem Spielende ließ die euphorisierten BVB-Fans verstummen.

Wegen Ärger mit der Polizei: Stille Bayern-Fans in Dortmund

Wegen Ärger mit der Polizei: Stille Bayern-Fans in Dortmund

Dortmund (dpa) – Beim Bundesliga-Klassiker bei Borussia Dortmund herrschte Stille im Gäste-Fanblock des FC Bayern München. Laut des übertragenden TV-Senders Sky war der Grund dafür eine Auseinandersetzung zwischen der Polizei und Teilen der organisierten Fanszene des Fußball-Rekordmeisters kurz vor dem Anpfiff. 

Aus Protest und aus Solidarität mit den betroffenen Anhängern hätten die Fans entschieden, sich mit Gesängen und Anfeuerungen zurückzuhalten. Im Laufe des Spiels zeigten die Dortmunder Fans auf der Südtribüne ein Banner mit der Aufschrift «Freiheit für Gästefans in Dortmund».

Auslöser der Auseinandersetzung war laut Dortmunder Polizei, dass eine rund 30-köpfige Gruppe von Bayern-Fans versucht habe, mit irregulären Tickets ins Stadion zu kommen. Entgegen einiger Medienberichte konnte ein Sprecher auf dpa-Anfrage den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken zunächst nicht bestätigen. Es sei lediglich zu einer sogenannten Personalienfeststellung gekommen. 

Bayern-Sportdirektor Christoph Freund bedauerte die fehlende Unterstützung. «Wir haben das mitbekommen und wollten dann auch wissen, was da los ist. Ich habe da aber keine Details», sagte Freund nach dem 3:2-Sieg seines Teams. «Schade, dass es sowas gibt bei so einem Spitzenspiel.»

Mainz mehrere Spiele ohne Torjäger Amiri

Mainz mehrere Spiele ohne Torjäger Amiri

Leverkusen (dpa) – Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 muss voraussichtlich mehrere Spiele ohne Torjäger Nadiem Amiri auskommen. «Das wird sicher ein paar Spiele dauern. Ganz genau kann man es nicht sagen», sagte der Mainzer Sportdirektor Niko Bungert nach dem 1:1 bei Bayer Leverkusen über den Ausfall des zehnmaligen Saisontorschützen. Vor der Partie hatte der Verein bekanntgegeben, dass Amiri wegen einer Fersenverletzung fehlt. 

«Es gab jetzt kein Ereignis. Er hatte da Schmerzen angegeben, die dann ein bisschen stärker wurden, hat sich dementsprechend nochmal untersuchen lassen und da kam dann genau die Diagnose raus», erklärte Bungert. Auf die Frage, ob Amiri noch vor der Länderspielpause Ende März zurückkehren könnte, antwortete er: «Schwierig das jetzt gerade vorauszusagen. Das könnte vorher vielleicht klappen, vielleicht auch erst nachher.» 

Trainer Urs Fischer betonte, dass Amiri als Unterschiedsspieler ein «schwerer Ausfall» sei und seine Qualität gerade in den letzten 25 bis 30 Metern gegen Leverkusen gefehlt habe. «Aber die Mannschaft hat gezeigt, dass sie diesen Ausfall wegmachen kann», resümierte der Coach nach dem Punktgewinn.

Ohne Wirtz: Liverpool schlägt West Ham mit 5:2

Ohne Wirtz: Liverpool schlägt West Ham mit 5:2

Liverpool (dpa) – Ohne den angeschlagenen Florian Wirtz hat der FC Liverpool im Rennen um einen Champions-League-Platz wichtige Punkte geholt. Der in dieser Saison lange inkonstante englische Fußballmeister setzte sich in der Premier League gegen das kriselnde Team von West Ham United mit 5:2 (3:0) durch.

Der frühere Frankfurter Hugo Ekitiké (5. Minute), Virgil van Dijk (24.), Alexis Mac Allister (43.) und Cody Gakpo (70.) trafen in Anfield für die Gastgeber. Außerdem unterlief West Hams Axel Disasi (82.) ein Eigentor. Es war der vierte Pflichtspielsieg für Liverpool in Serie.

Reds stark im Angriff, aber mit defensiven Schwächen

Vor heimischem Publikum waren die Reds von Anfang an die spielbestimmende Mannschaft und wurden vor allem nach Standards gefährlich. Nach einer abgewehrten Ecke reagierte Ryan Gravenberch schnell und bediente Ekitiké – das 1:0. Virgil van Dijk erhöhte – ebenfalls nach einer Ecke – per Kopf. Das 3:0 durch einen schönen Volley-Treffer von Mac Allister kurz vor der Pause schien die Vorentscheidung.

West Ham gab sich nicht geschlagen und verkürzte kurz nach dem Seitenwechsel durch Tomas Soucek (49.) auf 1:3. Liverpool wirkte in der Defensive  anfällig, doch die Gäste konnten das kaum nutzen. Auf der anderen Seite traf Gakpo zum 4:1. Die kurze Hoffnung, die bei West Ham nach dem 2:4-Treffer von Taty (75.) aufkam, machte Disasi Minuten später mit seinem Eigentor zunichte.

Liverpool hat damit als Tabellenfünfter 48 Punkte, so viel wie der Vierte Manchester United, der allerdings ein Spiel weniger absolviert hat. Dritter mit 51 Punkten ist Aston Villa. Hinter Liverpool lauert auf Platz sechs mit 45 Punkten der FC Chelsea, der am Sonntag bei Spitzenreiter Arsenal antritt.

Slot weiß nicht, wie lange Wirtz fehlen wird

Florian Wirtz hatte am vergangenen Sonntag beim Aufwärmen vor dem Spiel bei Nottingham Forest über Rückenschmerzen geklagt und war kurzfristig aus dem Kader gestrichen worden. Liverpool-Coach Arne Slot war zunächst davon ausgegangen, dass es nichts Ernstes ist.

Am Freitag sagte Slot jedoch, er wisse nicht, wie lange der deutsche Nationalspieler fehlen werde. «Das ist natürlich enttäuschend», kommentierte der Coache, «und auch etwas, was ich nach letzter Woche nicht erwartet hatte.»

Diks verschafft Mönchengladbach späten 1:0-Sieg

Diks verschafft Mönchengladbach späten 1:0-Sieg

Mönchengladbach (dpa) – Riesenjubel im Borussia-Park: Borussia Mönchengladbach hat im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ein Lebenszeichen gegeben und die Negativserie von sieben sieglosen Spielen am Stück beendet. Der fünfmalige deutsche Meister bezwang den 1. FC Union Berlin mit 1:0 (0:0) und kletterte mit nunmehr 25 Punkten in der Tabelle auf Rang zwölf. Die Gäste, die in der Woche zuvor ihren Negativlauf beendet hatten, halten mit 28 Zählern noch einen Sicherheitsabstand zu den Abstiegsrängen. Vor 52.488 Zuschauern erzielte Kevin Diks den Treffer für die Gladbacher in der Nachspielzeit (90.+4 Minute) per Foulelfmeter.

Die Gladbacher präsentierten sich nach einer intensiven Trainingswoche, die mit einer emotionalen Kabinenansprache von Präsident Rainer Bonhof begann, in neuer Formation nach den vergangenen beiden Niederlagen. So erhielt der 17 Jahre alte Offensivspieler Wael Mohya seine erste Startelf-Chance und wurde von der Fankurve lautstark gefeiert. Zudem griff Trainer Eugen Polanski wieder auf die beiden Mentalitätsspieler Rocco Reitz nach Gelbsperre und Jens Castrop zurück.

Borussia erwischt guten Start

Castrop hatte auch gleich in der 7. Minute die erste gute Möglichkeit für die Gastgeber, der 22-Jährige scheiterte aber an Union-Keeper Frederik Rönnow. Fünf Minuten später tauchte der junge Mohya erstmals vor dem Tor der Gäste auf, vergab die Chance aber. Einen Kopfball von Haris Tabakovic entschärfte Rönnow kurz darauf. Offensichtlich angetrieben von den ununterbrochenen Fangesängen bestimmten die Gladbacher anfangs die Partie und entwickelten viel Zug zum Tor.

Die Köpenicker waren nach dem 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen durch die Gelbsperre von Andrej Ilić zu einer Änderung gezwungen. Für ihn rückte Oliver Burke in die Anfangsformation. Auch Kapitän Christopher Trimmel kehrte in die Startelf zurück, kassierte aber völlig unnötig frühzeitig eine Gelbe Karte und wurde zur zweiten Halbzeit ausgewechselt. Für ihn kam der wieder genesene Janik Haberer.

Diks trifft das leere Tor nicht

Union stand defensiv ordentlich, hatte wie zu erwarten wenig Ballbesitz und kam kaum zu gelungenen Offensivaktionen. Auch die Gefährlichkeit bei Standards kam nicht zum Tragen, weil die Gladbacher diese weitgehend verhinderten. Die beste Chance zur Führung vergab Diks, der kurz vor der Pause völlig frei stehend über das leere Tor köpfte, nachdem Unions Torwart einen Distanzschuss von Philipp Sander abgewehrt hatte.

Nach 65 Minuten schienen sich die Angriffsbemühungen der Gastgeber zu lohnen. Nach feiner Vorarbeit von Reitz erzielte Diks das lang ersehnte Tor -doch nach Videocheck wurde der Treffer wegen einer Abseitsstellung zuvor nicht gegeben. Erst in der Nachspielzeit verwandelte Diks einen Foulelfmeter, nachdem Unions Stanley Nsoki Hugo Bolin an der Strafraumlinie getroffen hatte.

Später Ausgleich rettet Leverkusen Punkt gegen Mainz

Später Ausgleich rettet Leverkusen Punkt gegen Mainz

Leverkusen (dpa) – Mit einem späten Treffer hat sich Bayer Leverkusen immerhin einen Punkt gegen den abstiegsbedrohten FSV Mainz 05 gesichert, aber erneut Punkte liegen lassen. Vier Tage nach dem Einzug ins Achtelfinale der Champions League kam das Team von Trainer Kasper Hjulmand gegen die Rheinhessen nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Schwerer als das Remis wog beim Vizemeister aber die Verletzung von Arthur. 

Vor 30.210 Zuschauern im ausverkauften Leverkusener Stadion erzielte Sheraldo Becker (67. Minute) die Führung für die Gäste, ehe Jarell Quansah (88.) für den Leverkusener Ausgleich sorgte. 

Hjulmand gegen Ex-Arbeitgeber, Mainz ohne Amiri 

In seinem 21. Bundesliga-Spiel als Bayer-Trainer – genauso oft saß er 2014/15 auf der FSV-Trainerbank – ließ Hjulmand Aleix Garcia erstmals seit September auf der Bank. Bei Mainz fehlte kurzfristig Toptorjäger und Ex-Bayer-Profi Nadiem Amiri mit einer Fersenverletzung, Danny da Costa saß erstmals unter Urs Fischer auf der Bank. Kapitän Silvan Widmer kehrte indes nach Gelb-Sperre zurück und Becker feierte sein Startelf-Debüt – und traf ins Tor. 

Zur Feier der Gründung des ersten Leverkusener Fanclubs vor 50 Jahren in weißen Sondertrikots spielend, tat sich die Werkself ein wenig schwer, ins Spiel zu finden. Der tief stehende FSV ließ kaum Räume zu und wirkte nach Ballgewinnen zunächst gefährlicher. Paul Nebel sorgte aus spitzem Winkel für den ersten guten Abschluss der Partie (18.), den Janis Blaswich aber nach vorn abwehren konnte.

Verletzung überschattet ereignislose Halbzeit 

Insgesamt blieb die Partie überaus zäh. Auf beiden Seiten fehlte es an Passgenauigkeit und auch dem letzten Zug zum Tor. Leverkusen suchte über viel Ballbesitz die Kontrolle und drängte zunehmend in die Mainzer Hälfte, die aber eng und konzentriert verteidigt wurde. Ein harmloser Kopfball von Patrik Schick (37.) landete sicher in den Armen von Daniel Batz. Im Strafraum agierte Bayer zu zögerlich und unpräzise oder blieb in der Defensive hängen.

Kurz vor der Pause reklamierte der Vizemeister nach einem Handspiel im Strafraum Elfmeter, doch der Schiedsrichter entschied nach VAR-Check auf Abseits in der Entstehung der Szene. Die weitgehend ereignislose erste Hälfte überschattete dann eine möglicherweise schwere Verletzung: Bayer-Verteidiger Arthur blieb im Mittelfeld unglücklich im Rasen hängen und verdreht sich das linke Knie. Unter Applaus wurde der Brasilianer mit Tränen vom Platz getragen. 

Schneller Konter bringt den Mainzer-Treffer 

Nachdem Leverkusen die erste Halbzeit zu zehnt beendet hatte, kam Axel Tape nach der Pause in die Partie. Bayer lief nach dem Seitenwechsel deutlich höher und aggressiver an, doch Mainz hielt mit einer extrem sicheren Defensive weiterhin gut dagegen. Nach keinem einzigen Abschluss in Durchgang zwei reagierte Hjulmand und brachte Martin Terrier und Ibrahim Maza, die bereits kurz darauf Schick in Szene setzen, der aber wieder an Batz (63.) scheiterte.

Dann wurde Leverkusen ein schneller Konter zum Verhängnis: Nach einer schwachen Ecke der Gastgeber schlug Keeper Batz den Ball weit heraus, mit dem Nebel den frei stehenden Becker bediente. Der Angreifer traf frei stehend volley aus 15 Metern unhaltbar ins Tor.

Mit der Führung im Rücken stand Mainz defensiv weiterhin gut. Doch Quansah fand nach Querpass von Christian Kofane doch noch eine Lücke zum Ausgleich.

Aufatmen bei Werder: Erster Sieg nach 13 Spielen

Aufatmen bei Werder: Erster Sieg nach 13 Spielen

Bremen (dpa) – Der SV Werder kann doch noch in der Fußball-Bundesliga gewinnen. Nach 13 Spielen gelang den abgestürzten Bremern im Abstiegsduell gegen den Tabellenletzten 1. FC Heidenheim ein erlösendes 2:0 (0:0). 

Der dritte Saisontreffer der Stuttgarter Winter-Leihgabe Jovan Milosevic (57.) und ein Eigentor von Hennes Behrens (90.+7) beendeten die Negativserie und bescherten Daniel Thioune in dessen vierten Spiel als Werder-Trainer den ersten Sieg nach drei Niederlagen. Der Erfolg hätte höher ausfallen müssen, doch die Bremer Chancenauswertung war erneut schwach. 

Für die Heidenheimer wird die Situation indes nach dem elften Spiel ohne Sieg immer hoffnungsloser. Das Team von Trainer Frank Schmidt hat bei noch zehn Saisonspielen nun schon acht Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz, auf den sich die Bremer durch den Erfolg verbesserten. 

Appell der Werder-Ultras an Mannschaft und Fans 

Vor dem Anpfiff hatte ein Sprecher der Werder-Ultras im Stadion einen dramatischen Appell an die Mannschaft und die Fans gerichtet und den Zusammenhalt zwischen Spielern und Anhänger beschworen. 

Es war auch eine Reaktion auf die Szenen nach dem 1:2 der Bremer beim FC St. Pauli, als die Spieler von Fans weggeschickt worden waren. «Es gibt keinen Riss», betonte der Sprecher. «Wir wollen jetzt den Schulterschluss mit der Mannschaft.» 

Werder von Beginn an überlegen

Die Gastgeber schienen den Appell erhört zu haben und waren von Beginn an vor 40.000 Zuschauern die überlegene Mannschaft. Die Heidenheimer warteten ab, zeigten kaum Initiative für die Offensive. Die Bremer wussten spielerisch zu gefallen, klare Möglichkeiten erspielten sie sich lange nicht. 

Erst Jens Stage (19.) sorgte mit einem Kopfball für einen Aufreger. Doch Heidenheims Torwart Frank Feller, der erstmals in dieser Saison für den erkrankten Stammkeeper Diant Ramaj spielte, war auf dem Posten. Sieben Minuten später gab es die vermeintliche Werder-Erlösung: Doch der Treffer von Olivier Deman wurde wegen Abseits von Milosevic nach Videobeweis zurecht wieder einkassiert.

Die Bremer steckten die Enttäuschung weg, machen weiter Druck gegen die beinahe nur in der Defensive stattfindenden Gäste. Milosevic (36.) vergab aus vier Metern nach schöner Vorarbeit vom Romano Schmid. 

Turbulente Phase vor der Pause

Erst fünf Minuten vor der Pause meldeten sich die Gäste in der Offensive an – und es begann eine turbulente Phase. Arijon Ibrahimovic (41.) verpasste mit einem Schuss nur knapp das Werder-Tor, Omar Traoré verfehlte wenig später per Kopf ebenso knapp die Führung. 

Aber auch Werder war mit dem Vergeben von Chancen noch nicht durch: Schmid schaffte es, in der Nachspielzeit frei stehend erst den Pfosten und anschließend nur das Außennetz zu treffen. 

Heidenheim nach der Pause zunächst besser, doch Werder trifft

Nach dem Wechsel wurden die Heidenheimer zunehmend stärker. Werder wirkte in den ersten Minuten unerklärlich passiv, fand erst langsam wieder ins Spiel – und ging in Führung. Nach Flanke von Schmid stand Mittelstürmer Milosevic an der richtigen Stelle und nickte den Ball ins Tor. 

Die Heidenheimer reagierten, versuchten, Druck zu machen. Doch die Bremer ließen lange Zeit kaum etwas zu, überzeugten kämpferisch und suchten ihr Heil in einigen Kontern. Der eingewechselte Justin Njinmah (87.) hätte noch erhöhen können. In der Nachspielzeit erledigte das der Heidenheimer Behrens. Danach folgte der Abpfiff – und pure Erleichterung im Weserstadion.