Bremen (dpa) – Der neue Trainer Daniel Thioune tritt seine Arbeit bei Werder Bremen sehr selbstbewusst an. «Ich bin sehr breit aufgestellt. Ich scheue mich vor keiner Aufgabe», sagte der 51-Jährige bei seiner ersten Pressekonferenz im Weserstadion. «Traditionsvereine haben vielleicht ein etwas anspruchsvolles Umfeld und sind vielleicht auch etwas unruhig. Aber das gibt mir so viel, dass ich die Überzeugung habe, dass ich der richtige Trainer am richtigen Ort bin.»
Die Aufgabe im Abstiegskampf sei zwar «anspruchsvoll», meinte Thioune. Aber als der Anruf aus Bremen kam, «gab es nicht viel zu überlegen».
Thioune noch ohne Erstliga-Erfahrung
Der Tabellen-15. der Fußball-Bundesliga hatte sich am Wochenende nach zehn Spielen ohne Sieg von seinem Trainer Horst Steffen getrennt. Thiounes Verpflichtung kam am Mittwoch überraschend, weil er nach Stationen bei Fortuna Düsseldorf, dem Hamburger SV und dem VfL Osnabrück noch keine Erfahrung als Erstliga-Trainer hat und weil die beiden Dänen Bo Svensson und Bo Henriksen zunächst als Favoriten auf die Steffen-Nachfolge galten.
Werders Sport-Geschäftsführer Clemens Fritz betonte jedoch: «Wir haben bei der Trainerauswahl eine Shortlist erarbeitet. Darauf standen vier Trainer. Was ich gerne berichtigen würde: Kein Trainer hat uns abgesagt aufgrund der Qualität des Kaders.» Bei Thioune habe er «relativ schnell ein sehr gutes Gefühl gehabt – noch bevor das Gespräch beendet war.»
Rosario (dpa) – Lionel Messis einstiger Heimat- und Jugendclub Newell’s Old Boys träumt von einer Rückkehr des Fußball-Weltmeisters für ein paar Wochen als Profi. Der Vereins-Vizepräsident Juan Manuel Medina bestätigte beim Sender TN ein entsprechendes Projekt, fest stehe aber noch nichts. Geplant wäre Messis befristetes Engagement vermutlich in der Winterpause der Major League Soccer von Mitte Dezember bis Mitte Februar 2027.
«Ein Projekt des argentinischen Fußballs»
«Dieses Projekt geht über Newell’s hinaus», betonte Medina: «Es ist ein Projekt der Stadt Rosario, der Provinz und des argentinischen Fußballs.» Messi hatte im Alter von 13 Jahren den Club verlassen und war nach Europa zum FC Barcelona gewechselt. Dort wurde er zum Superstar.
Im Sommer 2021 hatte Messi die Katalanen verlassen müssen, der hoch verschuldete Club konnte sich den Argentinier nicht mehr leisten. Nach zwei Jahren bei Paris Saint-Germain spielt Messi mittlerweile für Inter Miami in den USA. Sein Vertrag dort hatte er vor nicht allzu langer Zeit bis Ende 2028 verlängert.
Einige Bedingungen laut Vereins-Funktionär klar
Medina bestätigte auch erste Gespräche mit Messis engstem Umfeld. Die Idee sei vorgebracht worden. «Alles hängt davon ab, was wir in Bezug auf Infrastruktur und ein wettbewerbsfähiges Sportkonzept bieten können», befand der Vereins-Funktionär.
Als Profi spielte Messi nie in seiner Heimat bei einem Verein. Im September vergangenen Jahres hatte er in der WM-Qualifikation in Buenos Aires vermutlich sein letztes Pflichtspiel mit der Nationalmannschaft absolviert.
Girona (dpa) – Die Hoffnungen von Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen auf den Platz im WM-Tor der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sinken weiter. Der 33-Jährige muss nach seiner Oberschenkelverletzung operiert werden, wie sein Club FC Girona bei X mitteilte. Die Dauer seiner Ausfallzeit werde aber erst nach dem Eingriff am Freitag festgelegt.
Damit wird ter Stegen der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes beim Start ins WM-Jahr aller Voraussicht nach fehlen. Trainer Julian Nagelsmann versammelt sein erstes Aufgebot 2026 am 23. März im Stammquartier in Herzogenaurach zur Vorbereitung auf die Test-Länderspiele in der Schweiz und gegen Ghana.
Nagelsmann hatte sich schon am Dienstag zur Verletzung geäußert: «Marc war gerade wieder zurück und auf einem richtig guten Weg, wir haben uns sehr auf seine Rückkehr in die Nationalmannschaft gefreut. Jetzt müssen wir weiter auf ihn verzichten – aber für Marc persönlich ist dieser Rückschlag natürlich noch viel härter.» Im Moment zähle für den Torwart nur, in Ruhe gesund zu werden. «Wir stehen alle hinter ihm.»
Nur zwei Einsätze für neuen Club
Ter Stegens neuer Club FC Girona hatte Anfang der Woche erstmals die Verletzung bekanntgegeben. Nun präzisierte der Verein das weitere Vorgehen mit dem 44-maligen Nationalspieler.
Nagelsmann hatte ter Stegen zur Nummer 1 gekürt. Dieser fiel dann aber wegen einer Knie- und Rückenverletzung lange aus. Um Stammtorwart bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko zu sein, wechselte ter Stegen für die erhoffte notwendige Spielpraxis vom FC Barcelona zum FC Girona. Dort kam der vom FC Barcelona verliehene Torhüter aber nur zweimal zum Einsatz.
Unerfahrene Torhüter-Riege
In der Nationalmannschaft darf sich der Hoffenheimer Oliver Baumann (10 Länderspiele) als Aushilfs-Nummer-eins große Hoffnungen auf den Platz in Deutschlands WM-Tor machen. Zuletzt standen zudem der Stuttgarter Alexander Nübel (2 Länderspiele), der Augsburger Finn Dahmen (0) und Freiburgs Noah Atubolu (0) im Aufgebot.
Wiederholt war über eine Rückholaktion der langjährigen Nummer eins Manuel Neuer spekuliert worden. Ein DFB-Comeback von Deutschlands Rekordtorhüter ist aber weiterhin nicht geplant. In der Gruppenphase trifft die deutsche Mannschaft auf Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador. Nach den Länderspielen im März stehen nur noch die Partien am 31. Mai gegen Finnland und am 6. Juni bei WM-Mitgastgeber USA an.
Frankfurt/Main (dpa) – Freispruch für den einstigen Schatzmeister, Hoffnung auf eine Millionensumme für den Verband: Fünf Jahre nach einer Razzia in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) ist der Prozess gegen den letzten verbliebenen Angeklagten mit einem Freispruch zu Ende gegangen. Stephan Osnabrügge wurde in dem Verfahren um Einnahmen aus Bandenwerbung vom Vorwurf der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall nicht bestraft.
«Dieser Freispruch ist eindeutig, klar und ohne jede Einschränkung», sagte die Vorsitzende Richterin Eva-Maria Distler. «Stephan Osnabrügge ist zum Spielball zwischen DFB und Finanzbehörden geworden.» Der DFB wurde als sogenannter Nebenbeteiligter ebenfalls freigesprochen.
Osnabrügge war am Tag des Urteils sehr emotional, kämpfte mit den Tränen. Ihm war vorgeworfen worden, durch eine falsche Zuordnung der DFB-Einnahmen aus der Bandenwerbung der Nationalmannschaft für die Jahre 2014 und 2015 insgesamt rund 3,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen zu haben. Der 55-Jährige war von April 2016 bis März 2022 Schatzmeister des Verbandes.
DFB hatte für zwei Jahre Gemeinnützigkeit verloren
Wegen der Bandenwerbung-Affäre war dem DFB vom Finanzamt Frankfurt die Gemeinnützigkeit für die betroffenen Jahre aberkannt worden – mit schwerwiegenden finanziellen Folgen. Der Verband hat dagegen Einspruch erhoben; das Verwaltungsverfahren läuft noch.
Der DFB hegt nun Hoffnungen, die bereits errichteten 31 Millionen Euro an Steuernachzahlungen für 2014 und 2015 zurückzubekommen. Sollte der Einspruch erfolglos bleiben, bliebe dem Verband der Gang vors hessische Finanzgericht in Kassel.
DFB fordert Politik zum Handeln auf
Der DFB fordert die hessische Landespolitik auf, die sich «auch aus den Worten des Gerichts» ergebenen Vorwürfe umfassend aufzuklären. «Als Resultat bleibt: Staatsanwaltschaft und Steuerfahndung haben jahrelang ein Strafverfahren fortgeführt und zur Anklage gebracht, obwohl die Vorwürfe schon vor Jahren vom DFB entkräftet worden waren», hieß es in einer Mitteilung. Die Behörde habe durch unverhältnismäßige Durchsuchungsmaßnahmen eine voreingenommene Haltung gezeigt. Dabei seien auch erhebliche Steuermittel aufgewendet worden.
Grindel und Curtius hatten für Verfahrenseinstellung bezahlt
Neben Osnabrügge waren ursprünglich unter anderem auch der ehemalige Präsident Reinhard Grindel und der frühere Generalsekretär Friedrich Curtius angeklagt. Sie hatten sich durch Zahlungen von 80.000 Euro bzw. 20.000 Euro auf eine Einstellung des Verfahrens eingelassen.
Osnabrügge hatte die Vorwürfe stets über seine Anwälte zurückgewiesen und kämpfte vor Gericht um seine Reputation. Er äußerte sich zum Abschluss erstmals selbst. Der Anwalt aus Bonn sprach über die schwere Zeit in seinem Leben und attackierte die Behörde: «Die Staatsanwaltschaft spielt mit der Existenz von Menschen. Wie schnell man als Unschuldiger in so eine Situation geraten kann, in Deutschland, im 21. Jahrhundert – das ist dramatisch.»
Über seiner Familie liege seit 2020 eine «graue Wolke». Seine bittere Erkenntnis schon vor dem Urteil: «Der Skandal macht die Schlagzeilen, nicht der Freispruch.» Sogar die Staatsanwaltschaft hatte für Freispruch für Osnabrügge und DFB plädiert.
Durchsuchungen beim DFB und in Häusern von Funktionären
Die Affäre war mit einer spektakulären Razzia beim DFB in der Frankfurter Otto-Fleck-Schneise öffentlich geworden: Die Beamten – teilweise mit Maschinenpistolen – marschierten am 7. Oktober 2020 in der DFB-Zentrale auf. Auch Wohnungen und Häuser von einem halben Dutzend ehemaliger DFB-Funktionäre wurden durchsucht. Insgesamt waren 200 Beamte im Einsatz.
München (dpa) – Die WM-Chancen für Pechvogel Marc-André ter Stegen sinken immer weiter. Zwar legte sich der Club des deutschen Fußball-Nationaltorhüters nicht auf eine Ausfalldauer fest, die Ankündigung einer Operation verheißt aber nichts Gutes für den 33-Jährigen. Die Debatte um das deutsche WM-Tor wird damit weiter befeuert. Kommt es zu einer spektakulären Rückholaktion von Manuel Neuer? Oder legt sich Julian Nagelsmann frühzeitig auf Oliver Baumann als Torwart für das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko fest?
Die gesundheitliche Situation des am Oberschenkel verletzten ter Stegen ließ der FC Girona erstmal weiter unklar und verwies auf die Operation des wiederholt verletzten Torwarts am Freitag. Klar ist aber: Bundestrainer Nagelsmann kann nicht mehr an seiner Nummer-1-Zusage wie ursprünglich geplant festhalten.
Direktes Duell mit viel Brisanz
Dass das direkte Duell von Neuer mit dem in ter Stegens Abwesenheit ins Nationalmannschaftstor beförderten Oliver Baumann in der Fußball-Bundesliga ausgerechnet jetzt ansteht, rückte die sensible Torhüter-Frage noch weiter in den Fokus. Am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) erwarten Neuers Bayern die TSG 1899 Hoffenheim, die ihre beachtliche Saison und den dritten Tabellenrang auch zu großen Teilen dem sicheren Baumann zu verdanken hat.
Neuer vs. Baumann – beide treffen zum 27. Mal in der Bundesliga aufeinander. Das ist eingestellter Rekord im Torhüterduell. Nur der frühere BVB-Keeper Eike Immel und HSV-Legende Uli Stein trafen sich ebenso oft als Gegner.
Doch will Neuer überhaupt zurück? Der bald 40-Jährige hatte das bislang immer wieder ausgeschlossen. Für ein Comeback im DFB-Trikot müsste der Bundestrainer ihn erstmal anrufen. Eine fünfte Weltmeisterschaft dürfte den deutschen WM-Rekordtorhüter trotz der bisherigen Zurückhaltung sicher reizen. Baumann vertrat ter Stegen zwar tadellos. Doch Neuer ist eben Neuer – und mit der Ausstrahlung des über Jahre weltbesten Torhüters ist er ein weitaus renommierterer WM-Rückhalt als es der Hoffenheimer Kollege sein kann.
Appell von Ex-Nationaltorhüter Adler
«Manuel Neuer ist von sich aus zurückgetreten, das ist de facto eine Diskussion, die es nicht zu führen gilt», sagte der frühere Nationaltorhüter René Adler im ZDF. «Man sollte Oliver Baumann den Respekt entgegenbringen, das hat er sich aufgrund seiner Leistung verdient.» Man sollte sich nun damit «anfreunden», dass der Hoffenheimer beim Turnier im Tor stehen wird.
In anderthalb Monaten nominiert Nagelsmann den Kader für die letzten Länderspiele vor der Benennung des vorläufigen WM-Aufgebots im Mai. Am 27. März tritt die Nationalmannschaft in der Schweiz an, drei Tage später empfängt man in Stuttgart Ghana. Bis zuletzt war Nagelsmann davon ausgegangen, ter Stegen nach fast zwei Jahren Abstinenz wieder im DFB-Kreis begrüßen zu können. Nach einer Knieverletzung im September 2024 stand ter Stegen nur beim Final Four im Juni 2025 zweimal im DFB-Tor.
Nagelsmann drückt Bedauern aus
«Jetzt müssen wir weiter auf ihn verzichten – aber für Marc persönlich ist dieser Rückschlag natürlich noch viel härter», sagte Nagelsmann nun. Die Nagelsmann-Sätze lassen vermuten, dass der vom FC Barcelona an Girona ausgeliehene ter Stegen länger zuschauen wird. Nur zweimal kam er dort zum Einsatz.
«Es ist brutal bitter», sagte Adler. «Ich glaube, dass es nichts werden wird mit der Weltmeisterschaft.» Zumal dem 33-jährigen ter Stegen selbst bei einer rechtzeitigen Genesung die Wettkampfhärte im kräftezehrenden Turnier-Rhythmus fehlen dürfte. «Er hätte es total verdient nach dieser Leidenszeit», sagte Adler mit Blick auf die Zwangspausen von ter Stegen wegen Knie- und Rückenverletzung. «Aber man muss auch die Fakten betrachten, wie lange er ausgefallen ist.»
Geringe Erfahrung im DFB-Aufgebot
Adler kann das drohende WM-Aus für ter Stegen nur zu gut nachempfinden. Er selbst war einst als Stammtorhüter für die WM 2010 in Südafrika auserkoren, musste aber verletzt absagen. Stammtorhüter während der WM wurde Neuer – und blieb es auch bis zu seinem Rücktritt nach 124 Länderspielen im Anschluss an die Heim-EM vor zwei Jahren.
Neben der besonderen Qualität ist die große Erfahrung Neuers ein Argument für ein großes DFB-Comeback. Baumann (10 Länderspiele), der Stuttgarter Alexander Nübel (2 Länderspiele), der Augsburger Finn Dahmen (0) und Freiburgs Noah Atubolu (0) weisen zusammen nur ein Dutzend Einsätze in der deutschen Auswahl auf. Auch der beim FC Bayern in der Champions League zuletzt starke Neuer-Vertreter Jonas Urbig wies seine DFB-Tauglichkeit bislang nur in Nachwuchsteams nach.
Wer kommt mit den Turnierbelastungen zurecht?
In der Spätphase seiner Karriere häuften zwar die Blessuren beim Bayern-Schlussmann, auch deshalb wurde er wiederholt von Urbig vertreten. Anderseits bringt er viel Turnier-Erfahrung mit. Bei Baumann hatten längere Ausfallzeiten in den vergangenen Jahren Seltenheitswert. Viel jünger als Neuer ist er mit 35 Jahren aber auch nicht.
Nach den Länderspielen im März stehen nur noch die Partien am 31. Mai gegen Finnland und am 6. Juni bei WM-Mitgastgeber USA an. Bis dahin wird sich Nagelsmann festgelegt haben, wer sein Turnier-Torwart ist. Nach allem was bekannt ist, dürfte diese Rolle für ter Stegen kaum noch zu erreichen sein.
Düsseldorf (dpa) – Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen trägt ihre nächsten beiden Heimspiele in der WM-Qualifikation in Nürnberg und in Köln aus. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bekannt. Die Auswahl von Trainer Christian Wück spielt am 14. April im Max-Morlock-Stadion in Nürnberg gegen Österreich. Am 5. Juni kommt es im Kölner RheinEnergieStadion zum Duell mit Norwegen. Die erste Partie zur Qualifikation der WM 2027 in Brasilien bestreitet die deutsche Mannschaft am 3. März in Dresden gegen Slowenien.
München (dpa) – Der FC Bayern München muss die Vorbereitung auf das Bundesliga-Topspiel gegen die TSG Hoffenheim am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) weiter ohne Harry Kane bestreiten. Der englische Stürmerstar fehlte auch bei der öffentlichen Einheit am Mittwochvormittag krankheitsbedingt. Defensivallrounder Konrad Laimer war dagegen erstmals wieder im Mannschaftstraining dabei, das er aber nicht komplett absolvierte. Der Österreicher hatte sich Mitte Januar beim 3:1 gegen den 1. FC Köln einen Muskelfaserriss in der linken Wade zugezogen.
Die Münchner haben nach zwei sieglosen Spielen in der Bundesliga sechs Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund. Hoffenheim ist überraschender Tabellendritter. Kane hat in dieser Saison in der Liga schon 22 Mal getroffen.
Zwei Torhüter im Blickpunkt
Im Fokus am Sonntag stehen aber nicht zuletzt die beiden Stammtorhüter. Nach der nächsten Verletzung von Nationaltorwart Marc-André ter Stegen flammt wieder eine Debatte auf, wer bei der WM im deutschen Tor stehen wird. Ter Stegens Ersatzmann im Nationalteam ist Oliver Baumann (Hoffenheim). Der Münchner Manuel Neuer war zwar nach der Heim-EM 2024 aus der Nationalmannschaft zurückgetreten, ein Comeback ist aber wieder Gesprächsthema.
Leverkusen (dpa) – So wirklich viel zu sagen gab es nach dem klaren, wenn auch wenig glanzvollen Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals bei Bayer Leverkusen nicht. Entscheidend waren allein das Ergebnis und die Tatsache, dass der Traum von Berlin weiterlebt. «Machen wir es kurz. Die Leistung war nicht top top, aber wir sind nur noch einen Schritt von Berlin entfernt», sagte Kapitän Robert Andrich nach dem 3:0 im Viertelfinale gegen den FC St. Pauli.
So deutlich das Ergebnis am Ende auch war, so wenig souverän trat der Pokalsieger von 2024 über weite Phasen der Partie auf. Auch weil die kampfstarken Hamburger ihre zahlreichen Chancen ungenutzt ließen, führten die Treffer von Martin Terrier (32. Minute), Patrik Schick (63.) und des eingewechselten Jonas Hofmann (90.+2) – der die Partie als «etwas holprig» bezeichnete – die Werkself dennoch zum dritten Halbfinal-Einzug in Serie.
St. Pauli kann sich voll auf Abstiegskampf konzentrieren
«St. Pauli hatte nicht die Qualität, uns gefährlich zu werden, obwohl wir keinen guten Tag hatten», analysierte Andrich. Pauli-Coach Alexander Blessin wurmte die Niederlage: «Wir hatten die Chancen, aber es waren letztlich Nuancen, die uns die Gegentore beschert haben. Das war zu billig», sagte der 52-Jährige und nahm das Aus dennoch pragmatisch: «Wir können uns jetzt auf die Bundesliga konzentrieren und es am Samstag gegen Stuttgart besser machen.»
Für den Favoriten Leverkusen zählte letztendlich nur das Weiterkommen. «Der Sieg ist das Wichtigste. Am Ende muss man auch mit einer nicht so guten Leistung ein Spiel gewinnen, um eine Runde weiterzukommen», betonte Andrich und sagte mit Blick auf ein mögliches Finale am 23. Mai in der Hauptstadt: «Wenn wir in Berlin sind und das Ding hochhalten, fragt keiner mehr danach.» Bis zum Finale braucht es nun nur noch einen Sieg für Leverkusen.
Leverkusens Ziel ist Berlin
«Wenn man im Halbfinale steht und so kurz vor Berlin ist, dann will man das schaffen. Wir sind eine neue Truppe und viele hätten es vielleicht gar nicht für möglich gehalten, dass wir überhaupt so weit kommen», sagte Hofmann, der beim Gedanken an das Endspiel ins Schwärmen geriet. Die Spieler mit Final-Erfahrung in Berlin würden den anderen noch einmal «erklären und erzählen, wie schön das doch ist, etwas Blecherndes in die Höhe zu stemmen».
Einen möglichen Wunschgegner für das Halbfinale am 21. oder 22. April hat der frühere Nationalspieler nicht: «Wenn du einen Titel holen willst, musst du die Besten schlagen. Wir nehmen es, wie es kommt. Wir haben letztes Jahr auch in München gewonnen», so der 33-Jährige. Doch nach dem 1:0-Erfolg im Viertelfinale beim FC Bayern folgte dann das in Leverkusen längst noch nicht vergessene bittere Pokal-Aus im Halbfinale bei Drittligist Arminia Bielefeld.
Die Erinnerungen sind auch bei Torjäger Schick, der in diesem Jahr erstmals traf, noch präsent. «Letzte Saison haben wir auch gedacht, noch ein Spiel und wir sind da», sagte der Tscheche. «Ich glaube, wir haben aus der letzten Saison gelernt. Wir geben Gas bis zum Ende und gucken. Aber das Ziel ist auf jeden Fall nach Berlin zu fahren.» Der Traum von erneutem Pokalsieg lebt in Leverkusen auf jeden Fall weiter.