Hoeneß erwartet Champions-League-Niveau gegen Porto

Hoeneß erwartet Champions-League-Niveau gegen Porto

Stuttgart (dpa) – Sebastian Hoeneß rechnet vor dem Europa-League-Achtelfinale gegen den FC Porto mit einem Gegner auf Königsklassen-Niveau und einem Härtetest für seinen VfB Stuttgart. «Es ist eine Mannschaft, die aus meiner Sicht ohne Probleme im Achtelfinale der Champions League spielen könnte. Und deswegen freue ich mich richtig, zu wissen, wo wir stehen», sagte der Coach vor dem Hinspiel am Donnerstag (18.45 Uhr/RTL). 

Es werde eine absolute Top-Leistung seiner Mannschaft gegen den Tabellenführer der portugiesischen Liga und gegen einen «außergewöhnlich» starken Gegner gefordert sein. «Alles andere wird offenbart. Wenn du Schwächen zeigst, dann werden die offenbart auf diesem Level gegen diese Mannschaft. Und das ist genau das, was wir wollen», sagte Hoeneß über den Prüfstein. Die Frage nach der Favoritenrolle könne er nicht einfach beantworten.

 

Für den schwäbischen DFB-Pokalsieger ist es das erste Europapokal-Achtelfinale seit 13 Jahren, damals war der VfB an Lazio Rom gescheitert. 

Effizienz als Schlüssel für den VfB?

Anders als der FC Porto hatten sich die Schwaben nicht direkt als eins der besten Top-Acht-Teams der Ligaphase für die Runde der besten 16 qualifiziert. In der Zwischenrunde setzten sich die Stuttgarter gegen den schottischen Traditionsverein Celtic Glasgow durch.

Porto gilt insbesondere auch wegen seiner defensiven Stärke als unbequemer Gegner. «Es ist kein Bollwerk. Aber es ist eine Mannschaft, die extrem gemeinsam gegen den Ball arbeitet», erklärte Hoeneß. «Das ist ihr Schlüssel. Es ist eine Mannschaft, die nicht viel zulässt. Effizienz wird ein großes Thema sein.»

Bayern feiern Olise und ein «Statement» – Neue Torwartsorgen

Bayern feiern Olise und ein «Statement» – Neue Torwartsorgen

Bergamo (dpa) – Beim nächtlichen Bankett setzte sich Michael Olise im Gegensatz zu seiner Weltklasse-Gala auf dem Rasen nicht als bestaunter Hauptdarsteller in Szene. Am hintersten Teamtisch, das Gesicht verdeckt vom schwarz-weißen Basecap, lauschte der Bayern-Star der Lobeshymne des Münchner Vorstandschefs. Jan-Christian Dreesen wertete das imposante 6:1 gegen Atalanta Bergamo als «Statement» in der Champions League. Im rötlichen Saal-Licht bedauerte er gleichzeitig «tragische Verletzungen».

Drei Verletzungen trüben Feier-Laune

Der unter Tränen beim Comeback mit einer Muskelverletzung ausgewechselte Alphonso Davies ließ sich zwei Stunden später auf Erinnerungsfotos mit den Bankett-Gästen ein. Jonas Urbig weilte da mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung noch im Krankenhaus. Bei Jamal Musiala, der Probleme mit dem im Vorjahr schwer verletzten Fuß hatte, gab Bayern umgehend Entwarnung. Verletzungen seien «schade», sagte Trainer Vincent Kompany. «Wir dürfen uns das Momentum aber nicht wegnehmen lassen.»

Nach dem Rückflug bestätigte der Verein, dass alle drei Profis vorerst ausfallen werden. Davies erlitt eine Zerrung der hinteren Oberschenkelmuskulatur im rechten Bein. Musiala spürte eine Schmerzreaktion am linken Sprunggelenk. Bei Torwart Urbig bestätigte sich der Verdacht einer Gehirnerschütterung. Eine genauere Prognose, wie lange das Trio fehlen wird, gab es nicht.

Zwei Wochen nach der Dortmunder 4:1-Demontage hatten die Bergamo-Fans mit einem großen Banner «Notti magiche», magische Nächte, beschworen. Eine solche Nacht erlebten beim 99,9-Prozent-Viertelfinal-Einzug schon eine Woche vor dem Rückspiel in der bayerischen Landeshauptstadt aber nur die Münchner. Besonders dank der großen Bayern-Attraktion Olise. In Abwesenheit des nach Wadenproblemen pausierenden Harry Kane glänzte der Franzose nicht nur in seiner Spezialdisziplin Vorarbeit. Sondern auch als Doppeltorschütze.

Kompany: Das haben Olise und De Bruyne gemeinsam

«Das Ziel ist, alles zu gewinnen», sagte der 24-Jährige, der als Spieler des Spiels ans ungeliebte Mikrofon musste. Olise, der sich mit 36 Scorerpunkten an die Spitze aller Flügelspieler aus Europas Top-Fünf-Ligen schob, bescheinigte sich selbst nach einem grandiosen Auftritt, der reif für den Anwärterkreis für den Ballon d’Or war, eine «solide Leistung». 

Das Understatement des für über 50 Millionen Euro im Sommer 2024 von Crystal Palace geholten filigranen Flügelspielers war sicher ganz nach dem Geschmack von Kompany. Olise gehöre schon «zu einem der Besten der Welt», sagte der belgische Coach.

Kompany ließ mit einem spannenden Vergleich aufhorchen. Es gebe Parallelen bei Olise sowie bei Kompanys Ex-Mitspieler und Landsmann Kevin De Bruyne. «Diese Sucht nach Details, Michael hat das auch, aber das ist noch nicht genug. Wir müssen ihn noch weiter pushen», sagte der 39-Jährige.

Kein Neuer, kein Kane – und trotzdem nicht zu stoppen

Olise, der im Sonderflieger LH2571 mit den Kollegen eine traumhafte Aussicht auf die Alpen und den Blick auf die Allianz Arena genießen konnte, forderte für das Rückspiel am Mittwoch «dieselbe Mentalität». Dann fehlt er allerdings ebenso wie Leader Joshua Kimmich, die sich beim Stand von 6:0 die dritte Gelbe Karte abholten. Beide Leistungsträger wären beim Viertelfinal-Kracher gegen Real Madrid oder Manchester City aber wieder dabei.

In Norditalien spielten die Münchner ohne Manuel Neuer und Kane – aber auch ohne diese zwei Weltstars dominierte der FC Bayern beim Sieg nach Treffern von Olise (2), Musiala, Josip Stanisic, Serge Gnabry und Nicolas Jackson nach Belieben. «Wir haben ihnen keine Luft zum Atmen gegeben», sagte Sportvorstand Max Eberl nach der neben dem 2:1 bei Paris Saint-Germain in der Ligaphase wohl besten Münchner Saisonleistung. Es war eine Machtdemonstration, wenngleich Atalanta trotz des BVB-Triumphs nicht zur allerersten Riege in Europa zählt.

Bayern? «Vielleicht die beste Mannschaft der Welt»

Bergamo-Coach Raffaele Palladino kürte den FC Bayern kurzerhand zur «vielleicht besten Mannschaft der Welt». Vom Titel in Europas Eliteliga wollten die gerühmten Gäste so früh freilich noch nicht sprechen. «Um die Champions League zu gewinnen, gehört ein bisschen mehr dazu», sagte Eberl. Imponierend war der titelreife Auftritt aber allemal: Allen voran die Gier, mit dem Toreschießen nie aufhören zu wollen, und die Vehemenz in der Lauf- und Abwehrarbeit.

«Das zeichnet aus meiner Sicht eine echte Spitzenmannschaft aus», sagte Dreesen, bevor er sich Casoncelli mit Speck und Salbei oder Safranrisotto schmecken lassen konnte. Dank Kompany könne die Mannschaft gar nicht «Larifari» spielen und werde auch das Rückspiel ernst nehmen, sagte er.

Gelbe Karten für Kimmich und Olise – ein Nachspiel?

Dass Kimmich und Olise nicht nur im Rückspiel fehlen, sondern es ein Nachspiel gibt, befürchteten die Münchner nicht. Reals Kapitän Sergio Ramos war einst für zwei Partien gesperrt worden, weil er im Achtelfinal-Hinspiel eine Gelbe Karte provoziert hatte. «Generell bin ich schon einer, der jedes Spiel machen möchte», sagte Kimmich.

Kompany muss erstmal für Bundesliga-Duell am Samstag mit Bayer Leverkusen die nächste Umstellung im Tor vornehmen. Neuer fehlt wegen eines Muskelfaserrisses, Vertreter Urbig mit einer Gehirnerschütterung. Das bringt Sven Ulreich zurück. Der 37-Jährige stand letztmals im September 2024 im Bundesliga-Tor. Bitter ist die nächste Pause für den Kanadier Davies im WM-Jahr. Nach einem Kreuzbandriss aus dem März 2025 fiel er neun Monate es, jetzt ereilte ihn die zweite Muskelverletzung.

«Zentraler Baustein»: Nmecha bleibt bis 2030 in Dortmund

«Zentraler Baustein»: Nmecha bleibt bis 2030 in Dortmund

Dortmund (dpa) – Fußball-Bundesligist Borussia Dortmund hat Nationalspieler Felix Nmecha langfristig an sich gebunden. Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler, der als Abgangskandidat galt, erhielt beim BVB einen neuen Vertrag bis 2030. Das gab der Tabellenzweite bekannt. Der alte Kontrakt war bis 2028 gültig gewesen.

«Er identifiziert sich absolut mit Borussia Dortmund und ist ein ganz zentraler Baustein unserer strategischen Kaderplanung», sagte Dortmunds Sport-Geschäftsführer Lars Ricken laut Pressemitteilung: «Seine Vertragsverlängerung ist ein Signal für Kontinuität und unterstreicht unsere Überzeugung, in den nächsten Jahren zusammen erfolgreich zu sein.»

BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl lobte, Nmecha tue dem Dortmunder Spiel gut und finde «auch unter Druck immer wieder kreative Lösungen». Er sei davon überzeugt, «dass seine Entwicklungskurve in Zukunft noch weiter nach oben zeigen wird», sagte Kehl über Nmecha weiter.

BVB droht dennoch ein Umbruch im Sommer

Nmecha war 2023 für rund 30 Millionen Euro aus Wolfsburg gekommen und ist unter Trainer Niko Kovac im defensiven Mittelfeld gesetzt. Mit der Vertragsverlängerung dürfte der sechsmalige Nationalspieler zu den Topverdienern im Kader aufsteigen.

Dem BVB-Kader könnte im Sommer dennoch ein Umbruch bevorstehen. Zuletzt hatte der Club mitgeteilt, dass der langjährige Mittelfeldspieler Julian Brandt nach Ablauf seines Vertrags im Sommer ablösefrei geht. Auch Stürmer Serhou Guirassy gilt als möglicher Abgang. Ungeklärt ist zudem die Zukunft von Abwehrspieler Nico Schlotterbeck.

Irans Sportminister lehnt WM-Teilnahme ab

Irans Sportminister lehnt WM-Teilnahme ab

Miami (dpa) – Irans Sportminister hat eine Teilnahme seines Landes an der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA angesichts des Krieges im Nahen Osten ausgeschlossen. Mit Blick auf die USA, die Ende Februar gemeinsam mit Israel den Iran angegriffen hatten, sagte Ahmad Donjamali in einem TV-Interview: «Da diese korrupte Regierung unseren Führer ermordet hat, haben wir unter allen Umständen keine Bedingungen, um an der Weltmeisterschaft teilzunehmen.»

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump noch FIFA-Präsident Gianni Infantino zugesichert, dass die iranische Nationalmannschaft bei der WM im Sommer in seinem Land antreten dürfe. «Während der Gespräche bekräftigte Präsident Trump, dass die iranische Mannschaft natürlich herzlich eingeladen sei, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen», sagte Infantino nach einem Treffen mit Trump.

Donjamali betonte derweil, dass «angesichts der bösartigen Maßnahmen, die gegen Iran durchgeführt wurden», sein Land «definitiv keine Möglichkeit zu einer solchen Teilnahme» habe. Ob die Entscheidung des Ministers final ist und der Iran die Teilnahme wirklich boykottiert, blieb zunächst unklar. 

Iran hätte drei Gruppenspiele in den USA

Der Iran würde bei dem am 11. Juni in den USA, Kanada und Mexiko beginnenden Turnier alle drei Gruppenspiele in den USA austragen. Die Vereinigten Staaten und Israel greifen den Iran seit Ende Februar an. Das Land führt Gegenschläge in der Region aus.

Zuvor hatte auch Mehdi Tadsch, der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes (FFI), bei der Nachrichtenagentur Isna erneut einen Verzicht angedeutet: «Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien.»

Dramatische Szenen in Australien 

Tadsch nahm Bezug auf das iranische Frauen-Team. Fünf Spielerinnen hatten während des Asien-Cups in Sydney humanitäre Visa erhalten, nachdem sie von der australischen Polizei aus ihrem Hotel gebracht worden waren. Zwei weitere Teammitglieder erklärten später, auch nicht zurückkehren zu wollen. Eine der Frauen entschied sich laut Innenminister Tony Burke in letzter Minute aber doch für die Rückreise in den Iran. Somit sind sechs Iranerinnen in Australien geblieben. 

Burke betonte, allen Spielerinnen sei vor der Abreise Asyl angeboten worden. Viele hätten aus Sorge um ihre Familien im Iran darauf verzichtet. 

Beim Abflug weinten viele Spielerinnen, andere lagen sich lange in dem Armen, wie Journalisten der Zeitung «Sydney Morning Herald», die den Nachtflug von Sydney nach Kuala Lumpur begleiteten, berichteten. Beobachter befürchten, dass den Frauen und ihren Familien nach ihrer Rückkehr Konsequenzen drohen. 

Nach der Landung am Morgen (Ortszeit) in Kuala Lumpur wartete Irans Botschafter in Malaysia bereits am Ausgang des Flugzeugstegs. Während einige Offizielle ihn begrüßten, wirkten viele Spielerinnen still und angespannt und starrten auf ihre Handys. Von Malaysia aus soll die Mannschaft über die Türkei weiter in den Iran reisen.

Die «Löwinnen» hatten wegen ihres stillen Protests beim Asien-Cup für internationales Aufsehen gesorgt. Beim ersten Gruppenspiel hatten die Spielerinnen während der Nationalhymne geschwiegen – im Iran wurde das als Zeichen gegen die Führung in Teheran gewertet. Staatsmedien bezeichneten sie später als «Verräterinnen», auch wenn sie bei den folgenden Partien wieder mitsangen.

Als Freunde auf einer «rosa Wolke» zum WM-Titel 1990

Als Freunde auf einer «rosa Wolke» zum WM-Titel 1990

Berlin (dpa) – Am Ende des anderthalbstündigen Films über eines der größten deutschen Fußball-Märchen kann Lothar Matthäus die Tränen nur ganz schwer zurückhalten. Er habe nach dem berauschenden Titelgewinn in Italien noch in anderen Mannschaften mit «vielleicht noch mehr Qualität» gespielt, sagt der Weltmeister-Kapitän mit stockender Stimme: «Aber die 1990er, die hatte Charakter. Und darauf bin ich stolz.»

Die vielgepriesene Kameradschaft untereinander, der unbändige Siegeswille und die kurz nach der Wiedervereinigung ganz besondere Stimmung – das sind die Hauptthemen der Dokumentation «Ein Sommer in Italien – WM 1990». Der Film kommt am 19. März in die Kinos und blickt auf den dritten deutschen WM-Triumph unter Teamchef Franz Beckenbauer vor knapp 36 Jahren zurück. Noch vor der WM in diesem Sommer soll der Film auch beim Bezahlsender Sky gezeigt werden.

Mit Archivvideos, aber auch mit bislang unveröffentlichten Aufnahmen von Torwart Bodo Illgner und Interviews der Protagonisten erhält der Zuschauer Einblick in die aufregenden WM-Wochen, von denen Thomas Häßler sagt: «Vom ersten Tag an sind wir praktisch auf einer rosa Wolke gewesen und sind damit durch das ganze Turnier geflogen.»

Am Comer See wird der Grundstein gelegt

Karl-Heinz Riedle und Andreas Möller treffen sich im Castello di Casiglio in Nähe des Comer Sees und schwelgen in Erinnerungen. «War schon eine geile Zeit», sagt Riedle, der damals «das erste Mal im Leben gescheite Spaghetti gegessen» habe. Dank der vielen Fans im Ort fühlten sich die Spieler aber auch wie in der Heimat. «Ich kann mich an unglaublich viele Campingwagen erinnern, an viele Fans, die hier mit Deutschland-Fahnen am Straßenrand standen», sagt Möller. 

Ostdeutsche Fans seien «mit ihren Trabis nach Italien über die Alpen gefahren», sagte Matthäus der Deutschen Presse-Agentur, «und unsere westdeutschen Fans waren ja auch da». Und die Tifosi hielten aufgrund der vielen Italien-Legionäre im Team auch zu Deutschland. All das habe das Turnier «zu einer Heim-WM» gemacht, so Matthäus.

Vom Statement zum Auftakt bis zur Krönung im Finale

Auch der sportliche Werdegang während des Turniers wird im Film veranschaulicht. Das grandiose 4:1 zum Auftakt gegen Jugoslawien in Mailand mit einem alles überragenden Matthäus sei kein Zufall gewesen, verrät Jürgen Klinsmann: «Die Vorgabe von Franz war, gleich allen zu zeigen, dass wir hier sind, um das Turnier zu gewinnen.» 

Vom dramatischen Achtelfinalsieg gegen Erzrivale Niederlande (2:1) wird die Spuck-Attacke von Frank Rijkaard gegen Rudi Völler beleuchtet. «Wut war bei uns allen drin nach diesem Vorfall», sagt Klinsmann, der nach Völlers Platzverweis ein «Jahrhundertspiel» gezeigt habe, wie Teamkollege Möller findet. 

Gezeigt wird auch, wie sich der wütende Beckenbauer beim schmeichelhaften Viertelfinalerfolg in Überzahl gegen die Tschechoslowakei (1:0) in der Kabine die Mannschaft und insbesondere Klinsmann vorknöpft: «Mach hier nicht den Pelé. Du bist nicht Pelé.» Und wie Beckenbauer vor dem Elfmeterschießen gegen England fast schon verzweifelt nach fünf Schützen sucht. 

Buchwalds «Kunst» gegen Maradona

Vor dem Endspiel am 8. Juli 1990 in Rom gegen Argentinien sind die meisten Spieler siegessicher. Einzig Diego Maradona fürchtet das DFB-Team – doch Argentiniens Superstar sieht keinen Stich gegen Guido Buchwald. In der Doku wird der Original-Ton von ARD-Kommentator Gerd Rubenbauer eingespielt: «Der Künstler gegen den Handwerker. In diesem Finale hat der Guido Buchwald das Handwerk zur Kunst erhoben.»

Matthäus erklärt zudem, dass er sich aufgrund eines kurzfristigen Schuhwechsels beim entscheidenden Elfmeter nicht sicher gefühlt und deshalb Andreas Brehme den Vortritt gelassen habe. «Es war die klügste Entscheidung in meiner ganzen Karriere.»

Matthäus und auch Häßler kämpfen mit den Tränen, als sie über den 2024 gestorbenen Siegtorschützen Brehme sprechen. Der Film wird Brehme, aber auch den ebenfalls gestorbenen Beckenbauer und Frank Mill gewidmet. 

Osieck: Beckenbauer mehr als «Geht’s raus und spielt’s Fußball»

«Der Franz hat es perfekt gemacht, vom ersten Tag an», sagt Matthäus, der auf dem Platz der verlängerte Arm des Teamchefs war. Im WM-Quartier trafen sie sich oft in Beckenbauers Turmzimmer, wo sich die VHS-Kassetten stapelten. Das berühmte Zitat «Geht’s raus und spielt’s Fußball» allein werde Beckenbauer nicht gerecht, meint dessen damaliger Co-Trainer Holger Osieck: «Der Franz war detailversessen. Der hat nichts dem Zufall überlassen, auch wenn es nach Außen so leicht rüberkam.»

Im Film wird auch verraten, warum Möller laut Zimmerkamerad Uwe Bein «zwei-, dreimal» abreisen wollte. Warum die Spielerfrauen im benachbarten Hotel auch ihren Anteil am Erfolg hatten. Warum Pierre Littbarski Angst um Klaus Augenthalers Baby in Beckenbauers Armen hatte («Der Franz war so unbeholfen mit dem Baby, mit dem Fußball war er besser»). 

«Weltmeister mit Freunden»

Es wird gezeigt, wie sich Spieler für einen Abstecher nach Como frisierte Motorräder von den Fans ausliehen. Wie die Kabinen-Party nach dem Finalsieg mit dem damaligen Kanzler Helmut Kohl verlief. Die Protagonisten kehren an die nostalgischen Orte zurück, Matthäus zum Beispiel ins Finalstadion von Rom. 

«Es war sehr viel Drumherum, viel Jubel, viel Begeisterung, viele Leute haben dich umarmt, gedrückt, geküsst. Ja, es war Wahnsinn», erinnert der Rekordnationalspieler. In jenen Tagen des Sommers 1990 hätten sich Spaß und Ehrgeiz zu einem einmaligen Erlebnis vermischt. «Rudi Völler hat es in einem Interview gesagt: Er ist Weltmeister geworden – mit seinen Freunden», sagt Matthäus: «Und das sagt sehr viel aus.»

Tottenham-Keeper nach 17 Minuten raus: «Karriere ruiniert»

Tottenham-Keeper nach 17 Minuten raus: «Karriere ruiniert»

Madrid (dpa) – Tottenham-Trainer Igor Tudor hat die Auswechslung seines unglücklichen Torwarts Antonin Kinsky nach nur 17 Minuten in der Champions League verteidigt. «Das war notwendig, um den Spieler und die Mannschaft zu schützen», sagte Tudor nach der 2:5-Pleite der Engländer bei Atlético Madrid im Achtelfinal-Hinspiel. «Eine unglaubliche Situation», sagte der 47-Jährige.

Der unter Druck stehende Tudor hatte statt auf Stammkeeper Guglielmo Vicario auf den jungen Tschechen (22) gesetzt, der zuvor in dieser Spielzeit erst zweimal im Ligapokal zum Einsatz kam. Das sei in der aktuellen Situation die richtige Entscheidung gewesen, sagte Tudor. Für Kinsky war es sein erstes Spiel in der Königsklasse.

Schon in der 15. Minute führte Madrid 3:0, auch weil der Torwart zweimal patzte. Bei Atléticos Führung rutschte er bei einem Pass weg. Wenig später spielte er den Ball relativ unbedrängt genau in die Füße von Julian Alvarez, der ohne Probleme das 3:0 machte. «Er ist ein guter Torwart. Leider sind in diesem wichtigen Spiel diese Fehler passiert», sagte der Trainer.

Ex-Torhüter Schmeichel: Tudor «hat seine Karriere komplett ruiniert»

Von früheren Torhütern gab es scharfe Kritik an Tudor. «Er ersetzt ihn, das wird Auswirkungen auf den Rest seiner Karriere haben. Er hat seine Karriere komplett ruiniert», sagte der frühere Torwart von Manchester United, Peter Schmeichel, beim US-Sender CBS. Englands Ex-Nationaltorhüter Joe Hart sagte bei TNT Sports: «Ich bin einfach nur untröstlich für den Jungen.»

Der Kroate Tudor, der zuvor Juventus Turin und Lazio Rom trainierte, ist erst seit Mitte Februar Trainer bei dem Club aus London. Nach vier Niederlagen in vier Spielen könnte er schon vor dem Aus stehen. In der Premier League kämpft Tottenham gegen den Abstieg.

FIFA-Chef Infantino: Trump sichert Iran WM-Teilnahme zu

FIFA-Chef Infantino: Trump sichert Iran WM-Teilnahme zu

Miami (dpa) – US-Präsident Donald Trump hat FIFA-Präsident Gianni Infantino zugesichert, dass die iranische Nationalmannschaft trotz des Krieges im Nahen Osten bei der Fußball-WM im Sommer in seinem Land antreten darf. «Während der Gespräche bekräftigte Präsident Trump, dass die iranische Mannschaft natürlich herzlich eingeladen sei, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen», sagte Infantino nach einem Treffen mit Trump. «Wir alle brauchen ein Ereignis wie die FIFA-Weltmeisterschaft, um die Menschen mehr denn je zusammenzubringen.»

Die Männer-Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni. Der Iran hatte sich im März vorigen Jahres als eine der ersten Mannschaften für die WM 2026 qualifiziert. Alle drei Gruppenspiele werden in den USA ausgetragen. Die Vereinigten Staaten und Israel greifen den Iran seit Ende Februar an. Das Land führt Gegenschläge in der Region aus.

Zweifel beim iranischen Verband

Der Iran könnte allerdings von sich aus auf das Turnier verzichten. Das hatte Mehdi Tadsch, der Präsident des iranischen Fußball-Verbandes (FFI), zuvor erneut angedeutet. «Welcher vernünftige Mensch würde seine Nationalmannschaft in die USA schicken, wenn es bei der WM genauso politisch zugehen sollte wie in Australien», sagte er der Nachrichtenagentur Isna. Der Auftritt des iranischen Frauen-Teams dort hatte für großes Aufsehen gesorgt. Mehrere Spielerinnen nahmen das Angebot der australischen Regierung auf humanitäre Visa an.

Gelbe Karten für Kimmich und Olise: Droht ein Nachspiel?

Gelbe Karten für Kimmich und Olise: Droht ein Nachspiel?

Bergamo (dpa) – Ein glücklicher Zufall – oder waren es am Ende Gelbe Karten mit Kalkül? Joshua Kimmich und Michael Olise werden dem FC Bayern München im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo fehlen. Die beiden Leistungsträger sahen wegen Zeitspiels beim 6:1-Sieg im Hinspiel jeweils ihre die dritte Gelbe Karte und fallen damit für das kaum mehr relevante Rückspiel aus, wären aber in einem möglichen Viertelfinal-Kracher gegen Manchester City oder Real Madrid dabei.

Oder etwa doch nicht? Die Europäische Fußball-Union erklärte auf dpa-Anfrage, dass entsprechend den Regeln Kimmich und Olise im Rückspiel gegen Bergamo gesperrt sind. Gleichzeitig betonte aber ein UEFA-Sprecher, dass die offiziellen Spielberichte der Partien am Dienstag derzeit geprüft werden: «Sobald Vorfälle gemeldet werden, werden Verfahren eingeleitet. Sollten diese zu Disziplinarmaßnahmen führen, werden diese auf der UEFA-Disziplinar-Homepage veröffentlicht.» Das könne in den nächsten Tagen erfolgen.

Zweiter Fall Ramos zu erwarten?

Sorge vor einer längeren Sperre war beim deutschen Fußball-Rekordmeister nach dem Spiel nicht zu vernehmen. «Wir haben geführt, wir haben auf Zeit gespielt, dann bekommst du Gelbe Karten», sagte Sportvorstand Max Eberl. Die UEFA hatte einst Real Madrids Kapitän Sergio Ramos für zwei Partien in ihren Wettbewerben gesperrt, weil er im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Ajax Amsterdam eine Gelbe Karte provoziert hatte. 

Ramos hatte nach dem Spiel allerdings auch eingeräumt, eine Verwarnung provoziert zu haben. Derartiges war von Kimmich und Co. nicht zu hören. «Generell bin ich schon einer, der jedes Spiel machen möchte», sagte Kimmich und wies auf den Gegenspieler hin. «Ich glaube, wenn der nicht durchdreht, dann gibt es auch keine Gelbe Karte. Ich habe schon lange gebraucht, wollte jetzt nicht ins Pressing reinspielen. Ich habe zu lange gebraucht, auf jeden Fall. Ich glaube trotzdem, wenn der nicht auf mich zustürmt, lässt der Schiri es vielleicht durchgehen.»

Kimmich: Jetzt haben wir die Quittung

Absichtlich habe man sich die Verwarnung nicht abgeholt, sagte Kimmich. «Unnötiges Zeitspiel auf jeden Fall. Am Ende haben wir jetzt die Quittung, dürfen nicht mitspielen, fertig.» Ex-Nationalspieler Mats Hummels musste als Experte bei Amazon Prime über die Ausführungen von Kimmich schmunzeln: «Ich bin beeindruckt. Sportlich fantastisch von ihm, aber die Erklärung von ihm, das gefällt mir noch besser. Er hat es wunderbar erklärt.»

Beim 6:1 (3:0) im Achtelfinale-Hinspiel gegen Dortmund-Schreck Atalanta Bergamo ragte Olise mit zwei Tore und als Vorbereiter voraus. Josip Stanisic, Serge Gnabry, Nicolas Jackson und Jamal Musiala erzielten die weiteren Treffer.