Düsseldorf (dpa) – Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf hat im Abstiegskampf einen Befreiungsschlag gelandet. Die Rheinländer besiegten den VfL Bochum durch Tore von Cedric Itten (45.) und Florent Muslija (57.) bei einem Gegentor durch Farid Alfa-Ruprecht (79.) verdient mit 2:1 (1:0). Durch den Erfolg sprangen die Fortunen vorerst auf den elften Platz. Für Bochum, von 10.000 mitgereisten Fans angefeuert, endete eine Serie von zehn Spielen ohne Niederlage.
Die Düsseldorfer, in der Defensive ohnehin ersatzgeschwächt, mussten in der 20. Minute den verletzten rechten Flügelspieler Valgeir Lunddal durch Muslija ersetzen. Düsseldorfs Kreativspieler hatte wegen einer Knöchelblessur unter der Woche kaum trainiert und war deshalb zunächst draußen geblieben.
Traumtor von Florent Muslija
Die weitgehend dominanten Düsseldorfer hatten auf Anhieb mehr und bessere Chancen, vergaben diese zunächst aber kläglich. Es dauerte bis zur 45. Minute, ehe Mittelstürmer Itten auf Flanke von Emmanuel Iyoha mit seinem zehnten Saisontor das verdiente 1:0 erzielte. Mit einem traumhaften Schlenzer aus 16 Metern in den Winkel sorgte Muslija in der 57. Minute für das 2:0. Nun erhöhten die Bochumer den Druck, kamen durch den eingewechselten Alfa-Ruprecht (79.) aber nur noch zum 1:2-Anschlusstreffer.
Dresden (dpa) – Dynamo Dresden hat ein weiteres Ausrufezeichen in der 2. Bundesliga gesetzt und dem SV Darmstadt 98 den Sprung an die Tabellenspitze verwehrt. Die Sachsen gewannen gegen den Tabellenzweiten 3:1 (2:0) und verließen vorübergehend die Abstiegsplätze. Vincent Vermeij (45., 45.+1) hatte die Sachsen mit einem Doppelpack unmittelbar vor der Pause in Führung geschossen.
Zu dieser Zeit war Darmstadt nach einer Roten Karte für Patric Pfeiffer (43.) in Unterzahl. Christoph Daferner (81.) besiegelte vor 30.460 Zuschauern den dritten Dynamo-Heimsieg der Saison. Yusuke Furukawa (90.) gelang nur noch der Anschluss für die Hessen. Dresdens Jakob Lemmer (53.) sah wegen zwei Fouls innerhalb von 60 Sekunden die Ampelkarte.
Platzverweise verändern das Spiel
40 Minuten lieferten sich beide Teams ein Spiel auf Augenhöhe, das eher wenige Chancen bereithielt. Niklas Schmidt (20.) und Hiroki Akiyama (39.) fanden in Dynamo-Torhüter Tim Schreiber ihren Meister. Auf der Gegenseite hatte Robert Wagner (28./34.) mit seinen Versuchen kein Glück.
Der völlig berechtigte Platzverweis für Pfeiffer – nach eigenem Ballverlust vor dem Strafraum hatte er als letzter Mann Ben Bobzien zu Fall gebracht – veränderte alles. Die Konfusion in der Gäste-Abwehr nutzten die Dresdner in Person von Vermeij, der per Kopf und Direktabnahme traf.
Da Dynamo die numerische Überlegenheit aber schnell wieder hergab, bekam Darmstadt die Chance, zurück ins Spiel zu finden. Der Druck der Gäste nahm zu, die Fehlerquote der Sachsen auch. Schreiber (68.) musste sein Team vor einem Eigentor von Julian Pauli bewahren. Erst danach fingen sich die Dresdner wieder und versuchten ihr Glück mit Kontern, von denen einer durch Daferner die Entscheidung brachte.
Bayamón (dpa) – Ein Testspiel mit Fußball-Weltstar Lionel Messi in Puerto Rico ist mit skurrilen Szenen zu Ende gegangen. Fans rannten in der Schlussphase der Partie in Bayamón auf den Rasen und versuchten unter anderem, Fotos mit dem argentinischen Weltmeister zu machen. Einer von ihnen packte den 38-Jährigen an der Hüfte, ehe beide von einem Sicherheitsmann zu Boden gebracht wurden. Messi stand allerdings schnell wieder auf. Einem der Flitzer signierte er sogar dessen Trikot, wie im Internet kursierende Videos zeigen.
Messi und sein US-Club Inter Miami gewannen die Partie gegen Independiente del Valle aus Ecuador mit 2:1. Der Offensivstar selbst erzielte nach seiner Einwechslung per Elfmeter in der 70. Minute das Siegtor.
Moskau (dpa) – Russische Ermittler haben gegen 13 Schiedsrichter wegen Bestechlichkeit und Einflussnahme auf Ergebnisse zugunsten des Fußballclubs Torpedo Moskau Strafverfahren eingeleitet. Es seien die «Ergebnisse von mindestens 22 Spielen, die im Moskauer Gebiet und in anderen Regionen der Russischen Föderation ausgetragen wurden, unrechtmäßig beeinflusst», worden, teilte die Sprecherin des Innenministeriums, Irina Wolk, bei Telegram mit. Den Beschuldigten drohen Strafen von bis zu sieben Jahren Haft.
Es habe illegale Absprachen und anschließende unrechtmäßige Geldübergaben gegeben, sagte Wolk. Neben Fahndern des Innenministeriums seien auch Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes FSB an den Ermittlungen beteiligt gewesen.
Gegen die Beschuldigten sei bereits Anklage erhoben worden. Diese seien gegen Auflagen zwar auf freiem Fuß, müssen sich aber an ihrem Wohnsitz aufhalten. Die Ermittlungen dauerten an, teilte Wolk weiter mit. Die russische Zeitung «Sport-Express» veröffentlichte auch die meisten Namen der Beschuldigten.
Der russische Fußballverband (RFS) teilte mit, dass die beschuldigten Schiedsrichter ausgeschlossen worden seien und es eine Korrektur bei der Aufstellung für die laufende Saison gegeben habe. «Der RFS kann nicht zulassen, dass Leute an den Spielen teilnehmen, gegen die ermittelt wird – das ist eine Frage des Vertrauens in den Fußball», sagte der Vorsitzende des Schiedsrichterkomitees, Pawel Kamanzew. Sollte sich später ihre Unschuld erweisen, werde über ihre Wiedereinstellung beraten.
Im Sommer 2025 waren bereits Strafverfahren gegen den ehemaligen Generaldirektor von Torpedo Moskau, Waleri Skorodumow, und den früheren Miteigentümer des Moskauer Clubs, Leonid Sobolew, wegen des Versuchs der unrechtmäßigen Beeinflussung von Spielen des Vereins in der Ersten Liga eingeleitet worden. Sobolew gestand russischen Medien zufolge die Bestechung von Schiedsrichtern.
München (dpa) – Der FC Bayern München muss vorerst erneut auf Abwehrspieler Hiroki Ito verzichten. Der Japaner hat einen Muskelfaserriss im rechten, hinteren Oberschenkel erlitten, wie der deutsche Fußball-Rekordmeister einen Tag vor dem Bundesliga-Klassiker bei Borussia Dortmund am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) mitteilte.
Ito hatte seit seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zu den Bayern im Sommer 2024 schon mehrfach mit Verletzungen zu kämpfen. In der laufenden Saison bestritt der 26-Jährige bislang 15 Pflichtspiele für die Münchner – zehn davon in der Liga, gerade mal drei in der Champions League.
Dortmund (dpa) – Niko Kovac hat Sonne getankt. Und nach dem blamablen Champions-League-Aus auch spürbar neue Zuversicht für den Fußball-Klassiker. «Die Stimmung im Training ist sehr gut, die Sonne scheint und sorgt bei allen für Glückshormone», sagte der Trainer von Borussia Dortmund vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen Bayern München am Samstag (18.30 Uhr/Sky). «Was war, ist vorbei», beschied er zwei Tage nach dem Debakel in Bergamo, «und ich muss ehrlich sagen: Wir freuen uns drauf!»
Kovac weiß, dass sein Team vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park gegen die Bayern «ein ganz anderes Gesicht als in Bergamo» zeigen muss. Im Playoff-Rückspiel in Italien gab der enttäuschende BVB einen 2:0-Hinspielsieg noch her und schied mit einem 1:4 aus.
«Wir können mit einem Sieg einiges wieder spannend machen»
Das Topspiel gegen den Tabellenführer eröffnet Verfolger Dortmund nun zwei Chancen: «Wir können mit einem Sieg einiges wieder spannend machen», sagte Kovac mit Blick auf das Titelrennen in der Liga. «Und wir könnten mit einem Sieg das, was wir im letzten Spiel an Reputation eingebüßt haben, wieder aufpolieren.»
Mit einem Sieg verkürzen die Dortmunder ihren Rückstand auf die Bayern auf fünf Punkte. Eine Niederlage hingegen würde elf Punkte Vorsprung für München bedeuten. Das wäre zehn Spieltage vor dem Saisonende wohl die frühe Meister-Entscheidung. Darüber wollte Kovac aber nicht grübeln. «Titel hier, Titel da? Nein, ich sehe dieses Spiel isoliert – wir wollen eine Reaktion auf das Spiel am letzten Mittwoch zeigen und wir wollen drei Punkte!»
Letzte Heimniederlage in der Bundesliga gab’s am 8. März 2025
Dortmund ist in dieser Saison in Bundesliga-Heimspielen noch unbesiegt. Die bislang letzte Liga-Niederlage im Signal-Iduna-Park datiert vom 8. März 2025 (0:1 gegen Augsburg). «Ich hoffe, dass wir diese Serie fortsetzen können», sagt Kovac, weiß aber auch: «Bayern München ist eine Topmannschaft, die uns alles abverlangen wird; wir müssen ein 100 Prozent gutes Spiel hinlegen, von der ersten bis zur letzten Sekunde – denn Bayern ist das Nonplusultra in Europa.»
Verzichten müssen die Borussen auf ihren Top-Assistenten: Julian Ryerson, der in dieser Saison schon elf Bundesliga-Tore vorbereitet hat, ist gelbgesperrt. Zurück in die Startelf kehrt wohl Innenverteidiger Nico Schlotterbeck. Der 26-Jährige verpasste zuletzt wegen einer Gelbsperre und muskulärer Probleme zwei Bundesliga- und zwei Champions-League-Spiele. «Schlotti ist bereit, von Beginn an zu spielen», sagt Kovac.
Schlotterbeck könnte Bensebaini ersetzen
Als der BVB am Mittwoch in Bergamo unterlag, saß Schlotterbeck zur Schonung noch auf der Bank. Gegen die Bayern könnte er nun auf jene Linksposition in der Dreierkette rücken, auf der Ramy Bensebaini in Bergamo keinen glücklichen Eindruck gemacht hatte und an drei Gegentoren beteiligt war.
Beim Hinspiel in München Mitte Oktober erlitt der BVB seine bislang letzte Bundesliga-Niederlage. Seit jenem 1:2 blieben die Dortmunder binnen gut vier Monaten in 16 Ligaspielen unbesiegt und kamen dabei auf elf Siege und fünf Unentschieden.
Kompany über Neuer: «Vielleicht reicht es eher nicht»
Die Bayern haben für das Champions-League-Achtelfinale Mitte März ausgerechnet den Dortmund-Bezwinger Atalanta Bergamo zugelost bekommen.
Den deutschen Clásico in Dortmund werden die Münchner womöglich ohne Kapitän Manuel Neuer bestreiten müssen. Zwar sehe es beim Torhüter nach auskurierter Verletzung «gut aus», sagte Trainer Vincent Kompany am Freitag. Eine Einsatzmöglichkeit wolle er mit dem Routinier aber erst noch gemeinsam erörtern. «Vielleicht reicht es eher nicht», so Kompany.
Neuer war wegen eines Faserrisses beim 3:2 gegen Eintracht Frankfurt von Jonas Urbig vertreten worden. Der 22-Jährige würde im Falle eines Neuer-Ausfalls auch gegen Dortmund im Tor stehen. Für den früheren Schalker Neuer (39) könnte es angesichts seines am Saisonende auslaufenden Vertrags aber die letzte Chance auf einen Einsatz gegen den Rivalen Dortmund sein.
«Es ist ein Klassiker – ein eigener kleiner Titel»
Dass die Meisterschaft im Falle eines Münchner Sieges mit dann elf Punkten Vorsprung wohl endgültig entschieden wäre, interessiert Kompany nicht. «Es ist ein Klassiker, für mich ist das immer ein eigener Titel», sagte der Trainer. «Die Wahrheit ist: Diese Spiele sind dermaßen wichtig, dass es ein eigener kleiner Titel ist. Deswegen ist es für uns auch eine absolute Priorität, da zu gewinnen.»
Deshalb sei auch der Rahmen vor dem Duell der langjährigen Rivalen wichtig. «Wir dürfen das schon so groß machen, wie es ist», sagte Kompany. «Ich glaube, dass es wichtig ist für die Bundesliga, dass es auch ein richtiges Topspiel wird – und nicht nur zwei Mannschaften, die Angst haben.»
München (dpa) – Trotz der Enttäuschung in der Champions League sollte Borussia Dortmund nach Ansicht von Lothar Matthäus im Topspiel gegen den FC Bayern volles Risiko gehen. «Gerade nach der Niederlage in Bergamo musst du ein Zeichen setzen und das Publikum mitnehmen», sagte der deutsche Fußball-Rekordnationalspieler vor dem Bundesliga-Klassiker am Samstag (18.30 Uhr/Sky). «Die Mannschaft darf nicht defensiv spielen, sondern muss nach vorne Akzente setzen und mutig attackieren», riet Matthäus.
Als Tabellenzweite empfangen die Borussen den souveränen Tabellenführer aus München, der nach Meinung von Sky-Experte Matthäus sicher wieder Meister wird – selbst im Falle einer Niederlage in Dortmund. «Auch wenn Bayern München verlieren sollte, dann wird kein anderer Verein deutscher Meister.»
Der Rekordmeister geht mit acht Punkten Vorsprung auf den BVB in das Spitzenspiel. Trainer Vincent Kompany habe aus den Münchnern ein echtes Team geformt, lobte Matthäus. «Die Bayern performen und haben Freude am Fußball.»
Matthäus: Über Dortmund «eine dunkle Wolke»
Die BVB-Laune nach dem Aus in der Champions League durch das 1:4 bei Atalanta Bergamo ist dagegen im Keller. «Über dem Dortmunder Fußball-Himmel ist eine dunkle Wolke», erkannte Matthäus. Nun komme es auf Trainer Niko Kovac und dessen psychologischen Fähigkeiten in Gesprächen mit seinen Schützlingen an, sagte der Weltmeister von 1990.
Zu einem möglichen Erfolgsrezept von Dortmund gegen die scheinbar übermächtigen Bayern sagte Matthäus: «Alles, was sie gegen Bergamo in eine Richtung gemacht haben, müssen sie nun in die andere Richtung machen.» Er meinte damit sowohl die defensive Stabilität, die Chancenverwertung im Angriff und ganz grundsätzlich viele individuelle Fehler, die nicht passieren dürften.
Nyon (dpa) – Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart setzt seinen Weg in der Europa League im Achtelfinale gegen den FC Porto fort. Damit erwischte der DFB-Pokalsieger bei der 50:50-Chance zwischen den beiden portugiesischen Vertretern Braga und Porto das vermeintlich schwierigere Los. Der SC Freiburg spielt gegen den belgischen Club KRC Genk um den Einzug ins Viertelfinale, wie die Auslosung im schweizerischen Nyon ergab.
VfB-Rückspiel muss noch terminiert werden
Im Hinspiel am 12. März tritt Stuttgart zunächst im eigenen Stadion an. Das Rückspiel in Porto steigt am 18. oder 19. März. Dass das zweite Duell am ungewohnten Mittwoch statt am üblichen Donnerstag stattfinden könnte, liegt daran, dass die portugiesischen Teilnehmer nicht an einem Tag ihre Rückspiele austragen sollen. Porto und Braga trennen nur rund 60 Kilometer.
Porto ist in der portugiesischen Liga Tabellenführer mit 20 Punkten Vorsprung vor dem viertplatzierten Braga. Anders als der SC Freiburg hatte sich der VfB nicht direkt für das Achtelfinale qualifiziert und setzte sich in der Zwischenrunde mit einem 4:1 bei Celtic Glasgow und einem 0:1 im Rückspiel am Donnerstagabend vor eigenem Publikum durch.
Freiburg erwischt belgischen Kontrahenten
Die Freiburger treten zunächst auswärts an und haben im entscheidenden Rückspiel Heimrecht. Mögliche Viertelfinal-Gegner des SC wären Celta Vigo aus Spanien oder der französische Verein Olympique Lyon. Die Stuttgarter würden auf Nottingham Forest aus England oder den FC Midtjylland aus Dänemark treffen. Ein Bundesliga-Duell wäre nur im Endspiel möglich.