Frau von Ex-Bundesligaprofi Löwen gestorben

Frau von Ex-Bundesligaprofi Löwen gestorben

St. Louis (dpa) – Der frühere Bundesligaprofi Eduard Löwen trauert um seine Frau Ilona, die am Montag nach langer schwerer Krankheit an Krebs gestorben ist. Das teilte Löwens aktueller Club St. Louis City aus der amerikanischen Major League Soccer auf X und Instagram mit.

«Wir trauern mit Edu und allen, die von diesem Verlust betroffen sind, und bitten die Gemeinde, sie in dieser schweren Zeit in ihre Gebete einzuschließen. Ilona war ein leuchtendes Beispiel für Liebe, Demut und Güte und wird uns sehr fehlen», schrieb der Verein und veröffentlichte ein Statement von Löwens Pastor Marc Sikma: «Edu und Ilona haben ihr Leben auf den Glauben an Christus gegründet, und es tröstet uns zu wissen, dass Ilonas Leiden nun ein Ende hat und sie in der ewigen Gegenwart ihres Erlösers weilt.»

Löwen hatte bereits vor geraumer Zeit die Krebserkrankung seiner Frau öffentlich gemacht und sich für die große Anteilnahme bedankt. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler war einst in der Bundesliga für den 1. FC Nürnberg, Hertha BSC, FC Augsburg und den VfL Bochum aktiv. Seit 2022 spielt er in St. Louis.

TSG Hoffenheim: Neue Vorsitzende und erster Neuzugang fix

TSG Hoffenheim: Neue Vorsitzende und erster Neuzugang fix

Sinsheim (dpa) – Nach unruhigen Monaten abseits des Platzes und interner Turbulenzen haben die Mitglieder der TSG Hoffenheim über einen neuen ersten und zweiten Vereinsvorsitzenden abgestimmt. Die Wahl in einem Dreikampf um den ersten Vorsitzenden fiel auf André Kreuzwieser, der 759 Stimmen erhielt. Die erforderliche Mehrheit betrug 504 Stimmen. 

«Ich bin überwältigt von dem Zuspruch und bin mir der Verantwortung bewusst», sagte Kreuzwieser sichtlich bewegt. Er hob hervor, dass das Miteinander im Vordergrund stehen sollte und keine Einzelperson größer sein dürfe als der Verein. Zuletzt hatte Jörg Albrecht das Amt kommissarisch noch einmal übernommen, nachdem er im November zunächst seinen Rücktritt erklärt hatte. Neuer zweiter Vorsitzender ist Florian Beil.

Der ehemalige Interimsvorsitzende Christoph Henssler wollte Sportgeschäftsführer Andreas Schicker trotz des sportlichen Aufschwungs zum Sportdirektor degradieren und trat nach dem missglückten Vorhaben im Februar selbst zurück. 

Hoffnung: «Neustart ohne alte Themen»

Frank Engelhardt als einzig verbliebener Vereinsvorstand setzt auf einen «Neustart ohne alte Themen», Schicker auf «Ruhe, Kontinuität und Stabilität». Unter lautstarkem Applaus der etwas mehr als 1.000 anwesenden Mitglieder sagte der Österreicher: «Es waren keine guten Tage, es waren turbulente Tage – und es war ein Kasperletheater, das wir uns alle gerne erspart hätten.» 

In Zukunft dürfe es bei der TSG «keine Lager, keine Gewinner, keine Verlierer» geben. Schicker betonte, er sei für den sportlichen Bereich zuständig und hoffe daher, dass er sich fortan wieder zu 100 Prozent damit beschäftigen könne.

Stürmer kommt aus St. Gallen

Schicker vermeldete in seiner Ansprache auch den ersten Sommer-Neuzugang des Bundesliga-Dritten. Vom Schweizer Tabellenzweiten FC St. Gallen kommt Angreifer Alessandro Vogt. Medienberichten zufolge erhält der 21-Jährige einen Fünfjahresvertrag.

Außerdem informierte der Vorstand über eine Mitgliederliste, die im Vereinsumfeld weitergegeben wurde. Dies wurde zunächst als mutmaßlicher Datenschutzverstoß gewertet und untersucht. Der Verdacht könne durch ein Rechtsgutachten ausgeräumt werden, hieß es vonseiten der TSG.

Kompany lässt Startelf-Einsatz von Kane offen

Kompany lässt Startelf-Einsatz von Kane offen

München (dpa) – Trainer Vincent Kompany hat einen Startelfeinsatz von Torjäger Harry Kane im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo offen gelassen. «Harry Kane hat das Training eigentlich sehr gut überstanden. Jetzt müssen wir noch eine Entscheidung treffen, was für morgen das Beste ist», sagte Kompany am Abend vor dem Spiel. Englands Nationalmannschaftskapitän hatte beim 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach wegen einer Wadenverletzung aussetzen müssen.

Kompany: Wir müssen es noch entscheiden

«Wichtig ist erstmal, dass er dabei ist im Kader und eine Rolle spielen kann. Ob von Anfang an oder nicht, müssen wir entscheiden», sagte der belgische Trainer eine gute Woche vor dem Rückspiel in München. Nicht dabei ist am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) beim ersten Duell zwischen dem FC Bayern und Bergamo überhaupt Kapitän Manuel Neuer wegen eines Muskelfaserrisses. Er wird wie im Achtel- und Viertelfinale der Vorsaison von Jonas Urbig vertreten.

«Der Junge baut schon eine gute Menge Erfahrung auf», sagte Kompany. «Aber es geht noch nicht über Jonas, es geht über die Gesamtleistung unserer Mannschaft. Jonas ist ein Teil davon und muss keine andere Rolle spielen.»

Das wurmt zwei Bayern-Stars immer noch

Schlechte Erinnerungen hat Bayern-Verteidiger Josip Stanisic an Atalanta. Mit Bayer Leverkusen verlor der heute 25-Jährige im Mai 2024 das Endspiel in der Europa League klar mit 0:3. «Das ärgert mich natürlich, das wäre schön gewesen, das war eine einmalige Gelegenheit. Wenn man in einem Endspiel ist, will man auch gewinnen», sagte der Kroate. «Für mich spielt das folgende Rolle: Dass ich keinesfalls nochmal gegen Atalanta verlieren möchte – da spreche ich auch für Jonathan Tah.» Bayern-Abwehrchef Tah spielte damals ebenfalls für Leverkusen. 

Der Gegner habe die Spielweise nicht entscheidend geändert, sagte Stanisic und nannte, was den Gastgeber auszeichnet. «Ganz klar einfach die Aggressivität von der ersten Sekunde an. Sie stecken auch nie zurück. Jeder Zweikampf wird zu 110 Prozent geführt und dem werden wir uns einfach stellen müssen.»

Bergamo hatte in den Playoffs Borussia Dortmund ausgeschaltet. Atalanta präsentierte sich zuletzt wiederholt als schwieriger Gegner für die Bundesliga-Clubs. Seit Anfang 2024 gewann Bergamo vier der letzten fünf Begegnungen mit Mannschaften aus Deutschland.

Fünf iranische Fußballerinnen erhalten in Australien Asyl

Fünf iranische Fußballerinnen erhalten in Australien Asyl

Gold Coast (dpa) – Fünf Mitglieder der iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft haben in Australien Asyl erhalten. Wie der australische Innenminister Tony Burke mitteilte, sei die Bearbeitung ihrer humanitären Visa abgeschlossen worden. 

Zuvor hatte sich bereits US-Präsident Donald Trump für die fünf Spielerinnen, die mit dem iranischen Team beim Asien Cup in Australien im Einsatz waren, eingesetzt und eine bevorstehende Lösung angekündigt. «Ich habe gerade mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese über die iranische Frauenfußballnationalmannschaft gesprochen. Er kümmert sich darum!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Fünf Spielerinnen seien bereits versorgt, die anderen auf dem Weg, so Trump. «Einige fühlen sich jedoch gezwungen, zurückzukehren, weil sie um die Sicherheit ihrer Familien fürchten, auch wegen Drohungen gegen Familienmitglieder, sollten sie nicht zurückkehren», schrieb Trump.

Trumps markige Worte nach Australien

Zuvor hatte der US-Präsident mit gewohnt markigen Worten Asyl für Irans Fußballerinnen gefordert – und im Falle einer Ablehnung in Australien Hilfe durch die USA zugesagt. «Australien begeht einen schweren humanitären Fehler, indem es zulässt, dass die iranische Frauenfußball-Nationalmannschaft in den Iran zurückgeschickt wird, wo sie höchstwahrscheinlich getötet werden. Tun Sie das nicht, Herr Premierminister! Gewähren Sie ASYL! Die USA werden sie aufnehmen, wenn Sie es nicht tun», schrieb Trump.

Die USA und Israel befinden sich seit Tagen in einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Iran. Beim ersten Gruppenspiel des Turniers hatten die iranischen Spielerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Gewertet wurde dies als Zeichen gegen die Machthaber im Iran. 

Auch die FIFA reagiert

Die Spielerinnen hätten aus Sorge um ihre Sicherheit das Teamhotel verlassen und sich in die Obhut der Polizei begeben, wie CNN berichtete. Der iranische Fußballverband teilte später mit, dass fünf Spielerinnen der Nationalmannschaft das Hotel heimlich verlassen hätten – und sich der Verband um Kontakt bemühe. Laut der britischen Nachrichtenagentur PA befand sich das am Sonntag ausgeschiedene Team am Montagnachmittag weiter in Australien.

«Die Sicherheit der iranischen Frauen-Nationalmannschaft hat für die FIFA höchste Priorität», sagte ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes bei PA. Man stehe in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden und den relevanten Verbänden. Die iranische Trainerin Marziyeh Jafari hatte laut der australischen Nachrichtenagentur AAP gesagt: «Ich möchte bei meinem Land und den Iranern in meiner Heimat sein. Wir sehnen uns nach der Rückkehr.»

Probleme wegen des stillen Protests?

Zuletzt war von zahlreichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen die Sorge zum Ausdruck gebracht worden, die Spielerinnen könnten bei einer Rückkehr in ihr Heimatland von Hardlinern verfolgt werden.

Das Schweigen der Spielerinnen während der Nationalhymne im ersten Gruppenspiel hatten konservative Kommentatoren im Iran als Verrat an der iranischen Regierung bezeichnet. Das Team sang anschließend in seinen letzten beiden Spielen die Nationalhymne und salutierte dazu. Die Szenen in Australien erinnerten an das Verhalten der iranischen Männer-Nationalmannschaft während der WM 2022 in Katar. Auch da blieb das Team vor dem ersten Spiel stumm und sang die Nationalhymne vor der zweiten Partie wieder mit – mutmaßlich auch auf Druck des Verbands.

Sperre nach BVB-Spiel: Simpson-Pusey fehlt Köln im Derby

Sperre nach BVB-Spiel: Simpson-Pusey fehlt Köln im Derby

Köln (dpa) – Der 1. FC Köln muss in den kommenden beiden Spielen in der Fußball-Bundesliga auf Jahmai Simpson-Pusey verzichten. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den 20-Jährigen nach seinem Platzverweis am Samstagabend gegen Borussia Dortmund für zwei Spiele gesperrt. 

Der Innenverteidiger hatte bei der 1:2-Niederlage kurz vor der Pause BVB-Stürmer Maximilian Beier gefoult. Dafür sah er zunächst die Gelbe Karte, nach Intervention des VAR dann aber die Rote Karte.

Simpson-Pusey fehlt den Kölnern somit im Abstiegskampf, zunächst am Samstag (18.30 Uhr/Sky) im Aufsteiger-Duell beim Hamburger SV und auch in zwei Wochen im Rhein-Derby gegen Borussia Mönchengladbach.

Das sagt Eberl zu Neuers Zukunft und Urbigs WM-Chancen

Das sagt Eberl zu Neuers Zukunft und Urbigs WM-Chancen

München (dpa) – Für Sportvorstand Max Eberl ändert die erneute Verletzung von Kapitän Manuel Neuer noch nichts an der verabredeten Zukunftsplanung mit dem früheren Fußball-Nationaltorhüter. «Was es mit ihm macht, kann ich nicht beurteilen», sagte Eberl vor dem Abflug des deutschen Rekordmeisters zum Champions-League-Spiel bei Atalanta Bergamo an diesem Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video). «Für uns ändert sich die Situation nicht», versicherte er.

Neuer hatte sich im ersten Spiel nach einem Muskelfaserriss am vergangenen Freitag gegen Borussia Mönchengladbach gleich wieder an der linken Wade verletzt. Er werde «nicht ewig lange» ausfallen, berichtete Eberl: «Ich möchte keine Zeit sagen, um keinen Druck aufzubauen. Er soll es in Ruhe auskurieren.» Die Verletzungsanfälligkeit des 39-jährigen Neuers nimmt im höheren Alter zu. 

«Wir wissen, in welchem Alter Manu ist»

Im Achtelfinal-Hinspiel gegen Bergamo wird wieder Jonas Urbig im Tor stehen. Der Vertrag von Neuer läuft im Sommer aus, die Zukunft des Weltmeisters von 2014 darüber hinaus ist offen. «Wir wissen, in welchem Alter Manu ist. Wir haben immer gesagt, jetzt soll er erst mal 40 Jahre werden Ende März. Und dann werden wir uns in Ruhe hinsetzen und sprechen», sagte Eberl. 

«Dann muss er uns sagen, wie er sich fühlt, wie er drauf ist. Und wir müssen für uns entscheiden, wie es dann weitergeht. Er hat bisher eine herausragende Saison gespielt, er ist ein Toptorwart», erklärte der Sportvorstand, der zudem versicherte: «Aber mit der (jetzigen) Verletzung ändert sich gar nichts für uns.» Man werde am Ende eine Entscheidung «zusammen fällen mit Manu».

Urbig zur WM? «Wenn er gute Leistung bringt…»

Der 22-jährige Urbig kann sich während Neuers nächster Abwesenheit erneut für die Nachfolge als Nummer eins beim Bundesliga-Tabellenführer empfehlen. «Jonas hat für mich eine Super-Entwicklung genommen», sagte Eberl. Er mache sich «null komma null Sorge», wenn Urbig gegen Bergamo im Tor stehe.

Könnte sich Urbig mit den weiteren Einsätzen sogar für eine WM-Nominierung empfehlen? «Jonas soll jetzt morgen seine Rolle spielen», wehrte Eberl ab: «Was soll ich sagen? Ich bin nicht Sportdirektor der Nationalmannschaft, sondern Sportvorstand des FC Bayern. Ich bin sehr froh, dass Jonas bei uns ist.» Dann ergänzte der 52 Jahre alte Eberl aber noch: «Wenn er gute Leistung bringt, ist, glaube ich, jeder Spieler ein Kandidat.»

«Jetzt erst recht!» Rückkehrer Hecking soll Wolfsburg retten

«Jetzt erst recht!» Rückkehrer Hecking soll Wolfsburg retten

Wolfsburg (dpa) – Der Kontrast könnte kaum größer sein. An der Wand des Medienraums in der Volkswagen-Arena hängt ein riesiges Foto, das Dieter Hecking und den VfL Wolfsburg 2015 nach dem Gewinn des DFB-Pokals zeigt. Und in der Mitte des Medienraums saß am Montagmittag genau dieser Dieter Hecking, um zu erzählen, wie er den Club elf Jahre später vor dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga retten will.

Genau deshalb hat der VfL den 61-Jährigen zurückgeholt. Und Hecking sagte bei seiner Vorstellung auch genau das, was man bei einem Verein in der Dauerkrise nach sechs Niederlagen in den vergangenen sieben Spielen und dem Absturz auf Platz 17 jetzt hören will. «Nach dem Hamburg-Spiel gab es für mich kein Zögern, sondern nur ein „Jetzt erst recht“», sagte Hecking. «Meine erfolgreichste Zeit als Trainer war hier in Wolfsburg.» Und er glaube: Auch die jetzige Situation «ist machbar – nach wie vor machbar.»

Einen Tag nach der 1:2-Niederlage gegen den HSV und neuneinhalb Jahre nach seiner Freistellung im Oktober 2016 holte der VfL den Trainer mit den aktuell zehntmeisten Spielen der Bundesliga-Geschichte (443) zurück. Zwischen Vertragsunterschrift am Sonntag und Vorstellung am Montag ist die Aufgabe noch einmal schwerer geworden. Denn nach den Ergebnissen des FC St. Pauli und Werder Bremen beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz jetzt schon vier Punkte – aufzuholen in nur noch neun Spielen.

Neue Rolle für Aufsichtsrat Benaglio

Vorerst erhielt Hecking nur einen Vertrag bis zum Saisonende – dafür aber für diese begrenzte Zeit eine namhafte Unterstützung. Denn das Wolfsburger Aufsichtsratsmitglied Diego Benaglio wird nach der Trennung von Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen vorübergehend die sportliche Leitung unterstützen – als Bindeglied zwischen dem Trainer, den Spielern und dem Sportdirektor Pirmin Schwegler. Auch Benaglio ist auf dem großen Pokalsieger-Foto von 2015 zu sehen. Der Schweizer war damals unter Hecking der Wolfsburger Torwart und Kapitän.

Diese vielen Verbindungen sind ein Grund, warum der neue starke Mann Schwegler über Hecking sagte: «Er kennt das Umfeld. Er kann Menschen begeistern. Er war unser Topkandidat.» Andere Namen wie Felix Magath oder Thomas Reis wurden zwar auch gehandelt, aber nie ernsthaft kontaktiert.

Dass Hecking in dieser Saison bereits der dritte Wolfsburger Trainer nach Paul Simonis und Daniel Bauer ist, zeigt aber auch: Das größte Problem des VfL saß nie auf der Bank. Sondern ist der Kader mit all seinen sportlichen Lücken und atmosphärischen Störungen. Auch im Januar durfte Christiansen noch einmal rund 20 Millionen Euro ausgeben, ohne die Mannschaft spürbar zu verstärken.

«Da muss eine andere Energie rein in die Truppe»

Auch Hecking beschönigte in diesem Punkt nichts. «Ich glaube, dass dieser Kader natürlich die eine oder andere Unwucht hat, sonst würden wir nicht auf Platz 17 stehen», sagte er. Und er habe bei den Fernseh-Übertragungen der Wolfsburger Spiele «auch ein paar Bilder gesehen, die mir nicht gefallen haben. Wenn dann die Ersatzbank eingeblendet wird, man sieht in die Leere der Gesichter und sieht nicht, dass da irgendwo was brennt: Dann verstehe ich, dass Kritik laut wird an dem Gesamtbild. Das muss raus. Da muss eine andere Energie rein in die Truppe!»

Genau das ist jetzt seine Aufgabe. Heckings erstes Spiel mit dem VfL findet am Samstag bei 1899 Hoffenheim statt. Danach folgt gegen Werder Bremen das erste von noch vier Spielen gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. 

Im vergangenen Jahr scheiterte Hecking an einer solchen Rettungsmission. Mit dem VfL Bochum stieg er am Ende der Saison aus der Bundesliga ab. «Aber ich glaube», sagte er, «dass die Qualität in Bochum geringer war als hier.»

Nach Stadionsprecher-Äußerungen: DFB ermittelt gegen Köln

Nach Stadionsprecher-Äußerungen: DFB ermittelt gegen Köln

Köln (dpa) – Nach dem emotionalen Ausbruch seines Stadionsprechers droht dem 1. FC Köln eine Strafe vom Deutschen Fußball-Bund. Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Erst einmal aber nicht gegen Stadionsprecher Michael Trippel, sondern gegen den Fußball-Bundesligisten – denn der ist für sein Personal verantwortlich.

«Der Kontrollausschuss leitet ein Ermittlungsverfahren ein. Angeschrieben wird hier zunächst die 1. FC Köln GmbH & Co. KGaA, da diese gemäß § 9a Nr. 1 DFB-Rechts- und Verfahrensordnung für das Verhalten seiner Mitarbeiter, Erfüllungsgehilfen, Mitglieder, Anhänger, Zuschauer und weiterer Personen, die im Auftrag des Vereins eine Funktion während des Spiels ausüben, verantwortlich ist», teilte der DFB mit.

Trippel hatte am Samstagabend bei der 1:2-Niederlage der Kölner gegen Borussia Dortmund den Platzverweis gegen Jahmai Simpson-Pusey über die Stadionlautsprecher mit «Pfui. Widerlich» kommentiert. 

Kritik auch aus dem eigenen Verein

Und wegen eines nicht geahndeten Handspiels im Dortmunder Strafraum heizte der 71-Jährige die Stimmung im Stadion an und rief er nach Spielende ins Mikrofon: «In der 95. Minute hat es ein klares Handspiel eines Dortmunders im Strafraum gegeben und das guckt sich noch nicht einmal einer an.» 

Für seine Verhalten gab es bereits am Sonntag Kritik. FC-Chef Türoff nannte «solche Ausbrüche am Stadionmikrofon nicht in Ordnung» und die Organisation der Schiedsrichter im deutschen Profifußball bezeichnete Trippels Verhalten als «inakzeptabel». 

Für Stadionsprecher gilt eine Neutralitätspflicht. Trippel selbst hat inzwischen für sein Verhalten um Entschuldigung gebeten. «Ich entschuldige mich bei denjenigen, die sich auf den Schlips getreten gefühlt haben. Die Aussagen tun mir leid», sagte er gegenüber dem «Kölner Stadt-Anzeiger».