Völler: Debatte um WM-Boykott ist sinnlos

Völler: Debatte um WM-Boykott ist sinnlos

Berlin (dpa) – Für Rudi Völler ist die schwelende Debatte um einen Boykott der Fußball-WM in den USA «sinnlos». Bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin sagte der Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bunds zu dem Thema: «Es ist sinnlos, das zu diskutieren. Es bringt nichts und du schadest nur den Athleten.»

Völler verwies auf seine Erfahrungen als junger Fußballprofi, als es aus politischen Gründen von mehreren Staaten Boykotte der Olympischen Spiele 1980 in Moskau und Los Angeles 1984 gegeben hatte. «Ich war schon immer gegen einen Boykott, weil es halt nichts bringt», stellte der 65-Jährige fest.

Auch angestoßen von St.-Pauli-Clubchef Oke Göttlich hatte es zuletzt einige Stimmen gegeben, einen WM-Boykott zumindest zu diskutieren. «Man kann ja ein Thema nicht totschweigen. Der Fußball funktioniert nicht im Reagenzglas der gesellschaftlichen Themen», sagte Göttlich. 

«Es gibt keine Maulkörbe»

Hintergrund der Diskussion war unter anderem der Konflikt zwischen den USA und den europäischen Nato-Staaten wegen der Besitzansprüche von US-Präsident Donald Trump auf Grönland. Auch das teils brutale Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten in den Vereinigten Staaten, bei dem auch zwei Menschen getötet wurden, hatte für politische Debatten um den WM-Mitgastgeber USA gesorgt.

Grundsätzlich will Völler politische Themen wie diese nicht erneut die WM-Reise der Nationalmannschaft überschatten lassen. «Wir sind vor Ort, um Fußball spielen», sagte der DFB-Sportdirektor. Diskussion wie während der WM in Katar um die Regenbogen-Kapitänsbinde sollen sich nach dem Willen Völlers nicht wiederholen. «Es gibt keine Maulkörbe, jeder kann seine Meinung sagen und kann auch Dinge kritisch sehen, aber nicht am Tag vor dem Spiel», sagte der Weltmeister von 1990.

Nach Rassismus-Vorfall: UEFA sperrt Prestianni für Rückspiel

Nach Rassismus-Vorfall: UEFA sperrt Prestianni für Rückspiel

Nyon (dpa) – Nach dem mutmaßlich rassistischen Vorfall im Playoff-Hinspiel der Champions League ist der argentinische Fußball-Profi Gianluca Prestianni von Benfica Lissabon für das Rückspiel bei Real Madrid vorläufig gesperrt. Das entschied die Disziplinar- und Ethik-Kommission der Europäischen Fußball-Union (UEFA) vor der Partie an diesem Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN).

Reaktion aus Lissabon folgt prompt

Benfica Lissabon kündigte an, gegen die Sperre vorzugehen. Der Club wollte Berufung einlegen, «auch wenn die betreffenden Fristen für das Rückspiel der Champions-League-Playoffs kaum praktische Auswirkungen haben dürften», hieß es in einem Statement auf der Vereins-Homepage.

Die UEFA stellte klar, dass die vorläufige Sperre ungeachtet etwaiger Entscheidungen gelte, die die UEFA-Disziplinarorgane nach Abschluss der laufenden Untersuchung und deren Vorlage bei den UEFA-Disziplinarorganen treffen könnten. Als Grund für die vorläufige Sperre gab der Kontinentalverband einen dem ersten Anschein nach vorliegenden Verstoß gegen Artikel 14 der UEFA-Disziplinarordnung im Zusammenhang mit diskriminierendem Verhalten an. 

Prestianni bestreitet die Vorwürfe

Am vergangenen Dienstag war es zu dem Vorfall gekommen. Nach dem Tor zum 1:0-Sieg und seinem anschließenden Jubel soll Vinícius Júnior nach eigenen Angaben und Aussagen seines französischen Teamkollegen Kylian Mbappé rassistisch beleidigt worden sein. Prestianni soll den Brasilianer demnach als «Affe» bezeichnet haben. Der Argentinier bestreitet die Vorwürfe, in der Szene hatte er sich das Trikot vor den Mund gezogen.

Die Partie war dem zugrundeliegenden Protokoll entsprechend für zehn Minuten unterbrochen worden. Nach dem Spiel monierte Benfica-Coach José Mourinho wiederum das Verhalten von Vinícius Júnior nach dessen Tor. In einer fast zwölfminütigen Rede hatte sich dann auch Bayern Münchens belgischer Trainer Vincent Kompany zu dem Geschehen geäußert und Mourinho kritisiert.

Ausführliche Mourinho-Reaktion steht noch aus

Eine Reaktion des Portugiesen darauf beziehungsweise auf die generelle Kritik an seinen Äußerungen gibt es nicht. Er hatte dazu am Wochenende ausweichend gesagt: «Ich wiederhole, dass es für alle schwierig war, aber ich werde jetzt nicht näher darauf eingehen, inwiefern es schwierig war. Es war für alle schwierig.» 

Vor dem Rückspiel dürfte sich Mourinho zunächst auch wohl nicht weiter äußern. Wie Benfica in seinem Ablaufplan bekanntgab, wird der 63 Jahre alte Portugiese nach seiner Roten Karte vom Real-Spiel angesichts seiner Sperre auch nicht Rede und Antwort bei der Pressekonferenz an diesem Dienstag (16.15 Uhr) stehen. Neben einem namentlich noch nicht genannten Spieler wird stattdessen Co-Trainer João Tralhão auf dem Podium Platz nehmen. 

Benfica Lissabon bekräftigte in seiner jüngsten Stellungnahme sein «unerschütterliches Engagement im Kampf gegen jede Form von Rassismus und Diskriminierung». Es seien Werte, die Teil der historischen Identität des Clubs seien und «sich in seinem täglichen Handeln, in seiner globalen Gemeinschaft, in der Arbeit der Benfica-Stiftung und in den großen Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte, wie Eusébio, widerspiegeln».

Doch fit für den Clásico? – Berichte: Neuer im Training

Doch fit für den Clásico? – Berichte: Neuer im Training

München (dpa) – Manuel Neuer hat früher als erwartet wieder das Training aufgenommen und damit Hoffnungen auf eine Rückkehr ins Bayern-Tor beim Spitzenspiel gegen Borussia Dortmund geweckt. Nach seinem Muskelfaserriss in der linken Wade am 14. Februar absolvierte der 39 Jahre alte ehemalige Fußball-Nationaltorwart Angaben des FC Bayern München zufolge einige Übungen auf dem Platz.

Wie die «Bild» zuvor berichtete, seien bei der halbstündigen Einheit auf dem Trainingsgelände «volle Belastung und richtige Flüge durch die Luft» noch nicht dabei gewesen. Erst in den Schlussminuten der kurzen Einheit habe Neuer das linke Bein etwas mehr belastet. Auch der TV-Sender Sky berichtete, Neuer habe kurz trainiert. Die Münchner gehen mit acht Punkten Vorsprung auf den Tabellenzweiten in das direkte Bundesliga-Duell in Dortmund am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky).

Neuer hatte sich die Verletzung im Spiel bei Werder Bremen vor gut einer Woche zugezogen. Er wurde in der Partie von Jonas Urbig (22) ersetzt, der ihn auch beim 3:2-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag vertrat.

Leverkusen bangt vor Piräus-Rückspiel um Tillman

Leverkusen bangt vor Piräus-Rückspiel um Tillman

Leverkusen (dpa) – Bayer Leverkusen muss im Kampf um das Champions-League-Achtelfinale wohl auf Malik Tillman verzichten. «Es wird schwierig mit Malik. Es ist noch nicht ganz entschieden, aber es sieht nicht richtig gut aus», sagte Trainer Kasper Hjulmand vor dem Playoff-Rückspiel gegen Olympiakos Piräus am Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime).

Der 23 Jahre alte Offensivspieler war bei der 0:1-Niederlage bei Union Berlin in der 3. Minute von Unions Stanley Nsoki mit offener Sohle am rechten Sprunggelenk getroffen worden. Tillman spielte die Partie zwar durch, verließ das Stadion jedoch humpelnd. «Wir haben morgen noch ein kleines Training und ein Medical, dann entscheiden wir», sagte Hjulmand. 

Trotz des 2:0-Erfolgs im Hinspiel warnte der Trainer vor zu viel Leichtfertigkeit: «Es ist ein gutes Resultat, aber es ist auch gefährlich, wenn man denkt, dass es leicht ist. Es ist nicht einfach. Wir nehmen diese Aufgabe sehr ernst.» Es gelte wieder die beste Leistung zu zeigen. «Wir gehen mit einem proaktiven Mindset in das Spiel. Wir können nicht passiv spielen», betonte der Däne.

«Verschießt sowieso»: Frecher Elfer-Zettel sorgt für Wirbel

«Verschießt sowieso»: Frecher Elfer-Zettel sorgt für Wirbel

Aue (dpa) – Ein frecher Elfmeter-Spickzettel von Torhüter Marius Funk sorgt nach dem Ost-Duell zwischen Energie Cottbus und Erzgebirge Aue für Wirbel. Der Energie-Keeper hatte sich auf seiner Trinkflasche die Vorlieben möglicher Elfmeterschützen von Aue notiert. Als letzter Name steht der von Verteidiger Ryan Malone auf der Liste mit dem Verweis «verschießt sowieso».

Die Kameras von MagentaSport hatten die Flasche während einer 15-minütigen Spielunterbrechung wegen eines Platzsturms eingefangen. Der Streaming-Dienst veröffentlichte die Szene auf Instagram und Malone kommentierte: «Danke» – und zeigte dazu ein grinsendes Smiley mit einer Schweißperle.

Neun von zehn Elfmetern verwandelt

Vielleicht war es ein Scherz unter ehemaligen Teamkollegen. Vor Malone hatte Funk noch sechs andere Schützen notiert, zudem spielten beide von 2023 bis 2025 beim FC Ingolstadt zusammen. Weder in Aue noch in Ingolstadt trat Malone als Elfmeterschütze in Pflichtspielen auf. In seiner Karriere schoss der 33 Jahre alte US-Amerikaner bisher zehn Strafstöße und verwandelte neun davon. Die meisten in Diensten von Lok Leipzig.

Letztlich kam der Zettel beim 2:1 von Cottbus nicht zum Einsatz, einen Elfmeter gab es nicht. Stattdessen drehten King Manu und Axel Borgmann die Auer Führung durch Marcel Bär noch zum Erfolg. Während Aue tief im Abstiegskampf steckt, ist Cottbus Tabellenführer.

Erinnerungen an Lehmann

Spickzettel von Torhütern über Elfmeterschützen sind nicht ungewöhnlich. Der berühmteste Hinweisgeber ist sicherlich das Stück Papier aus dem WM-Viertelfinale 2006 zwischen Deutschland und Argentinien. Torwarttrainer Andreas Köpke hatte dort die Gewohnheiten der Argentinier notiert, Ersatzmann Oliver Kahn überreichte Keeper Jens Lehmann den Zettel vor dem Elfmeterschießen.

Lehmann holte den Zettel für die Argentinier sichtbar aus seinem Stutzen. Hilfreich sei er aber nicht gewesen, sagte er hinterher. Dennoch zog Deutschland ins Halbfinale ein und der Zettel ist heute im «Haus der Geschichte» in Bonn.

Unruhen bei WM-Mitgastgeber Mexiko – Völler: «Erschreckend»

Unruhen bei WM-Mitgastgeber Mexiko – Völler: «Erschreckend»

Berlin (dpa) – DFB-Sportdirektor Rudi Völler hat die jüngste Gewalteskalation in Mexiko wenige Monate vor der Fußball-WM als «erschreckend» bezeichnet. In der Fußball-Welt wachsen angesichts der Ereignisse im Land des Co-Gastgebers die Sorgen um die Sicherheit bei dem Turnier. «Wir haben alle natürlich die Hoffnung, dass sich das in den nächsten Tagen und Wochen wieder beruhigt, bis die WM losgeht», sagte Völler bei der dpa-Chefredaktionskonferenz in Berlin.

Seit das Militär in dem Land den mächtigen Drogenboss Nemesio Oseguera Cervantes – auch bekannt als «El Mencho» – tötete, setzen dessen Anhänger Autos, Banken, Tankstellen und Läden in Brand und errichten Straßensperren.

Insgesamt 13 WM-Spiele in Mexiko 

Besonders betroffen von den Unruhen ist der Bundesstaat Jalisco mit der Hauptstadt Guadalajara, in der eines der drei mexikanischen WM-Stadien steht und zwei Teams – Kolumbien und Südkorea – ihr Camp geplant haben. In der Millionenmetropole sind vier WM-Vorrundenspiele angesetzt, darunter auch das Match von Europameister Spanien gegen Uruguay.

Insgesamt steigen in Mexiko 13 Matches dieser XXL-WM, neben Guadalajara sind Mexiko-Stadt sowie Monterrey die weiteren Gastgeberstädte. In Mexiko haben Uruguay (Playa del Carmen) und voraussichtlich auch Südafrika (Pachuca) ihre WM-Quartiere vorgesehen.

Bereits Ende März und Anfang April sollen in Guadalajara und Monterrey zudem jeweils zwei internationale Playoff-Partien stattfinden zur Ermittlung der letzten beiden WM-Teilnehmer. Der Fußball-Weltverband FIFA war für eine Reaktion auf die Lage angefragt.

Zeitung: «Internationale Alarmglocken schrillen»

Nachdem zuletzt noch die Situation bei Co-Gastgeber USA mit dem heftigen Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE gegen Migranten für Empörung und Boykott-Aufrufe gesorgt hatte, rückt nun Mexiko in den Fokus. «Die Lage lässt die internationalen Alarmglocken schrillen, besonders in Bezug auf die Sicherheit der Besucher und die Organisation in einem der Hauptaustragungsorte des Turniers», schrieb die Zeitung «AS Mexico». Das dritte Austragungsland der Weltmeisterschaft 2026 ist Kanada.

Wegen der Unruhen wurden am Sonntag unter anderem zwei Erstligaspiele in Mexiko abgesagt. Die mexikanische Nationalmannschaft will in dieser Woche in der Stadt Queretaro – zwischen Guadalajara und Mexiko-Stadt gelegen – eigentlich ein Freundschaftsspiel gegen die Auswahl Islands bestreiten. Ob dieses wie geplant stattfinden kann, das war zunächst offen. Der isländische Verband veröffentlichte noch am Montagmorgen Trainingsbilder aus Mexiko.

Tennisturnier in Acapulco findet wie geplant statt

Von den gewalttätigen Protesten nach dem Tod des Drogenbosses sollen etwa 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten betroffen sein, schrieben lokale Medien. Es habe Tote und Verletzte gegeben; eine offizielle Zahl gab es nicht. Mehrere Botschaften anderer Länder – darunter auch Deutschlands – riefen ihre Bürger dazu auf, wachsam zu sein und eventuell Hotels nicht zu verlassen.

In dieser Woche sind zudem Tennisstars wir Alexander Zverev beim ATP-Turnier von Acapulco im Einsatz. Die Organisatoren teilten mit, dass das Event wie geplant und unter normalen Bedingungen ausgespielt werden soll.

Trainerwechsel bei deutschem WM-Gegner

Trainerwechsel bei deutschem WM-Gegner

Willemstad (dpa) – Beim deutschen Vorrundengegner Curaçao gibt es knapp vier Monate vor dem Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft einen überraschenden Trainerwechsel. Der Niederländer Dick Advocaat erklärte aus persönlichen Gründen seinen Rücktritt, nachdem er das Team von der kleinen Karibikinsel völlig überraschend erstmals zum Turnier in den USA geführt hatte.

Der 78-Jährige, der in der Vergangenheit unter anderem Borussia Mönchengladbach und die niederländische Nationalmannschaft trainierte, zieht sich wegen der Krankheit seiner Tochter zurück. Für ihn soll sein Landsmann Fred Rutten (63) den Außenseiter bei der WM trainieren. Der frühere Schalke-Coach tritt die Nachfolge von Advocaat sofort an.

Familie wichtiger als Fußball

«Ich habe immer gesagt, dass die Familie über Fußball steht», sagte Advocaat, der Curaçao als bislang kleinstes Land der WM-Geschichte zur Weltmeisterschaft vom 11. Juni bis 19. Juli geführt hatte. «Ich sehe die Qualifikation mit dem kleinsten FIFA-Land der Welt für eine WM als einen der Höhepunkte meiner Karriere.»

Rutten wird «The Blue Wave» (Die blaue Welle), wie das Nationalteam Curaçaos genannt wird, erstmals im März bei einem kleinen Turnier in Australien mit dem Gastgeber und China betreuen. «Es ist traurig für Dick, aber Curaçao kann von mir den gleichen Einsatz erwarten», sagte Rutten.

Deutschland trifft im ersten Gruppenspiel am 14. Juni in Houston auf Curaçao. Weitere Gegner der Elf von Bundestrainer Julian Nagelsmann in der Gruppe F sind die Elfenbeinküste (20. Juni) und Ecuador (25. Juni).

Mit Schick in der Spitze: Leverkusen will ins Achtelfinale

Mit Schick in der Spitze: Leverkusen will ins Achtelfinale

Leverkusen (dpa) – Auf dem wolkenverhangenen Trainingsplatz von Bayer Leverkusen überzeugte Patrik Schick im Abschlusstraining nicht nur mit seinen Schüssen aufs Tor, sondern zeigte beim Ballhochhalten auch sein Feingefühl. Nach seinem Doppelpack beim 2:0-Hinspielerfolg bei Olympiakos Piräus will der Tscheche mit Bayer im Rückspiel am Dienstag (21.00 Uhr/Amazon Prime) den Sprung ins Champions-League-Achtelfinale klarmachen.

Immer wieder hat der 30-Jährige zuletzt bewiesen, wie wichtig er für den deutschen Meister und DFB-Pokalsieger von 2024 ist. Torgefährlich war der Mittelstürmer immer, aber gerade bei der Defensivarbeit, im Anlaufen und im Spiel mit dem Rücken zum Tor hat sich Schick enorm verbessert. Er reift damit zu einem Angreifer, der nicht nur vollendet, sondern auch vorbereitet und mitdenkt.

Mehr als nur ein Vollstrecker

Nach seinem Doppelpack innerhalb von 144 Sekunden in Piräus betonte Bayer-Sportgeschäftsführer Simone Rolfes: «Wichtig ist, dass Patrik vorne viel arbeitet und versucht, Bälle festzumachen – das ist nicht die Lieblingsaufgabe eines Stürmers, aber enorm wichtig.» Sein Trainer Kasper Hjulmand lobte: «Er war sehr, sehr scharf. In so einem Spiel ist seine Erfahrung zu spüren.»

Schon in der Ligaphase bewies Schick seine Bedeutung für die Werkself: Sein 1:0 bei Benfica Lissabon brachte Bayer in der Königsklasse zurück auf Kurs, beim 2:0-Sieg bei Manchester City steuerte er per Kopf das zweite Tor bei. Auch zuletzt beim 0:1 bei Union Berlin zeigte Schick nach 60 Minuten auf der Bank noch seine Gefahr, als er in der Nachspielzeit nur knapp über das Tor köpfte. Es wäre sein achter Saisontreffer gewesen.

Schick bringt nach Umbruch Erfahrung

Der 30-Jährige gehört zu den wenigen Spielern, die nach dem XXL-Umbruch in Leverkusen im Sommer geblieben sind – obwohl auch sein Name immer wieder in Transfergerüchten auftauchte. Anstatt den nächsten Schritt anderswo zu suchen, verlängerte der Mittelstürmer vorzeitig bis 2030 in Leverkusen und setzte damit ein klares Zeichen der Verbundenheit mit dem Club.

«Ich fühle mich wie zu Hause, ich werde in diese sechste Saison mit dem Verein gehen», sagte Schick vor der Saison im Trainingslager. Der seit 2020 beim Werksclub unter Vertrag stehende Angreifer ist vollends im Rheinland angekommen. Nach Spielen in der BayArena sieht man ihn regelmäßig mit seiner Tochter und seinem Sohn auf dem Rasen oder in den Katakomben. 

Ruhiger Charakter abseits des Platzes

Abseits des Platzes zählt Schick zu den ruhigeren Vertretern im lauten Fußballgeschäft. Spricht er, tut er das zumeist in einem besonnenen Ton. Nicht immer lief alles glatt: 2022 und 2023 fiel er wegen wiederkehrender Verletzungen mehr als ein Jahr lang aus. Dennoch hielt Bayer unbeirrt an seinem Torjäger fest – eine Entscheidung, die sich längst ausgezahlt hat. 

Als integraler Bestandteil der Mannschaft will der 1,91 Meter große Schick nun auch auf dem Weg in Achtelfinale vorausgehen und die gute Ausgangsposition vor heimischem Publikum ins Ziel bringen.