Freiburg (dpa) – Union Berlins Torwart Matheo Raab fällt nach seinem ungewöhnlichen Bundesliga-Debüt länger aus. Der Fußball-Erstligist «muss in den kommenden Wochen auf Matheo Raab verzichten», hieß es in einer Mitteilung. Details zu der Handverletzung nannte der Club nicht.
Beim Stand von 1:0 hatte sich der Vertreter des verletzten Stammkeepers Frederik Rönnow am Sonntag in der Nachspielzeit bei einem Luftzweikampf mit dem Freiburger Bruno Ogbus an der Hand verletzt. In der elften Minute der zusätzlichen Zeit parierte der Keeper mit eben jener verletzten rechten Hand sogar noch einen Distanzschuss von SC-Profi Niklas Beste und rettete Union den Sieg.
«Ich habe in dem Moment nur noch Schmerzen gespürt. Wir konnten nicht mehr wechseln, ich wollte die paar Minuten irgendwie auch noch zu Ende spielen», sagte der 27-jährige Raab beim Pay-TV-Sender DAZN. «Nützt nichts, auf die Zähne beißen und irgendwie den Handschuh wieder anziehen und das Ding über die Bühne bringen.»
Teheran (dpa) – Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat große Bedenken wegen der Austragung der Fußball-WM in den USA. Das Land sei «nicht der richtige Gastgeber in einer Zeit, wo die Rechte von Arbeiter, Sportler, Fans und Communitys, die die WM erst möglich machen, eingeschränkt werden», sagte Direktorin Minky Worden in einem Interview im Deutschlandfunk.
Die Lage der Menschenrechte bewege sich in den USA in eine völlig falsche Richtung, um ein internationales Event auszutragen, meinte sie. «Wenn Donald Trump nicht erlaubt, dass Fans oder sogar Spieler zur WM anreisen, muss die FIFA überprüfen, ob es noch möglich ist, die WM weiter in den USA ausrichten zu können.»
Worden lehnt Iran-Ausschluss ab
Einen Ausschluss des Iran lehnte Worden ab, auch wenn der Sport in dem Land seit Jahrzehnten politisiert werde. US-Präsident Trump hatte erklärt, dass es aufgrund von Sicherheitsrisiken nicht angemessen sei, dass der Iran an der WM vom 11. Juni bis 19. Juli teilnehme.
Der iranische Verband konterte, dass der Weltverband FIFA die Entscheidungen treffe. Zudem schlug der Iran vor, die WM-Spiele seiner Elf in Mexiko statt in den USA auszutragen. Die Vereinigten Staaten und Israel greifen den Iran seit Ende Februar an. Das Land führt Gegenschläge aus.
FIFA soll sich für Irans Fußballerinnen einsetzen
Worden warb auch um Unterstützung für das iranische Frauen-Nationalteam. «Iran ist eines der Länder, das dich auch außerhalb der eigenen Grenzen aufspürt. Die FIFA muss sich jetzt dafür einsetzen, dass es keine Vergeltungsaktionen gibt. Weder gegen die Spielerinnen, die zurück in den Iran gereist sind, noch gegen die Spielerinnen und ihre Familien, die emigrieren konnten.»
Das Schicksal des iranischen Teams hatte in der vergangenen Woche für großen Wirbel gesorgt. Die Auswahl war wegen eines stillen Protests beim in Australien ausgetragenen Asien Cup in der Heimat in die Kritik geraten. Beobachter befürchten, dass den Frauen im Iran schlimme Konsequenzen drohen könnten.
Fünf der sieben Teammitglieder, denen die australische Regierung nach dem Asien Cup humanitäre Visa gewährt hatte, haben ihre Asylgesuche wieder zurückgezogen.
Paris (dpa) – Trotz seines Schubsers gegen einen Balljungen darf Chelseas Stürmerstar Pedro Neto im Champions-League-Rückspiel gegen Paris Saint-Germain am Dienstag (21.00 Uhr) einem Bericht zufolge auflaufen. Laut der französischen Sporttageszeitung «L’Equipe» erhielt der Portugiese von der Europäischen Fußball-Union UEFA lediglich eine Verwarnung.
Beim 2:5 im Hinspiel hatte Neto den Balljungen in der hektischen Schlussphase gegen die Brust gestoßen, nachdem dieser den Ball in der Nachspielzeit nicht schnell genug hergegeben hatte. Der Junge stürzte rückwärts gegen eine Werbebande, stand aber schnell wieder auf. Danach kam es zu Rangeleien mit PSG-Spielern.
Neto entschuldigte sich nach dem Spiel mehrmals für die Aktion. «Ich habe ihm mein Trikot gegeben. Er hat sich sehr gefreut», ergänzte er.
München (dpa) – Jürgen Klinsmann traut der deutschen Fußball-Nationalmannschaft den WM-Titel in diesem Sommer zu. «Qualitativ kann Deutschland Weltmeister werden in diesem Sommer in den USA», sagte der einstige Torjäger, Weltmeister von 1990 und später dann selbst Bundestrainer der DFB-Auswahl. «Ich denke, wir haben eine absolut hochqualitative Mannschaft, die mit allen mitreden kann. Es hängt nur von ihnen selbst ab, wie weit sie gehen wollen, wie weit sie leidensfähig sind, wie weit sie zusammenhalten.»
Diese Woche kommt eine Dokumentation über den deutschen WM-Triumph vor 36 Jahren in die Kinos. Anlässlich der Premiere erinnerten Spieler von damals, auf was es ankomme, um Weltmeister zu werden. «Es sind die Spieler, die entscheiden müssen, wie weit sie es bringen wollen, was sie erreichen wollen», sagte Klinsmann (61). «Sie müssen sich zusammenraufen und eine gute Stimmung aufbauen. Aber das wird alles so kommen, da bin ich überzeugt.»
Häßler mahnt: «Ego hinten anstellen»
In dem Film wird von vielen Protagonisten unterstrichen, dass der damalige Teamgeist in der Mannschaft von Trainer Franz Beckenbauer der Schlüssel zum Erfolg gewesen sei. «Wenn alle zusammenhalten, wenn jeder sein Ego hinten anstellt, kann man vieles erreichen», äußerte Thomas Häßler (59). «Das gilt auch für die Nationalmannschaft in diesem Jahr. Wenn da was zusammenwächst, dann bin ich überzeugt, dann können die auch Weltmeister werden.»
Stefan Reuter erinnerte daran, dass Beckenbauer 1990 die richtige Mischung gefunden habe zwischen Strenge und Nachsicht mit seinen Spielern. Entscheidend sei «die Kunst zu wissen, wann du Gas geben musst und wann du locker sein kannst». Er setze deshalb in diesem Sommer auf DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der 1990 in Italien einer der wichtigsten Akteure auf dem Platz war. «Ich glaube, dass Rudi eine ganz wichtige Rolle hat», sagte Reuter (59) im Ausblick auf das anstehende WM-Turnier in den USA, Kanada und Mexiko.
Frankfurt/Main (dpa) – Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes hat einen Einspruch des FC Bayern München gegen die Gelb-Rote Karte für Luis Díaz abgeschmettert und darüber hinaus Offensivspieler Nicolas Jackson für zwei Spiele gesperrt. Jackson fehlt dem deutschen Rekordmeister damit in den Bundesligaspielen am Samstag (15.30 Uhr) zu Hause gegen Union Berlin sowie am 4. April (15.30 Uhr) beim SC Freiburg.
Jackson hatte im Duell mit Bayer Leverkusen (1:1) am vergangenen Samstag nach Videoüberprüfung in der 42. Minute für ein grobes Foulspiel die Rote Karte gesehen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.
Bayerns Einspruch gegen Diaz-Sperre abgewiesen
Zuvor war ein Einspruch des FC Bayern gegen den Díaz-Platzverweis verworfen worden. Der Protest des Clubs sei «im Einzelrichterverfahren als unbegründet verworfen» worden, teilte der DFB mit.
Damit ist Díaz in der nächsten Bundesligapartie des Tabellenführers gegen Union ebenfalls gesperrt. Die Münchner können gegen dieses Urteil innerhalb von 24 Stunden beim Sportgericht allerdings noch einmal Einspruch einlegen.
«Dass die Entscheidung des Schiedsrichters unter Berücksichtigung der Fernsehbilder wahrscheinlich so nicht erfolgt wäre, ist für die sportgerichtliche Wertung nicht erheblich. Entscheidend ist, dass sich der Vorgang als Tatsachenentscheidung darstellt, die nur dann korrigiert werden kann, wenn sie gravierend, offenkundig und ohne jeden Zweifel objektiv unrichtig ist. Das ist hier nicht der Fall», begründete Stephan Oberholz, Chef des DFB-Sportgerichts, die Entscheidung.
Gelb-Rot zieht hitzige Debatte nach sich
Schiedsrichter Christian Dingert hatte den Platzverweis für Díaz nach der Partie als Fehler bezeichnet. «Wenn ich jetzt die Bilder sehe, würde ich das so nicht mehr geben», sagte der 45-Jährige zur zweiten Gelben Karte für den Bayern-Stürmer wegen einer vermeintlichen Schwalbe.
Die Bayern hatten deshalb im Nachgang heftige Kritik an den Unparteiischen geübt. «Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe», schimpfte Ehrenpräsident Uli Hoeneß in der «Bild»-Zeitung. Und Vorstandschef Jan-Christian Dreesen forderte via Sky vom DFB, «das Niveau der Leistungen seiner Schiedsrichter zu verbessern».
Das aggressive Vorgehen des Bundesliga-Spitzenreiters in dem Fall sorgte wiederum für großes Unverständnis beim früheren Nationalspieler und Bayern-Profi Dietmar Hamann. «Das ist doch eines Weltvereins nicht würdig. Du musst doch auch mal in der Niederlage – die es ja nicht mal war – das mit Respekt und Würde anerkennen, dass Fehler gemacht werden oder auch nicht», kritisierte Hamann die Bayern-Führung.
London (dpa) – Der FC Chelsea muss wegen früherer Verstöße gegen Regeln der englischen Premier League eine Geldstrafe von umgerechnet rund 12,4 Millionen Euro (10,75 Millionen Pfund) zahlen. Zudem belegte die Liga den Club mit einer Transfersperre im Profibereich, die für ein Jahr zur Bewährung ausgesetzt wurde. Eine neunmonatige Transfersperre für den Akademiebereich tritt dagegen sofort in Kraft. Der Verein akzeptierte die Strafe.
Verstöße passierten unter Ex-Inhaber Abramowitsch
Wie die Premier League mitteilte, betreffen die Verstöße den Zeitraum von 2011 bis 2018, als der Londoner Club noch dem russischen Milliardär Roman Abramowitsch gehörte.
Demnach wurden in dieser Zeit Zahlungen von Dritten, die mit dem Club in Verbindung standen, an Spieler, nicht registrierte Berater und weitere Dritte geleistet, ohne dass diese offengelegt wurden.
Dass Chelsea die Verstöße nach der Übernahme durch ein Konsortium um den amerikanischen Geschäftsmann Todd Boehly selbst gemeldet hatte, wertete die Liga strafmildernd.
Wien (dpa) – Ex-Bayern-Talent Paul Wanner und BVB-Bundesligaprofi Carney Chukwuemeka sind nach ihrem Nationenwechsel direkt für die österreichische Fußball-Nationalmannschaft nominiert worden. Teamchef Ralf Rangnick berief das Duo für die beiden WM-Tests in Wien gegen Ghana (27. März) und Südkorea (31. März) in den ÖFB-Kader.
«Wir sind froh, dass sie sich für uns entschieden haben. Sie haben während des Lehrgangs jetzt natürlich die Möglichkeit, sich für die WM zu empfehlen. Auf die nächsten zehn bis zwölf Jahre gesehen, bin ich auf jeden Fall überzeugt davon, dass sie uns weiterhelfen werden», sagte Rangnick.
Entscheidung pro Österreich
Anfang März hatte der 20-jährige Wanner seinen Wechsel bekanntgegeben. Der gebürtige Österreicher, der nach seinen Stationen beim FC Bayern München, dem 1. FC Heidenheim und der SV Elversberg seit dem vergangenen Sommer bei der PSV Eindhoven in den Niederlanden spielt, hatte zuvor alle U-Nationalmannschaften Deutschlands durchlaufen. Zuletzt trug er neunmal das Trikot der U21-Auswahl.
Nur wenige Tage später war auch der Verbandswechsel von Borussia Dortmunds Talent Chukwuemeka (22) bekanntgeworden. Der in England ausgebildete Chukwuemeka wurde in Wien geboren, bereits als Kleinkind zog er mit seiner aus Nigeria stammenden Familie aber nach Großbritannien. Chukwuemeka wechselte Anfang 2025 zunächst auf Leihbasis vom FC Chelsea, ab Sommer dann fest zum BVB. Beim englischen Verband hatte er in diversen U-Mannschaften gespielt.
Leverkusen (dpa) – Bayer Leverkusens Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes kann die heftige Kritik von Uli Hoeneß nach dem 1:1 zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München nicht nachvollziehen. «Nein, verstehe ich nicht und sehe ich auch nicht so», sagte Rolfes.
Der 44-Jährige führte aus: «Es gab mit Sicherheit Situationen, die durch den Videoschiedsrichter überprüft worden sind, wo dann ein bisschen Unterbrechung war. Aber ansonsten hat der Schiedsrichter das Spiel laufenlassen. Es gab Spielfluss, es gab Torraumszenen, es gab Zweikämpfe im Mittelfeld oder auf dem Platz.» Rolfes ergänzte: «Da habe ich schon ganz andere Spiele erlebt, obwohl ich ein bisschen jünger bin.»
Zwei Platzverweise für die Bayern
Bayerns Ehrenpräsident Hoeneß hatte in der «Bild» über das Schiedsrichterteam um Hauptreferee Christian Dingert gesagt: «Das ist die schlechteste Leistung eines Schiedsrichter-Teams, die ich je bei einem Bundesligaspiel erlebt habe.»
Dingert hatte im Topspiel der Fußball-Bundesliga am Samstag auch die beiden Münchner Nicolas Jackson und Luis Díaz des Feldes verwiesen. Jackson sah Rot, Díaz Gelb-Rot. Zudem wurden zwei Bayern-Tore von Jonathan Tah und Harry Kane jeweils wegen eines vorangegangenen Handspiels aberkannt.