Gibt es Kaffee-Pausen? Matthäus kritisiert Video-Assistenten

Gibt es Kaffee-Pausen? Matthäus kritisiert Video-Assistenten

Berlin (dpa) – Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat nach dem nächsten strittigen Vorfall in Köln harsche Kritik an den Video-Assistenten geübt. «Ich frage mich auch, was die Leute im Keller manchmal machen. Sitzen sie die ganze Zeit vor den Monitoren und prüfen jede einzelne Szene? Ab und zu hat man das Gefühl, die gehen zwischendurch mal einen Kaffee trinken», meinte Matthäus in seiner Sky-Kolumne.

Es gebe durch den Videobeweis zwar viele korrigierte Fehlentscheidungen, aber «immer noch zu viele Fehler», sagte der TV-Experte. «Man fragt sich: Wozu haben wir ihn überhaupt?»

Bei Szenen wie in Köln «muss man noch genauer draufschauen»

Matthäus bezog sich auch auf die Szene beim 1:2 des 1. FC Köln gegen Borussia Dortmund, die der Stadionsprecher Michael Trippel am Samstag in der Nachspielzeit der Bundesliga-Begegnung mit folgenden Worten kommentiert hatte: «In der 95. Minute hat es ein klares Handspiel eines Dortmunders im Strafraum gegeben und das guckt sich noch nicht einmal einer an!»

Der Sky-Experte sieht es ähnlich: «Bei so einer Szene wie der in Köln muss man noch genauer draufschauen, wenn man nicht erkannt hat, was alle anderen, die die Bilder gesehen haben, erkannt haben. Vielleicht hat sich Benjamin Cortus im Keller die Szene nicht aus allen Perspektiven angesehen, ich weiß es nicht.»

Matthäus fordert mehr Mut von Video-Assistenten

Matthäus ergänzte: «Ich habe das Gefühl, dass es In anderen Ländern, in der Champions League oder bei der Club-WM, besser funktioniert als bei uns.» Seine Forderung: «Die internationalen Spezialisten haben auch nur zwei Augen, aber es braucht den Mut, etwas anzuzeigen. Man sollte keine Angst haben, wenn man im Keller sitzt. Der Keller entscheidet am Ende nicht, sondern immer noch der Schiedsrichter auf dem Platz.»

Sportwetten: Fußball-Profis in den USA lebenslang gesperrt

Sportwetten: Fußball-Profis in den USA lebenslang gesperrt

Washington (dpa) – Lebenslange Sperre für zwei Fußballer: Weil der ghanaische Nationalspieler Yaw Yeboah und Derrick Jones in der nordamerikanischen Fußballliga MLS – auch auf ihre eigenen Teams – gewettet haben, sind die beiden Spieler in den USA aus dem Verkehr gezogen worden. 

Die Major Soccer League erklärte in einer Mitteilung, dass das Duo zwischen 2024 und 2025 «in großem Umfang» Fußballwetten abgeschlossen und dabei «wahrscheinlich vertrauliche Informationen mit anderen Wettern geteilt» habe. 

Auf eigene Gelbe Karte gewettet

So wetteten die beiden Fußballer demnach etwa im Oktober 2024 darauf, dass Jones eine Gelbe Karte erhalten würde – was tatsächlich eintraf. Die Information, sich während des Spiels eine Verwarnung abholen zu wollen, sollen sie zuvor wohl an andere Wettende weitergegeben haben, hieß es.

Immerhin: «Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass diese Wetten das Ergebnis eines Spiels beeinflusst haben.»

Der 28 Jahre alte Yeboah wurde 2023 mit Columbus Crew Meister. Der ebenfalls in Ghana geborene 29-jährige Jones war genau wie Yeboah bereits im vergangenen Oktober vorläufig gesperrt worden – 2024 spielte das Duo gemeinsam bei Columbus. Jones blieb auch 2025, während Yeboah bei Los Angeles FC unterschrieb. Im Januar einigten sich beide Seiten auf eine Vertragsauflösung, nun kickt Yeboah in China bei Qingdao Hainiu.

Vertragspoker stockt mit Bayern-Star – Ohne «Groll»

Vertragspoker stockt mit Bayern-Star – Ohne «Groll»

München (dpa) – In den Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung sind der FC Bayern München und Österreichs Fußball-Nationalspieler Konrad Laimer bislang nicht vorangekommen. Die Vorstellungen des deutschen Rekordmeisters und des Defensivallrounders liegen zu weit auseinander. 

«Wir würden gerne mit Konni verlängern. Gespräche gab es, momentan ruht es und das ist auch nicht schlimm», sagte Sportvorstand Max Eberl vor dem Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) in der Champions League bei Atalanta Bergamo.

Es gebe keinen «Groll» und auch nichts «Böses», sagte Eberl. «Man hat Vorstellungen, wir haben Vorstellungen, die müssen zusammenpassen in irgendeiner Art und Weise. Momentan nicht, aber ist auch nicht schlimm.» Mit Blick auf die Kaderkosten beim Rekordmeister soll die Gehaltsverbesserung nach Bayern-Wünschen nicht zu stark ausfallen.

Laimer, der besonders für seine Vielseitigkeit geschätzt wird, spielt seit Sommer 2023 für den FC Bayern. Sein Vertrag läuft noch bis zum 30. Juni 2027. Am Ende der Vertragslaufzeit wäre der Österreicher 30 Jahre alt.

Trifft Laimer ein härterer Kurs?

Die Münchner hatten zuletzt signalisiert, in Verhandlungen stärker Grenzen setzen zu wollen. Der Vertragspoker mit dem Franzosen Dayot Upamecano hatte sich lange gezogen. Zwischenzeitlich hatten die Münchner das Angebot zurückgezogen, letztlich fanden die Verhandlungspartner trotzdem zueinander. Ob es bei Laimer ähnlich laufen könnte?

Zuletzt hatten die Münchner zudem erklärt, dass sie im zweiten Quartal dieses Jahres den Vertrag mit Stürmerstar Harry Kane vorzeitig über 2027 hinaus verlängern wollen. In diesem Zeitraum soll auch die Entscheidung über die Karrierefortsetzung von Manuel Neuer getroffen werden. Der Kapitän wird Ende des Monats 40 Jahre alt. 

Das macht Eberl bei Laimer «happy»

Erst einmal zählt für den FC Bayern aber das Achtelfinal-Hinspiel am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video). Das Rückspiel findet acht Tage später in der Allianz Arena statt. «Wir sind extrem happy, dass Konni da ist, dass er wieder gesund ist und er jetzt für die Spiele zur Verfügung steht», sagte Eberl über Laimer. In diesem Jahr hatte der Allrounder phasenweise wegen eines Muskelfaserrisses und Wadenproblemen pausieren müssen.

Iranische Fußballerinnen feiern Asyl in Australien

Iranische Fußballerinnen feiern Asyl in Australien

Gold Coast (dpa) – Fünf iranische Fußballerinnen sind nach der Zusage humanitärer Visa in Australien vor Freude in Jubel ausgebrochen. Australiens Innenminister Tony Burke berichtete, die Spielerinnen hätten in den frühen Morgenstunden an einem geheim gehaltenen Ort in Brisbane mit dem beliebten australischen Schlachtruf «Aussie, Aussie, Aussie» gefeiert, nachdem ihnen die Entscheidung der Regierung mitgeteilt worden war. Auf einem symbolträchtigen Foto waren die Frauen ohne Kopftuch an Burkes Seite zu sehen.

Die Athletinnen hatten während des Asien Cup an der Gold Coast Schutz gesucht und unter Polizeischutz das Teamhotel verlassen, nachdem sie im Iran wegen ihres stillen Protests in die Kritik geraten waren. Beim ersten Gruppenspiel des Turniers hatten die Spielerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Dies wurde in ihrer Heimat als Zeichen gegen die iranischen Machthaber gewertet – befürchtet wurde, dass ihnen nach der Rückkehr schlimme Konsequenzen drohen könnten.

«Sie werden sich in Australien zu Hause fühlen»

Burke sagte, die Regierung habe zunächst bewusst nicht öffentlich über ihre Hilfsbemühungen gesprochen, um die Sicherheit der Spielerinnen nicht zu gefährden. «Diese Frauen sind großartige Sportlerinnen und großartige Menschen – sie werden sich in Australien sehr zu Hause fühlen», sagte er. «Australien hat die iranische Frauenfußballmannschaft in seine Herzen geschlossen.»

Ministerpräsident Anthony Albanese erklärte, viele Australier seien vom Schicksal der Spielerinnen bewegt gewesen. «Sie sind hier sicher und sollen sich willkommen fühlen», betonte er vor Journalisten. Auch weitere Teammitglieder ermutigte er, Asyl zu beantragen, falls sie das wollten – «wohl wissend, dass es sich um eine sehr heikle Situation handelt und die Entscheidung bei ihnen liegt.» Die Hilfe seiner Regierung stehe aber bereit. 

Emotionale Szenen bei der Abreise vom Hotel

Der Rest des Teams verließ am Nachmittag (Ortszeit) aber das Hotel in Richtung Flughafen. Beobachter sprachen von «emotionalen Szenen». In einem von Medien veröffentlichten Video war zu sehen, wie eine Spielerin von einer Teamkollegin offenbar in den Bus gezerrt wurde. Am Airport der Stadt Gold Coast hätten dann Demonstranten versucht, den Bus aus Sorge um die Frauen zu blockieren, berichtete die Nachrichtenagentur AAP.

Zuvor hatte sich auch US-Präsident Donald Trump öffentlich zu der Angelegenheit geäußert und eine Lösung angekündigt. «Ich habe gerade mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese über die iranische Frauenfußballnationalmannschaft gesprochen. Er kümmert sich darum!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Einige Mitspielerinnen fühlten sich aber gezwungen, in den Iran zurückzukehren, weil sie um die Sicherheit ihrer Familien fürchteten, fügte Trump hinzu.

Das Schweigen der Spielerinnen während der Nationalhymne im ersten Gruppenspiel hatten konservative Kommentatoren im Iran als Verrat an der iranischen Regierung bezeichnet. Das Team sang daraufhin in seinen letzten beiden Spielen die Nationalhymne und salutierte dazu.

Frau von Ex-Bundesligaprofi Löwen gestorben

Frau von Ex-Bundesligaprofi Löwen gestorben

St. Louis (dpa) – Der frühere Bundesligaprofi Eduard Löwen trauert um seine Frau Ilona, die am Montag nach langer schwerer Krankheit an Krebs gestorben ist. Das teilte Löwens aktueller Club St. Louis City aus der amerikanischen Major League Soccer auf X und Instagram mit.

«Wir trauern mit Edu und allen, die von diesem Verlust betroffen sind, und bitten die Gemeinde, sie in dieser schweren Zeit in ihre Gebete einzuschließen. Ilona war ein leuchtendes Beispiel für Liebe, Demut und Güte und wird uns sehr fehlen», schrieb der Verein und veröffentlichte ein Statement von Löwens Pastor Marc Sikma: «Edu und Ilona haben ihr Leben auf den Glauben an Christus gegründet, und es tröstet uns zu wissen, dass Ilonas Leiden nun ein Ende hat und sie in der ewigen Gegenwart ihres Erlösers weilt.»

Löwen hatte bereits vor geraumer Zeit die Krebserkrankung seiner Frau öffentlich gemacht und sich für die große Anteilnahme bedankt. Der 29 Jahre alte Mittelfeldspieler war einst in der Bundesliga für den 1. FC Nürnberg, Hertha BSC, FC Augsburg und den VfL Bochum aktiv. Seit 2022 spielt er in St. Louis.

TSG Hoffenheim: Neue Vorsitzende und erster Neuzugang fix

TSG Hoffenheim: Neue Vorsitzende und erster Neuzugang fix

Sinsheim (dpa) – Nach unruhigen Monaten abseits des Platzes und interner Turbulenzen haben die Mitglieder der TSG Hoffenheim über einen neuen ersten und zweiten Vereinsvorsitzenden abgestimmt. Die Wahl in einem Dreikampf um den ersten Vorsitzenden fiel auf André Kreuzwieser, der 759 Stimmen erhielt. Die erforderliche Mehrheit betrug 504 Stimmen. 

«Ich bin überwältigt von dem Zuspruch und bin mir der Verantwortung bewusst», sagte Kreuzwieser sichtlich bewegt. Er hob hervor, dass das Miteinander im Vordergrund stehen sollte und keine Einzelperson größer sein dürfe als der Verein. Zuletzt hatte Jörg Albrecht das Amt kommissarisch noch einmal übernommen, nachdem er im November zunächst seinen Rücktritt erklärt hatte. Neuer zweiter Vorsitzender ist Florian Beil.

Der ehemalige Interimsvorsitzende Christoph Henssler wollte Sportgeschäftsführer Andreas Schicker trotz des sportlichen Aufschwungs zum Sportdirektor degradieren und trat nach dem missglückten Vorhaben im Februar selbst zurück. 

Hoffnung: «Neustart ohne alte Themen»

Frank Engelhardt als einzig verbliebener Vereinsvorstand setzt auf einen «Neustart ohne alte Themen», Schicker auf «Ruhe, Kontinuität und Stabilität». Unter lautstarkem Applaus der etwas mehr als 1.000 anwesenden Mitglieder sagte der Österreicher: «Es waren keine guten Tage, es waren turbulente Tage – und es war ein Kasperletheater, das wir uns alle gerne erspart hätten.» 

In Zukunft dürfe es bei der TSG «keine Lager, keine Gewinner, keine Verlierer» geben. Schicker betonte, er sei für den sportlichen Bereich zuständig und hoffe daher, dass er sich fortan wieder zu 100 Prozent damit beschäftigen könne.

Stürmer kommt aus St. Gallen

Schicker vermeldete in seiner Ansprache auch den ersten Sommer-Neuzugang des Bundesliga-Dritten. Vom Schweizer Tabellenzweiten FC St. Gallen kommt Angreifer Alessandro Vogt. Medienberichten zufolge erhält der 21-Jährige einen Fünfjahresvertrag.

Außerdem informierte der Vorstand über eine Mitgliederliste, die im Vereinsumfeld weitergegeben wurde. Dies wurde zunächst als mutmaßlicher Datenschutzverstoß gewertet und untersucht. Der Verdacht könne durch ein Rechtsgutachten ausgeräumt werden, hieß es vonseiten der TSG.

Kompany lässt Startelf-Einsatz von Kane offen

Kompany lässt Startelf-Einsatz von Kane offen

München (dpa) – Trainer Vincent Kompany hat einen Startelfeinsatz von Torjäger Harry Kane im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Atalanta Bergamo offen gelassen. «Harry Kane hat das Training eigentlich sehr gut überstanden. Jetzt müssen wir noch eine Entscheidung treffen, was für morgen das Beste ist», sagte Kompany am Abend vor dem Spiel. Englands Nationalmannschaftskapitän hatte beim 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach wegen einer Wadenverletzung aussetzen müssen.

Kompany: Wir müssen es noch entscheiden

«Wichtig ist erstmal, dass er dabei ist im Kader und eine Rolle spielen kann. Ob von Anfang an oder nicht, müssen wir entscheiden», sagte der belgische Trainer eine gute Woche vor dem Rückspiel in München. Nicht dabei ist am Dienstag (21.00 Uhr/Prime Video) beim ersten Duell zwischen dem FC Bayern und Bergamo überhaupt Kapitän Manuel Neuer wegen eines Muskelfaserrisses. Er wird wie im Achtel- und Viertelfinale der Vorsaison von Jonas Urbig vertreten.

«Der Junge baut schon eine gute Menge Erfahrung auf», sagte Kompany. «Aber es geht noch nicht über Jonas, es geht über die Gesamtleistung unserer Mannschaft. Jonas ist ein Teil davon und muss keine andere Rolle spielen.»

Das wurmt zwei Bayern-Stars immer noch

Schlechte Erinnerungen hat Bayern-Verteidiger Josip Stanisic an Atalanta. Mit Bayer Leverkusen verlor der heute 25-Jährige im Mai 2024 das Endspiel in der Europa League klar mit 0:3. «Das ärgert mich natürlich, das wäre schön gewesen, das war eine einmalige Gelegenheit. Wenn man in einem Endspiel ist, will man auch gewinnen», sagte der Kroate. «Für mich spielt das folgende Rolle: Dass ich keinesfalls nochmal gegen Atalanta verlieren möchte – da spreche ich auch für Jonathan Tah.» Bayern-Abwehrchef Tah spielte damals ebenfalls für Leverkusen. 

Der Gegner habe die Spielweise nicht entscheidend geändert, sagte Stanisic und nannte, was den Gastgeber auszeichnet. «Ganz klar einfach die Aggressivität von der ersten Sekunde an. Sie stecken auch nie zurück. Jeder Zweikampf wird zu 110 Prozent geführt und dem werden wir uns einfach stellen müssen.»

Bergamo hatte in den Playoffs Borussia Dortmund ausgeschaltet. Atalanta präsentierte sich zuletzt wiederholt als schwieriger Gegner für die Bundesliga-Clubs. Seit Anfang 2024 gewann Bergamo vier der letzten fünf Begegnungen mit Mannschaften aus Deutschland.

Fünf iranische Fußballerinnen erhalten in Australien Asyl

Fünf iranische Fußballerinnen erhalten in Australien Asyl

Gold Coast (dpa) – Fünf Mitglieder der iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft haben in Australien Asyl erhalten. Wie der australische Innenminister Tony Burke mitteilte, sei die Bearbeitung ihrer humanitären Visa abgeschlossen worden. 

Zuvor hatte sich bereits US-Präsident Donald Trump für die fünf Spielerinnen, die mit dem iranischen Team beim Asien Cup in Australien im Einsatz waren, eingesetzt und eine bevorstehende Lösung angekündigt. «Ich habe gerade mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese über die iranische Frauenfußballnationalmannschaft gesprochen. Er kümmert sich darum!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Fünf Spielerinnen seien bereits versorgt, die anderen auf dem Weg, so Trump. «Einige fühlen sich jedoch gezwungen, zurückzukehren, weil sie um die Sicherheit ihrer Familien fürchten, auch wegen Drohungen gegen Familienmitglieder, sollten sie nicht zurückkehren», schrieb Trump.

Trumps markige Worte nach Australien

Zuvor hatte der US-Präsident mit gewohnt markigen Worten Asyl für Irans Fußballerinnen gefordert – und im Falle einer Ablehnung in Australien Hilfe durch die USA zugesagt. «Australien begeht einen schweren humanitären Fehler, indem es zulässt, dass die iranische Frauenfußball-Nationalmannschaft in den Iran zurückgeschickt wird, wo sie höchstwahrscheinlich getötet werden. Tun Sie das nicht, Herr Premierminister! Gewähren Sie ASYL! Die USA werden sie aufnehmen, wenn Sie es nicht tun», schrieb Trump.

Die USA und Israel befinden sich seit Tagen in einer kriegerischen Auseinandersetzung mit dem Iran. Beim ersten Gruppenspiel des Turniers hatten die iranischen Spielerinnen beim Abspielen ihrer Nationalhymne geschwiegen. Gewertet wurde dies als Zeichen gegen die Machthaber im Iran. 

Auch die FIFA reagiert

Die Spielerinnen hätten aus Sorge um ihre Sicherheit das Teamhotel verlassen und sich in die Obhut der Polizei begeben, wie CNN berichtete. Der iranische Fußballverband teilte später mit, dass fünf Spielerinnen der Nationalmannschaft das Hotel heimlich verlassen hätten – und sich der Verband um Kontakt bemühe. Laut der britischen Nachrichtenagentur PA befand sich das am Sonntag ausgeschiedene Team am Montagnachmittag weiter in Australien.

«Die Sicherheit der iranischen Frauen-Nationalmannschaft hat für die FIFA höchste Priorität», sagte ein Sprecher des Fußball-Weltverbandes bei PA. Man stehe in engem Kontakt mit den zuständigen Behörden und den relevanten Verbänden. Die iranische Trainerin Marziyeh Jafari hatte laut der australischen Nachrichtenagentur AAP gesagt: «Ich möchte bei meinem Land und den Iranern in meiner Heimat sein. Wir sehnen uns nach der Rückkehr.»

Probleme wegen des stillen Protests?

Zuletzt war von zahlreichen Organisationen und zivilgesellschaftlichen Gruppen die Sorge zum Ausdruck gebracht worden, die Spielerinnen könnten bei einer Rückkehr in ihr Heimatland von Hardlinern verfolgt werden.

Das Schweigen der Spielerinnen während der Nationalhymne im ersten Gruppenspiel hatten konservative Kommentatoren im Iran als Verrat an der iranischen Regierung bezeichnet. Das Team sang anschließend in seinen letzten beiden Spielen die Nationalhymne und salutierte dazu. Die Szenen in Australien erinnerten an das Verhalten der iranischen Männer-Nationalmannschaft während der WM 2022 in Katar. Auch da blieb das Team vor dem ersten Spiel stumm und sang die Nationalhymne vor der zweiten Partie wieder mit – mutmaßlich auch auf Druck des Verbands.