Konkurrent Baumann fühlt mit ter Stegen: Wünscht man keinem

Konkurrent Baumann fühlt mit ter Stegen: Wünscht man keinem

Sinsheim (dpa) – Auch Konkurrent Oliver Baumann wünscht dem erneut verletzten deutschen Fußball-Nationaltorwart Marc-André ter Stegen eine schnelle Genesung. «Ich fühle extrem mit», sagte der 35 Jahre alte Keeper der TSG 1899 Hoffenheim in einem Interview RTL/ntv. «Ich habe ihm geschrieben. Das gehört sich einfach. Das wünscht man keinem. Ich drücke ihm die Daumen, dass er schnell wieder fit wird.» 

Ter Stegen muss sich an diesem Freitag einer Operation unterziehen. In seinem zweiten Spiel für den FC Girona hatte sich der vom FC Barcelona bis zum Saisonende verliehene Deutsche eine Oberschenkelverletzung zugezogen. Ter Stegen fällt mehrere Monate aus. Die Chancen auf eine WM-Teilnahme im Sommer dürften für den 33-Jährigen mittlerweile wohl sehr gering sein. Ende März stehen bereits die nächsten Testspiele der DFB-Auswahl an. 

Baumann: Egos sind zweitrangig

Baumann ist nun nicht mehr nur Platzhalter für die virtuelle deutsche Nummer 1. «Ich bin einfach stolz darauf, Teil davon zu sein. Für mich persönlich, das ist das Interessante: Ich kriege das nur von außen mit», sagte er zu seiner Rolle in der DFB-Auswahl: «Der Eine kommt und sagt: ‚Nummer Eins? Ja‘. Der Andere kommt und sagt: ‚Nummer Eins? Vielleicht.‘ Das interessiert mich aktuell wirklich gar nicht. Ich bin stolz darauf, vermutlich mitfahren zu dürfen.»

Die Nationalmannschaft sei so etwas Großes, wo Egos zweitrangig seien.
«Wir sollten allen Beteiligten den Respekt zeigen und das Thema mit Respekt behandeln», forderte Baumann. 

Duell mit Neuer am Sonntag in München

Die Vorfreude auf die WM sei aber extrem groß. «Jetzt das größte Turnier überhaupt und dort hoffentlich dabei zu sein, das ist ein Riesentraum», sagte Baumann vor dem Spitzenspiel in der Bundesliga am kommenden Sonntag in München gegen den FC Bayern. 

Dabei wird es auch zum Torhüter-Duell mit dem Weltmeister von 2014 und ehemaligen Nationalkeeper Manuel Neuer kommen. Der 39-Jährige spielte 124 Mal für Deutschland. Sein Name fällt erst recht nach dem erneuten Verletzungspech von ter Stegen auch immer wieder im Zusammenhang mit der WM im Sommer in den USA, Kanada und Mexiko. Neuer war im Anschluss an die Heim-EM vor zwei Jahren aus der Nationalmannschaft zurückgetreten.

Sechs Punkte Abzug für Zweitligist Leicester City

Sechs Punkte Abzug für Zweitligist Leicester City

London (dpa) – Dem englischen Fußball-Zweitligisten Leicester City werden in der laufenden Saison sechs Punkte abgezogen, weil der Club in der Saison 2023/24 gegen die geltenden Finanzregeln verstoßen haben soll. Das teilte die zuständige English Football League mit.

Damit rutscht Leicester in der zweitklassigen Championship vom 17. auf den 20. Tabellenplatz. Nur die bessere Tordifferenz trennt den Club, der im letzten Sommer aus der Premier League abgestiegen war, von der Abstiegszone.

Gemäß den Profitabilitäts- und Nachhaltigkeitsregeln dürfen Premier-League-Vereine über einen Zeitraum von drei Jahren nicht mehr als umgerechnet rund 120 Millionen Euro Verlust machen. Für jede Saison in einer niedrigeren Liga wird dieser Betrag um rund 25 Millionen Euro reduziert.

Eine unabhängige Kommission war zum Ergebnis gekommen, dass Leicester in der Saison 2023/24, die mit dem Aufstieg in die Premier League endete, den Betrag um rund 22 Millionen Euro überschritten hatte.

Held von Crans-Montana kämpft um Rückkehr als Fußballer

Held von Crans-Montana kämpft um Rückkehr als Fußballer

Metz (dpa) – Der bei der Brandkatastrophe in Crans-Montana schwer verletzte französische Nachwuchsspieler Tahirys Dos Santos, der seine Freundin aus den Flammen rettete und als Held gefeiert wurde, kann noch nicht wieder an seine Karriere denken. «Ich konzentriere mich nicht zu sehr auf den Fußball. Das Wichtigste ist, dass ich mich gut erhole», sagte der Spieler des französischen Fußball-Erstligisten FC Metz der Zeitschrift «Paris Match». «Ich konzentriere mich zunächst darauf, meine Hände wieder richtig einsetzen zu können, wieder richtig laufen zu können, und dann werden wir sehen, wie es weitergeht.»

Nach der Katastrophe in der Schweiz war der 19-Jährige zunächst in eine Spezialklinik nach Stuttgart gebracht und später in seine ostfranzösische Heimat verlegt worden. Vom Krankenbett aus schilderte er «Paris Match» die dramatischen Minuten, als der Brand in der Bar ausbrach.

Zur Rettung der Freundin zurück in die Flammen

Seine Freundin und er seien in dem Moment gerade auf der Toilette gewesen. «Ich bin vorher hinausgegangen, wollte in den ersten Stock gehen, und da habe ich das Feuer gesehen. Es ging alles sehr schnell, ich habe nicht wirklich nachgedacht. Ich bin sofort zu Coline gegangen, habe sie gerufen, sie war auf der Toilette, und wir sind die Treppe hinaufgerannt.» Es habe ein Riesengedränge und viele Schreie gegeben, später habe er mit schweren Brandverletzungen starr vor Schock vor der Bar auf dem Boden gesessen.

Ein Wiedersehen mit seiner Freundin, die zeitweise im Koma lag, gab es für Tahirys Dos Santos erst Ende Januar. In die Arme nehmen konnten die beiden sich da noch nicht, die vielen Brandwunden müssten erst noch verheilen, berichtete «Paris Match».

DFB plant Deutsches Haus in Manhattan während der WM

DFB plant Deutsches Haus in Manhattan während der WM

Frankfurt/Main (dpa) – Der DFB plant während der Fußball-WM in diesem Sommer, ein Deutsches Haus in New York einzurichten. Der Verband bestätigte der dpa einen entsprechenden Bericht der «WAZ». Details will der Deutsche Fußball-Bund rund um die nächsten Länderspiele bekanntgeben. Am 27. März testet die DFB-Auswahl in der Schweiz, drei Tage später steht das Heimspiel in Stuttgart gegen Ghana an. 

Dem «WAZ»-Bericht zufolge soll das Deutsche Haus im New Yorker Stadtteil Chelsea am 11. Juni eröffnet werden, wenn am selben Tag Mitgastgeber Mexiko den WM-Auftakt gegen Südafrika bestreitet. Ihr drittes Gruppenspiel bestreitet die deutsche Mannschaft am 25. Juni im Endspielstadion in East Rutherford bei New York. 

Der DFB soll die Eventfläche für vier Wochen bis zum Viertelfinale gemietet haben. Eine Verlängerung sei aktuell nicht geplant, da es nach dem Viertelfinale bei der WM mehrere Ruhetage geben werde, hieß es in dem Bericht. Beim Erreichen des Halbfinales müsse eine Verlängerung geprüft werden. Bekannt ist das sogenannte Deutsche Haus bisher als Begegnungsstätte bei Olympischen Spielen.

Frauen-Bundesliga: GmbH mit DFB geplatzt

Frauen-Bundesliga: GmbH mit DFB geplatzt

Frankfurt/Main (dpa) – Die ursprünglich geplante GmbH zwischen dem neuen Ligaverband Frauen-Bundesliga FBL und dem Deutschen Fußball-Bund ist nach Angaben der Clubs vorerst geplatzt. Dies teilten die 14 Erstligisten nach ihrer ersten Mitgliederversammlung in Frankfurt/Main mit. Die Positionen und Rahmenbedingungen des DFB könnten nicht erfüllt werden, hieß es. 

Der DFB bedauerte die Entscheidung des Ligaverbandes, es bestehe aber weiterhin die Bereitschaft, über die weitere Professionalisierung der Frauen-Bundesliga zu sprechen. «Wir wollen in der Sache vorankommen und sind weiterhin an guten Lösungen interessiert. Das gebietet allein die fortschreitende internationale Entwicklung des Frauenfußballs», hieß es.

DFB steht zu 100-Millionen-Investition

Der Verband werde die Bundesliga zunächst unter seinem Dach ambitioniert weiterführen: «Der DFB steht darüber hinaus zu seiner Entscheidung, in den kommenden Jahren einhundert Millionen Euro in die Entwicklung des Frauen- und Mädchenfußball zu investieren.»

Nicht einig wurden sich die Parteien nach dpa-Informationen vor allem in der Frage, wer die Geschäftsführung bestellen darf. Der DFB hatte knapp über 100 Millionen Euro für die kommenden acht Jahre in Aussicht gestellt, dies aber an Mitspracherechte gekoppelt. Zwar sollen sich beide Parteien in vielen Punkten einig geworden sein, nicht aber in den wesentlichen. 

Zukunft «muss bei den Clubs liegen» 

«Für uns ist entscheidend: Die Zukunft der Frauen-Bundesliga muss dort gestaltet werden, wo der sportliche und wirtschaftliche Motor liegt – bei den Clubs», sagte Ligaverbandspräsidentin und Eintracht-Direktorin Katharina Kiel. Woher die Clubs die finanziellen Mittel nehmen wollen, die ihnen der DFB garantiert hätte, blieb offen.

Das Gemeinschaftsunternehmen wäre schon vom 1. Juli an dafür verantwortlich gewesen, Kernthemen der Liga wie Vermarktung oder Nachwuchsförderung kräftig anzukurbeln.

«Wir haben – wie angekündigt – alle Wege ergebnisoffen diskutiert und geprüft», sagte Kiel weiter. Sie bedankte sich bei DFB-Präsident Bernd Neuendorf für seine «intensive und lösungsorientierte Verhandlungsführung», der Prozess habe die zentralen Fragen und Antworten klar benannt. 

Kiel sagte aber auch: «Sie (die Clubs) tragen die größte Investitions- und Umsetzungsverantwortung und brauchen dafür klare Zuständigkeiten, hohe Handlungsfähigkeit und eine Governance, die Wachstum beschleunigt und Wettbewerbsfähigkeit erhöht.»

Streit schon vor der Gründung des Ligaverbandes

Vor der Gründung des Ligaverbands im Dezember war es zu heftigen Verwerfungen zwischen Clubbossen wie Axel Hellmann (Eintracht Frankfurt) und Jan-Christian Dreesen (FC Bayern München) und dem Verband gekommen, unter dessen Dach die Frauen spielen. So fand die Veranstaltung auch nicht wie geplant auf dem DFB-Campus, sondern in Frankfurts Stadion statt.

Einer der Hauptstreitpunkte ist die Stimmenmehrheit. In einer eigenen FBL GmbH müssten die Vereine einen Grundlagenvertrag mit dem DFB schließen, wie er auch bei den Männern für die Deutsche Fußball Liga (DFL) gilt.

Union-Fans helfen beim Schneeschippen vor Frankfurt-Spiel

Union-Fans helfen beim Schneeschippen vor Frankfurt-Spiel

Berlin (dpa) – Fans von Union Berlin helfen dem Club beim Beseitigen von Schnee und Eis im und um das Stadion An der Alten Försterei vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Zusammen mit Mitarbeitern des Clubs schippten Anhänger unter anderem auf den Tribünen und Parkplätzen vor der Partie am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) in der Fußball-Bundesliga.

Union machte keine Angaben, ob die Austragung des Spiels in Gefahr ist. Es gab jedoch zunächst keine Hinweise darauf. Eine ähnliche Aktion gab es zuletzt schon vor der Partie gegen Mainz im Januar. Das Spiel fand statt.

Es soll etwas wärmer werden

Am Donnerstag hatte eine Mischung aus Schneefall, Eiskörnern und gefrierendem Regen in der Hauptstadt für einige Probleme im Berufsverkehr gesorgt. Auch der Berliner Flughafen BER war für mehrere Stunden lahmgelegt. Am Freitag ist laut Deutschem Wetterdienst aber nicht mehr mit größeren Niederschlägen zu rechnen, es soll etwas milder werden.

Spielabsagen in der Bundesliga aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes sind angesichts der verpflichtenden Rasenheizung selten geworden. Das Problem sind die Anfahrt für die Fans bei Glatteis und Schnee sowie mögliche Witterungsprobleme auf dem Stadionareal.

Vier Monate vor WM: Gnabry verlängert beim FC Bayern

Vier Monate vor WM: Gnabry verlängert beim FC Bayern

München (dpa) – Fußball-Nationalspieler Serge Gnabry geht zwei weitere Jahre für den FC Bayern München auf die Jagd nach Titel und Toren. Der Angreifer und der deutsche Fußball-Rekordmeister verlängerten den am Saisonende auslaufenden Vertrag bis zum 30. Juni 2028. Der Offensivspieler stürmt seit 2017 für die Münchner, mit denen er bisher unter anderem sechs deutsche Meisterschaften, die Champions League und die Club-Weltmeisterschaft gewann.

«Serge Gnabry ist mit dem FC Bayern gewachsen und zählt zu den absoluten Stützen dieser Mannschaft – auf dem Platz und in der Kabine ist er ungemein wichtig», sagte Sportvorstand Max Eberl. «Er hat mit diesem Verein alles gewonnen und will dennoch immer mehr: Das macht ihn zu einem Vorbild. Er steht für den FC Bayern.» 

Gnabry nennt sechs Gründe

Rund vier Monate vor der Weltmeisterschaft hat Gnabry damit Klarheit über seine Zukunft. «Ich freue mich, noch weitere Jahre beim FC Bayern spielen zu können. Die Gespräche waren durchweg positiv, und dass ich jetzt dann mit Ende dieses Vertrags über zehn Jahre hier bin, hätte ich niemals gedacht, als ich bei Bayern angefangen habe», sagte der 30-Jährige. «Meine Ziele sind, dass es so weitergeht: Wir sind eine echte Einheit und können Großes erreichen.»

Überraschend ist die Verlängerung nicht. Wiederholt war spekuliert worden, dass diese bald nahen könnte. Vor der Saison war das nicht so absehbar, da Gnabry die Konstanz fehlte. Doch das war zuletzt kein Thema mehr. Gnabry nannte sechs Gründe für die weitere Zusammenarbeit. «Die Mannschaft, das Trainerteam, der ganze Verein, die Fans, die Stadt, das Umfeld: Ich fühle mich beim FC Bayern sehr wohl», sagte er.

Was wird aus Upamecano?

Aus dem aktuellen Profikader stehen nur Manuel Neuer und Joshua Kimmich schon länger beim FC Bayern unter Vertrag. «Jeder sieht, wie sehr Serge Gnabry unser Spiel bereichert. Er ist in der Offensive vielseitig einsetzbar, schnell, ballfertig und abschlussstark», sagte Sportdirektor Christoph Freund. «Wir freuen uns, dass er weiter für den FC Bayern stürmt, zumal er mit seiner ganzen Art und seinem Charakter eine wichtige Rolle für die Mannschaft spielt.»

Weiter zu warten gilt es auf die Entscheidung im Poker um Innenverteidiger Dayot Upamecano. Dessen Vertrag läuft wie weitere Kontrakte am Saisonende aus. Bislang konnten sich Club und Profi nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen. 

Der in Stuttgart geborene Gnabry kam über die Stationen FC Arsenal in England und Werder Bremen sowie einer Saison auf Leihbasis in Hoffenheim nach München. Mit Hoffenheim steht für Gnabry am Sonntag (17.30 Uhr/Dazn) das Wiedersehen an. 

Für rund 1,6 Milliarden Euro: So viele Wechsel wie noch nie

Für rund 1,6 Milliarden Euro: So viele Wechsel wie noch nie

Zürich (dpa) – In diesem Transferfenster haben so viele Spieler wie noch nie im Winter den Club gewechselt. Wie der Fußball-Weltverband FIFA mitteilte, gab es allein bei den Männern über 5.900 Transfers bei Club-Ausgaben im Januar von 1,91 Milliarden Dollar (rund 1,61 Milliarden Euro). Verglichen mit dem alten Rekord vom Januar 2025 legten die Transfers um drei Prozent zu, während sich die Ausgaben um 18 Prozent verringerten.

Die Clubs der deutschen Männer-Bundesliga liegen bei den Ausgaben mit 106,7 Millionen Euro hinter Spitzenreiter England (307,5 Millionen Euro), Brasilien und Italien auf Rang vier. Bei den Einnahmen führt Frankreich (182 Millionen Euro) vor Italien, Brasilien, England und Spanien. Deutsche Clubs nahmen 49,8 Millionen Euro ein (Platz 11).

Ablöse-Rekord bei Fußballerinnen

Bei den Frauen gab es zwar weniger Transfers als im Vorjahr (420), dafür sind die 10 Millionen Dollar (8,5 Millionen Euro) an gezahlter Ablöse ein Rekord. Die Transfersummen stiegen damit im Vergleich zum Vorjahr um satte 85 Prozent. Für einen Großteil der Ausgaben sind die Clubs der englischen Women’s Super League verantwortlich. Sie investierten rund 4,2 Millionen Euro.