Milton Keynes (dpa) – Deutschlands Gruppengegner Elfenbeinküste hat sich mit einem überzeugenden Sieg im ersten Testspiel Selbstbewusstsein für die Fußball-WM geholt. Das Team von Trainer Emerse Faé gewann im englischen Milton Keynes gegen Südkorea klar mit 4:0 (2:0). Die Tore für die überlegenen Ivorer erzielten Evann Guessand (35. Minute), Simon Adringa (45.+1), Martial Godo (62.) und Wilfried Singo (90.+3).
Für die Elfenbeinküste war es das erste Spiel seit dem Viertelfinal-Aus beim Afrika Cup gegen Ägypten (2:3). Bei der Weltmeisterschaft treffen die Afrikaner am 20. Juni 2026 im zweiten Vorrundenspiel in Toronto auf die deutsche Mannschaft von Bundestrainer Julian Nagelsmann. Weitere Teams der Gruppe E sind Ecuador und WM-Debütant Curaçao.
Stuttgart (dpa) – Julian Nagelsmann wird seinen Kader für die Fußball-WM am 12. Mai um 13.00 Uhr und damit vier Tage vor dem letzten Bundesliga-Spieltag verkünden. Das gab der Deutsche Fußball-Bund bekannt. Wo der Bundestrainer die voraussichtlich 26 Namen für das Turnier benennen wird, steht demnach noch nicht fest. Das letzte Länderspiel vor der Nominierung bestreitet die Nationalmannschaft am Montag (20.45 Uhr/ARD) in Stuttgart gegen Ghana.
Die unmittelbare WM-Vorbereitung beginnt am 25. Mai mit einem Trainingslager in Herzogenaurach. Am 2. Juni fliegt die DFB-Auswahl zwei Tage nach einem Test in Mainz gegen Finnland nach Chicago. Dort findet am 6. Juni (20.30 Uhr/MESZ) gegen Co-Gastgeber USA die Turnier-Generalprobe statt.
FIFA bekommt Liste mit 55 Namen
Anfang Juni muss Nagelsmann seinen finalen, 26 Spieler umfassenden Kader der FIFA melden. Zuvor könnte der Bundestrainer auch mehr Akteure benennen. Alle Spieler müssen allerdings auf einer maximal 55 Akteure umfassenden Liste stehen, die dem Weltverband bis zum 11. Mai überreicht werden muss.
Die Nationalmannschaft bezieht ihr WM-Camp am 8. Juni in Winston-Salem im US-Bundesstaat North Carolina. Von dort reist das Team zu den Spielen am 14. Juni in Houston gegen Curacao, am 20. Juni in Toronto gegen die Elfenbeinküste und zum Abschluss der Gruppenphase am 25. Juni gegen Ecuador im Finalstadion in East Rutherford bei New York.
Paris (dpa) – Nach der Aberkennung des Titels beim Afrika Cup hat die Fußball-Nationalmannschaft Senegals ein aufsehenerregendes Zeichen der Unbeugsamkeit gesetzt. Die Spieler um Bayern-Profi Nicolas Jackson trugen den Pokal für den Sieger des Kontinental-Wettbewerbs auf einer Art Ehrenrunde im Stade de France, wo das Testspiel gegen Peru ausgetragen wurde, und ließen sich von den Fans feiern. Auch auf der Tribüne und im Kabinengang präsentierten die Senegalesen die Trophäe mit ausgelassener Freude.
Das Spiel gewann WM-Starter Senegal auch ohne Offensivstar Sadio Mané mit 2:0 (1:0), Jackson (41. Minute) erzielte die Führung. Doch die Aktion vor dem Anpfiff hatte deutlich mehr Gesprächswert. Der Fernsehsender ESPN postete auf der Plattform X Bilder davon und kommentierte dazu: «Senegal erinnert vor dem Freundschaftsspiel die Welt daran, wer den Afrika Cup wirklich gewonnen hat.»
Die Aktion ist vor allem für den afrikanischen Fußball-Verbandes Caf ein Affront. Das Berufungsgericht des Caf hatte zwei Monate nach dem von Tumulten geprägten Endspiel dem Einspruch von Marokko stattgegeben und das Match, das der Senegal sportlich mit 1:0 nach Verlängerung gewonnen hatte, mit 3:0 für den Gastgeber gewertet.
Der Fall liegt nun beim Cas
Daraufhin hatte es zahlreiche Kritik aus der Fußball-Welt gegeben. Der senegalesische Fußball-Verband legte Berufung vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas ein. Diese zielt darauf ab, die Caf-Entscheidung aufzuheben und Senegal wieder zum Sieger des Afrika Cups zu erklären.
Das Caf-Gericht hatte seine Entscheidung damit begründet, dass das senegalesische Team durch das Verlassen des Platzes aus Protest gegen eine Schiedsrichterentscheidung gegen Ende der regulären Spielzeit die Partie aufgegeben habe. In erster Instanz war Senegals Verband nur zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
Was war überhaupt passiert?
Das Finale des Afrika Cups am 18. Januar war infolge fragwürdiger Schiedsrichterentscheidungen komplett aus dem Ruder gelaufen. Nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff zugunsten Marokkos in der Nachspielzeit hatte Senegals Mannschaft im Januar fast geschlossen den Platz verlassen. Ex-Bayern-Profi Sadio Mané holte seine Kollegen auf das Feld zurück.
Brahim Díaz verschoss danach den Elfmeter für Marokko kläglich, in der Verlängerung erzielte Pape Gueye das Siegtor für den Senegal. Die Marokkaner legten anschließend Einspruch ein, dem in zweiter Instanz stattgegeben wurde.
Danach hatte der Senegal angekündigt, er werde «alle geeigneten Rechtsmittel ausschöpfen, einschließlich vor den zuständigen internationalen Gerichtsinstanzen», damit der Vorrang des sportlichen Ergebnisses wiederhergestellt werde.
London (dpa) – Der aufgebrachte Thomas Tuchel sprach nach dem ersten WM-Test seiner englischen Fußball-Nationalmannschaft in diesem Jahr lieber gar nicht erst mit dem deutschen Schiedsrichter Sven Jablonski.
«Ich habe nicht mit ihm geredet, ich wollte nicht. Das war überhaupt keine gute Leistung während des gesamten Spiels», meinte Tuchel nach dem diskussionswürdigen 1:1 (0:0) seiner umgebauten «Three Lions» gegen Uruguay im Londoner Wembley-Stadion.
Drei Aufreger
«Ich kann nicht verstehen, dass ein Tackling wie dieses nicht einmal überprüft wird. Der Elfmeter am Ende war sehr, sehr schmeichelhaft. Dann gab es Diskussionen, dass ein Spieler zwei Gelbe Karten im Spiel bekommen hat und nicht einmal vom Platz gestellt worden ist», führte Tuchel, der unter anderem Bayern Münchens Harry Kane schonte, in Richtung Jablonski weiter aus. «Okay, ein gebrauchter Tag.»
Was waren die drei Aufreger? Zunächst blieb sehr zum Ärger Tuchels ein Tackling mit offener Sohle des uruguayischen Verteidigers Ronald Araujo gegen Phil Foden zu Beginn der zweiten Halbzeit ungestraft. Foden musste wenige Minuten danach gegen Cole Palmer (56.) ausgewechselt werden.
Zweimal Gelb – oder doch nicht?
«Man sieht nicht oft, dass solche Tacklings keine Rote Karte nach sich ziehen», wunderte sich Englands Innenverteidiger Harry Maguire. «Es sind nur noch ein paar Monate bis zur Weltmeisterschaft, und wir haben Schiedsrichter, die solche Tacklings zulassen. Das ist enttäuschend.»
Dann war da die Sache mit dem Uruguayer Manuel Ugarte. TV-Bildern in England zufolge wurde der Mittelfeldspieler nach einem Foul an Palmer in der 70. Minute mit Gelb verwarnt. Elf Minuten danach gab es erneut eine Gelbe Karte – für eben Manchester Uniteds Ugarte. Später hieß es, dass die erste Verwarnung vom vierten Offiziellen zurückgenommen worden sei.
White im Fokus
Ben White, der in der 81. Minute für die Engländer Führung gesorgt hatte, stand kurz vor dem Abpfiff noch mehr im Mittelpunkt. Er verschuldete in der Nachspielzeit mit einem Foul an Federico Viñas einen Elfmeter, den Federico Valverde (90.+4) nach Einsatz des Videoschiedsrichters verwandelte. Erneut sehr zum Unwillen Tuchels.
«Vielleicht ist Ben in diesem Moment auch ein bisschen gierig, aber eine Entscheidung aufzuheben, wenn der Schiedsrichter ganz klar mit beiden Händen signalisiert hat, dass er es gesehen hat und es ihm nicht gereicht hat», sagte Tuchel verwundert.
Der frühere Bayern-Trainer zeigte sich «überrascht, dass der VAR überhaupt im Einsatz ist, denn ich dachte, er funktioniert nicht, weil das Foul an Phil Foden nicht einmal überprüft wurde, das Foul an Noni (Madueke) auch nicht. Und dann wurde plötzlich dieser Fall überprüft.» Am Dienstag steht für die englische Auswahl noch ein Testspiel gegen Japan an.
Rom (dpa) – Der italienische Fußballclub AS Rom hat einem Medienbericht zufolge Interesse an Julian Brandt von Borussia Dortmund. Wie die Sportzeitung «Gazzetta dello Sport» berichtete, hat die Roma den Offensivspieler für einen Wechsel im Sommer ins Visier genommen. Zwischen dem Umfeld des 29-Jährigen und dem Serie-A-Verein habe es schon Kontakte gegeben, hieß es in dem Bericht weiter.
Brandt spielt seit 2019 bei Borussia Dortmund. Nach dieser Saison wird er den BVB jedoch ablösefrei verlassen. Die Roma könnten diesen Sommer mehrere Spieler verlassen, womöglich auch Paulo Dybala (32). Brandts Weggang aus Dortmund könnte dem italienischen Club damit gelegen kommen. Dem Bericht der Zeitung zufolge wäre Brandt ein passender Ersatz für Dybala.
Brandt hat sein bislang letztes von 48 Länderspielen für die deutsche Nationalmannschaft im November 2024 absolviert.
Basel (dpa) – Die ganz große Aktion glückte Bayern-Jungstar Lennart Karl bei seiner Länderspiel-Premiere nicht. Trotzdem wurde nach dem halbstündigen Debüt des 18-Jährigen im Baseler St. Jakob-Park viel über ihn geredet. Und das nur positiv. Und ganz besonders schwärmte der Mann, der das 4:3 der Fußball-Nationalmannschaft gegen die Schweiz entscheidend geprägt hatte: Florian Wirtz.
«Ich habe ihn diese Woche das erste Mal im Training gesehen. Er ist ein Topspieler. Es macht sehr viel Spaß, mit ihm zu spielen», sagte der an allen vier Treffern beteiligte Doppeltorschütze Wirtz über den 22. Debütanten in der Amtszeit von Bundestrainer Julian Nagelsmann.
«Wir wollen nicht zu viel Druck auf ihn geben», sagte der 22 Jahre alte Wirtz über den Teenager vom FC Bayern München. Und dann ließ Wirtz eine große Prophezeiung folgen: «Er wird uns die nächsten Jahre so viel Spaß geben.»
Auf Anhieb mehr Aktionen als Sané
Die Freude am Fußball war Karl nach seiner Einwechslung in jeder Aktion anzusehen. Und er hatte deutlich mehr Aktionen als der fast unsichtbare Leroy Sané, den er in der 63. Minute auf dem rechten Flügel ablöste. Auch wenn Karl auf Anhieb kein Tor glückte – oder eine Torvorlage.
Der Youngster deutete mit seiner Dynamik und seinem Spielwitz aber an, warum er trotz seiner Jugend ein heißer WM-Kandidat ist. «Schön, das hat er sich verdient», sagte Sportdirektor Rudi Völler kurz und bündig über Karl.
«Er versteckt sich nicht»
«Er hat Spielwitz. Er versteckt sich nicht. Er hat frischen Wind reingebracht», lobte Routinier Pascal Groß. Der 34-Jährige bescheinigte Karl, der Nationalmannschaft «einen Mehrwert» geben zu können.
Bayern-Kollege Jonathan Tah befand: «Lennart ist sehr gut reingekommen ins Spiel, mit der richtigen Bereitschaft.» Vielleicht darf der Neuling schon am Montag (20.45 Uhr/ARD) im zweiten WM-Test in Stuttgart gegen Ghana etwas länger vorspielen. Dann gelingt ihm vielleicht auch sein Premieren-Treffer.
Braunschweig (dpa) – Mit diesem Doppelpack ließ Nicolò Tresoldi nicht nur seine U21 im Kampf um das EM-Ticket jubeln, sondern bewarb sich auch für höhere Aufgaben. Vor dem abendlichen Auftritt der A-Nationalmannschaft gegen die Schweiz führte der 21 Jahre alte Stürmer von Champions-League-Teilnehmer FC Brügge die wichtigste Nachwuchsauswahl des Deutschen Fußball-Bundes zum Pflichtsieg in der EM-Qualifikation.
«In erster Linie war es wichtig, das Spiel zu gewinnen», sagte Tresoldi, der bei der Rückkehr in die Nähe seiner Fußball-Heimat Hannover entscheidend für das 3:0 gegen Nordirland sorgte.
Nagelsmann oder Gattuso?
«Es macht immer wieder Spaß, mit so guten Spielern und für Deutschland zu spielen», sagte der in Italien geborene Angreifer bei ProSieben Maxx. Der langjährige Stürmer von Hannover 96 gilt als eine große DFB-Hoffnung für den Sturm, ist aber auch ein Kandidat für die Squadra Azzurra. Vater Emanuele wurde 1994 im Team um den späteren Weltmeisterkapitän Fabio Cannavaro und Bayern-Schreck Filippo Inzaghi U21-Europameister.
«Ich habe mit niemandem aus Italien gesprochen. Ich bin jetzt mit der U21 unterwegs und fokussiert auf die nächsten beiden Spiele. Von daher gibt es dazu nichts zu sagen», hatte Tresoldi vor den Spielen gegen Nordirland und Griechenland gesagt. Sieht man den Angreifer bald im Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann? Oder doch in dem von Gennaro Gattuso?
Das zeichnet Tresoldi aus
Das hatte für Tresoldi in Braunschweig keine Priorität. Durch das 3:0 gegen die Briten erledigte die deutsche Mannschaft ihre Pflichtaufgabe, um am Dienstag (18.00 Uhr/ProSieben Maxx) in einem Endspiel in Athen um den Gruppensieg kämpfen zu können. Tresoldi lenkte das Spiel mit seinen zwei Treffern (11. Minute, Foulelfmeter/41.) zeitig in die erfolgreiche Richtung.
«Man sieht, dass er vor Selbstvertrauen gerade strotzt. Man sieht, welche Qualitäten er dann auch hat, in der Box, er hat einfach einen Riecher, dann Tore zu machen», lobte U21-Nationaltrainer Antonio Di Salvo. Den Schlusspunkt zum 3:0 setzte der Mainzer Joker Nelson Weiper (90.).
Nach der 2:3-Niederlage im vergangenen Jahr gegen die Griechen steht die deutsche Auswahl in der EM-Qualifikation unter großem Druck. Für die Endrunde im nächsten Jahr in Albanien und Serbien qualifizieren sich neben den beiden Gastgebern die neun Gruppensieger sowie der beste Gruppenzweite. Die acht verbleibenden Gruppenzweiten bestreiten Play-offs, um die letzten vier Endrundenteilnehmer zu ermitteln.
Basel (dpa) – Florian Wirtz musste bei der Einordnung seiner Fußball-Gala mit Doppelpack und doppelter Torvorlage nicht lange nachdenken. «Ja, das würde ich schon unterschreiben», antwortete der Offensivstar des FC Liverpool auf die Frage, ob das 38. Länderspiel sein bislang Bestes gewesen sei.
«Ich glaube, vier Scorer sind mir noch nie in einem Spiel gelungen. Deswegen ist das ganz einfach zu beantworten», erklärte der 22-Jährige nach dem 4:3 (2:2) gegen die Schweiz.
Und es erfüllte den Offensivspieler des FC Liverpool mit besonderer Freude, dass sein Vater und seine Mutter seinen persönlichen Traumstart ins WM-Jahr im Basler St. Jakob-Park live miterlebten. «Es ist natürlich schön, wenn deine Eltern dabei sind bei so einem Spiel und das zusammen mit dir erleben», sagte der Mann des Abends.
Los ging die Wirtz-Show mit der präzisen Flanke auf den Kopf von Jonathan Tah beim 1:1. Serge Gnabry erzielte nach einem Traumpass von Wirtz das 2:2. Der Kunstschuss zum 3:2 war dann der Höhepunkt. «Es war ein schönes Tor. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich wollte den genauso reinmachen. Dass der Ball so eingeschlagen ist, ist top», sagte Wirtz. Beim 4:3-Siegtor traf er dann in der 85. Minute mit ganz viel Gefühl im rechten Fuß präzise in den Winkel: «In den wichtigen Momenten muss es klappen – heute war es da.»
Lob von Nagelsmann, Völler und den Kollegen
Es waren seine Länderspieltore neun und zehn. Und sein zweiter Doppelpack nach der Premiere beim 7:0 gegen Bosnien-Herzegowina im November 2024. «Er ist außergewöhnlich. Und es waren außergewöhnliche Tore», lobte Julian Nagelsmann. Für den Bundestrainer ist Wirtz «schon ein Weltfußballer».
Sportdirektor Rudi Völler eilte nach dem Schlusspfiff von der Tribüne auf den Rasen und nahm Wirtz am Spielfeldrand mit einem Lächeln in den Arm. Später schwärmte der Weltmeister von 1990 in den Katakomben von dem Ausnahmefußballer «mit dem Zauber-Füßchen».
Auch die Teamkollegen rühmten den Matchwinner. «Es ist immer wieder faszinierend, was er zaubert auf dem Spielfeld», sagte Bayern-Profi Tah. 2024 waren Wirtz und er mit Bayer Leverkusen Meister und Pokalsieger geworden. Pascal Groß beschrieb die Wirtz-Gala so: «Flo küsst den Ball. Wir können uns glücklich schätzen, so einen Spieler in unserer Mannschaft zu haben.»