Mönchengladbach (dpa) – Borussia Mönchengladbach hat im West-Duell gegen Bayer Leverkusen immerhin einen Punkt im Abstiegskampf geholt. Nach früher Führung trennte sich die Mannschaft von Trainer Eugen Polanski im Samstagabendspiel der Fußball-Bundesliga nach einem unglücklichen Eigentor mit 1:1 (1:1) vom Vizemeister. Die Gladbacher setzten mit durchaus ansprechender Leistung ein Zeichen, dass sie zu Hause auch stabiler auftreten können.
Vor 47.599 Zuschauern im Borussia-Park traf Geburtstagskind Yannik Engelhardt (10. Minute) zur frühen Führung, ehe ein Eigentor von Philipp Sander (44.) für den Ausgleich sorgte. Leverkusen unter Kasper Hjulmand verpasste durch das Remis nach intensiven Wochen mit der Dreifachbelastung aus Liga, DFB-Pokal und Champions League wichtige Zähler im Kampf um die Plätze für die Königsklasse.
Borussia mit früher Führung
Bereits früh ließ ein Aufbaufehler im Spiel der Werkself die zuletzt leidgeprüften Borussen-Fans jubeln. Leverkusens in Gladbach ausgebildeter Keeper Janis Blaswich spielte im Strafraum ohne Not einen kurzen Pass auf Aleix Garcia, der den Ball an Haris Tabakovic verlor. Dessen Flachschuss konnte Blaswich zunächst parieren, ehe Engelhardt an seinem 25. Geburtstag den vor seine Füße fallenden Ball im Tor unterbrachte.
Mit der Führung im Rücken zog sich Gladbach zurück und überließ Leverkusen den Ball. Gegen die kompakt stehende Defensive fanden die teils müde wirkenden Gäste kaum Lösungen, es fehlte an Tempo und Durchschlagskraft. Auch nach mehr als 40 Minuten stand noch kein Leverkusener Torschuss zu Buche. Insgesamt blieb die Partie über weite Strecken statisch, wobei die Hausherren den aktiveren Eindruck hinterließen.
Ausgleichstreffer ist ein Eigentor
Doch kurz vor der Pause fiel dann der Ausgleich durch ein aus Gladbacher Sicht unglückliches Eigentor: Einen eigentlich harmlosen Distanzschuss von Aleix Garcia fälschte Sander am Elfmeterpunkt mit dem Fuß unhaltbar ins eigene Tor ab. Bitter für die Gastgeber, die die Partie bis dahin gut im Griff hatten.
Nach dem Seitenwechsel gab Bayer zunehmend den Ton an, versuchte aber im nicht so ganz hochklassigen Spiel eher vergeblich Torchancen zu kreieren. Eine solche verzeichneten einmal mehr die Gastgeber: Der stark spielende Jens Castrop versuchte es nach Zuspiel von Franck Honorat rechts aus spitzem Winkel im Strafraum, doch Blaswich rettet mit dem Fuß (60.). Wenig später setze Castrop den Ball eng umstellt über das Tor (78.).
Polanski – der in der Hinrunden-Partie in Leverkusen erstmals als Borussen-Coach an der Seitenlinie stand – versuchte durch die Einwechselungen des aus Leverkusen ausgeliehen Mittelstürmers Alejo Sarco sowie des schwedischen Last-Minute-Neuzugangs Hugo Bolin noch einmal frische Impulse zu setzen. Auch die Werkself brachte noch einmal neue Kräfte, die aber auch nicht mehr Schwung in die Schlussphase brachten.
Mainz (dpa) – Trainer Manuel Baum übte nach der 0:2-Niederlage des FC Augsburg beim FSV Mainz 05 heftige Kritik am Video-Assistenten, Mittelfeldspieler Elvis Rexhbecaj sprach sich gar für dessen Abschaffung aus. «Wir sind als FC Augsburg in den vergangenen Wochen öfter benachteiligt worden. Daran können wir nichts ändern, aber ich will das auch nicht einfach so hinnehmen», schimpfte Baum.
Sein Ärger entzündete sich an einem äußerst fragwürdigen Elfmeter, der zum frühen Rückstand der bayerischen Schwaben geführt hatte. Nach einem Strafraumduell zwischen Rexhbecaj und dem Mainzer Stefan Bell hatte Schiedsrichter Patrick Ittrich auf Strafstoß entschieden, der auch nach minutenlanger Überprüfung des VAR Bestand hatte.
«Im Videokeller wurde ein Kontakt gesucht, aber nicht gefunden. Da wäre es das Mindeste gewesen, dass der Schiedsrichter rausgeschickt wird, um sich das selbst anzuschauen. Dann wäre er zum Schluss gekommen, den Elfmeter zurückzunehmen. Es ist für mich komplett unverständlich, warum das nicht geschehen ist. Man sieht in keinem Bild eine Berührung, da bewegt sich nicht einmal ein Stutzen. Man sieht nur einen Spieler, der hinfällt», polterte Baum. Aus seiner Sicht sei es «aberwitzig, dass ein nicht sichtbarer Kontakt dazu führt, dass die Entscheidung bestehen bleibt».
Rexhbecaj für Abschaffung des VAR
Ittrich erklärte die Szene beim Streamingdienst DAZN so: «Ich stand auf dem Platz und habe gesehen, dass der Spieler Bell ganz klar den Ball spielt und der Spieler Rexhbecaj voll durchzieht und es zu einem klaren Kontakt am Fuß kommt und ich höre ihn auch. Ich habe mich dann für Elfmeter entschieden und war dann im Kontakt mit dem Video-Assistenten. Die haben die Bilder geprüft und konnten es weder widerlegen noch belegen.» Bell selbst sprach von einer «leichten Berührung».
Für Rexhbecaj war es dagegen eine Fehlentscheidung. «Es ist bitter, denn selbst mit der Lupe siehst du fast gar keinen Kontakt», sagte der 28-Jährige über die Szene und fügte hinzu: «Der VAR macht einfach viel zu viele Fehler, warum auch immer. Ich könnte mit Fehlentscheidungen des Schiedsrichters besser leben als mit Fehlentscheidungen nach Videobeweis. Das dürfte es eigentlich gar nicht geben.» Er plädiere daher für eine Rückkehr zum alten System: «Ich wünsche mir, dass es wieder ist wie früher.»
Barcelona (dpa) – Der FC Barcelona bleibt auch nach diesem Wochenende Spitzenreiter in der spanischen Fußball-Meisterschaft. Die Katalanen besiegten am 23. Spieltag daheim den RCD Mallorca 3:0 (1:0) und haben vorläufig vier Punkte Vorsprung auf Rekordmeister Real Madrid. Der Erzrivale tritt erst am Sonntagabend beim FC Valencia an.
Der einstige Bundesliga-Torschützenkönig Robert Lewandowski brachte die Mannschaft des früheren Bundestrainers Hansi Flick in der 29. Minute in Führung. Vor dem Treffer des 37 Jahre alten Polen hatten sich die Gastgeber im Camp Nou schwergetan.
Lamine Yamal hätte noch vor der Pause erhöhen können und tat dies dann in der 61. Minute. Auch an diesem Tor war der frühere Leipziger Dani Olmo beteiligt. Marc Bernal (83.) legte noch den dritten Treffer nach.
Wolfsburg (dpa) – Torgarant Serhou Guirassy hat Borussia Dortmund und seinen Cheftrainer Niko Kovac bei dessen Rückkehr nach Wolfsburg vor einem Dämpfer im Titelrennen der Fußball-Bundesliga bewahrt. Der Stürmer sicherte mit seinem neunten Saisontor in der 87. Minute das 2:1 (1:1) der Westfalen beim abstiegsgefährdeten VfL. Julian Brandt (38.) hatte die Gäste in Führung gebracht. Vor 28.917 Zuschauern gelang Konstantinos Koulierakis (52.) der verdiente Ausgleich. Kurz vor dem Ende war aber Guirassy zur Stelle.
Die Wolfsburger waren mindestens gleichwertig und hätten sogar gewinnen können, doch ließ vor allem der nach seiner Suspendierung zurückgekehrte Mohammed Amoura zahlreiche Möglichkeiten ungenutzt.
BVB rückt an FC Bayern heran
Die Dortmunder rückten durch den fünften Sieg im sechsten Spiel des Jahres bei einem Remis bis auf drei Punkte an Tabellenführer FC Bayern München heran, der am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) gegen die TSG 1899 Hoffenheim spielt. Die Wolfsburger stecken immer tiefer im Tabellenkeller fest.
Dortmunds Cheftrainer Kovac hatte von Juli 2022 bis März 2024 die Wolfsburger trainiert. Derzeit trennen sein einstiges und sein derzeitiges Team tabellarisch Welten. Doch davon war besonders in der zweiten Halbzeit nichts zu sehen.
Sechs Umstellungen beim VfL Wolfsburg
Wolfsburgs Trainer Daniel Bauer reagierte auf das jüngste 0:1 beim 1. FC Köln und veränderte seine Startelf gleich auf sechs Positionen. Unter anderem kehrte Amoura zurück. Der Stürmer hatte in Köln nach seiner Suspendierung aus disziplinarischen Gründen gefehlt. Und der Algerier war gegen die Dortmunder sofort wieder der Aktivposten in Wolfsburgs Offensive.
Er war an fast allen der wenigen Angriffsaktionen der Gastgeber beteiligt. So vergab er auch die beste Chance des VfL vor der Pause. Nach einem Fehler des Dortmunders Waldemar Anton im Mittelfeld lief er allein auf BVB-Torwart Gregor Kobel zu, setzte den Ball aber über das Tor (25.).
Brandt bringt Dortmund in Front
Die Dortmunder kontrollierten ansonsten das Spiel, wirkten jedoch bisweilen behäbig. Erst nach einer halben Stunde wurden sie zwingender. Einen Schuss von Maxmilian Beier (32.) fälschte VfL-Verteidiger Denis Vavro an die Unterkante der Latte ab – die bis dahin beste BVB-Möglichkeit. Sechs Minuten später lief sich Brandt bei einem Eckball von Julian Ryerson frei und traf per Kopf fast unbedrängt.
Nach der Pause starteten die Wolfsburger wesentlich schwungvoller. Nach einem Freistoß traf Konstantinos Koulierakis mit einem Kopfball. Der VfL wurde mutiger. Schon zwei Minuten nach dem Ausgleich war erneut Amoura da, brachte den Ball aber aus kurzer Entfernung wieder nicht im Tor unter.
Insgesamt kam von den Gästen zu wenig in der zweiten Halbzeit. Die abstiegsgefährdeten Wolfsburger waren mindestens auf Augenhöhe. Mehrfach war Amoura in aussichtsreicher Position. Die beste Chance zum Sieg hatte der eingewechselte Lovro Majer (80.) mit seinem Kopfball an die Latte. Guirassy zerstörte dann alle Wolfsburger Hoffnungen.
Heidenheim (dpa) – Die Lage von Schlusslicht 1. FC Heidenheim im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga wird immer dramatischer. Die Schwaben verloren etwas unglücklich mit 0:2 (0:1) gegen den Hamburger SV und verlängerten ihre Negativserie auf acht Spiele ohne Sieg. Der HSV feierte dagegen im zehnten Versuch den ersten Auswärtssieg der Saison, auch wenn er nur in der ersten Halbzeit überzeugen konnte.
Ransford-Yeboah Königsdörffer brachte die Gäste kurz vor der Pause verdient mit 1:0 in Führung (45.+3), der eingewechselte Rayan Philippe erhöhte auf 2:0 (78.). Die Stürmer sorgten dafür, dass der HSV nach seiner Transferoffensive im Winter eine Serie von sechs Spielen ohne Sieg beendete und in der unteren Tabellenhälfte mit nun 22 Punkten erst einmal durchatmen kann.
Die Heidenheimer drohen mit weiterhin 13 Zählern den Anschluss an die rettenden Plätze zu verlieren. Ein Großteil der 15.000 Zuschauer verließ die ausverkaufte Voith-Arena abermals enttäuscht.
Hamburg überzeugt nur in der ersten Halbzeit
HSV-Trainer Merlin Polzin veränderte seine Startelf im Vergleich zum Bayern-Spiel auf zwei Positionen: In der Dreierkette stand Warmed Omari für den gelbgesperrten Nicolas Capaldo, auf dem linken Flügel spielte Philip Otele zunächst als einziger der vier neu verpflichteten Offensivkräfte für William Mikelbrencis. Oteles Konkurrent Jean-Luc Dompé ist nach seiner Alkoholfahrt vorerst vom Spielbetrieb ausgeschlossen.
Auch FCH-Coach Frank Schmidt brachte nach dem unglücklichen 2:3 bei Borussia Dortmund in Offensivspieler Arijon Ibrahimovic anstelle von Mathias Honsak und Innenverteigier Benedikt Gimber für Tim Siersleben zwei Neue. Sein Heimdebüt in dieser Saison gab der vom SC Freiburg ausgeliehene Angreifer Eren Dinkci, er erwischte allerdings einen schwachen Tag.
In den ersten 20 Minuten spielte sich die Partie hauptsächlich im Mittelfeld ab. Nur bei einem Schuss von Niklas Dorsch (5.), den der starke HSV-Torwart Daniel Heuer Fernandes parierte, kam Gefahr auf.
Dann nahm die Begegnung etwas Fahrt auf: Erst war es FCH-Mittelstürmer Marvin Pieringer, der nach einem gravierenden Fehlpass von Hamburgs Miro Muheim am leeren Tor vorbei zielte (23.). Nur zwei Minuten später wehrte Heidenheims Torwart Diant Ramaj einen 16-Meter-Schuss vom starken Mittelfeldspieler Albert Sambi Lokonga (25.) ab.
Die Gäste bestimmten nun die Partie – und dann traf Königsdörffer kurz vor dem Seitenwechsel nach einer Vorlage von Otele mit einem strammen Schuss ins lange Eck zur verdienten Pausenführung.
Heidenheim erhöht nach der Pause den Druck
Nachdem FCH-Coach Schmidt in der zweiten Halbzeit mehrere neue Offensivkräfte eingewechselt hatte, drängte seine Elf gegen die nun viel zu verhalten spielenden Hamburger auf den Ausgleich. Heuer Fernandes parierte aber gleich mehrere gute Torchancen des FCH und wurde zum besten Spieler auf dem Platz. Und als Philippe nach einem Konter aus kurzer Distanz das 0:2 erzielt hatte, war das Spiel praktisch entschieden.
Freiburg (dpa) – Auch Daniel Thioune hat die Bremer Talfahrt bei seinem Trainerdebüt in der Fußball-Bundesliga nicht stoppen können. Der Nachfolger von Horst Steffen sah beim 0:1 (0:1) in Freiburg vor allem offensiv einen enttäuschenden Werder-Auftritt. Während der lange in Unterzahl spielende Sport-Club durch seinen sechsten Heimsieg Platz sieben festigte, beenden die Norddeutschen nach dem elften sieglosen Spiel in Serie den 21. Spieltag auf dem Relegationsplatz.
Vor den Augen des früheren Weltmeister-Trainers Joachim Löw erzielte Niklas Beste (13. Minute) vor 34.700 Zuschauern im ausverkauften Stadion das entscheidende Tor für die Südbadener, bei denen 2014er-Weltmeister Matthias Ginter zu seinem 400. Bundesliga-Einsatz kam. Freiburgs Johan Manzambi (52.) sah wegen groben Foulspiels die Rote Karte nach Videobeweis.
Thioune verzichtet auf große Änderungen
Personell veränderte Thioune wenig, lediglich Stürmer Keke Topp rotierte nach seinem Last-Minute-Tor beim 1:1 in der Vorwoche gegen Mönchengladbach für Samuel Mbangula in die Startelf. Bei den Freiburgern begannen in Kapitän Christian Günter, Patrick Osterhage, Bruno Ogbus und Vincenzo Grifo gleich vier Neue im Vergleich zum 0:1 beim VfB Stuttgart.
«Ich bin Trainer, ich bin kein Zauberer», hatte der 51 Jahre alte Thioune bei seinem Amtsantritt gesagt. «Drei Tage werden nicht ausreichen, um auf alles Einfluss nehmen zu können.» Des Trainers Worte spiegelte die erste Halbzeit bestens wider. Zwar stand Werder defensiv weitgehend sicher, nach vorn fehlten aber Ideen und Intensität.
Bezeichnend für die offensiv matte Vorstellung der Grün-Weißen war Topps Schuss aus halblinker Position, der statt aufs Tor ins Seitenaus rauschte. Die einzig nennenswerte Chance besaß Justin Njinmah, der per Fallrückzieher am stark reagierenden Noah Atubolu im Freiburger Tor scheiterte.
Beste trifft erstmals für Freiburg
Im direkten Gegenzug nutzte Beste viel freien Raum, um über rechts kommend den Ball sehenswert in die linke Ecke zu schlenzen. Es war das erste Tor des Ex-Heidenheimers im 39. Pflichtspiel für die Freiburger. Das mögliche 2:0 verhinderte kurz darauf Werder-Torwart Mio Backhaus, der einen Kopfball von SC-Stürmer Igor Matanovic glänzend parierte.
Thioune, der im dunkelgrünen Jogging-Anzug fast pausenlos die Coaching-Zone beackerte, durfte kurz nach dem Seitenwechsel auf die Wende hoffen, nachdem Manzambi Rot gesehen hatte. Der Freiburger Offensivspieler traf die Wade von Olivier Deman – zu heftig, wie Schiedsrichter Deniz Aytekin nach Sicht auf die TV-Bilder meinte.
In der Folge schalteten die Freiburger fast komplett auf Defensivmodus, Werder drückte, oft aber zu planlos und umständlich. Bei den wenigen Möglichkeiten war Atubolu zur Stelle.
2:0 spät aberkannt – Schuster tobt
Pech hatten die Gastgeber, dass das vermeintliche 2:0 durch den eingewechselten Yuito Suzuki nicht zählte. Die Stadionregie warf zwar schon die Torhymne an, mit etwas Verzögerung entschied Aytekin aber auf Offensivfoul.
SC-Coach Julian Schuster tobte, sah aber erst wenig später noch seine vierte Gelbe Karte und fehlt seinem Team damit am kommenden Samstag bei der TSG 1899 Hoffenheim. Dafür verteidigte sein Team die drei Punkte bis zum Ende leidenschaftlich.
Hamburg (dpa) – Der VfB Stuttgart hat beim abstiegsbedrohten und personell geschwächten FC St. Pauli einen herben Rückschlag erlitten. Drei Tage nach dem Halbfinaleinzug im DFB-Pokal schwächelte der Champions-League-Kandidat und unterlag bei den Hamburgern in der Fußball-Bundesliga verdient mit 1:2 (0:1).
Es war die erste Liga-Niederlage der Schwaben seit zwei Monaten. Der zuvor in vier Pflichtspielen infolge siegreiche VfB wirkte vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion durch die Doppelbelastungen der vergangenen Wochen etwas müde.
Die Hamburger feierten dagegen dank der Treffer von Manolis Saliakas (35. Minute) und Danel Sinani per Strafstoß (55.) wichtigen Erfolg im Tabellenkeller und verkürzten den Abstand auf den Abstiegsrelegationsrang auf zwei Punkte. Für die Norddeutschen war es der erste Sieg seit Mitte Dezember. Der eingewechselte Jamie Leweling (90.) verkürzte noch spät für den VfB.
VfB nur mit zwei Änderungen
Die personell angeschlagenen Hanseaten begannen ohne die Leistungsträger Hauke Wahl und Eric Smith in der Defensive und ohne den längerfristig fehlenden Angreifer Ricky-Jade Jones, den eine Sprunggelenkverletzung plagt.
Nach dem 3:0 im Pokal-Viertelfinale am Mittwoch in Kiel setzte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nicht wie so oft in dieser Saison auf Rotation, sondern nahm etwas überraschend nur zwei Änderungen vor. Jeff Chabot und Leweling blieben draußen, Finn Jeltsch und Ermedin Demirovic spielten von Beginn an.
St. Pauli geht in Führung
Stuttgart besaß oft den Ball, den Gastgebern unterliefen einige Ungenauigkeiten. Nach zwölf Minuten tauchte aus spitzem Winkel Chris Führich vor Torwart Nikola Vasilj auf, doch der Schlussmann parierte.
Doch der Kiez-Club wehrte sich nach Kräften, kam zu guten Umschaltaktionen und wurde immer besser. Plötzlich führte das Team von Trainer Alexander Blessin. Sinani ließ den Ball clever durch die Beine auf den Griechen Saliakas passieren, der nahe der Strafraumkante abschloss und den Ball im links im Tor zur Führung platzierte.
VfB ohne Torgefahr
In der zweiten Hälfte blieb das Spiel ausgeglichen, die Hamburger sorgten aber für deutlich mehr Torgefahr.
Nach knapp 50 Minuten unterlief dem zuvor starken Führich ein Missgeschick, als der Ball dem Flügelspieler im eigenen Strafraum ohne Zutun eines Gegners an die Hand prallte. Schiedsrichter Benjamin Brand entschied nach Eingriff des Videoschiedsrichters auf Elfmeter, den Sinani verwandelte.
Danach wurden die Stuttgarter bis auf einen Heber von Deniz Undav (59.) kaum noch gefährlich, Leweling traf zu spät. So belohnte sich St. Pauli nach dem Pokal-Aus in Leverkusen im Vergleich zu vielen Partien in dieser Saison wieder einmal mit drei Punkten für ein gutes Spiel.
Berlin (dpa) – Borussia Dortmund hat im Titelkampf der Fußball-Bundesliga für neue Spannung gesorgt. Beim abstiegsbedrohten VfL Wolfsburg kam das Team von Trainer Niko Kovac zu einem glücklichen 2:1 (1:0). Damit verringerte der BVB den Rückstand auf Spitzenreiter FC Bayern München auf drei Punkte. Der deutsche Rekordmeister empfängt an diesem Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) den Tabellendritten TSG 1899 Hoffenheim und kann den Vorsprung auf Dortmund zum Abschluss des 21. Spieltags wieder auf sechs Zähler erhöhen.
Bayer Leverkusen kam im Spätspiel bei Borussia Mönchengladbach nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Auch der zuletzt spielfreudige VfB Stuttgart ließ wichtige Punkte im Kampf um die Champions-League-Plätze liegen. Der Pokalsieger verlor beim FC St. Pauli mit 1:2 (0:1). Unterdessen ging das Bundesliga-Debüt von Daniel Thioune als Trainer des SV Werder Bremen daneben. Die Hanseaten verloren trotz langer Überzahl beim SC Freiburg mit 0:1 (0:1) und warten inzwischen seit elf Spielen auf einen Sieg.
Heidenheim verliert wieder
Im Kampf um den Ligaverbleib hat der 1. FC Heidenheim einen weiteren Rückschlag erlitten. Im Kellerduell verlor der Tabellenletzte sein Heimspiel gegen den Hamburger SV mit 0:2 (0:1). Dank des sechsten und siebten verwandelten Elfmeters der Saison von Nadiem Amiri (8. und 80. Minute) gewann der FSV Mainz 05 gegen den FC Augsburg mit 2:0 (1:0).
In Wolfsburg hatte Nationalspieler Julian Brandt (38.) den BVB im Anschluss an eine Ecke in Führung geköpft. Doch Konstantinos Koulierakis (52.) traf zum zwischenzeitlichen 1:1 für Wolfsburg, ehe Serhou Guirassy (87.) spät den Dortmunder Sieg bescherte.
Bei Thioune-Debüt: Beste ist Spielverderber
Bei der Bundesliga-Premiere von Thioune war der Freiburger Niklas Beste (13.) mit einem schönen Schlenzer zum 1:0 der Spielverderber. Dabei agierte Werder lange in Überzahl, nachdem Johan Manzambi in der 52. Minute nach einem üblen Foul mit Rot vom Platz musste.
Für den 1. FC Heidenheim wird die Lage unterdessen immer prekärer. Nach den HSV-Treffern von Ransford-Yeboah Königsdörffer (45.+3) und Rayan Philippe (78.) hat das Schlusslicht bereits sechs Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz 16. Auch auf den Tabellen-17. FC St. Pauli fehlen schon vier Punkte, weil die Hamburger durch Treffer von Manolis Saliakas (35.) und Danel Sinani (55.) per Elfmeter gegen Stuttgart gewinnen konnten. Der Anschlusstreffer durch Jamie Lewelling (90.) kam für den VfB zu spät.