Rüdiger verteidigt seine Härte – «Teil meiner DNA»

Rüdiger verteidigt seine Härte – «Teil meiner DNA»

Frankfurt (dpa) – Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger hat seine bisweilen umstrittene Spielweise verteidigt und dabei auch Selbstkritik geübt. «Ich will kein Unruheherd sein, sondern Stabilität und Sicherheit geben. Die Diskussion zeigt mir noch einmal, dass ich eine Verantwortung habe, der ich in manchen Momenten nicht gerecht geworden bin», sagte der Innenverteidiger der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Manche seiner Szenen seien «deutlich drüber» gewesen.

Zuletzt hatte es Anfang März beim 0:1 seines Clubs Real Madrid gegen den FC Getafe eine strittige Aktion gegeben. Rüdiger traf den am Boden liegenden Getafe-Profi Diego Rico im Gesicht. Dieser beklagte, Rüdiger hätte absichtlich gehandelt und ihn schwer verletzen können. Vom Schiedsrichter wurde die Szene nicht geahndet. Rüdiger sagte später, Rico hätte ein wenig übertrieben.

Rüdiger will «kein netter Begleiter sein»

Der Berliner erklärte zudem seine Spielweise. «Ein harter Verteidiger zu sein, ist Teil meiner DNA. Wenn du auf diesem Niveau ein Eins-gegen-eins-Spezialist sein willst, darfst du kein netter Begleiter sein», sagte der 33-Jährige. «Wenn ich diese Intensität und diese Hingabe, dieses Spiel an der Grenze weglasse, bin ich nur noch die Hälfte wert. Diese „Kante“ ist genau das, was mich zu Real Madrid gebracht hat.»

In seinem Umgang mit dem Gegner sei vieles Kopfsache. Rüdiger bereitet sich auf seine Gegenspieler mit Videoanalysen vor und wisse, «bei wem ich mit physischer Präsenz früh ein Zeichen setzen muss.» Dabei sei er kein Sicherheitsrisiko für seine Mannschaften: «Neun Jahre ohne Rote Karte auf dem Platz stehend, kommen nicht von ungefähr.»

In der Nationalmannschaft ist Rüdiger im Verteidiger-Ranking hinter Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck nur noch dritte Wahl. Will Deutschland im Sommer in den USA Weltmeister werden, so könnte man Rüdiger interpretieren, müsse die Mannschaft mehr spielen wie er. «Wir müssen wieder dahin kommen, dass es maximal unangenehm ist, gegen Deutschland zu spielen», sagte der Abwehrspieler. «Wir müssen als Einheit so unangenehm zu bespielen sein, dass der Gegner schon im Tunnel keinen Bock mehr hat.»

Bundestrainer, RB, Real: Klopp schimpft über Gerüchte

Bundestrainer, RB, Real: Klopp schimpft über Gerüchte

Ismaning (dpa) – Jürgen Klopp hat mit Spekulationen über ein vorzeitiges Ende bei RB und eine schnelle Rückkehr als Trainer aufgeräumt. Der derzeitige Fußball-Chef von Red Bull sagte bei der Vorstellung als Telekom-Experte für die Weltmeisterschaft, dass ein Engagement als Bundestrainer derzeit kein Thema für ihn sei. «Im Moment denke ich da natürlich gar nicht drüber nach, es gibt zum Glück auch keinen Grund dafür.» 

Der 58-Jährige war in Ismaning bei München nach einem Szenario gefragt worden, wonach DFB-Coach Julian Nagelsmann bei einer enttäuschenden WM im Sommer die Auswahl verlassen könnte.

Dass er grundsätzlich aber nochmal aktiv an die Seitenlinie zurückkehren könnte, ließ er deutlich offen. «Ich bin für das Leben in meinem Alter schon durchaus fortgeschritten, aber als Trainer auch nicht völlig und ganz am Ende. Ich habe das Rentenalter noch nicht erreicht», sagte er. «Wer weiß, was da noch kommt in den nächsten Jahren. Aber geplant ist diesbezüglich gar nichts.»

Klares Statement zu Red-Bull-Gerüchten

Zuletzt hatte es zudem Berichte gegeben, wonach der langjährige Mainz-, Dortmund- und Liverpool-Trainer Red Bull schon im Sommer verlassen könnte. Klopp betonte, dass Leute, die das behaupten, keine Ahnung von Fußball hätten. «Ich gedenke nicht, in den Sack zu hauen», stellte er klar.

Klopp ist bei dem Konzern mit mehreren Vereinen – darunter Bundesligist RB Leipzig – seit 1. Januar 2025 Head of Global Soccer. Sein Vertrag läuft noch bis 2029. Er verwies auf Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, der zu den Gerüchten bereits mitgeteilt hatte: «Das ist völliger Schwachsinn und komplett aus der Luft gegriffen. Im Gegenteil: Wir sind extrem zufrieden mit der Arbeit von Jürgen Klopp.»

Und was ist mit Real Madrid?

In dem Zusammenhang gab es auch Spekulationen, wonach Real Madrid an dem deutschen Coach interessiert sei. «Das haben die gleichen Deppen geschrieben», meinte dieser. «Das ist alles nur Blödsinn. Die haben mich nicht ein mal angerufen, nicht ein einziges Mal. Und meinen Berater auch nicht.»

Wegen Rüdiger und Sané: Basler kritisiert Nagelsmann scharf

Wegen Rüdiger und Sané: Basler kritisiert Nagelsmann scharf

München (dpa) – Der frühere Nationalspieler Mario Basler hat Bundestrainer Julian Nagelsmann und den Deutschen Fußball-Bund scharf kritisiert. «Julian Nagelsmann kann man ja mittlerweile nichts mehr glauben; nach dem, was er ja alles von sich gegeben hat, dass er nur noch auf Spieler setzt, die zusammengehören», sagte Basler in der Bayern-1-Sendung «Heute im Stadion».

Rüdiger? Sané? Das ärgert Basler

Die Nominierungen von Antonio Rüdiger (33) und Leroy Sané (30) für die Länderspiele gegen die Schweiz und Ghana stoßen bei Basler bitter auf. «Er hat sich bei mir völlig unglaubwürdig gemacht, weil er einfach einen Rüdiger wieder einlädt, der auf Bewährung gespielt hat. Einen Sané, der bei einem Zweitliga-Verein Galatasaray spielt und in der Champions League nicht mehr auf dem Platz steht, dass solche Spieler noch eingeladen werden», sagte der 57-Jährige laut BR bei der Sendung.

Innenverteidiger Rüdiger von Real Madrid war in der Vergangenheit wiederholt mit Verfehlungen aufgefallen. In seinem Club scheint das Thema aber längst erledigt. «Ich für meinen Teil würde Rüdiger eine Statue errichten und sie im Garten aufstellen», schwärmte Real-Trainer Álvaro Arbeloa kürzlich. Rüdiger sei ein Vorbild, an dem sich junge Spieler orientieren könnten. 

Sanés bisherige Bilanz bei Galatasaray

Sané wechselte im vergangenen Sommer vom FC Bayern München zum türkischen Meister Galatasaray Istanbul. Er kam in dieser Saison in zehn von zwölf möglichen Champions-League-Partien zum Einsatz, blieb dabei aber torlos und lieferte zwei Vorlagen. In der Liga durfte der Offensivspieler 21 Mal ran, traf sechsmal und gab vier Assists.

Insgesamt kritisierte Basler den DFB. «Ich finde, die treten diese Werte, die sie irgendwann einmal vorgegeben haben, gerade mit Füßen, wenn man einen Spieler wie Rüdiger wieder einlädt. Ich finde es eine absolute Schweinerei», sagte Basler.

Auch für sich zog er eine Konsequenz. «Ich glaube auch dem DFB nichts mehr. Ich habe auch meine Mitgliedschaft für die Fußball-Lehrer-Lizenz gekündigt. Die bekommen von mir nicht einen Euro mehr. Für mich ist der DFB erledigt», sagte Basler, der einst selbst wegen Eskapaden für Schlagzeilen während seiner Karriere gesorgt hatte.

Basler mit Prognose zur Nagelsmann-Zukunft

Basler gab zudem eine Prognose für die Zukunft des Bundestrainers ab. «Wenn ich so die Interviews von Nagelsmann gehört habe, vermute ich mal, dass er nach der WM zurücktritt», sagte der 30-malige Nationalspieler. Nagelsmanns Vertrag läuft bis ins Jahr 2028.

Große Erwartungen an ein gutes WM-Abschneiden der Nationalmannschaft beim Turnier in den USA, Kanada und Mexiko hat Basler nicht. «Ich würde mich ja schon mal freuen, wenn wir vielleicht mal wieder ein Viertelfinale erreichen würden. Die Mannschaft hat es drauf, wenn alle Spieler fit sind», sagte der langjährige Bundesliga-Profi. «Aber mit dem Kader, Sané, Rüdiger, würde ich mich wundern.»

«Vollstes Vertrauen» in Wagner: Dauerlösung beim 1. FC Köln?

«Vollstes Vertrauen» in Wagner: Dauerlösung beim 1. FC Köln?

Köln (dpa) – René Wagner kann beim 1. FC Köln nach der Trennung von Cheftrainer Lukas Kwasniok von der Interims- zur Dauerlösung werden. Sollte der bisherige Co-Trainer die Rheinländer vor dem direkten Wiederabstieg bewahren, ist auch eine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus nicht ausgeschlossen. «Wenn ich den Gedanken nicht hätte, hätten wir auch so nicht entschieden», sagte Kölns Sportchef Thomas Kessler zur Beförderung Wagners.

Der Tabellen-15. hatte sich am Sonntag von Kwasniok, den Kessler erst im Sommer nach dem Aufstieg verpflichtet hatte, getrennt. «Es steht über allem, dass wir Klasse halten. Deshalb ist meine Entscheidung so ausgefallen», sagte Kessler, dem das 3:3 im Rheinderby am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach zu wenig war. Aktuell stehen die Kölner zwei Zähler über dem Relegationsrang. «Wir wollen alles dafür tun, um in der Bundesliga zu bleiben», sagte Kessler. 

Reutershahn neuer Co-Trainer

Wagner soll demnach nicht nur am 5. April bei Eintracht Frankfurt auf der Bank der Kölner sitzen. «Wir haben vollstes Vertrauen in René. Ich bin von seiner fachlichen Expertise maximal überzeugt. Er ist ein sehr smarter Mensch», sagte Kessler. Der 37-Jährige, der bereits unter Steffen Baumgart beim FC als Co-Trainer gearbeitet hatte, bekommt in Armin Reutershahn (66) einen erfahrenen Assistenten an die Seite gestellt. «Die Mannschaft hat die Qualität, um die Saisonziele zu erreichen», urteilte Kessler.

Nagelsmanns Rollenspiele durchkreuzt: Stiller als Profiteur

Nagelsmanns Rollenspiele durchkreuzt: Stiller als Profiteur

Herzogenaurach (dpa) – Dieses Begrüßungs-Szenario zum Start ins WM-Jahr hatte Julian Nagelsmann wahrlich nicht geplant. Der Bundestrainer konnte im sonnigen Franken nicht die fest für den Turniersommer eingeplanten Mittelfeld-Asse Aleksandar Pavlović und Felix Nmecha in Empfang nehmen, sondern die nachnominierten Stuttgarter Angelo Stiller und Chris Führich. Das VfB-Duo hatte Nagelsmann eigentlich nicht in seinen Rollenspielen vorgesehen.

Doch die Fußball-Realität mit Verletzungen und Absagen, die immer wieder einen Plan B erfordert, holte Nagelsmann im Stammquartier in Herzogenaurach schon vor den Werbeaufnahmen für DFB-Sponsoren und dem ersten Training vor den Länderspielen am Freitag (20.45 Uhr/RTL) in Basel gegen die Schweiz und drei Tage später in Stuttgart gegen Ghana ein. 

«Wenn alle gesund sind, ist der Grundkader relativ gefestigt», hatte Nagelsmann noch vier Tage zuvor bei der Präsentation seines 26-Mann-Aufgebotes in Frankfurt verkündet. Da schmerzte erstmal nur der weitere Verzicht auf ein Comeback von Offensiv-Zauberer Jamal Musiala. 

Das Knie: Nmecha fällt «mehrere Wochen» aus

Einspielen, Gewinnen, WM-Vorfreude schüren – das war der Plan für diese Woche. Doch der wurde 83 Tage vor dem ersten WM-Gruppenspiel gegen Außenseiter Curaçao in Houston durchkreuzt. Startelf-Kandidat Pavlovic sagte wie erwartet wegen Hüftbeschwerden ab; der FC Bayern und die Anfang April anstehenden Champions-League-Duelle mit Real Madrid haben Vorrang. 

Überraschender war die Nachricht aus Dortmund, dass auch Nmecha ausfällt. Der 25-Jährige hat sich beim Heimsieg des BVB gegen den HSV eine Außenbandverletzung im Knie zugezogen und fällt «mehrere Wochen» aus. 

Es könnte bei Nmecha, den Nagelsmann ebenso wie Pavlovic extrem schätzt, im WM-Countdown eng werden mit der benötigen Belastungsfähigkeit und der sportlichen Topform bis zum Start der Turnier-Vorbereitung Ende Mai. 

Vom Doppel-Ausfall im zentralen Mittelfeld profitiert plötzlich ein Härtefall in Nagelsmanns Personaltableau: Angelo Stiller. Der 24-Jährige ist fußballerisch über jeden Zweifel erhaben. Er ist der Denker und Lenker im Stuttgarter Team, was er erst am Sonntagabend beim furiosen 5:2 des VfB beim FC Augsburg nachweisen konnte. Problem: In Nagelsmanns Rollenprofile passt er nicht. 

«Wenn man von Angelo Stiller spricht, ist er ein guter Fußballer mit extrem viel Potenzial, mit einer schon sehr konstanten Leistung», erklärte Nagelsmann bei der Kader-Präsentation. Dann folgte das große Aber: «Er hat bei uns den Konkurrenten mit Pavlo, den ich einfach noch einen Tick vorne dran sehe. Und ich sehe Angelo nicht in der ersten Elf.» Backup aber sei nicht Stillers Ding.

Darum habe er mit seinem Trainerstab entschieden, «die Kaderplätze dahinter anders zu besetzen», sagte der Bundestrainer; mit Routinier Pascal Groß (Brighton) und Rückkehrer Anton Stach (Leeds United). Jetzt sitzt Stiller doch wieder mit im WM-Zug, ebenso wie sein formstarker VfB-Kollege Führich, den Nagelsmann schon vorher «in der Verlosung» hatte, wie er versicherte.

Stiller: Der Bundestrainer macht den Kader

Stiller hatte in Augsburg noch den Ahnungslosen gespielt, was seine Nachnominierung betraf. «Ich war noch nicht am Handy», sprach er in die TV-Kamera. Kritische Worte zur ersten Kaderzusammenstellung Nagelsmanns kamen ihm nicht über die Lippen. «Wenn der Nationaltrainer eine Begründung hat, dann wird sie immer stimmen», sagte er: «Er hat einen Plan. Er weiß, wie er spielen will. So macht er den Kader, so stellt er auf», sagte der fünfmalige Nationalspieler. Auch wenn das «schade für mich ist». 

Schlagartig könnte sich Stillers Position verändert haben. Auch Nagelsmann muss konstatieren, dass Plan B auch beim Turnier jederzeit durch Blessuren oder Sperren eintreten könnte. «Wir haben einen großen Pool von Spielern als Stamm dabei, der sich weiter festigen und aneinander gewöhnen soll», lautete das übergeordnete Wochenprogramm. Das muss er nun modifizieren. 

Ein weiterer Stuttgarter Profi bezog übrigens mit besonders breiter Brust sein Zimmer in den kleinen Holzhäusern des Homeground in Herzogenaurach: Deniz Undav. 

Der Angreifer imponierte in Augsburg als zweifacher Torschütze. Die Top-Quote von nun 18 Saisontoren in der Bundesliga konnte auch Nagelsmann nicht länger ignorieren. «Wenn ich spiele, versuche ich zu glänzen und zu treffen», kündigte Undav an. 

Undavs Tore-Statement und eine Ansage

Sein sechstes und bisher letztes Länderspiel liegt fast zehn Monate zurück. «Es sind sehr wichtige Spiele. Es sind nicht nur Freundschaftsspiele», sagte der 29-Jährige zu den Partien gegen zwei WM-Teilnehmer. Undav sprach wohl auch für seine Vereins-Kollegen Stiller und Führich, als er sagte: «Wir müssen uns anbieten, dem Bundestrainer zeigen, dass wir bei der WM dabei sein wollen. Es ist der letzte Grundstein, der gelegt werden kann.» 

Mitte Mai benennt der Bundestrainer den 26-köpfigen WM-Kader. «Jeder, der hier da ist, wird Gas geben – ich persönlich auch», verkündete Undav entschlossen.

Nicht bei Nagelsmann: Das soll El Mala bei der U21 zeigen

Nicht bei Nagelsmann: Das soll El Mala bei der U21 zeigen

Wolfsburg (dpa) – Nach turbulenten Tagen beim 1. FC Köln soll Said El Mala der deutschen U21-Nationalmannschaft bei entscheidenden Aufgaben im Kampf ums EM-Ticket helfen. «Er ist für die U21 sehr wertvoll», sagte Nationaltrainer Antonio Di Salvo. Der Kölner Offensivspieler, der sich nach der Trennung des FC von Lukas Kwasniok auf einen neuen Club-Coach einstellen muss, wird in den kommenden EM-Qualifikationsspielen in der Startformation erwartet. 

Für die A-Nationalmannschaft war der 19-Jährige nicht nominiert worden. Er bleibt aber wie der diesmal zum Aufgebot von Bundestrainer Julian Nagelsmann zählende Lennart Karl (FC Bayern) trotzdem ein WM-Kandidat.

Bischof wieder Kapitän

El Mala habe «Aufs und Abs» gehabt, sagte Di Salvo, «aber trotzdem eine gute Quote». Als Kapitän für die Aufgaben am Freitag (18.00 Uhr/ProSieben Maxx) in Braunschweig gegen Nordirland und vier Tage später bei Tabellenführer Griechenland wird Tom Bischof vom FC Bayern München die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes anführen. «Er hat das hervorragend gemacht», sagte Di Salvo mit Blick auf die vergangenen Spiele des 20-Jährigen als Kapitän. Bischof habe «richtig Bock auf die Spiele» und wolle vorangehen.

Verzichten muss Di Salvo wegen Verletzungen kurzfristig auf Nnamdi Collins (Eintracht Frankfurt) und Noel Aseko (Hannover 96). Mika Baur vom SC Paderborn wurde nachnominiert, ob noch ein weiterer Profi zum Aufgebot stößt, ließ der U21-Nationaltrainer offen.

Deutsche Mannschaft unter Druck

Nach fünf Spieltagen in der EM-Qualifikation ist die DFB-Auswahl mit 12 Punkten Tabellenzweiter hinter Griechenland (15 Punkte) und vor Nordirland (7 Punkte). Für die Endrunde im nächsten Jahr in Albanien und Serbien qualifizieren sich neben den beiden Gastgebern die neun Gruppensieger sowie der beste Gruppenzweite. Die acht verbleibenden Gruppenzweiten bestreiten Playoffs, um die letzten vier Endrundenteilnehmer zu ermitteln.

In der Hinrunde kassierte die deutsche Auswahl gegen Griechenland eine bittere 2:3-Niederlage, das Spiel in Nordirland wurde beim 2:1 erst in der Schlussphase gedreht. Damals sei man noch in der «Findungsphase» des Teams gewesen und habe zudem zahlreiche Ausfälle zu verkraften gehabt, sagte Di Salvo. «Ich glaube, dass wir jetzt auf jeden Fall weiter sind.»

Popp-Ausfall und Zäsur: Wie geht’s in Wolfsburg weiter?

Popp-Ausfall und Zäsur: Wie geht’s in Wolfsburg weiter?

Wolfsburg (dpa) – Für Alexandra Popp könnte ihre lange Champions-League-Karriere ohne Abschiedsspiel enden. Wenn sich der VfL Wolfsburg im Viertelfinale nicht gegen Rekordsieger Olympique Lyon durchsetzt, dann war’s das wohl für die frühere DFB-Kapitänin und künftige Spielerin von Borussia Dortmund mit der Königsklasse. Denn die 34-Jährige fällt mit einer muskulären Wadenverletzung «einige Wochen aus», wie der VfL bestätigte. Als ob die Fußballerinnen beim VW-Club – vor allem perspektivisch – nicht genug Sorgen hätten. 

Hin- und Rückspiel gegen Lyon ohne Popp 

Damit fehlt Popp nicht nur im Hinspiel der VfL-Frauen gegen die Französinnen am Dienstag (18.45 Uhr/Disney+) in der Volkswagen-Arena, sondern auch im Rückspiel am 2. April. Deutschlands dreifache «Fußballerin des Jahres» mit 112 Champions-League-Einsätzen, die im Sommer zum derzeitigen Regionalligisten BVB wechselt, hatte sich die Blessur bei Wolfsburgs 1:0-Sieg bei der TSG Hoffenheim zugezogen. 

«Lyon ist einer der Top-Favoriten auf den Titel», sagte VfL-Trainer Stephan Lerch vor der Partie gegen den Tabellenführer der Première Ligue mit der Ex-Wolfsburgerin Jule Brand. «Aber wir können nur gewinnen, wir können nur unser Bestes auf dem Platz lassen, alles geben, einen großen Kampf zeigen.» 

Wie würde sich ein Abstieg der VfL-Männer auswirken?

Nach dem Hoffenheim-Spiel verfolgten Popp und Co. auf der Fahrt zum Flugplatz Speyer/Ludwigshafen die Übertragung der VfL-Männer in der Bundesliga gegen Werder Bremen (0:1). Deren möglicher Abstieg könnte auch Auswirkungen auf die Frauen haben – auch wenn die davon im Moment nicht ausgehen. 

«Der VfL Wolfsburg hat große Bindungskraft für die Menschen in Stadt und Region. Der Verein ist fester Teil von Volkswagen – wir stehen hinter dem sportlichen Engagement», hatte VW-Konzernchef und VfL-Aufsichtsrat Oliver Blume in einem Interview der «Wolfsburger Allgemeinen Zeitung» gesagt.

VfL am Tropf von VW

Die VfL Wolfsburg Fußball GmbH gehört Volkswagen zu 100 Prozent. Der Konzern unterstützt die Profifußball-Gesellschaft, zu der auch das Frauen-Team gehört, mit mehr als 70 Millionen Euro pro Jahr. Dem WAZ-Bericht zufolge würde der kriselnde Autokonzern diese Summe im Fall eines Abstiegs anpassen.

Bei den Frauen, die 2013 und 2014 in der Königsklasse triumphierten und national inzwischen vom FC Bayern überholt worden sind, steht nach dieser Saison ohnehin ein Umbruch an. Der Abgang von Manager Ralf Kellermann (ebenfalls nach Dortmund) nach 21 Jahren ist eine riesige Zäsur für den siebenfachen deutscher Meister. Die VfL-Fußballerinnen verlieren mit ihm und Popp ihre zwei bekanntesten Gesichter. Zudem musste im Zuge des Absturzes bei den Männern Sport-Geschäftsführer Peter Christiansen gehen. 

Beerensteyn und Endemann auf dem Absprung 

Und das Team ohne Popp? In Nationalstürmerin Giovanna Hoffmann wurde eine potenzielle Nachfolgerin verpflichtet, die Leipzigerin kuriert allerdings noch einen Kreuzbandriss aus. Die erfahrene Svenja Huth hat ihren Vertrag um ein Jahr verlängert, DFB-Auswahlspielerin Camilla Küver soll folgen. Doch Torjägerin Lineth Beerensteyn und Vivien Endemann, die zuletzt ein starkes Comeback im Nationalteam gab, stehen beim DFB-Pokal-Halbfinalisten nach Medienberichten vor dem Absprung.   

Immerhin können die Wolfsburgerinnen mit einer Champions-League-Teilnahme auch für die kommende Spielzeit werben. Diese ist dem Bundesliga-Zweiten kaum noch zu nehmen. «Enorm wichtig» (Lerch) sei diese Planungssicherheit.  

Popp: «Wir haben noch etwas vor diese Saison»

Kellermann hat bereits kommuniziert, dass er «nicht die komplette Verantwortung für den Kader der nächsten Saison übernehmen kann und werde». Von den vielen Baustellen will sich das Team vor der schwierigen Herausforderung gegen Lyon nicht beeinträchtigen lassen. 

Die Schlagzeile und das, «was natürlich außen herum gemacht wird, sind um einiges größer, als es intern bei uns aktuell der Fall ist», versicherte Nationalspielerin Janina Minge. Und Popp hatte schon bei ihrer Abschiedsverkündung betont: «Wir haben noch etwas vor diese Saison, also lasst uns die letzten Monate zusammen genießen.»

Nagelsmann holt Stuttgart-Duo für Pavlovic und Nmecha

Nagelsmann holt Stuttgart-Duo für Pavlovic und Nmecha

Herzogenaurach (dpa) – Julian Nagelsmann muss vor den WM-Testspielen in der Schweiz und gegen Ghana einen Doppelausfall im zentralen Mittelfeld verkraften. Nach dem Münchner Aleksandar Pavlovic sagte auch der Dortmunder Felix Nmecha für die Partien am Freitag in Basel und kommenden Montag in Stuttgart ab. Der Bundestrainer reagierte auf die Verletzungen mit der Nachnominierung der Stuttgarter Angelo Stiller und Chris Führich für seinen 26 Spieler umfassenden Kader der Fußball-Nationalmannschaft. 

Nmecha mit wochenlanger Pause

Bayern-Profi Pavlovic bleibt wegen Hüftbeschwerden in München. Der Dortmunder Nmecha zog sich eine Außenbandverletzung im Knie zu und wird nach Mitteilung des BVB mehrere Wochen pausieren müssen. Pavlovic war vom Bundestrainer als Startelfspieler für die defensive Sechserposition eingeplant, Nmecha konkurriert mit dem Münchner Leon Goretzka um den offensiveren Part im zentralen Mittelfeld. 

Mit der Nachnominierung von Stiller muss Nagelsmann seine Pläne früh modifizieren. Den Stuttgarter hatte er nicht in seinem Kader berücksichtigt und dies damit begründet, dass er den 24-Jährigen nicht «in der Startelf» sehe und dieser für die Rolle als Kader-Backup von Pavlovic nicht geeignet sei. 

«Wenn der Nationaltrainer eine Begründung hat, dann wird sie immer stimmen», sagte Stiller nach dem 5:2 des VfB am Sonntag beim FC Augsburg dazu. «Er hat einen Plan. Er weiß, wie er spielen will. Er hat seine Idee. So macht er den Kader, so stellt er auf», sagte Stiller, der nun sogar eine Startelf-Option ist. In den DFB-Rückkehrern Pascal Groß und Anton Stach hat der Bundestrainer noch zwei weitere eher defensiv orientierte Sechser im aktuellen Kader. 

Auch Führich kehrt nach längerer Abwesenheit in die DFB-Auswahl zurück. Der 28-Jährige, der bei der Heim-EM 2024 zum Aufgebot gehörte, ist eher ein offensiver Flügelspieler. Bei der Nominierung des Kaders am Donnerstag hatte Nagelsmann bereits erwähnt, dass Führich «in der Verlosung» sei und in Stuttgart wieder eine «sehr, sehr gute Rolle» spiele. 

Der Bundestrainer versammelt sein Aufgebot an diesem Montag im Teamquartier in Herzogenaurach. Am Donnerstag reist der DFB-Tross nach Basel, wo am Freitag (20.45 Uhr/RTL) das erste Länderspiel im WM-Jahr stattfindet. Anschließend geht es weiter nach Stuttgart für das Duell mit Ghana.