2:2 nach 0:2: Wolfsburg holt Remis gegen Juventus

2:2 nach 0:2: Wolfsburg holt Remis gegen Juventus

Wolfsburg (dpa) – Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben in der Champions League große Moral gezeigt. Im Playoff-Hinspiel gegen den italienischen Meister Juventus Turin machte der Tabellenzweite der Bundesliga aus einem 0:2-Rückstand noch ein 2:2 (0:1)-Unentschieden.

Der Ausgleich durch Sarai Linder fiel erst in der fünften Minute der Nachspielzeit. Die Entscheidung fällt in der zweiten Partie am kommenden Donnerstag in Turin. Die Siegerinnen qualifizieren sich für das Viertelfinale.

Vor 2.452 Zuschauern ging Juventus bereits in der 7. Minute durch die Portugiesin Ana Capeta in Führung. Die Dänin Amalie Vangsgaard erhöhte in der zweiten Halbzeit auf 2:0 (61.). Janina Minge brachte die Wölfinnen per Handelfmeter noch einmal heran (82.). Nach Linders sehenswertem Ausgleich pfiff die Schiedsrichterin das Spiel ab.

Wolfsburg ohne Spielrhythmus

Der größte Unterschied zwischen beiden Teams ist der Spielrhythmus. Juventus bestritt im AOK-Stadion bereits die siebte Partie seit dem Jahreswechsel. Bei den Wolfsburgerinnen waren zuvor zwei von drei Spielen wegen des Winterwetters ausgefallen.

Entsprechend schwer tat sich der VfL. Die beste Chance der ersten Halbzeit war eine verunglückte Flanke von Svenja Huth, bei der der Ball auf die Torlatte fiel (16.).

Nach der Pause hatte Nationalspielerin Minge zunächst die gute Schusschance zum 1:1 (60.). Im Gegenzug fälschte VfL-Verteidigerin Caitlin Dijkstra einen Schuss von Vangsgaard unglücklich zum 0:2 ab.

In der Schlussphase half zunächst der Videoschiedsrichter dem VfL: Er erkannte nach einem Eckball ein Handspiel im Turiner Strafraum. Am Ende drängten die Wolfsburgerinnen mit Erfolg auf den Ausgleich.

«Schon wieder»: Nagelsmann freut sich auf Holland-Kracher

«Schon wieder»: Nagelsmann freut sich auf Holland-Kracher

Brüssel (dpa) – Mit schnellen Schritten eilte Julian Nagelsmann in die Expo-Halle 3 in Brüssel. Auf der großen Videoleinwand flimmerten schon die Bilder von den letzten Spielen in der Nations League. Der Bundestrainer kam aber natürlich noch rechtzeitig für das nächste Holland-Los. Die Fußball-Nationalmannschaft trifft in dem UEFA-Wettbewerb dank des glücklichen Händchens von Portugals Ex-Star Pepe nach der WM erneut auf Oranje. 

«Schon wieder», sagte Nagelsmann nach der Auslosung und schlug dem niederländischen Trainer Ronald Koeman lachend auf die Schulter. «Wir sind es schon gewohnt, aber es ist ja auch ein geschichtsträchtiges, ein besonderes Spiel», sagte der 38-Jährige. Die weiteren Kontrahenten in der Gruppe 2 der Liga A für die DFB-Elf sind Serbien und Griechenland. Nagelsmann freut sich da auf «sehr reizvolle Auswärtsspiele» mit «besonderer Stimmung». 

Oranje als Dauergegner

In der letzten Ausgabe der Nations League wurde Oranje im Oktober 2024 in München mit 1:0 besiegt, in Amsterdam gab es zuvor ein 2:2. Gegen Griechenland hatte die DFB-Elf unter Nagelsmann kurz vor der Heim-EM 2024 einen 2:1-Testspielsieg gefeiert. 

Gegen Serbien kommt es für den Bundestrainer, der sich nun aber erstmal wieder ganz der WM-Vorbereitung widmen will, zu einer Premiere. Das letzte Duell war 2019 ein 1:1 im Test in Wolfsburg. 

Los geht es für Nagelsmann in der Nations League nach der WM dann gleich mit einer Neuerung im internationalen Terminkalender. Die ersten vier Spiele finden en bloc zwischen dem 24. September und 6. Oktober im Drei- bis Viertage-Rhythmus statt. Das bringt ein kleines Turniergefühl im frühen Herbst. Abgeschlossen wird die Gruppenphase mit den weiteren beiden Partien zwischen dem 12. und 17. November. 

Spielplan kommt am Freitag

Die genaue Spielreihenfolge wird der Bundestrainer aber erst am Freitag erfahren. Die UEFA benötigt wie jüngst die FIFA nach der WM-Auslosung in Washington eine Nacht, um den Terminkalender zu fixieren. Koordiniert werden müssen alle Spieltermine auch für die unterklassigen Ligen B bis D. Wo die drei deutschen Heimspiele stattfinden, wird der DFB noch später festlegen. 

Geht es nach Nagelsmann, folgt bestmöglich als Gruppensieger im März das Viertelfinale gegen einen Gruppenzweiten und dann vom 9. bis 13. Juni das Final Four, bei dem der nächste Sieger der Nations League gekürt wird. Bei der letzten Ausgabe landete die DFB-Elf nach Niederlagen gegen Portugal (1:2) und Frankreich (0:2) nur auf Platz vier. 

Sieger wird im Juni 2027 ermittelt

Ein Erfolg in der Nations League bringt auch wieder Vorteile auf dem Weg zum nächsten großen Turnier – der EM 2028. Eine kleinere Qualifikationsgruppe wartet auf die Top 4 des Kontinents. Als Gruppensieger könnte man auch wieder einen Freiplatz für die EM-Playoffs bekommen. Details hat die UEFA hierzu aber noch nicht festgelegt. 

Die Nations League hat sich nach anfänglicher Kritik als geschätzter Wettbewerb etabliert. «Die Duelle mit den europäischen Top‑Nationen sind in der Zeit zwischen den großen Turnieren sehr reizvoll – für unsere Fans und für unsere Spieler, die sich immer mit den Besten messen wollen», sagte Nagelsmann vor der Auslosung.

Gladbachs Sturmflaute: «Brauchen Spieler, die Tore schießen»

Gladbachs Sturmflaute: «Brauchen Spieler, die Tore schießen»

Mönchengladbach (dpa) – Fußball-Bundesligist Borussia Mönchengladbach will im Spiel bei Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr, Sky) seine Negativserie von fünf Spielen ohne Sieg beenden. Mit drei Unentschieden in diesen fünf Spielen sind die Gladbacher in der Tabelle abgerutscht und haben nur noch drei Punkte Vorsprung vor dem Abstiegsrelegationsrang.

Der aus Malmö ausgeliehene Neuzugang Hugo Bolin (22) gilt als Kandidat für die Startelf. Der schwedische Offensivspieler hatte zuletzt beim 1:1 in Leverkusen seine ersten elf Minuten absolviert. «Hugo hat das gewisse Extra, er ist ein Spieler mit großer Qualität», sagt Trainer Eugen Polanski.

Sechs Spieler fallen aus

Mit dem gelbgesperrten Abwehrspieler Kevin Diks, den Angreifern Tim Kleindienst, Robin Hack, Giovanni Reyna und Nathan Ngoumou sowie dem Neuzugang Alejo Sarco (alle verletzt) fehlen den Gladbachern sechs Spieler. Haris Tabakovic, mit zehn Treffern Gladbach erfolgreichster Torschütze, hat in den vergangenen fünf Spielen nur ein Tor beitragen können. «Wir üben im Training Abschlüsse und brauchen Spieler, die Tore schießen», sagt Polanski.

Böse Erinnerungen an das Hinspiel

Das Hinspiel hatte Gladbach im heimischen Borussia-Park 4:6 verloren. Frankfurt hat in dieser Partie Ende September bis zur 72. Minute 6:0 geführt, ehe die Gladbacher noch auf 4:6 verkürzten.

Bayerns Triple-Schritte zum goldenen Mai: «Sind in Position»

Bayerns Triple-Schritte zum goldenen Mai: «Sind in Position»

München (dpa) – Beim Ausblick auf das Pokal-Halbfinale äußerten die Bayern unisono nur einen Wunsch. «Ein Heimspiel wäre wünschenswert», sagte Joshua Kimmich. Und der Gegner? «Es kann kommen, wer will», tönte Teamkollege Aleksandar Pavlovic angesprochen auf die Auswahl aus Titelverteidiger VfB Stuttgart, Bayer Leverkusen und SC Freiburg bei der Auslosung am 22. Februar.

Nein, aufhalten lassen will sich der Rekord-Pokalsieger nach dem keinesfalls spektakulären, aber Bayern-typischen 2:0 (0:0) gegen RB Leipzig am 21./22. April auf dem Weg ins Endspiel (23. Mai) von niemandem mehr. «Es wird wieder Zeit, dass wir nach Berlin kommen», sagte Kapitän Manuel Neuer. 

Eine gefühlte Ewigkeit liegen das letzte Finale und der 20. Pokalsieg zurück, wie Bayern-Chef Jan-Christian Dreesen anschaulich beschrieb. «Wir haben eine große Sehnsucht nach Berlin. Der ganze Club will ins Finale. Das letzte Mal, als wir in Berlin waren, waren keine Zuschauer im Stadion. Es war noch Corona.» 

Wie mit Flick und Heynckes? 

Das Pandemiejahr 2020 war zudem die historische Bayern-Phase, als unter Trainer Hansi Flick sechs Titel eingesammelt wurden, darunter das zweite Triple nach 2013 (mit Jupp Heynckes). Und der Traum vom dritten Triple lebt in dieser Saison unter Vincent Kompany gerade immer mehr auf. «Der Drang ist da, gerade mit der Mannschaft, die wir jetzt haben», bestätigte Neuer. 

Der bald 40 Jahre alte Torwart hat in 15 Jahren beim FC Bayern längst ein Gespür für Triple-Teams entwickelt. «Jeder sieht, dass wir Spaß haben, dass wir zusammen an einem Strang ziehen. Ähnliche Situationen haben wir schon erlebt», sagte der Torwart. Kann er seine große Karriere nochmals krönen?

Auch wenn die entscheidenden Triple-Schritte erst nach einem eher ruhigen Februar mit ungewöhnlich viel Zeit zum Durchschnaufen und Trainieren erst im knackigen Frühjahr kommen, wächst der Glaube an einen goldenen Mai.

Kimmich: Bayern München ist im Moment sehr sexy

«Wir sind in einer wirklich guten Situation, in einer viel besseren als letztes Jahr», sagte Torjäger Harry Kane, der als eiskalter Elfmeterschütze gemeinsam mit dem ebenfalls erneut treffenden Wirbelwind Luis Díaz innerhalb von drei Minuten die Leipziger ein drittes Mal in dieser Saison auf die Bretter schickte.

«Wir sind schon sehr selbstbewusst», sagte Kimmich zur Aussicht auf drei Trophäen: «Wir sind jetzt auf jeden Fall in Position! Wir sind im Pokal-Halbfinale. Wir haben in der Meisterschaft einen soliden Vorsprung. Und in der Champions League sind wir auch sehr solide durch die Gruppenphase gegangen.»

Gier, Hunger, Spaß – alle Erfolgsattribute sind in München zu spüren. Kimmich drückte das in einem Satz aus, als es um Dayot Upamecano ging, auf dessen Vertragsunterschrift alle immer noch warten. «Das Paket Bayern München ist im Moment sehr, sehr sexy», verkündete der 31 Jahre alte DFB-Kapitän.

Geschnürt haben es Trainer Vincent Kompany und Kader-Baumeister Max Eberl. «Wir sind in allen drei Wettbewerben dabei. Und alle drei fängst du an, um sie zu gewinnen», sagte Sportvorstand Eberl – und mahnte zugleich: «Schritt für Schritt. Wenn du dauernd zu weit schaust, kannst du schnell stolpern.»

Das Denken in kleinsten Triple-Schritten zeichnet wiederum Kompany aus. Der Belgier legt das Hauptaugenmerk immer auf das nächste Spiel. Und darauf, den komplett gesunden Kader frisch zu halten und in Topform zu bringen für die entscheidende Saisonphase. «Wir brauchen den gesamten Kader, um jede Trophäe gewinnen zu können», äußerte Kane in bester Kompany-Manier. 

Werners Zorn auf das Schiedsrichter-Team

Am Mittwoch war es kein Glamour-Abend, sondern eher ein Sieg von der Stange. «Unser Auftritt war wirklich professionell», urteilte Kane. «Zweite Halbzeit, ein K.o.-Spiel, wie du es spielen musst. Elfmeter bekommen, 1:0, 2:0, gut zu Ende gespielt», kommentierte Eberl im Telegrammspiel. 

Nationalspieler Jonathan Tah strahlte an seinem 30. Geburtstag und erklärte das Geheimnis hinter den drei Saisonsiegen gegen Leipzig. «Wir merken es immer wieder: Es gibt einen Zeitpunkt im Spiel, da schaffen wir es, sie zu brechen.» 

6:0, 5:1, 2:0 – «zu den Bayern fehlt uns was», sagte RB-Coach Ole Werner. Sein Zorn entlud sich vor allem an einer Szene in der 27. Minute, als ein Foul von Bayerns Josip Stanisic an RB-Angreifer Antonio Nusa kurz vor oder auf der Strafraumlinie von Schiedsrichter Daniel Siebert nicht geahndet wurde. Von einem «absoluten Wahnsinn» sprach Werner erbost: «Für mich braucht man dafür keinen VAR (Videoschiedsrichter). Jeder im Stadion hat das Foul gesehen, außer vier Leute. Wenn ich das nicht als Foul sehe, ist das einfach schlecht.»

BVB will Schlotterbecks Ansage nun «mit Leben füllen»

BVB will Schlotterbecks Ansage nun «mit Leben füllen»

Düsseldorf (dpa) – Im prall gefüllten Terminplan bis Monatsende kann Borussia Dortmund die Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison nähren. Mit der beachtlichen Erfolgsserie von 14 Liga-Spielen ohne Niederlage am Stück und der Aussicht auf die nächste Runde in der Champions League ist die Kampfansage von Nico Schlotterbeck durchaus auch im Sinne seines Cheftrainers. Der Nationalspieler, um dessen Zukunft der BVB buhlt, fehlt zwar wegen einer Gelbsperre im Freitagabendspiel gegen den FSV Mainz 05 (20.30 Uhr/RTL und Sky). Doch der 26-Jährige steht wie kaum ein anderer für das neue Selbstbewusstsein des achtmaligen Meisters.

«Er ist eine absolute Führungspersönlichkeit und nach außen hin der, der kommuniziert, wie er es fühlt und sich wünscht. Ich finde das proaktiv und sehr gut», befand Chefcoach Niko Kovac. «Dem ist auch nichts entgegenzusetzen. Aber natürlich muss man das mit Leben füllen. Das ist auch die Schwierigkeit», sagte der BVB-Trainer vor dem Auftakt eines üppigen Fünferpacks an hochkarätigen Spielen im Februar. 

Nach Mainz gegen Bergamo, Leipzig und München

Nach der Partie gegen die Rheinhessen wartet auf den BVB am nächsten Dienstag das Heimspiel in den Champions-League-Playoffs gegen Atalanta Bergamo. Danach steht die Bundesligapartie bei RB Leipzig an, ehe es zum Rückspiel nach Bergamo geht. Zum Abschluss findet am 28. Februar das Highlight gegen den FC Bayern München statt. 

Für Dortmunds Trainer ist die Partie gegen Mainz die wichtigste, weil sie richtungsweisend ist. «Es hilft uns, wenn wir gewinnen könnten, um dann das Wochenende entspannt Bundesliga-Fußball zu schauen und auf Atalanta, Leipzig und München gut vorbereitet zu sein», sagte Kovac und verwies auf die angenehme Situation der Spielansetzung. «Wir haben die Möglichkeit vorzulegen und wollen die drei Punkte holen», erklärte Coach. Dass Kovac von einem schwierigen Spiel spricht, ist keine Floskel. Der BVB und Mainz sind in der Formtabelle der bisherigen Rückrundenspiele die beiden besten Teams.

Amiri: «Wir sind Angstgegner für große Vereine»

Der Grund dafür ist einfach: Seit der Verpflichtung von Trainer Urs Fischer haben sich die Mainzer von den Abstiegsrängen befreit und sind mit völlig neuem Selbstvertrauen ausgestattet. Der Tabellen-14. rechnet sich auch in Dortmund etwas aus. «Wir sind ein Angstgegner für große Vereine. Die wissen, wir gehen ihnen auf die Nerven. Wir laufen, marschieren, werden nie müde, sind eklig. Wir können Dortmund wehtun und da gewinnen», sagte Nationalspieler Nadiem Amiri vor dem Gastspiel beim Tabellenzweiten. 

Personell muss Kovac umbauen, da Schlotterbeck in der Dreier-Abwehrkette fehlt und Emre Can (Adduktoren) sowie Filippo Mane (Oberschenkel) weiterhin nicht einsatzfähig sind. Marcel Sabitzer und Jan Couto sind noch fraglich, dafür kehrt Karim Adeyemi nach Problemen am Sprunggelenk wieder ins Team zurück.

Nach WM-Wirbel: UEFA-Chef verspricht günstige EM-Tickets

Nach WM-Wirbel: UEFA-Chef verspricht günstige EM-Tickets

Brüssel (dpa) – Mit einem verbalen Seitenhieb Richtung FIFA und deren Präsident Gianni Infantino hat UEFA-Chef Aleksander Ceferin den Fans günstige Tickets bei der nächsten Fußball-Europameisterschaft versprochen. Fußball sei «Identität, es ist keine Industrie, und es ist Gemeinschaft, es ist keine Ware», sagte der Präsident der Europäischen Fußball-Union beim Kongress des Verbandes in Brüssel. 

«Die Überzeugung leitet unsere Entscheidungen. Aus diesem Grund setzt sich die UEFA weiterhin stark für den fan-freundlichen Ticketverkauf ein. Am deutlichsten wird dies bei der Euro 2028, wo faire und transparente Prinzipien und nicht Preis-Algorithmen die Fans an die erste Stelle setzen. Wir werden Familien nicht durch hohe Preise ausschließen und Loyalität nicht in Luxus verwandeln», versicherte Ceferin. 

Die EM in zwei Jahren findet in England, Wales, Schottland und Irland statt. Genaue Ticketpreise nannte der Slowene noch nicht. 

Aufregung um hohe WM-Preise

Zuletzt hatte es massive Kritik an hohen Ticketpreisen bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada in diesem Sommer gegeben. Wie bei Sportereignissen in den USA üblich wurde von der FIFA ein dynamisches Preissystem etabliert, das sich durch Nachfrage reguliert. Nach großer Empörung war nachträglich für die treuesten Anhänger der jeweiligen Teams eine Kategorie mit noch günstigeren Tickets in allerdings begrenzter Anzahl eingeführt worden.

Kongress der Untertöne: Fußball-Bosse umschiffen Konflikte

Kongress der Untertöne: Fußball-Bosse umschiffen Konflikte

Brüssel (dpa) – Der Name Donald Trump fiel auf dem Podium in den leuchtenden Blau- und Silbertönen kein einziges Mal. Und auch um Russland machten Europas Fußball-Bosse bei ihrem Kongress in Brüssel verbal einen großen Bogen. Alle möglichen Konfliktthemen wurden bei der UEFA-Zusammenkunft von Aleksander Ceferin als Chef des Kontinentalverbandes wie von FIFA-Präsident Gianni Infantino als Ehrengast nur in Untertönen gestreift. 

Wer wenige Stunden vor der Auslosung der nächsten Nations-League-Runde einen Dissens zwischen den Fußball-Alphatieren spüren wollte, musste in der Expo-Halle in der belgischen Hauptstadt schon genau hinhören. Lieber feierten sich Ceferin und Co. für den Deal mit Real Madrid vom Vortag, der den jahrelangen Disput um eine Super League beendete. Auch Infantino gratulierte ausdrücklich. 

Eine offen ausgetragene Diskussion um einen WM-Boykott zumindest als Drohkulisse gegen die Politik von US-Präsident Trump oder eine offen kontroverse Debatte um eine mögliche Rückkehr russischer Teams in internationale Wettbewerbe auch ohne Frieden in der Ukraine fand nicht statt. 

Infantino drehte jede mögliche Kritik an seinen engen Banden zu Trump oder dessen in Europa massiv beanstandeter Agenda in einen positiven Sommer-Ausblick um. «Die WM muss und wird ein Symbol für Einheit und Solidarität sein», sagte der FIFA-Präsident in seiner Ansprache.

Das Turnier in den USA, Mexiko und Kanada werde in einer «friedlichen und fröhlichen Atmosphäre stattfinden», versicherte der Schweizer Weltverbandschef vor den europäischen Fußball-Delegierten. 

In seiner Rede erwähnte auch Infantino den Namen Trump nicht. Man lebe in einer «geteilten Welt, einer aggressiven Welt» in der es «viele Dinge gibt, mit denen wir nicht einverstanden sind», sagte der 55-Jährige zwar. Er erwarte aber «eine Party, ein Fest, das die Welt in Frieden und Freude vereint», versicherte Infantino mit Blick auf das Turnier mit 48 Mannschaften vom 11. Juni bis 19. Juli. 

Absage an Boykott-Debatte

Zuletzt waren in Deutschland, aber auch auf der politischen Bühne der Europäischen Union Forderungen nach einem Boykott der WM angesichts der Trump-Politik laut geworden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf hatte diese als unpassend zurückgewiesen. Die europäischen Fußball-Verbände müssten mit gutem Beispiel vorangehen, damit der Fußball seine vereinende Kraft entfalten könne, forderte Infantino. «Ich zähle auf jeden einzelnen von Euch», sagte er.

Keine neuen Aussagen machte Infantino zu einer möglichen Rückkehr russischer Mannschaften zu internationalen Wettbewerben. Zuletzt hatte der FIFA-Chef eine Wiederaufnahme trotz des andauernden Krieges in der Ukraine nicht kategorisch ausgeschlossen. 

UEFA-Präsident Ceferin gilt als Befürworter, zumindest Jugend-Teams aus Russland eine Perspektive zu bieten. Man müsse immer «Lösungen finden, den Ball am Rollen zu halten», sagte Ceferin in Brüssel, ohne explizit auf die russische Situation einzugehen. 

Fest stehe: Man könne Fußball-Verbände und auch Fußballer nicht für die Fehler der Politik bestrafen, meinte der Slowene. Infantinos Aussagen seien aus seiner Sicht etwas aufgebauscht worden. Der Fußball bereitet sich offensichtlich auf eine russische Rückkehr vor, sobald es die politische Situation irgendwie zulässt. 

Seitenhieb zu Ticketpreisen

Ohne verbale Seitenhiebe ging es aber freilich nicht ab. Ceferin versprach den Fans günstige Tickets bei der nächsten Europameisterschaft. Im Gegensatz zur FIFA-Preispolitik für die WM. Fußball sei «Identität, es ist keine Industrie, und es ist Gemeinschaft, es ist keine Ware», sagte Ceferin. 

«Die Überzeugung leitet unsere Entscheidungen. Aus diesem Grund setzt sich die UEFA weiterhin stark für den fan-freundlichen Ticketverkauf ein. Am deutlichsten wird dies bei der Euro 2028, wo faire und transparente Prinzipien und nicht Preis-Algorithmen die Fans an die erste Stelle setzen. Wir werden Familien nicht durch hohe Preise ausschließen und Loyalität nicht in Luxus verwandeln», versicherte Ceferin. 

Zuletzt hatte es massive Kritik an hohen WM-Ticketpreisen gegeben. Wie bei Sportereignissen in den USA üblich wurde von der FIFA ein dynamisches Preissystem etabliert, das sich durch Nachfrage reguliert. Nach großer Empörung war nachträglich für die treuesten Anhänger der jeweiligen Teams eine Kategorie mit noch günstigeren Tickets in allerdings begrenzter Anzahl eingeführt worden.

Neue Kandidatur offen

Die EM in zwei Jahren findet in England, Wales, Schottland und Irland statt. Genaue Ticketpreise nannte Ceferin noch nicht. Ob der Slowene 2028 überhaupt noch UEFA-Chef ist, bleibt ungewiss. Eine Aussage zu einer erneuten Kandidatur beim Kongress am 4. März 2027 in Astana in Kasachstan machte er nicht.

Man United: Ratcliffe sorgt mit Migrationsthema für Empörung

Man United: Ratcliffe sorgt mit Migrationsthema für Empörung

London (dpa) – Manchester Uniteds Mitbesitzer Jim Ratcliffe hat mit als migrationskritisch verstandenen Aussagen in Großbritannien für Aufsehen gesorgt. In einem Interview des Senders Sky News hatte der 73 Jahre alte Multimilliardär gesagt, das Vereinigte Königreich sei von Migranten «kolonisiert» worden, am Donnerstag entschuldigte er sich dafür. Premierminister Keir Starmer bezeichnete die Aussage als «beleidigend und falsch». 

Der Forderung von Starmer auf der Platfform X, Ratcliffe «sollte sich entschuldigen», kam der Vorstandschef des Chemiekonzerns Ineos in einer Stellungnahme nach. Es tue ihm leid, dass seine Wortwahl einige Menschen im Vereinigten Königreich und in Europa vor den Kopf gestoßen und Besorgnis ausgelöst hätten, sagte er Sky News zufolge. Das Thema der «gut gesteuerten Einwanderung» sei ihm dennoch wichtig.

Indes veröffentlichte auch Manchester United eine Stellungnahme rund um die Kontroverse. Der Verein sei stolz darauf, «inklusiv und offen» zu sein, heißt es darin. «Unsere vielfältige Gruppe von Spielern, Mitarbeitern und Fans aus aller Welt spiegelt die Geschichte und das Erbe von Manchester wider; einer Stadt, die jeder sein Zuhause nennen kann.»

Der Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, teilte mit, Ratcliffes ursprünglich Äußerungen «widersprechen allem», wofür Manchester traditionell stehe. Es sei ein Ort, «an dem Menschen aller Hautfarben und Glaubensrichtungen über Jahrhunderte hinweg zusammengehalten haben».

Kritik von Fanclubs

Der Nachrichtenagentur PA zufolge prüft der Fußballverband FA, ob Ratcliffes Aussagen gegen die Statuten verstoßen haben. Deutliche Kritik übten auch verschiedenen Fanorganisationen. «Kommentare aus der Führungsebene des Vereins sollten Inklusion erleichtern und nicht erschweren», schrieb die Gruppe Manchester United Supporters Trust. Der Manchester United Muslim Supporters Club schrieb auf der Plattform Instagram, Ratcliffe verwende eine Wortwahl, «die häufig in rechtsextremen Narrativen verwendet wird».

Ratcliffe hatte in dem Interview ausgeführt, es könne keine funktionierende Wirtschaft geben, wenn Millionen Menschen Sozialleistungen bezögen und eine große Zahl von Migranten in das Land komme. Das koste Geld. «Das Vereinigte Königreich ist doch von Einwanderern kolonisiert worden, oder etwa nicht?», sagte er. Die von Ratcliffe in diesem Zusammenhang genannten Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung im Vereinigten Königreich – er sprach von einem starken Anstieg – wurden von mehreren Medien mit Verweis auf offizielle Statistiken widerlegt.