Salzburg (dpa) – Der österreichische Erstligist RB Salzburg hat sich von seinem deutschen Trainer Thomas Letsch getrennt. Das teilte der Club mit, nachdem der 57-Jährige zuletzt in zwei Ligaspielen eine Niederlage kassiert und ein Remis geholt hatte. RB ist aktuell dank der besseren Tordifferenz Tabellenführer in der Bundesliga vor dem punktgleichen Linzer ASK.
«Wir sind in einer schwierigen Situation zum Club gekommen, und auch wenn nicht alles optimal gelaufen ist, übergeben wir eine intakte Mannschaft mit der großen Chance, beide nationalen Titel zu gewinnen», wurde Letsch zitiert.
Sport-Geschäftsführer von RB: «Neue Impulse erforderlich»
Auch Co-Trainer Kai Hesse wird künftig nicht mehr für Red Bull tätig sein. Der frühere Bochumer Trainer Letsch, der bis August 2024 für knapp anderthalb Jahre im Ruhrgebiet tätig war, übernahm RB zu Beginn des vergangenen Jahres. Doch der Top-Club verpasste als Zweiter den Meistertitel. Zudem erreichte Letsch während seiner 56 Spiele nur einen Punkteschnitt von 1,55.
«Nach sorgfältiger Analyse bin ich zu dem Ergebnis gekommen, dass für den FC Red Bull Salzburg neue Impulse erforderlich sind», sagte Salzburgs Sport-Geschäftsführer Marcus Mann, der vor seiner Tätigkeit in Österreich noch für den Zweitligisten Hannover 96 gearbeitet hatte. Erst seit gut sechs Wochen ist Mann bei RB im Amt.
Istanbul (dpa) – Galatasaray Istanbul mit dem deutschen Fußball-Nationalspieler Leroy Sané hat das erste Playoff-Spiel der diesjährigen Champions-League-Saison für sich entschieden. Der türkische Spitzenclub gewann das Hinspiel gegen Juventus Turin klar mit 5:2 (1:2).
Noa Lang (49./75. Minute), Davinson Sanchez (60.) und der ehemalige Münchner Sacha Boey (86.) drehten mit ihren Treffern nach der Pause die Partie zugunsten des Tabellenführers der türkischen Süper Lig. Der erst zur Halbzeit beim italienischen Rekordmeister eingewechselte Juan Cabal sah zudem die Gelb-Rote Karte (67.). Sané, der zuletzt vier Spiele verletzt verpasst hatte, wurde in der 70. Minute eingewechselt. Ilkay Gündogan kam nicht zum Einsatz.
Juventus bricht nach der Pause auseinander
In der ersten Halbzeit hatte Gabriel Sara (15.) Galatasaray in dessen erstem K.o.-Runden-Spiel seit zwölf Jahren in Führung gebracht. Doch Juventus konnte die Partie durch die ersten beiden Saison- und Champions-League-Tore von Teun Koopmeiners (16./32.) zunächst drehen.
Nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Abwehrchef Bremer (34.) und der taktischen Herausnahme des gelb-rot-gefährdeten Andrea Cambiaso zur Halbzeit brach die Juve-Abwehr nach der Pause auseinander.
Galatasaray geht somit mit einem Drei-Tore-Vorsprung in das Rückspiel am kommenden Mittwoch in Turin.
München (dpa) – Uli Hoeneß hat in einer politischen Abrechnung mehr Arbeit in Deutschland gefordert und seinen größten Alptraum benannt. Im zweiten Teil eines «Bild»-Interviews deutete der 74 Jahre alte Ehrenpräsident des FC Bayern München sogar unter bestimmten Umständen einen möglichen Wegzug aus Deutschland an. Auf die Frage, ob es für ihn der größte Alptraum wäre, in einem Land zu leben, in dem die AfD regiere, antwortete Hoeneß: «Ja. Wir haben seit fast 50 Jahren eine Wohnung in der Schweiz – das wäre für unsere Familie gegebenenfalls eine Alternative.»
Kritik auch an Scholz und Baerbock
Hoeneß nutzte das Interview auch zu deutlicher Kritik an der deutschen Vorgänger-Regierung und der Gewerkschaft Verdi – lobende Worte hat der Unternehmer für den jetzigen Bundeskanzler Friedrich Merz. Der CDU-Chef habe es geschafft, die «katastrophale Außendarstellung Deutschlands der letzten vier Jahre zu drehen», befand Hoeneß: Deutschland trete wieder wie eine Führungskraft in Europa auf und zeige Verantwortung, «das hat Merz mit seiner beeindruckenden Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz nachdrücklich unter Beweis gestellt».
Es sei auch gut, dass nicht mehr Olaf Scholz, sondern Merz beim Besuch des amerikanischen Präsidenten neben Donald Trump und JD Vance im Weißen Haus sitze, meinte Hoeneß mit Blick auf den vorherigen SPD-Bundeskanzler Scholz. Die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock von den Grünen kritisierte Hoeneß scharf bei der Frage, was er von den Forderungen eines Boykotts der Fußball-Weltmeisterschaft in diesem Sommer in den USA, Kanada und Mexiko halte. «Das ist für mich symbolpolitischer Blödsinn», sagte Hoeneß.
Für ihn sei es bezeichnend, «dass Frau Baerbock zu den ersten zählte, die den Sport – wie schon bei Katar – wieder in etwas hineinziehen will, das er nicht lösen kann». Die jetzige Präsidentin der UNO-Generalversammlung hatte am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos dem Sender ntv gesagt: «Es ist egal, ob es um internationale Politik, um Wirtschaft oder um Sport geht. Wenn man nicht eine Grundform von Regeln hat, an die sich alle halten, dann funktioniert einfach eine Fußball-Weltmeisterschaft nicht.»
Baerbock sprach sich allerdings gegen WM-Boykott aus
Etwas später lehnte Baerbock in einem Interview dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einen Boykott allerdings klar ab: «Das würde ja auch Kanada und Mexiko treffen, die ebenso Ausrichter sind.» Sie halte auch darüber hinaus nichts davon, «notwendige politische Debatten auf dem Rücken von Sportlerinnen und Sportler auszutragen, die jahrelang auf eine Meisterschaft hingearbeitet haben», betonte Baerbock.
Hoeneß äußerte in dem Interview indes auch sein Unverständnis über die Gewerkschaft Verdi. «Gerade haben sich Gewerkschaften und Arbeitgeber im Tarifkonflikt um den öffentlichen Dienst geeinigt. Ich finde es völlig okay, dass die Beschäftigten mehr verdienen werden. Überhaupt nicht okay war, dass von Verdi gefordert wurde, die Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden zu reduzieren», sagte Hoeneß: «Die Lösung für Deutschland ist doch nicht, weniger zu arbeiten – sondern mehr! Uns als Gesellschaft geht es jedenfalls nicht besser, wenn ein paar Funktionäre solche wahnsinnigen Ideen in die Welt setzen.» Es stehe außer Frage, «dass wir Deutschen wieder mehr arbeiten müssen», befand Hoeneß.
Piräus (dpa) – Bei der Revanche in der Champions League bei Olympiakos Piräus will Bayer Leverkusens von den Erfahrungen beim griechischen Meister profitieren und die hitzige Atmosphäre im Stadion frühzeitig bremsen. «Mit der eigenen Spielweise und natürlich mit einem eigenen Tor kannst du so eine Stimmung auch ein bisschen unterdrücken. Das versuchen wir, damit es nicht wie beim letzten Mal so ausartet mit der Stimmung», sagte Bayer-Kapitän Robert Andrich vor der Partie am Mittwochabend (21.00 Uhr/DAZN).
Das Karaiskakis-Stadion gilt als eines der stimmungsvollsten in Europa. Dies bekam Bayer im Januar deutlich zu spüren, als sie in der Ligaphase mit 0:2 in Piräus verloren und dabei bereits nach 92 Sekunden durch ein Tor früh ins Hintertreffen gerieten «Vor allem das man die Atmosphäre schon erlebt hat, kann nur ein Vorteil sein. Wir wollen ganz anders ins Spiel starten. Das trägt auch zur Atmosphäre bei», sagte Andrich vor dem Playoff-Hinspiel.
Bayer will ins Achtelfinale
Auf dem Weg ins Achtelfinale dachte der Nationalspieler aber auch schon an das Rückspiel am kommenden Dienstag in Leverkusen. «Wir haben zwei schwierige Spiele. Wenn wir hier gegen einen guten Gegner und in heißer Atmosphäre mit einem guten Ergebnis wegfahren, haben wir gute Chancen, eine Runde weiterzukommen. Das ist am Ende das Ziel für uns», sagte Andrich. Sollte Bayer in die Runde der besten 16 Mannschaften einziehen, würde im Achtelfinale entweder der FC Arsenal oder der FC Bayern München warten.
London (dpa) – Kai Havertz steht womöglich an diesem Wochenende schon wieder vor seinem Comeback beim FC Arsenal. Er freue sich, den deutschen Fußball-Nationalspieler im Kader zu haben, berichtete Trainer Mikel Arteta bei einer Pressekonferenz – erst recht, weil die Gunners dann zum Nord-Londoner Derby bei Tottenham Hotspur antreten müssen.
Berichten zufolge war zunächst davon ausgegangen worden, dass Havertz dem Tabellenführer der englischen Premier League in dem brisanten Stadtduell bei den allerdings massiv schwächelnden Spurs (16. Platz) noch fehlen würde. Er war erst am 11. Januar bei Arsenals 4:1 in der dritten Runde des FA Cups beim FC Portsmouth nach einer längeren Zwangspause wegen einer Knieverletzung zurückgekehrt. Vor knapp einer Woche hieß es dann in Medien, Havertz falle vorerst wegen einer Muskelverletzung aus.
Mittwoch-Spiel kommt noch zu früh
Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte sich aber jüngst bereits zuversichtlich gezeigt, dass Havertz für die Länderspiele im kommenden Monat zur Verfügung stehen würde. «Er hat jetzt noch mal eine Nachuntersuchung nächste Woche und dann wissen wir, glaube ich, noch mal im Detail, was es ist. Aber generell glaube ich nicht, dass er so lange ausfällt, dass es für März knapp wird», hatte Nagelsmann nach der Auslosung zur Nations League in Brüssel mit Blick auf den ehemaligen Bayer-Angreifer betont.
Für die Partie des FC Arsenal an diesem Mittwoch bei den Wolverhampton Wanderers kommt eine Rückkehr von Havertz in den Kader des Spitzenreiters einem Vereins-Bericht auf der Arsenal-Homepage zufolge noch nicht infrage.
Dortmund (dpa) – Borussia Dortmund hat mit Unverständnis und harter Kritik auf den Ausschluss von Teilen der BVB-Fans beim Champions-League-Auswärtsspiel bei Atalanta Bergamo reagiert. Der italienische Club hatte den Fußball-Bundesligisten dessen Angaben zufolge darüber informiert, dass für das Playoff-Rückspiel am Mittwoch kommender Woche aufgrund behördlicher, die Sicherheit betreffende Auflagen an bestimmte Personengruppen von BVB-Fans keine Tickets verkauft werden dürfen. Den betroffenen Dortmunder Anhängern soll der Zutritt zum Stadion in Bergamo verwehrt werden.
BVB in Gesprächen mit Bergamo und UEFA
«Teile unserer Fans auszuschließen, stellt für den BVB einen eklatanten Wertebruch und eine Form der Diskriminierung dar – sowohl mit Blick auf die grundlegenden Prinzipien von Borussia Dortmund als auch auf die gesamteuropäischen Werte des internationalen Fußballs», hieß es in einer Vereinsmitteilung kurz vor dem Hinspiel heute Abend (21.00 Uhr/Amazon Prime) in Dortmund.
Der BVB habe sich ausdrücklich und entschieden gegen diese Auflagen ausgesprochen, um allen Fans den Besuch des Auswärtsspiels zu ermöglichen. Der Tabellenzweite der Bundesliga erklärte, er stehe bereits seit einigen Tagen im intensiven Austausch mit Atalanta Bergamo sowie der Europäischen Fußball-Union UEFA und rechne nach den Entwicklungen der jüngsten Gespräche kurzfristig mit einem positiven Ergebnis.
Frankfurt/Main (dpa) – Bei Eintracht Frankfurt fehlt in Ansgar Knauff ein weiterer Angreifer wegen einer Verletzung. Der 24-Jährige habe sich einem Eingriff im Bauchbereich unterziehen müssen, teilte der hessische Fußball-Bundesligist mit. Knauff werde bis auf weiteres ausfallen.
Beim 3:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach musste schon Neuzugang Arnaud Kalimuendo mit einer Schulterverletzung vom Platz. Die Offensivkräfte Jonathan Burkardt, Younes Ebnatoulib, Michy Batshuayi und Can Uzun fehlten ohnehin.
Auch zwei wichtige Defensivspieler fehlen
In der Abwehr muss der neue Trainer Albert Riera derzeit auf den Dänen Rasmus Kristensen wegen einer Verletzung am Sprunggelenk und Linksverteidiger Arthur Theate wegen einer Knieverletzung verzichten. Die Eintracht tritt am Samstag beim Spitzenreiter FC Bayern München an.
Frankfurt/Main (dpa) – Mit den Rückkehrerinnen Lea Schüller, Carlotta Wamser und Sophia Kleinherne starten die deutschen Fußballerinnen in das Unternehmen WM 2027 in Brasilien. Bundestrainer Christian Wück berief die in der Winterpause zu Manchester United gewechselte Ex-Münchnerin, die EM-Entdeckung von Bayer Leverkusen und die Wolfsburgerin in das 23-köpfige Aufgebot für die ersten Qualifikationsspiele gegen Slowenien und in Norwegen.
«2025 war ein ereignisreiches Jahr. Wir wollen nun die nächsten Schritte in unserem Entwicklungsprozess gehen und nahtlos an die spielerischen Leistungen des vergangenen Jahres anknüpfen», sagte Wück vor den Begegnungen gegen Slowenien am 3. März (17.45 Uhr/ARD) in Dresden und gegen Norwegen am 7. März (18.00 Uhr/ZDF) in Stavanger. Man wolle die Lücke zu Spanien oder anderen Topnationen weiter schließen.
«Weiter intensiv an uns arbeiten»
Klares Ziel der DFB-Frauen ist der Gruppensieg, um sich den Umweg über die Playoffs zu ersparen. Als dritter Gegner in der Ausscheidung wartet Österreich. Das Jahr ohne ein Turnier will Wück nutzen, um ein titelreifes WM-Team zu formen. «Wir haben gesehen, dass vieles auf einem guten Weg ist, aber für den letzten Schritt müssen wir weiter intensiv an uns arbeiten. Genau das werden wir gemeinsam tun, mit dem klaren Ziel, erfolgreich in die Qualifikation für die WM 2027 zu starten», sagte der 52-Jährige.
Schüller kämpft um Platz im Sturm
Schüller hatte bei den beiden Nations-League-Finals gegen Spanien aus persönlichen Gründen gefehlt und war in der Winterpause nach England gewechselt. Die Torjägerin (54 Treffer in 82 Länderspielen) hatte im vergangenen Jahr ihren Stammplatz in der deutschen Auswahl verloren und war auch beim FC Bayern nicht mehr unangefochten.
Wamser kehrt nach Knieproblemen ins Team des EM-Halbfinalisten zurück. Kleinherne hatte sich beim Turnier in der Schweiz verletzt und kämpfte lange um ihr Comeback. Neben den Langzeitverletzten Giovanna Hoffmann von RB Leipzig und Lena Oberdorf (FC Bayern/beide Kreuzbandriss) fehlen auch Alara Sehitler (München), Bibiane Schulze Solano (Athletic Bilbao) und Kathy Hendrich (Chicago Red Stars) aus gesundheitlichen Gründen.
Sydney Lohmann nur auf Abruf
Die frühere Münchnerin Sydney Lohmann ist nur auf Abruf nominiert. «Wir werden nicht mehr so viele Neue auf einen Schlag einladen, aber sukzessive etwas Neues probieren», sagte Wück, der weiterhin auf die derzeit führende Bundesliga-Torjägerin Vanessa Fudalla (12 Treffer) von Bayer Leverkusen verzichtet. Er wolle das Vertrauen an das Team in seiner jetzigen Besetzung weitergeben.
Angeführt wird das Aufgebot von Münchens Kapitänin Giulia Gwinn und Torhüterin Ann-Katrin Berger vom US-Club Gotham FC, die ihre Karriere im Nationalteam nach einigen Überlegungen fortsetzt. Die WM 2027 findet vom 24. Juni bis 25. Juli 2027 in Brasilien statt.
«Gerne natürlich mal wieder einen Titel»
Der DFB hatte Ende Januar den Vertrag von Wück und seiner Assistentinnen Saskia Bartusiak und Maren Meinert bis August 2029, also über die Heim-EM hinaus, verlängert. Laut Sportdirektorin Nia Künzer habe das Nationalteam 2025 sportlich «das Maximum herausgeholt. Wir haben Höhen und Tiefen zusammen gemeistert».
Man wisse natürlich, «dass wir noch andere, höhere Ziele haben, gerne natürlich mal wieder einen Titel in der Hand halten würden». Das letzte Turnier gewannen die Weltmeisterinnen von 2003 und 2007 bei Olympia 2016 in Rio de Janeiro.