Stuttgart (dpa) – Bundestrainer Julian Nagelsmann nimmt beim zweiten WM-Test der Fußball-Nationalmannschaft vier Änderungen in der Startelf vor. Neu ins Team kommen am Abend in Stuttgart gegen Ghana Torwart Alexander Nübel sowie die Feldspieler Nathaniel Brown, Pascal Groß und Nick Woltemade. Dafür weichen die drei Tage zuvor beim 4:3 gegen die Schweiz in der Startformation eingesetzten Oliver Baumann, David Raum, Leon Goretzka und auch Leroy Sané.
Angeführt wird das DFB-Team wieder von Joshua Kimmich als Kapitän. Die zentrale Verteidigung bilden erneut Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck. Im defensiven Mittelfeld läuft wieder der Stuttgarter Angelo Stiller auf. Neben Woltemade spielen der gegen die Schweiz herausragende Florian Wirtz, Kai Havertz und Serge Gnabry in der Offensive. Der zuletzt in der Bundesliga sehr treffsichere Deniz Undav vom VfB Stuttgart nimmt zunächst auf der Bank Platz.
Zürich (dpa) – FIFA-Präsident Gianni Infantino drängt trotz des Krieges im Nahen Osten auf eine Teilnahme Irans an der Fußball-WM im Sommer. «Wir wollen, dass Iran spielt, Iran wird bei der Weltmeisterschaft spielen. Es gibt keinen Plan B, C oder D – es gibt Plan A», sagte der Chef des Weltverbands in einem Interview des mexikanischen Fernsehsenders N+ Univision.
Angesichts des Krieges möchte der Iran seine drei Vorrundenpartien nicht – wie bislang geplant – in den USA austragen, sondern in Mexiko. Weiterhin ist unklar, ob die FIFA diesem Wunsch nachkommen kann und überhaupt will. Die Vereinigten Staaten und Israel greifen den Iran seit Ende Februar an. Das Land führt Gegenschläge aus.
Infantino wirbt mit «den bestmöglichen Bedingungen»
«Iran repräsentiert sein Volk – die Menschen, die im Iran leben, ebenso wie jene, die im Ausland leben», sagte Infantino und warb um eine Teilnahme des Landes. Die FIFA wolle dafür zu sorgen, dass der Iran «unter den bestmöglichen Bedingungen» an der WM teilnehmen könne. Zugleich räumte der 56 Jahre alte Schweizer ein, dass man in der «realen Welt lebe» und die Situation «sehr kompliziert» sei.
Irans Verbandschef Mehdi Tadsch hatte vor anderthalb Wochen laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen Boykott der USA, nicht aber der WM angekündigt, ohne dies näher zu erläutern.
Die Endrunde in den USA, Kanada und Mexiko beginnt am 11. Juni und dauert bis zum 19. Juli. In der Gruppenphase soll der Iran auf Belgien, Neuseeland und Ägypten treffen.
München (dpa) – Raphaël Guerreiro hat beim FC Bayern München keine Zukunft über den Sommer hinaus. Wie der deutsche Fußball-Rekordmeister mitteilte, haben sich beide Seiten darauf verständigt, den nach der Saison auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Der 32 Jahre alte portugiesische Nationalspieler war im Sommer 2023 ablösefrei von Borussia Dortmund nach München gewechselt.
Eberl: «Auf Rapha war auf dem Platz immer Verlass»
«Auf Rapha war auf dem Platz immer Verlass, zudem bereichern Charaktere wie er jede Kabine», sagte Bayern-Sportvorstand Max Eberl laut Mitteilung. Unter Trainer Vincent Kompany war Guerreiro zuletzt allerdings nur noch zweite Wahl. In 13 von 27 möglichen Ligaspielen kam der flexibel einsetzbare Allrounder in dieser Saison zum Einsatz.
Aktuell steht Guerreiro bei insgesamt 89 Pflichtspielen für die Münchner, in denen er zwölf Tore und acht Vorlagen beisteuerte. Mit den Bayern gewann Guerreiro in der vergangenen Saison die Meisterschaft. Den größten Titel feierte er 2016, als er mit Portugal Europameister wurde.
Bremen (dpa) – Stürmer Victor Boniface könnte doch noch in den Abstiegskampf des SV Werder Bremen in der Fußball-Bundesliga eingreifen. Knapp drei Monate nach seiner Knieoperation werde der 25-Jährige am Dienstagnachmittag seine erste individuelle Einheit in Bremen absolvieren, teilte der Verein mit.
«Victor soll die gesamte Woche vorerst individuell trainieren. Anschließend soll er behutsam an das Mannschaftstraining herangeführt werden, so dass wir die Hoffnung haben, dass er in dieser Saison noch zum Einsatz kommen kann», sagte Werders Fußball-Chef Peter Niemeyer laut Mitteilung.
Das Kapitel Boniface bei Werder galt nach seinem Eingriff im Januar schon als beendet. Der bis zum Saisonende von Bayer Leverkusen ausgeliehene Angreifer war in Innsbruck am Knie operiert worden. Die Ärzte sagten eine monatelange Ausfallzeit voraus.
Boniface erfüllt Werder-Hoffnungen nicht
Boniface war im Sommer am letzten Tag der Transferperiode an die Weser gekommen. Zuvor hatte er wegen bereits bestehender Knieprobleme den Medizincheck bei der AC Mailand nicht bestanden, die den Stürmer ebenfalls hatte verpflichten wollen.
Werder ging dennoch das Risiko ein, allerdings entpuppte sich die Leihe im Endeffekt als Flop. Boniface kam in Bremen bislang nur auf elf Einsätze und stand lediglich zweimal in der Startelf. Ein Treffer gelang ihm dabei nicht.
Nach dem Ausfall von Keke Topp mit einem Kreuzbandriss könnte ein schnelles Comeback des Nigerianers im Saisonendspurt Werder durchaus helfen. Sieben Spieltage vor dem Ende sind die Bremer als Tabellen-14. noch immer in Abstiegsgefahr. Am Samstag (15.30 Uhr/Sky) treffen sie auf RB Leipzig und ihren früheren Trainer Ole Werner.
Athen (dpa) – Die erneuten Spekulationen um seine Nationalmannschaftszukunft sollen für U21-Stürmerstar Nicolò Tresoldi vor dem Quali-Finale kein Thema sein. «Er konzentriert sich und fokussiert sich auf die U21, er hatte richtig Lust auf die U21, und was dann in Zukunft passiert, spielt jetzt und vor allem auch morgen keine Rolle», sagte U21-Nationaltrainer Antonio Di Salvo vor einem entscheidenden EM-Qualifikationsspiel am Dienstag (18.00 Uhr/ProSieben Maxx) in Griechenland.
Nach seinem Doppelpack beim 3:0 gegen Nordirland soll der 21-jährige Tresoldi vom FC Brügge beim Rennen um den Gruppensieg eine wichtige Rolle einnehmen. Ob der langjährige Stürmer von Hannover 96 in Zukunft weiter das deutsche Trikot trägt oder für Italien als Land seines Vaters oder Argentinien als Heimat seiner Mutter aufläuft, wird sich zeigen.
Bayern-Profi Bischof: Das zeichnet Tresoldi aus
«Ich muss sagen, ich höre die Frage gerade auch viel zu oft. Er spielt ja für uns und ich glaube, da sind wir alle drüber froh», sagte U21-Kapitän Tom Bischof vom FC Bayern. «Er ist einfach ein super Stürmer, der nicht nur für seine Tore bekannt ist, sondern auch wie er am Ball ist mit seiner Technik. Das haben nicht so viele Stürmer.»
Tresoldi, mit dem Di Salvo «ein großes Vertrauensverhältnis» hat, hatte im Rahmen der Länderspielphase seinen Fokus auf den Kampf um das EM-Ticket betont. «Ich habe mit niemandem aus Italien gesprochen. Ich bin jetzt mit der U21 unterwegs und fokussiert auf die nächsten beiden Spiele. Von daher gibt es dazu nichts zu sagen», hatte er vor den Spielen gegen Nordirland und Griechenland gesagt. Die Italien-Spekulationen gibt es schon lange.
Nach Hinspiel-Fehler: Torhüter Seimen fällt krank aus
Verzichten muss Di Salvo beim Spiel in Athen auf Torhüter Dennis Seimen vom SC Paderborn. Der für das Spiel vorgesehene Schlussmann, der nach seinem Fehler im Hinspiel besonders motiviert gewesen sein dürfte, fällt krank aus. Für ihn kommt der gegen Nordirland starke Mio Backhaus von Werder Bremen zum Einsatz. Der angeschlagene Brajan Gruda von RB Leipzig ist nach Einschätzung seines Trainers einsatzbereit.
Nach dem 2:3 im Hinspiel braucht die deutsche Mannschaft einen Sieg mit zwei Toren Vorsprung, um im direkten Vergleich besser als Tabellenführer Griechenland zu sein. Als Gruppensieger wäre das Ticket für die EM-Endrunde im nächsten Jahr sicher. Acht der neun Gruppenzweiten müssen in die Playoffs.
Nantes (dpa) – Sieben Jahre nach dem Tod des argentinischen Fußball-Profis Emiliano Sala bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal hat ein Gericht die Entschädigungsklage des Zweitligisten Cardiff City gegen den französischen Verein FC Nantes abgewiesen. Das Handelsgericht im westfranzösischen Nantes entschied, dass den französischen Erstligisten in Bezug auf den Absturz des Sportflugzeugs kein Verschulden treffe. Es urteilte außerdem, dass Nantes einen immateriellen Schaden erlitten habe und verurteilte Cardiff zur Zahlung von 480.000 Euro.
Sala wollte mehr Zeit zum Abschiednehmen haben
Cardiff hatte 2023 das Gericht in Nantes angerufen, um rund 120 Millionen Euro für Einkommensverluste zu fordern, die dem Club seiner Meinung nach durch den Tod des Spielers entstanden waren, der gerade von Nantes nach Cardiff gewechselt war. Der zum Unglückszeitpunkt 28 Jahre alte Spieler starb am 21. Januar 2019 beim Absturz des Sportflugzeugs, das ihn zum ersten Training mit seinem neuen Club ins walisische Cardiff bringen sollte. Er hatte sich für den Charterflug entschieden, um mehr Zeit zum Abschiednehmen von Spielerkollegen und Freunden zu haben.
Der Pilot der Unglücksmaschine soll weder eine Lizenz für kommerzielle Flüge noch für Nachtflüge gehabt haben und sich nach einem vom britischen Sender BBC veröffentlichtem Telefonat technischer Mängel an dem Flugzeug bewusst gewesen sein. Der Geschäftsmann, der den Flug mit der einmotorigen Maschine organisiert hatte, wurde deshalb bereits zu einer 18-monatigen Haftstrafe wegen Gefährdung der Sicherheit eines Flugzeugs verurteilt.
Stuttgart (dpa) – Bundestrainer Julian Nagelsmann hat sich nach dem Coming-out des Nachwuchstrainers des FC St. Pauli, Christian Dobrick, für einen offenen Umgang mit Homosexualität im Fußball starkgemacht. «Ich finde es sehr schade, dass wir immer noch darüber diskutieren müssen», sagte Nagelsmann in einem Interview bei RTL/ntv. «Schade, dass Sie mir diese Frage stellen müssen.» Homosexualität sei für ihn etwas ganz Normales.
In der Gesellschaft sei das Thema schon deutlich verankerter, sagte der 38-jährige Nagelsmann. «Im Fußball dauert das leider wahrscheinlich noch ein bisschen. Das finde ich nicht richtig.» Er selbst habe homosexuelle Freunde im eigenen Freundeskreis und wisse, wie es sei, wenn man lange Zeit in seinem Leben das Gefühl habe, nicht darüber sprechen oder es ausleben zu können. «Das ist eine Qual.»
Nagelsmann lobt Dobricks Mut
Der Bundestrainer lobte das Coming-out von Dobrick. «Ich finde es erstmal gut, dass er den Mut zusammengefasst hat, es zu tun. Es ist für ihn eine große Befreiung.» Vor kurzem hatte St. Paulis U19-Trainer seine Homosexualität öffentlich gemacht und das mit Kritik am männlichen Spitzenfußball verknüpft. «Im Profifußball gelten Schwule noch immer als Außerirdische», sagte der 29 Jahre alte Nachwuchs-Coach des Hamburger Bundesligisten in Interviews des «Stern» und von RTL.
Homosexualität ist im Profifußball der Männer noch immer ein Tabuthema, obwohl vor allem Fanvertreter für einen offeneren Umgang werben. In den höchsten drei deutschen Ligen gab es bislang kein Coming-out eines aktiven Profis. Im Fußball der Frauen hingegen spielt die sexuelle Orientierung einer Spielerin schon lange keine Rolle mehr.
Kopenhagen (dpa) – Der ehemalige Bundesliga-Trainer Bo Svensson hat einen neuen Job. Svensson unterschrieb beim dänischen Fußballmeister FC Kopenhagen einen langfristigen Vertrag, wie der Verein mitteilte, ohne Details zur Laufzeit zu nennen. Zuvor hatte der TV-Sender Sky berichtet, das Arbeitspapier sei bis 2031 gültig.
«Es ist eine Ehre, zu meinem geliebten Club zurückzukehren und für den FC Kopenhagen verantwortlich zu sein», sagte Svensson in der Mitteilung des Vereins. «Ich gehe die Aufgabe mit Demut, aber auch selbstbewusst an.» Das Training wird er erstmals am Dienstag leiten. «Ein Wechsel ist nötig. Wir müssen Stabilität zurückgewinnen und die Freude am Spiel, damit uns die Fans wieder erkennen», erklärte Svensson.
Nachfolger von Neestrup
Der 46-Jährige folgt auf Jacob Neestrup, von dem sich der Verein am Sonntag nach einer misslungenen Liga-Hauptrunde getrennt hatte. Der Titelverteidiger und Topclub mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Youssoufa Moukoko hatte in Dänemark den Sprung in die Meister-Endrunde überraschend verpasst. Neestrup wurde in der Vergangenheit bereits mit mehreren Bundesligisten, darunter dem VfL Wolfsburg, in Verbindung gebracht.
Für Svensson ist es nach seinen Trainer-Stationen beim FSV Mainz 05 (2021 bis 2023) und beim 1. FC Union Berlin (2024) eine Rückkehr in seine dänische Heimat. Zwischen 1999 und 2006 war er als Profi für den Hauptstadt-Club aktiv, danach zog es ihn auch als Spieler in die Bundesliga.